Pinus thunbergii

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Arian
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Pinus thunbergii

Beitrag von Arian » 18.06.2018, 21:47

Moin,

heute möchte ich meine kleine Pinus thunbergii (Japanische Schwarzkiefer) vorstellen:
Im November 2017 habe ich die Kiefer von Max Engels übernommen - nochmals danke dafür! Sie hat eine Höhe von ca. 20cm und einen Kronendurchmesser von etwa 30cm bei einer momentanen Stammdicke von ca 3,5cm. Max hat die Kiefer selber aus Japan mitgebracht, wo sie von Kunio Kobayashi gestaltet wurde. Die Borke ist schon leicht rissig und die Astverteilung vielversprechend.
Den Winter hat die Kleine trotz kalter Temperaturen um -13° C und langem Frost gut im Foliengewächshaus überstanden.
Anfang April bekam die Kiefer dann eine neue, achteckige Schale. Da sie etwas zu hoch steht, habe ich aus Drainagenetz einen Zaun gebaut. So halten sich die Düngerpellets besser auf dem Substrat und das Bewässern ist auch einfacher.
Sie steht bei mir auf dem Balkon, der nach Süd-Westen ausgerichtet ist, jetzt aber im Sommer erst ab Mittag für drei Stunden volle Sonne bekommt und am Abend noch etwas direkten Sonnenschein.
Somit ist der Neuzuwachs erwartungsgemäß nicht stark ausgefallen. Und heute habe ich die ausgetriebenen Kerzen zurückgeschnitten. Nun sind noch gut drei Monate um neue Knospen zu bilden. Einen zweiten Austrieb erwarte ich für dieses Jahr hier oben im Norden tatsächlich nicht mehr.

Der Plan für die Zukunft ist, die angehende Reife noch weiter zu verfeinern und die Verzweigung noch mehr aufzubauen.
Für Tipps und Anregungen bin ich immer dankbar!

Lieben Gruß,
Arian
Die kleine Schwarze im November 2017 in der Trainingsschale.
Die kleine Schwarze im November 2017 in der Trainingsschale.
Detailansicht der Knospen im November 2017. Leider hat der Baum bloß eine Knospe pro Zweig gebildet.
Detailansicht der Knospen im November 2017. Leider hat der Baum bloß eine Knospe pro Zweig gebildet.
Die Kiefer Anfang April 2018 vor dem Entdrahten und Umtopfen.
Die Kiefer Anfang April 2018 vor dem Entdrahten und Umtopfen.
April 2018 nach dem Umsetzen in eine neue Schale.
April 2018 nach dem Umsetzen in eine neue Schale.
Thunbergii 2 - 1.jpg (112.56 KiB) 992 mal betrachtet
Knospen Anfang Mai 2018.
Knospen Anfang Mai 2018.
Thunbergii 3 - Kerzen Mai 2018 - 1.jpg (80.36 KiB) 992 mal betrachtet
Meine Pinus thunbergii Ende Mai 2018
Meine Pinus thunbergii Ende Mai 2018
18. Juni vor dem Schnitt.
18. Juni vor dem Schnitt.
Thunbergii 5 - Mitte Juni 2018 - 1.jpg (138.57 KiB) 992 mal betrachtet
Vorläufiges Ergebnis von heute.
Vorläufiges Ergebnis von heute.
Thunbergii 6 - nach dem Kerzenschnitt Juni 2018 - 1.jpg (135.29 KiB) 992 mal betrachtet


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Chri
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Re: Pinus thunbergii

Beitrag von Chri » 18.06.2018, 23:00

Schönes Stück, jedoch ob die gute nicht viel zu wenig Sonne hat wird sich noch zeigen wenn sie inneres mal absterben lässt und wenn du so früh für Rückknospung schneidest ist es auch nicht gewiss das sie nicht anfängt mit nem zweiten Austrieb und dann "stecken" bleibt, zumal eine Kiefer doch etwas mehr Sonne braucht am Tag für ordentlich Rückknospung.
Kenne mich aber mit deinem Klima in Deutschland nicht aus, ich drück dir die Daumen.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph

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Re: Pinus thunbergii

Beitrag von Arian » 18.06.2018, 23:32

Danke Christoph für deine Einschätzung,

aber früh im Jahr finde ich Mitte Juni nun nicht? Sie braucht ja auch noch Zeit, neue Knospen zu bilden. Nichtsdestotrotz, ich werden berichten!

