Juniperus Sabina ( Sadebaum )

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Hans Dieter Schäfer
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Juniperus Sabina ( Sadebaum )

Beitrag von Hans Dieter Schäfer »

Ich möchte euch mein neues Projekt Vorstellen.
Alter des Juniperus Sabina ( Sadebaum ) mindestens Alter 150 Jahre .
Steht erst einmal in einer zu großen Schale zum erholen.
Habe den Wacholder schon einmal grob gereinigt.
Für Vorschläge wie es weiter gehen soll währe ich nicht abgeneigt.
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Gruss
Hans Dieter

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Delamitri
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Re: Juniperus Sabina ( Sadebaum )

Beitrag von Delamitri »

... ganz spontan kommt mir in den Sinn ... den rechten Teil abmoosen ...
Bis bald!

K.

"Was machen Sie da?" wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: "Ich gestalte Bonsai."

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oberbiffe
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Re: Juniperus Sabina ( Sadebaum )

Beitrag von oberbiffe »

Unglaublich toller Baum!!!

Was mir als erstes in den Sinn kam:
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Gruß

Bernhard

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abardo
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Re: Juniperus Sabina ( Sadebaum )

Beitrag von abardo »

Ich würde daran denken, den oberen extra Ast mit dem hohen Grün zu splitten. Das Totholz so stehen lassen und die Saftbahn über den horizontalen Bereichs des Stamm zu bringen.
Grüße, Frank
___________
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hwolf
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Re: Juniperus Sabina ( Sadebaum )

Beitrag von hwolf »

Ich würde rechts einfach abschneiden. Kleiner Jin, schicke Schale, fertig.

Lieben Gruß
Heinrich
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MerschelMarco
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Re: Juniperus Sabina ( Sadebaum )

Beitrag von MerschelMarco »

Hallo Hans-Dieter,

wie groß ist der Baum den eigentlich?
Die Frage stellt sich schon, ob man aus dem Baum nicht mehrere machen sollte. Der hat so dermassen spannende Bereiche, aber hier alles unter einen Hut zu kriegen stelle ich mir gerade sehr schwer vor.

Grüße,
Marco

Jürgen*
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Beitrag von Jürgen* »

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Köhler Rudolf
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Re: Juniperus Sabina ( Sadebaum )

Beitrag von Köhler Rudolf »

Hallo,

Glückwunsch zu diesem sehr schönen Sabina.

Schön, aber nicht einfach in der Gestaltung.
Die Grünbereiche liegen zu weit auseinander.
Aus meiner Sicht musst Du den oberen Bereich zu dem Hauptbereich bringen. Auf keinen Fall abschneiden.
Eine gute Möglichkeit ist den lebenden Teil im oberen Bereich vom toten Bereich zu trennen. Dann ist er auch biegsam.
Habe ich auch bei einem Sabina von mir gemacht.
Grüße
Rudi K.

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Hans Dieter Schäfer
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Re: Juniperus Sabina ( Sadebaum )

Beitrag von Hans Dieter Schäfer »

Hallo Rudi !!
Dein Vorschlag komm meinem Vorstellungen am nächsten.
Ich bin auch kein Freund von abschneiden denn ab ist nicht wieder gut zu machen.
Ich habe schon einige Äste gebogen aber nicht von dieser Strecke und nicht mit so altem Tot Holz.
Wenn du dich an so ein vorhaben Traust würde ich gerne mit dir den Gestaltungsvorschlag umsetzen.
Siehe Link !!


https://www.bonsaiempire.com/inspiratio ... amorphosis
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Gruss
Hans Dieter

zwanziger
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Re: Juniperus Sabina ( Sadebaum )

Beitrag von zwanziger »

Moin Hans Dieter,

da hast du aber ordentlich Steine auf den Tisch gelegt, für deinen neuen Baum.
Gefällt mir richtig gut.
Wenn auch alle Argumente für weiter oben abschneiden sprechen, könnte ich mir auch eine verrückte Gestaltung mit Mini Krone weit oben vorstellen.
Nur solche Biegeoperationen kann ich nicht nachvollziehen.
MfG André

Hummel Hummel, Mors Mors

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Köhler Rudolf
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Re: Juniperus Sabina ( Sadebaum )

Beitrag von Köhler Rudolf »

Hallo Hans Dieter,

genau wie das von David Benevente super demonstriert wird , habe ich mir das als Lösung für deinen Baum vorgestellt.
Auch seine Aussagen über den zu biegenden Ast finde ich absolut toll.
Nicht immer ist das naheliegendste die beste Lösung.
Frei nach Shakespeare: " To cut or not to cut the branch…"
Den Bericht sollte sich jeder einmal durchlesen.

Allerdings bin ich der Meinung, dass so etwas unter Anleitung eines Profis gemacht werden sollte.
Wenn man so etwas bisher nicht gemacht hat können viele Fehler passieren.
Es wäre schade um den schönen (wundervollen) Sabina.
Lass Dir Zeit und suche dir den richtigen WS-Leiter für diesen Baum aus.

