Ulme aus Heidelberg

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Thorsten1504
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Ulme aus Heidelberg

Beitrag von Thorsten1504 » 22.09.2018, 12:26

Hallo,

letzte Woche hab ich mich auf den Weg ins Zillertal gemacht.
Und wenn ich schonmal richtung Süden fahre kann ich auch mal im BZ Heidelberg vorbeischauen.
Dort habe ich diese kleine Ulme gefunden. :)

Die war´zwar als Zelkove ausgezeichnet, aber ich würde eher sagen, das es eine jap. Ulme ist.

Was meint ihr???

Was haltet ihr sonst von dem Bäumchen???

Gruß

Thorsten *wink*
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mydear
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Re: Ulme aus Heidelberg

Beitrag von mydear » 22.09.2018, 12:51

Hallo Thorsten,

schönes kleines Schätzchen. Im Forum gab es schön öfter Diskussionen wie die genaue Bezeichnung solcher Ulmen ist, ich nenne sie gerne Ulmus japonica (so wie es früher die Heidelberger auch taten).

Es dürfte die Korkrindenulme mit etwas länglicheren Blättern sein. Vermutlich wirft sie im Winter die Blätter ab, zeigt dadurch die Feinverzweigung. Ich mag diese Unterart gerne. Meine kann ich draußen problemlos überwintern (ohne Schale).

Meine anderen kleinblättrigen Ulmen (Ulmus parvifolia) behalten bei frostfreier Überwinterung ihre Blätter. Vermutlich ist es die gleiche Sorte nur etwas andere geographische Herkunft.

Grüße
Rainer

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Thorsten1504
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Re: Ulme aus Heidelberg

Beitrag von Thorsten1504 » 23.09.2018, 09:36

mydear hat geschrieben:
22.09.2018, 12:51
schönes kleines Schätzchen
Danke Rainer!!!
mydear hat geschrieben:
22.09.2018, 12:51
ich nenne sie gerne Ulmus japonica
ja so wird die in Enger auch bezeichnet.
Eine Zelkova Nire ist es jedenfalls nicht. Davon hab ich auch ein paar hier auf dem Balkon und da sehen die Blätter anders aus.

Gruß und schönen Sonntag

Thorsten *wink*

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Thorsten1504
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Re: Ulme aus Heidelberg

Beitrag von Thorsten1504 » 28.11.2018, 18:16

So hab die kleine mal ein bißchen ausgelichtet.
Der eine oder andere Ast fällt bestimmt im Frühjahr noch.
Erstmal schauen wo sie überall austreibt.

Schale hab ich beim Herbstwochenende in Ascheberg gefunden.

Gruß

Thorsten *wink*
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Ron_S
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Re: Ulme aus Heidelberg

Beitrag von Ron_S » 28.11.2018, 19:58

Hey Thorsten!

wie gehst du mit der Verdickung mittig um? Ich hatte mir letztes Jahr ein ähnliches Objekt bei Enger geordert,
allerdings dieses Jahr nach vielen Überlegungen wieder abgegeben, da ich genau das gleiche Problem mit einer Verdickung hatte,
was mir einfach nicht gefallen hatte.

Grüße aus Leipzig! *daumen_new*

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Bonsette
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Re: Ulme aus Heidelberg

Beitrag von Bonsette » 28.11.2018, 20:26

Hi Thorsten,
Deine Ulme gefällt mir sehr gut! Das wird mal ein richtig süßes Knubbelchen. *lieb*
Als Du sie mir live gezeigt hast, konnte ich ja schon ahnen, wie viele Gestaltungsmöglichkeiten man bei den vielen gut platzierten Ästen hat. Da hast Du jetzt einen schönen Anfang gemacht. *daumen_new*
Ich würde wahrscheinlich den ersten rechten Ast entfernen, sie an der dicksten Stelle abmoosen und mehr nach rechts geneigt einpflanzen.
thorstens-heidelbergulme.jpg
thorstens-heidelbergulme.jpg (80.65 KiB) 364 mal betrachtet
Die Schale gefällt mir übrigens auch gut.

LG
Steffi

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Thorsten1504
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Re: Ulme aus Heidelberg

Beitrag von Thorsten1504 » 28.11.2018, 20:33

Hallo Ron,

das mit der Verdickung täuscht auf dem Foto etwas, weil der Stamm dort einen Bogen macht.
Zwar ist dort eine leichte inverse Verjüngung vorhanden, weil in dem Bereich ja auch mehrer Äste auf selber Höhe sind.
Von denen wird im Frühjahr auch bestimmt noch einer fallen.
Aber in wirklichkeit ist es nicht ganz so extrem, wie es auf dem Bild aussieht.
Allerdings stört es mich bei dem Baum auch nicht so wirklich, sonst hätte ich den gar nicht gekauft.
Soll halt n alter uriger Baum mit rauher Borke werden und die haben auch schonmal Verdickungen. :-D
Im oberen Bereich muss ich auch noch nacharbeiten und dann entsprechend aufpassen, das sich dort keine Verdickungen bilden.
Denn da fände ich die viel schlimmer.

Mach doch für Deinen Baum mal einen eigenen Thread auf.

Gruß

Thorsten *wink*

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Re: Ulme aus Heidelberg

Beitrag von Thorsten1504 » 28.11.2018, 20:37

Bonsette hat geschrieben:
28.11.2018, 20:26
Ich würde wahrscheinlich den ersten rechten Ast entfernen, sie an der dicksten Stelle abmoosen und mehr nach rechts geneigt einpflanzen.
Hi Steffi,

danke für das Virtuel und das umtopfen.
Sieht echt gut aus so und könnte mir durchaus gefallen.
Dann ist der Baum allerdings nur noch gut 10cm klein.
Werde aber bevor ich abmoose erstmal im Frühjahr nach dem Nebari schauen und dann entscheiden.
Denn wie gerade schon geschrieben täuscht das mit der Verdickung auf den Bildern (mal wieder) etwas.

