Pinus Parviflora Negishi Rohling aus dem Gatencenter

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Hippo
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Re: Pinus Parvifloa Negishi tipps

Beitrag von Hippo »

Salü David,

Wenn die Pflege und Haltung im speziell durchlässigen Substrat einfacher wäre, müssten doch die Baumschulen auch darauf umstellen!?!
Hmmmm ..... warum tun sie dies aber nicht?
Ich lasse das mal offen.

Wenn Du das lange Ding zurückgeschnitten hast solltest Du von dem Busch auch die langen Triebe zurückschneiden und nur ein paar Kurze stehen lassen. Diese lässt man 3-4 Jahre lang verzweigen. Später werden dann nur zwei ausgewählt um die Krone aufzubauen. Die überschüssigen Triebe lässt man als Opfertriebe wachsen, damit z.B. auch die Wunden besser schliessen.

Gruss George
Manchmal ist man der Hund und manchmal der Baum.
David1897
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Re: Pinus Parvifloa Negishi tipps

Beitrag von David1897 »

Danke Georg, dies kann ich dann jetzt zu dieser Zeit machen?
Hippo
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Re: Pinus Parvifloa Negishi tipps

Beitrag von Hippo »

Salü David,

Um dich vollends zu verwirren, noch der alte Drainage-Tipp. Anstelle von Umtopfen.

Ich kratze die Erde an der Oberfläche bis fast zum Wurzelansatz ab.
Dann ziehe ich den Wurzelballen aus dem Container. Geht natürlich nur wenn der Ballen kompakt ist.
Unten in den Container fülle ich Kies ein und stelle den Wurzelballen drauf.
Rundherum fülle ich von der abgekratzten Erde wieder neben dem Wurzelballen auf und stochere sie ein wenig runter.
So hat die Kiefer eine gute Drainage und steht nie im Wasser.

Gruss George
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Heike_vG
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Re: Pinus Parvifloa Negishi tipps

Beitrag von Heike_vG »

Hippo hat geschrieben: 11.11.2020, 22:33 Wenn die Pflege und Haltung im speziell durchlässigen Substrat einfacher wäre, müssten doch die Baumschulen auch darauf umstellen!?!
Hmmmm ..... warum tun sie dies aber nicht?
Ich lasse das mal offen.
Nach meinem Verständnis werden die in der Baumschule im Freiland aufgezogenen Bäume, wenn sie verkaufsfertig sind, in Töpfe mit Freiland- oder Humuserde, weil es preiswert und einfach ist und die Bäume eh nicht für ewig lange Topfkultur gedacht sind, sondern dafür, nach möglichst kurzer Zeit verkauft und in den Garten des Kunden gepflanzt zu werden. Dass manche Bäume dann doch länger im Topf stehen, ehe sie verkauft werden, ist eben so. Aber in den meisten Fällen eben doch nur eine überschaubare Zeit und nicht ein Leben lang.

Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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David1897
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Re: Pinus Parvifloa Negishi tipps

Beitrag von David1897 »

Hippo hat geschrieben: 12.11.2020, 00:57 Salü David,

Um dich vollends zu verwirren, noch der alte Drainage-Tipp. Anstelle von Umtopfen.

Ich kratze die Erde an der Oberfläche bis fast zum Wurzelansatz ab.
Dann ziehe ich den Wurzelballen aus dem Container. Geht natürlich nur wenn der Ballen kompakt ist.
Unten in den Container fülle ich Kies ein und stelle den Wurzelballen drauf.
Rundherum fülle ich von der abgekratzten Erde wieder neben dem Wurzelballen auf und stochere sie ein wenig runter.
So hat die Kiefer eine gute Drainage und steht nie im Wasser.

Gruss George
Guter Tipp danke dir somit könnte ich jetzt so Umtopfen wie du beschrieben hast und gleichzeitig gestalten wie du beschrieben hast right? Kann ich für die Drainage normalen Baustellen Splitt nehmen oder besser Fibotherm, beides habe ich von fein bis etwas gröber. Ich wasche Ihn vorher immer aus weil viel Staub dran ist
Hippo
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Re: Pinus Parvifloa Negishi tipps

Beitrag von Hippo »

Salü David,

Bei der Drainage sollte das Material so grob wie möglich und so fein wie nötig sein. Zudem sollte es kein Wasser aufnehmen.
Kantsplit vom Strassenbau ist in der Regel zu fein. Die Korngrösse von grobem Blähton ist optimal.