@ Zwanziger: Der 1. April ist doch schon lange vorbei..... *dance*
Grüße
Rudi K.

Jürgen*
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Beitrag von Jürgen* »

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hwolf
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Re: Juniperus Sabina ( Sadebaum )

Beitrag von hwolf »

Ich nochmal.
Es ist natürlich alles Geschmackssache, aber ich finde auch nach hier lesen und dem Empireartikel keinen richtig guten Weg, den rechten Stamm einzubinden und damit besser zu werden, als der Baum ohne den Stamm ist. Jetzt versucht man da über Jahre rumzudoktorn. Gibt die perfekte Pflanzposition auf, dreht und wendet und drahtet alles um, nur um dieses lange Fitzelchen da irgendwie in den Baum reinzuhauen. Dabei steht doch die Schönheit schon unverdeckt im Anzuchtpott. Meinetwegen lässt man den Jin halt länger, wenn man so auf Holz steht.
Der Baum von Benavente hat doch auch einen ganz anderen Habitus und andere Voraussetzungen. Und was da rauskommt, hat nix mehr mit dem Ursprung zu tun. Ich weiß, das finden alle geil, so einen Baum so zu verbasteln, dass man ihn im Leben nicht wiedererkennt. Gestaltungsonanie nenne ich das. Und am Ende kommt ein Literat dabei raus, weil es halt dann doch "knack" gemacht hat oder so ein öder Wacholder als einer von tausenden wie beim Benavente. Ui. Nicht falsch verstehen, für den Baum da war das sicher der beste Weg. Der Rohling hier ist aber um Welten Besser als der da. Für meine Augen zumindest.
Für mich ist dieser Baum eine Herausforderung und eine Lehrstunde in Demut. Ich denke, man sollte zufrieden sein mit dem, was der Baum heute ist und sich an den tollen tollen Features inklusive der asymmetrischen Dynamik erfreuen, einen guten Baum machen und sich von der Vorstellung, immer das absolute Maximum erzwingen zu können, verabschieden. Der Baum braucht die lange Angel von rechts sicherlich nicht. Abbrechen und in Genk anmelden.

Ist nur subjektiv meine Meinung und ich lasse mich sehr gern vom Gegenteil überzeugen.

Lieben Gruß
Heinrich
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Köhler Rudolf
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Re: Juniperus Sabina ( Sadebaum )

Beitrag von Köhler Rudolf »

Hallo Heinrich,

den Baum von David Benevente finde ich absolut klasse. Für mich ist es kein öder Baum.
Welcher Baum besser ist, liegt immer im Auge des Betrachters.
Einfach abschneiden geht immer.
Was spricht dagegen eine neue Technik zu lernen? Wenn es wirklich knackt, kannst du den Ast immer noch abschneiden.
Unabhängig davon muss der Baum auf jeden Fall gebogen werden. Auch mit den beiden unteren Ästen ist das Grün noch nicht an der richtigen Stelle.
Was spricht dagegen, das Optimum aus einem Baum herausholen zu wollen?
Demut ist auch, das was die Natur geformt hat zu belassen und in das Gesamtbild einzuarbeiten.
Technisch und Gestalterisch ist dieser Baum kein 0/815.
Das macht ihn aber auch so interessant.

Letztendlich ist es der Baum von Hans Dieter. Alle anderen machen nur Vorschläge.
Grüße
Rudi K.

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hwolf
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Re: Juniperus Sabina ( Sadebaum )

Beitrag von hwolf »

Rudi,

Du hast absolut Recht und ich habe auch überhaupt nix dagegen, ein Optimum erreichen zu wollen oder eine Technik zu lernen.
Was aber das Optimum ist stelle ich in Frage. Und ob Technik eine Antwort auf ästhetische Fragen ist.
Den Wacholder von Benavente finde ich auch schön. In der bildenden Kunst ist übrigens "schön" so ungefähr die höchste Beleidigung bei der bilateralen Kritik.
Klar kann man das versuchen, spricht nix gegen. Und ab geht dann noch immer, auch klar, ob es nun klappt und doch nicht toll ist oder halt was schief geht. Ich wollte verallgemeinernd darauf aufmerksam machen, dass der Rohling so wie er steht schon ein unheimliches Potential hat und doch vielleicht mehr verloren geht als gewonnen wird, wenn man den Baum nun wie im Benavente-Beispiel derart komplett durcharbeitet und umgestaltet. Und nochmal, ist nur meine Meinung, aber ich fänd es sehr schade drum - mir würde das den Baum versauen. Mit Demut meine ich dann eben, nichts erzwingen zu wollen, sondern sich als Gestalter vor dem Baum zurückzunehmen. Insofern sind wir in unserem Begriff von Demut einer Meinung ;)
Hans-Dieter wird uns schon zeigen, wie es dann weitergeht - ich bin schon gespannt!

Lieben Gruß
h
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