Gerettete Yamadori Lärche

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Roman8535
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Gerettete Yamadori Lärche

Beitrag von Roman8535 »

Hallo liebe Leute

Hab durch einen glücklichen Zufall diese schöne Lärche bekommen.
Wurde am Wochenende in ca. 1200m Höhe "geerntet "(wurde bei Waldarbeiten vom Harvester "ausgegraben "), war also ne Notbergung.

Die Erde vom Standort ist sehr steinig mit feinem Sand. Überraschend locker, daher hab ich nur das nötigste entfernt und ihn mit gebrochenem Blähton 80% und Torf 20% in einen Topf.
Ich hoffe nun das er es übersteht und in 2-3 Jahren erstmals gestaltet werden kann.

Es wär klasse wenn ihr noch tipps hättet um seine Überlebenschancen zu erhöhen.
Hab schon sehr viel zu dem Thema yamadori ausgraben usw. Gelesen ,aber kein Text kann mir eine persönliche Einschätzung geben.

Es steht zwar überall das man nadelbäume nach dem sammeln nicht beschneiden soll, aber trifft das auch hier zu?

Ich hoffe die fotos gehen halbwegs, hab gerade wenig platz ;-)

Lg Roman
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bock
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Re: Gerettete Yamadori Lärche

Beitrag von bock »

Moin Roman,

ich würde noch 2 cm Substrat auffüllen und den Baum mindestens vier Wochen wind- und sonnengeschützt aufstellen.
Auch danach eine Aufheizung des Substrats verhindern. Sollten die Nadeln blass werden oder kraftlos aussehen, sorge für erhöhte Luftfeuchte (Folienzelt oder Nebelkammer).
Auflegen von Sphaghnum-Moos kann das Anwurzeln unterstützen.
Viel Erfolg!

:-D
liebe Grüße Andreas
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Re: Gerettete Yamadori Lärche

Beitrag von Hippo »

Roman8535 hat geschrieben: 17.05.2021, 19:29 Es steht zwar überall, dass man Nadelbäume nach dem Sammeln nicht zurückschneiden soll. Aber trifft das auch hier zu?
Nicht unbedingt! Aber das gilt eher für Immergrüne.

Salü Roman,

Hat die Lärche bei der "Rettung" einen Teil der Wurzeln eingebüsst, kann/sollte das Grünzeug etwa im gleichen Volumen reduziert werden damit die Krone mit den reduzierten Wurzeln mit genügend Wasser und Nährstoffen versorgt werden kann.
Muss die Pflanze die Auswahl der "überschüssigen" Äste selbst treffen, können es manchmal mehr und die Falschen sein, die für eine Gestaltung dann vielleicht fehlen. Wobei dieses Pflänzchen hat mehr als Genug an Grundverzweigung.

Weiterhin viel Spass
Gruss George
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Roman8535
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Re: Gerettete Yamadori Lärche

Beitrag von Roman8535 »

@ bock Danke, werd ich machen. Da ich leider weder folienzelt noch nebelhaus habe, würde öfters fein besprühen mit Wasser auch helfen?

@ hippo Danke auch dir, denke ich nicht, der wuchs an einer steilen Kante direkt neben der Forststraße. Als der Harvester auf dem durchweichten Boden vorbei fuhr ist ein großer erdbrocken weggebrochen. Dort war der baum drinn. Ging einfach den dort raus zu holen, mit schönem kompakten erdballen mit so ziemlich allen Wurzeln. In dem Topf sind vielleicht 1l von meinem substrat drinnen. Der Rest original erde, sehr steinig aber locker und durchlässig.
Da sie ja schon eine schöne feine Verzweigung hat würd ich nur ungern ganze Äste entfernen. Dachte nur das ich vielleicht bei der astlänge was machen sollte. Ein klein wenig an Größe sollte er schon noch zulegen bevor ich was draus mache. So ist vorerst der Plan.
Hippo
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Re: Gerettete Yamadori Lärche

Beitrag von Hippo »

Roman8535 hat geschrieben: 18.05.2021, 17:14 Da sie ja schon eine schöne feine Verzweigung hat würd ich nur ungern ganze Äste entfernen.
Ääääähh, nein, hat sie nicht wirklich. Aber eine durchaus brauchbare Beastung. Da hat man später bei der Grundgestaltung eine gute Auswahl.
Bei Bonsai reden wir von Feinverzweigung, wenn die am Stamm entspringenden Äste sich möglichst stammnah mehrfach verzweigen. Die gilt es erst aufzubauen nach einem kräftigen Rückschnitt.
Weil der Wurzelballen komplett mitgekommen ist, musst Du auch nicht unbedingt ein-zwei Jahre fürs Einwurzeln abwarten und könntest bereits im Laufe des Sommers die nicht benötigten Äste entfernen.