Lieben Gruß,
Arian

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Re: Pinus thunbergii

Beitrag von Chri » 19.06.2018, 08:51

viewtopic.php?f=9&t=45583&p=525599&hilit=Donut#p525599

Ich habs an meiner letztes Jahr Anfang Juli gemacht und vei Ganztagssonne zweiten Austrieb und 0 Rückknospung bekommen, dieses Jahr wirds August werden.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph

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Re: Pinus thunbergii

Beitrag von Szandor » 19.06.2018, 08:53

Hallo Arian,
ein netter kleiner Shohin, den Du uns präsentierst!
Tatsächlich empfinde ich den Zeitpunkt auch relativ früh, aber durchaus vertretbar (ich beginne normalerweise Anfang Juli mit dem Schnitt).
Das Ziel des "Mekiri" ist es, einen Kraft-Ausgleich zu schaffen, indem man sehr starke Kerzen zurückschneidet und die Anzahl der Nadelpaare an den starken Trieben durch Zupfen reduziert. Durch diesen Kraft-Ausgleich wird die Bildung neuer Knospen aktiviert und somit die Entwicklung der Feinverzweigung gefördert, die Apikal-Dominanz gebändigt, untere Äste gestärkt und der gleichmäßige Wuchs gefördert. Die geschnittenen Kerzen zeigen mir aber, dass Du auch relativ kleine Kerzen (oberste Reihe) entfernt hast. Zudem ist von Deinen Bildern nicht erkennbar, ob Du an den Trieben der starken Kerzen (unterste und mittlere Reihe) die Nadelpaare reduziert hast (auf ca. 3-4, oberste Reihe; auf ca. 5-6 mittlere Reihe)?
Aus meiner Erfahrung ist das für diese Saison kein Problem, allerdings könntest Du den Baum auf lange Sicht schwächen, wiederholst Du diese Vorgehensweise in den nächsten Saisonen. Daher empfehle ich die Vorgehensweise wie folgt: vor dem Schneiden die Kerzen eines Baumes in 3-5 Größen-Kategorien einteilen, nur Kategorie 1-2 eine nach dem anderen schneiden, Nadelreduktion an Kategorie 1 auf 3-4 Nadelpaare, an Kategorie 2 auf 5-6 Nadelpaare usw.
Viele Grüße,
Szandor

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Re: Pinus thunbergii

Beitrag von Arian » 19.06.2018, 10:02

Hallo Szandor,

vielen Dank für deine Tipps! Ich werde sie beherzigen. Tatsächlich habe ich nur die stärkeren Spitzentriebe geschnitten sowie die etwas schwächeren an langen Zweigen. Die mittleren und kurzen Triebe an den unteren Zweigen habe ich belassen. Die Nadeln habe ich nicht gezupft. Zum einen sind die letztjährigen schon geschnitten worden, zum anderen sind nicht übermäßige vorhanden, d.h. keine von vor zwei Jahren. Somit wollte ich den Baum mit Nadelzupfen zusätzlich zum Kerzen schneiden schwächen. Empfiehlst du jetzt auch noch die starken Triebe zu zupfen?

Lieben Gruß,
Arian

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Re: Pinus thunbergii

Beitrag von Chri » 19.06.2018, 10:12

Szandor kennt sich da bestimmt um Welten besser aus da er in Japan lange Erfahrung mit diesen Techniken sammeln durfte, meiner bescheidenen Meinung nach muss diese Technik aber an jeder Kerze durchgeführt werden, egal wie schwach sie sein mag.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph

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Re: Pinus thunbergii

Beitrag von Szandor » 19.06.2018, 11:04

Hallo zusammen,
im Nachhinein die Nadeln zu zupfen ist aus meiner Erfahrung eher schwierig, da man häufig nicht mehr genau die Größe zu ordnen kann und somit nicht genau weiß, auf wie viele Nadeln man reduzieren möchte. Aus diesem Grund gehe ich immer systematisch durch einen Baum: erst Kategorie 1 schneiden und zupfen, dann Kategorie 2 usw. Wenn Du noch dazu in der Lage bist die entsprechenden Schnittstellen den Trieben zu zuordnen, dann würde ich noch nachzupfen.
Ich rate definitiv davon ab, an schwachen Trieben zu schneiden, noch zu zupfen. Allerdings ist dieses immer auch abhängig vom Gesamtzustand des Baumes, wann er umgetopft wurde etc.
Herzliche Grüße,
Szandor

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