Heike hat absolut recht; ist u.A. der Kosten-Nutzen Faktor und natürlich oft auch ein Provisorium.
Pflanzenerde wird im Baumschulbereich aber nicht nur wegen der unbeschränkten Verfügbarkeit und den geringen Kosten, sondern auch wegen der Eignung genommen. Es gibt unterschiedliche Mischungen für verschiedene Zwecke. Deshalb kommt auch kein Gärtner auf die Idee z.B. gewöhnliche Kübelpflanzen, Terrassenpflanzen oder Kistchenbepflanzungen für die Kunden in rein mineralisches Substrat zu setzen. Das ist ein fast exklusives Ding der Bonsaiszene und für manche Pflanzenarten und ab einem bestimmten Reifegrad des Bonsai macht es Sinn aber weniger für Rohlinge, die erst entwickelt werden müssen. Man kann es mögen oder nicht und es hat selbstverständlich seine Vor- und Nachteile.

Gruss George
Manchmal ist man der Hund und manchmal der Baum.
David1897
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Re: Pinus Parvifloa Negishi tipps

Beitrag von David1897 »

Alles klar vielen Dank Georg und Heike 😁
David1897
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Re: Pinus Parvifloa Negishi tipps

Beitrag von David1897 »

Ich will ja genau über den hässlichen Knubbel kappen aber wie bekomme ich den Knubbell danach ansehnlich, indem ich da aus der Nodie nur etwa 2 bis 3 kleine Äste stehen lasse und damit versuche den Baum weiterzuentwickeln oder dort alles weg nehme bis auf 2 bis 3 ältere und somit dicker Triebe damit weiter mache?
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Michael 86
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Re: Pinus Parvifloa Negishi tipps

Beitrag von Michael 86 »

Hippo hat geschrieben: 11.11.2020, 22:33 Wenn die Pflege und Haltung im speziell durchlässigen Substrat einfacher wäre, müssten doch die Baumschulen auch darauf umstellen!?!
Hmmmm ..... warum tun sie dies aber nicht?
Ich lasse das mal offen.

Nur mal so, da es angesprochen wurde... es soll nicht zum Thema werden...
Töpfe in den Garten und Baumschulen sind keine flachen Schalen. Das Wasser steht unten im Bereich und saug sich nach oben auf. Die Pflanze hat einen verhältnismäßig großen Feuchtigkeitsbereich, den sie für sich beanspruchen kann und dieser ist relativ leicht konstant zu halten.
In einer flachen Bonsaischale ist das gesamte Volumen auf ein paar cm Höhe beschränkt. Währen 5cm Staunässe im Topf von der Pflanze toleriert werden können, ist ein Bonsai schon abgesoffen. Die oberen 15cm werden im Topf von Wurzeln durchzogen und sind dank des unteren Wasserspeichers auch recht zuverlässig mit Feuchtigkeit versorgt.

Ich habe bei all meinen Topfpflanzen, die ich dem Substartaustausch unterzogen habe etwas festgestellt. Die Wände und Böden sind stark verfilzt. Oben möchte man meist nicht beginnen, die Wurzeln aufzubrechen, denn hier liegt im Idealfall ein Nebari. Am einfachsten beginnt man am Boden. Hat man diese Filzschicht durchbrochen kommt mittig meist erst mal wenig Wurzelmasse (sondern eher Matschepampe) und man kann die Ballen von innen nach oben gut auflösen. Das liegt mMn an den Bedingungen, die die Wurzeln aber nicht mögen. Außen ist durch Wärme und trockene Wand noch eine Lebensfreundliche Bedingung. Im inneren unteren Bereich aber nicht wegen einer stehenden Wassersäule. Dafür sorgt dieser Bereich aber, den ganzen Topfraum durch Kapillarwirkung ausreichend lange feucht zu halten. Eine Wasserversorgung ist also einfacher und stabiler
Grüße Michael :)
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Bon-Sai
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Re: Pinus Parvifloa Negishi tipps

Beitrag von Bon-Sai »

Hallo , das hat Dir Ladi , Bernd und Heike ja schon erklärt !
Da Du das Bäumchen ja einfach zum üben möchtest, würde ich einfach mal schneiden wie Du glaubst es sei nach Deiner Vorstellung !
LG
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zopf
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Re: Pinus Parvifloa Negishi tipps

Beitrag von zopf »

