Der Riesenwald

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Walter Pall
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Der Riesenwald

Beitrag von Walter Pall » 03.04.2006, 10:22

David und ich hatten einen tollen Sonntag. Ein schönes Spiel für grosse Buben.

Was braucht man für einen riesigen Wald?

1) riesige Schale. Schalen in der Gössenordnung sind aus Plastik und sehen auch so aus. Wenn sie aus Ton sind, dann sind sie nicht zu bezahlen, nicht zu tragen und brechen ohnehin. Dieter (zopf) hat das Problem gelöst. Er hat diese Schale mit 150 cm Länge für einen Birkenwald für mich gemacht. Sie ist aus Plastik, enorm verstärkt mit Metallleinlagen, extrem leicht und unverwüstlich. Man 'weiss' dass sie aus Ton gemacht ist, wenn man davor steht. Ein Kunstwek für sich. Ist zwar für Birken gedacht gewesen, aber passt auch hervorragend für Hainbuchen. Die Schale hat jede Menge Abflusslöcher, in die Dieter gleich die Gitter mit eingebaut hat. Tolle Idee! Dieter, zeig' doch das Bild, das Du mir damals geschickt hast. Ich find's nicht mehr.

2) Jede Menge Bäume von guter Qualität. Bei mir gammlelten so an die 30 Hainbuchen irgendwo herum. Zwei Wälder, die bessere Tage erlebt hatten und irgendwelch Übriggebliebenen. Es ist ideal, wenn man ungefähr zweimal so viele Bäume hat, als man brauchen kann.

3) Ein Zentralbaum ist schon wichtig. Die vorhandenen Bäume waren alle gut und man hätte einen 'schönen' Wald gestalten können. Aber mit einer gewaltigen Hainbuche könnte das dann sehr beindruckend werden. Gewaltige Hainbuche? Bitte sehr, stehen reichlich herum. Wir hatten anfangs gedacht, das sei ein Scherz, aber dann haben wir doch die gewaltigste genommen. Basisdurchmeser 20 Zentimeter.

3) Leichtes Substrat ist ganz wichtig. Der Wald muss ja auch noch getragen werden könnnen. Hainbuchen sind bei mir in der Schale nicht winterhart. Ich muss den Wald ins Glashaus schleppen können, ohne Kran. Also Bims und Tongranulat.


Der Wald war dann so 'leicht' dass wir ihn ohne wirklich grosse Probleme sogar zum Fotografieren tragen konnten.

Die Gestaltung ist natürlich noch nicht abgeschlossen. Das ist eine grobe Skizze, die ab jetzt verfeinert wird. Zuerst einmal muss das Ganze anwachsen, dann sehen wir weiter. Es fehlen so ein Dutzend ganz kleine Hainbuchen. Aber die werde ich schon finden.

Also, wer so an die zwanzig ganz kleine Hainbuchen hat, der muss sie bei mir abliefern!!
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Dsc_3176v.jpg
Passt schon, irgendwie, als Skizze, meine ich.
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Jetzt sind kleine Korrekturen immer noch möglich. Dei Bäume sind nicht mit _Draht befestigt. Sie sind so schwer, dass das auch so hält. Das hat den Vorteil, dass immer noch leichte Veränderungen möglich sind.
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David mahct die Oberfläche schön sauber
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So sieht man die Dimensionen.
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Nachdem die Gruppe gut arrangiert ist, kann schon zugeschüttet werden.
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Jetzt kommte es langsam auch auf Details an.
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DAs ist der schönste Teil des Spiels
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Ich beschränke mich eher auf's Phantasieren und Dirigieren.
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David beginnt zu säubern
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Der Riese, war als Solitär gedacht. So kann's kommen!
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Zuletzt geändert von Walter Pall am 03.04.2006, 10:26, insgesamt 2-mal geändert.

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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall » 03.04.2006, 10:23

Wird schon! Da fehlt noch das Dutzend ganz kleiner Hainbuchen, die ich von Euch bekomme.
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Dsc_3186v.jpg
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Markus_Z
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Beitrag von Markus_Z » 03.04.2006, 10:48

Überwältigend :shock:
Dagegen sieht meine Gruppe zu Hause aus einem Bündel Heckenpflanzen aus wie ein schlechter Witz... :oops:
(im übrigen auch von gestern :wink:)

Allerdings empfinde ich, natürlich ganz subjektiv, den Hauptbaum als etwas zu kräftig. Aber das kann sich in ein paar Jahren ja bereits geändert haben, wenn die anderen Bäume etwas zulegen dürfen.

Dennoch ist dieses Arrangement sehr schön - und nicht nur für unter der Woche. *up*
Liebe Grüße,
Markus

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Holger
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Beitrag von Holger » 03.04.2006, 10:52

Hallo,

ich bin ja immer wieder fasziniert, was man mit entsprechendem Material und Wissen so zaubern kann, aber dieser Wald ist für mich schon ein echtes Highlight.

Da stellt sich schon jetzt ein Waldgefühl ein - und nicht so sehr ein Wäldchen....

Danke für die Bilder

Gruß
Holger

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flu
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Beitrag von flu » 03.04.2006, 13:20

Walter,
erst einmal mein Kompliment für dieses beeindruckende Arrangement!
Es schließt sich mir noch eine praktische Frage an. Wie wird bei solchen Waldpflanzungen beim Wurzelschnitt verfahren? Werde die Bäume dazu voneinander spariert und einzeln behandelt oder wird die zusammenhängenden Gruppe bearbeitet?
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crimson
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Beitrag von crimson » 03.04.2006, 13:41

Ich muss gestehen, dass mir der Wald im Moment nicht so gut gefällt. