Yamadori Lärche 2

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
Lutz Marx
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Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

Guten Morgen zusammen,

diese Lärche habe ich Ende Mai auf 2000 m in den Alpen ausgegraben. Der Baum ist aktuell 75 cm hoch und der Stamm hat unten einen Durchmesser von ca. 14 cm. Die Borke ist super reif, das Nebari (aktuell noch unter der Erde) und die Stammbewegung und -Verjüngung sehr gut. Gesundheitlich ist sie stabil, bis auf Sonnenschäden (steht jetzt im Schatten), so dass ich zuversichtlich bin, dass sie gut durch den ersten Winter kommt. Die spätere Gestaltung wird relativ einfach. Der oberste Stammbereich muss gefräst werden, ein geeigneter Ast für die Krone ist schon da. Jetzt erstmal weiter gut pflegen, damit sie richtig fit wird...

LG, Lutz
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Lutz Marx
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

Heute habe das Nebari etwas freigelegt. Der jetzt sichtbare Teil ist 25cm breit und drunter geht es es noch weiter.

Worüber ich mir Gedanken machen ist der oberste linke Ast. Er wäre zwar noch biegbar und auch ganz schön, ist aber der dickste Ast am Baum und so weit oben will mir das für die weitere Gestaltung nicht recht gefallen. Der Baum braucht aber in der Höhe einen Ast. Der dicke Ast hat ganz stammnah einen Zweig (siehe Bilder), auf den könnte man absetzen. Das würde aber natürlich eine ganz schöne Narbe nach sich ziehen. Jinnen will ich ihn nicht, dann wäre er dem Zweig nur im Wege. Wie würdet Ihr vorgehen?

LG, Lutz
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Lutz Marx
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

Hat keiner eine Meinung zu meiner Frage wegen des Astes?

LG, Lutz

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hopplamoebel
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von hopplamoebel »

Moin Lutz,

ich finde das schwer zu beurteilen!
Wenn Du den Hauptstamm fräsen willst, benötigst Du doch auch gar keine neue Spitze, oder?
Vielleicht hilft Dir eine Skizze weiter wie Du den Baum zukünftig gestalten willst!?

LG,
woodman
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.

Lutz Marx
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

Hey Woodman,

Danke für Deine Rückmeldung.

Ich glaube, Du hast mich nicht ganz richtig verstanden. Ich weiß ziemlich genau, wie ich den Baum gestalten will. Meine Frage ist lediglich, wie ich hinsichtlich des linken oberen Astes verfahre. Den Stamm will ich nur auf Verjüngung fräsen mit einem kleineren Shari, ich will den Stamm nicht jinnen. Da brauche ich natürlich einen Ast für die Krone, das wird der rechte oberste Ast werden, das ist kein Problem.

LG, Lutz

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Fabiansan
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Fabiansan »

Hallo Lutz,

der obere linke Ast wäre mir auch zu dick.
Ich hätte Angst, dass mir da ein großer Bereich am Stamm abstirbt wenn ich den kappe.
Andererseits kann ich mir den auch etwas ausgehöhlt mit schöner Öffnung gut vorstellen.... schwierig schwierig *schulter zuck*
Lieben Gruß
Fabian

Lutz Marx
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

Hallo Fabian,

super, Du verstehst mich :).
Meine aktuelle Idee ist, den Ast auf mehrere Etappen einzukürzen, jeweils im Frühling, wenn viel Saftzug da ist und vielleicht übernächstes Jahr oder sogar noch eines drauf zu kappen, wenn der stammnahe Zweig noch stärker geworden ist und mehr Saft zieht. Und dann letztendlich einen kurzen Totholzbereich zu machen, so ein kombiniertes Jin/Shari. Was meinst Du?

LG, Lutz

Lutz Marx
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

Hallo zusammen,

hier ein erfreuliches Update. Die Lärche zeigt in ihrer zweiten Vegetationsperiode bei mir ein tolles Wachstum mit vielen Langtrieben, die zum Teil bereits 12-14 cm messen. Den dicken Ast konnte ich ohne Probleme abnehmen.Wenn das so weitergeht, kann ich im Herbst die Äste drahten. Freu mich jetzt schon...

LG, Lutz
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Lutz Marx
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

Liebe Bonsaifreunde,

nach zwei gesunden Vegetationsperioden (und insbesondere dieses Jahr einem enormen Zuwachs) konnte ich eine grobe erste Gestaltung machen. Ziel ist der Habitus einer alten Gebirgslärche, wie man sie in den Alpen an der Baumgrenze findet. Ich möchte keine "Bonsaifallschirmlärche", sondern einen natürlichen, wilden Baum. Wenn der Baum das erste Umtopfen im kommenden Frühling gut übersteht, kann da mal etwas schönes draus werden...

LG, Lutz
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Lutz Marx
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

...ich wollte noch zu dem Baum schreiben: Die große Schnittstelle muss noch weiter bearbeitet werden, aber das will ich erst machen, wenn der kronenast längere Zeit stabil ist. Im oberen Dtrittel muss der Baum noch deutlich zulegen, aber es ist ja jetzt auch erst die allererste Gestaltung...

LG, Lutz

MerschelMarco
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von MerschelMarco »

Gratuliere Lutz,

der wird richtig gut!

Grüße,
Marco

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migo
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von migo »

Hallo Lutz,

die hast du super auf den Weg gebracht. 8) *daumen_new*
Was dicke Schnittstellen angeht, hab ich mir da nie Gedanken gemacht. Meine hat solch große Schnitte seinerzeit schnell verheilt und innerhab weniger Jahre gut verschlossen.
Tschüüss, Michael

Schützt unsere Wälder, eßt mehr Biber!

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grüner_hesse
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von grüner_hesse »

Imposante Lärche, Lutz, gefällt mir richtig gut..

Ich drücke die Daumen, dass sie weiter so gut mitspielt. Bitte immer mal zeigen, wie es weitergeht..

viele Grüße
Benny

Lutz Marx
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

Marco, danke Dir. Zu welchem Zeitpunkt hast Du die besten Erfahrungen mit dem Umtopfen bei alten Lärchen, Du hast ja auch einige? Ich habe meine bislang immer im März umgetopft, sobald sie erste Anzeichen von Neuaustrieb zeigen, aber eine so massive Lärche hatte ich bisher noch nicht. Man liest immer alles mögliche... und ein bisschen Bammel hab ich schon vor dem ersten Umtopfen.

LG, Lutz

Sanne
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Sanne »

Hallo Lutz,

Deine Lärche mit der schönen Borke gefällt mir auch sehr gut!
Wenn Du Bammel vor dem Umtopfen hast, würde ich mir an Deiner Stelle einen erfahrenen Gestalter suchen, der für Dich das erste Umtopfen übernimmt.

Ich selbst bin sehr froh, dass ich einen Bonsai-Gestalter/-Lehrer gefunden habe, der für mich das Umtopfen meiner Nadelbäume übernimmt, da ich es mir aus Erfahrung bei Kiefern, Lärchen, Eiben etc. nicht mehr zutraue.

Grüße, Sanne

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