Gruß

Thorsten *wink*

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Re: Ulme aus Heidelberg

Beitrag von mydear » 28.11.2018, 21:25

Hallo Thorsten,

Steffis Virtual finde ich super, genau das wäre auch mein Tipp mit der japanischen Ulme. Bei schmalem Abmoosstreifen verbleibt unten sogar noch ein Stumpen mit Potential für eine kleine Besenulme.

Hier meine Ulmen-Abmoosung wegen interser Verfüngung durch Wundknubbel:
viewtopic.php?f=35&t=44517#p485740

Grüße
Rainer

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Re: Ulme aus Heidelberg

Beitrag von majoka » 28.11.2018, 22:36

Hallo Thorsten,
schönes Bäumchen, mit schöner Dynamik im Stamm!
Ob es sich um eine Ulme oder Zelkove handelt ist eigentlich recht einfach zu entscheiden. Den Frühsommer abwarten und schaun welche Frucht der Baum bildet. (Allerdings so zugeschnitten kann es sein, daß keine Blüte folgt).
Im Grunde ist es recht einfach: Die Hauptgattung der Ulmaceae ist die Gattung Ulmus (auch wenn der Name nicht so schön klingt wie Zelkove). Daneben gibt es weitere (wohl 3 Gattungen, davon abweichend und untergeordnet) und eine davon Zelkova. Vermutlich aus Importbeschränkungen wegen des Ulmensterbens, umgeht man dies durch Umdeklarierung des Gattungsnamens, um weitere Ulmen (eben unsere "Korkulme") nach Deutschland zu importieren. Ist aber nur eine Vermutung ...
Zur Verbesserung der Gestalt finde ich einen Beitrag in diesem Forum "zelkove#1" eines prominenten masters recht interessant, den ich in den folgenden jahren mal im Auge behalten werde (dabei kommt man allerdings fast ganz ohne Drahtung aus ;-)).

Gruß Markus

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Re: Ulme aus Heidelberg

Beitrag von Bonsette » 29.11.2018, 18:40

Hi Thorsten,
Thorsten1504 hat geschrieben:
28.11.2018, 20:37
danke für das Virtuel und das umtopfen.
Sieht echt gut aus so und könnte mir durchaus gefallen.
das freut mich. :-D
Du hast inzwischen aber auch schon eine gute Sammlung recht interessanter Rohlinge, hast wohl ein gutes Auge beim Auswählen, und im Kleingarten passiert jetzt auch einiges. :wink:
Jedenfalls zeigst Du oft welche mit Gestaltungsmöglichkeiten, bei denen es mir selbst schon in den Fingern juckt, die zu bearbeiten.
Bei Deiner Zelkova Nire mit dem Knick unten im Stamm, die Du neulich nochmal gezeigt hast, hatte ich z.B. auch schon zwei Ideen... mal sehen, ob ich die noch gezeichnet bekomme...

LG
Steffi

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Re: Ulme aus Heidelberg

Beitrag von Thorsten1504 » 29.11.2018, 21:56

Hallo und danke für eure Antworten!!! :-D

mydear hat geschrieben:
28.11.2018, 21:25
Steffis Virtual finde ich super, genau das wäre auch mein Tipp mit der japanischen Ulme. Bei schmalem Abmoosstreifen verbleibt unten sogar noch ein Stumpen mit Potential für eine kleine Besenulme.

Hier meine Ulmen-Abmoosung wegen interser Verfüngung durch Wundknubbel:
viewtopic.php?f=35&t=44517#p485740
Hallo Rainer,
danke für Deinen link. Werde mir das mit dem abmoosen echt überlegen. Eine kleine Besenulme wäre auch mal was, obwohl meine bevorzugte Größe bei 25 - 40cm liegt.
majoka hat geschrieben:
28.11.2018, 22:36
Den Frühsommer abwarten und schaun welche Frucht der Baum bildet.
Hallo Markus,

ich glaub da blüht nichts.
Hab grad mal gegoogelt. Bei Ulmen scheint es 30-40 Jahre zu dauern bis die Geschlechtsreif sind. Zur Zelkove hab ich nichts gefunden.
Und durch den ständigen Rückschnitt kommen da warscheinlich eh keine Blüten.
Dann orientier ich mich lieber nach den Blättern und demnach ist es eine jap. Ulme...
majoka hat geschrieben:
28.11.2018, 22:36
dabei kommt man allerdings fast ganz ohne Drahtung aus ;-))
wat stört Dich eigentlich immer an dem Draht??? :-D :?
Ich habe nicht vor mit der Drahtung n Schönheitspreis zu gewinnen und bei Bonsai gehört das halt dazu.
Natürlich könnte ich auch Spanndrähte benutzen, aber wenn ich im Frühjahr umtopfe und die dann alle wieder lösen muss, macht das auch keinen Sinn.
Außerdem kommt der Draht ja auch anfang Mai wieder ab und in der Entwicklung muss so ein Baum auch nicht schön aussehen...
Bonsette hat geschrieben:
29.11.2018, 18:40
Bei Deiner Zelkova Nire mit dem Knick unten im Stamm, die Du neulich nochmal gezeigt hast, hatte ich z.B. auch schon zwei Ideen... mal sehen, ob ich die noch gezeichnet bekomme...
Hallo Steffi,

darüber würde ich mich freuen und bin schon gespannt, was Du aus dem Baum machen würdest...

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