Hallo David
Du möchtest also Bonsai lernen und hast Dir eine Mädchenkiefer aus dem Gartenmarkt geholt
und hast mit Brimborium (Kalimagnesia, Deckschicht...), dem übertriebenen Ehrgeiz des Frischlings, angefangen.
Die gute Nachricht ist,
jeder auch noch so alte Bonsai hat als Sämling angefangen,
die Schlechte hingegen,
das braucht seine Zeit, viel Zeit.
Betrachten wir dein Bäumchen mal aus Bonsaisicht,
Der unterste Stammteil ist etwas dicker und daraus kommen 4 "rechtwinklig" verteilte Zweige,
darüber ist ein längeres Stammstück aus dem sehr viele Zweige kommen,
darüber wiederum ein sehr langer Stamm auf dem die Spitzenknospen sitzen.
Was können wir aber davon gebrauchen ?
Den sehr langen Stamm wohl kaum.
Den darunter liegenden Stammteil,
nun, der Abstand nach unten ist klein genug,
aber da so viele Zweige dort entspringen und Du nur 2 davon verwenden könntest,
würde die Entfernung der überflüssigen Zweige nie verheilende Wunden erzeugen.
Bleiben also nur die untersten 4 Zweige mit denen man arbeiten könnte,
von Diesen würden wiederum nur 2 benötigt, der erste Ast und die Stammfortführung.
Kann man also aus diesem Bäumchen einen "schönen" Bonsai machen,
eindeutig ja,
kannst Du aus diesem Bäumchen einen "schönen" Bonsai machen,
das kommt auf Dich an.
Wenn Du die Geduld aufbringst über viele Jahre hinweg die oberen zweige zu reduzieren
und letztendlich zu entfernen
und die Untersten zu stärken,
jepp dann wirst Du daraus einen Bonsai machen können.
mfG Dieter

ps Zu dem Bonsaihändler, einem Geschäft mit Gewinnerzielungsabsicht.
Was meinst Du wie viele "Kunden" einen Händler besuchen,
kaum Geld ausgeben, einen möglichst schönen Bonsai und jede Menge Ratschläge haben, wollen,
dann unverrichteter Dinge den Laden verlassen
und nur Zeit und Energie des Händlers gekostet haben,
die er für die Pflege seiner Bäume benötigt hätte.
cogito ergo pups
David1897
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Re: Pinus Parvifloa Negishi tipps

Beitrag von David1897 »

Vielen Dank Dieter, so weit unten anzusetzen habe ich nicht erwartet, jetzt wo ich drüber nachdenke ist es wohl der beste Anfang, vielen Dank! Könnte ich dann nicht mit einem cut bis dort schneiden und verschließen oder muss ich nach und nach die Etagen wegnehmen?

Danke dir!
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Gary
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Re: Pinus Parvifloa Negishi tipps

Beitrag von Gary »

Hallo David,
nun hast Du eine vielleicht nicht allzu schmeichelnde, dafür aber korrekte und ehrliche Analyse Deiner Pflanze durch Dieter (zopf).
Was die Beschreibung von Istzustand und den resultierenden Möglichkeiten angeht würde ich sie vollumfänglich unterschreiben.

Was aber noch kommt und bisher keiner an den Bildschirmen weiß:
  • - Wie sieht die Veredelungsstelle aus?
  • - Wo beginnt der Wurzelansatz?
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Re: Pinus Parvifloa Negishi tipps

Beitrag von zopf »

Du solltest Stück für Stück schneiden, wird so 3-5 Jahre dauern.
Mach Fotos vom Stammansatz von allen 4 Seiten,
dann kann man überlegen wo man anfängt zu schneiden
cogito ergo pups
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Darjeeling
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Re: Pinus Parvifloa Negishi tipps

Beitrag von Darjeeling »


zopf hat geschrieben:ps Zu dem Bonsaihändler, einem Geschäft mit Gewinnerzielungsabsicht.
Was meinst Du wie viele "Kunden" einen Händler besuchen,
kaum Geld ausgeben, einen möglichst schönen Bonsai und jede Menge Ratschläge haben, wollen,
dann unverrichteter Dinge den Laden verlassen
und nur Zeit und Energie des Händlers gekostet haben,
die er für die Pflege seiner Bäume benötigt hätte.
Hallo Dieter, dies ist allerdings das Schicksal eines jeden Einzelhändlers; Branchenunabhängig.

Ich selber gebe auch zu, dass ich mich schon öfters im Einzelhandel (kein Bonsai) beraten lassen hab und die Ware dann 30-40% günstiger im Internet gekauft hab. Obwohl ich mich da doch sehr gebessert hab.

Viele Bonsaihändler machen wirklich zu hohe Margen auf Ihre Bäume. Es gibt halt alles!

Sehe es mal so, warum ins teure Restaurant gehen, wenn man es Zuhause genauso gut machen kann, halt aber etwas länger braucht.

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