Gruss George
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Re: Gerettete Yamadori Lärche

Beitrag von sauwoidman »

Roman8535 hat geschrieben: 18.05.2021, 17:14 Da ich leider weder folienzelt noch nebelhaus habe, würde öfters fein besprühen mit Wasser auch helfen?
Nicht wirklich, aber ein großer durchsichtiger Plastiksack hat den gleichen Effekt wie ein Folienzelt. Einfach ein Gestell aus 3, 4 Drähten oder Holzleisten zusammenbasteln und den Sack darüberstülpen *daumen_new* Dann aber NICHT in die volle Sonne stellen, außer du willst zu Mittag gedünstete Lärche :lol:

MfG Reinhold!
Roman8535
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Re: Gerettete Yamadori Lärche

Beitrag von Roman8535 »

Alles klar danke, wusste ich noch nicht.
Nun dann werd ich mal beobachten wie sie sich entwickelt und mir überlegen was draus werden könnte. Und dann dementsprechend äste entfernen wenn es ihr gesundheitlich gut geht.
Ich sollte dann aber bei jedem mal umtopfen etwas von der original Erde entfernen, wenn ich richtig recherchiert habe. Gilt dann bei lärchen auch der Grundsatz "nur 1 Gemeinheit pro Jahr " oder kann man nach dem umtopfen auch gestalterische Maßnahmen vornehmen?

Ok, sollte es notwendig werden, werd ichs mit dem Plastiksack versuchen. Wie lange müsste sie dann dort verweilen bzw. Wie oft lüften? Oder kleine Luftlöcher unten und oben?
Hippo
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Re: Gerettete Yamadori Lärche

Beitrag von Hippo »

Roman8535 hat geschrieben: 18.05.2021, 19:15 Gilt dann bei lärchen auch der Grundsatz "nur 1 Gemeinheit pro Jahr " oder kann man nach dem umtopfen auch gestalterische Maßnahmen vornehmen?
Nein, das gilt auch für Immergrüne, vor Allem für Kiefern, Fichten und Zedern.
Als ungefährer Anhaltspunkt für Lärchen gilt: Grobe Eingriffe am Anfang und/oder am Ende der Vegetationsperiode. Drahten nach Laubabwurf und Formschnitt/Triebschnitt während dem Sommer. Den Topf und die Wurzeln v.A. im Hochsommer kühl halten.

Wenn Du einen Plastiksack über die Krone stülpst, braucht der keine Löcher aber täglich lüften.

Gruss George
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Roman8535
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Re: Gerettete Yamadori Lärche

Beitrag von Roman8535 »

Oh das is ja klasse :-D , dann kann ich mir für diesen Baum ne andere Strategie einfallen lassen.
Hab nämlich noch ne kleine yamadori Fichte und ne baumschul mugo und dachte da alle 3 nadelbäume sind, werden die ersten Schritte nach dem sammeln/kaufen circa die selben sein.
Danke für die Aufklärung *daumen_new*
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Köhler Rudolf
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Re: Gerettete Yamadori Lärche

Beitrag von Köhler Rudolf »

Hallo George,

bist du wirklich von deinen Vorschlägen überzeugt?

Wieviel Lärchen hast du erfolgreich so bearbeitet?
Grüße
Rudi K.
HansW.
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Re: Gerettete Yamadori Lärche

Beitrag von HansW. »

Hallo Roman,
sei geduldig und gib der Pflanze die Zeit .

Die Lärche wird ihre kritische Phase im Hochsommer haben ,
wenn diese bis dahin Knöpfe im Inneren oder auch Langtriebe gemacht hat ,
dann ist dieses Jahr mal grob überstanden.

Viel Glück und maximalen Spaß
Gruß Hans W.
Hippo
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Re: Gerettete Yamadori Lärche

Beitrag von Hippo »

Salü Rudolf,

In meiner Sammlung hatte ich bis Zuletzt 3 gestaltete Lärchen und einen Wald. Für eine habe ich 1989 an einer nationalen Ausstellung eine Auszeichnung erhalten.
Daneben hatte ich immer wieder eine Handvoll Findlinge und Jungpflanzen in der Vorbereitung. Manche von denen habe ich als Demobäume benutzt und manchmal auch veräussert aber es kamen nach Yamadoritouren immer wieder Neue dazu.
Natürlich habe ich in meinen ersten Jahren auch Etliche gehimmelt aber irgendwann hatte ich den Bogen raus.
Falls Du an meinen Ausführungen etwas ablehnst oder verbessern kannst, wäre es gut hier einzubringen.

Gruss George
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Köhler Rudolf
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Re: Gerettete Yamadori Lärche

Beitrag von Köhler Rudolf »

Hallo George,

ich teile meine persönlichen Erfahrungen gerne in diesem Forum.

Wenn es mein Baum wäre, würde ich nicht so vorgehen wie von dir vorgeschlagen.

Ich würde die Lärche dieses Jahr komplett in Ruhe lassen. Ich würde noch Sphagnum Moos auf die Oberfläche aufbringen.
Düngen und den Baum beobachten und lernen wie er auf meine Pflegemaßnahmen reagiert. Fertig.
Grüße
Rudi K.
Hippo
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Re: Gerettete Yamadori Lärche

Beitrag von Hippo »

Danke Rudi für deine Sicht,

Dein Vorschlag ist im Normalfall unbedingt der richtige Weg.
Lediglich die Prämisse, dass der Wurzelballen mit heimischer Erde komplett geborgen und eingetopft wurde, macht es wahrscheinlich, dass der Baum es im Laufe des Sommers ertragen würde, von einigen "überflüssigen" Ästen befreit zu werden.
Selbstverständlich setze ich voraus, dass der Baum zu dem Zeitpunkt gesund wirkt und wüchsig ist. Ja, das hätte ich ev. dazuschreiben sollen.

Gruss George
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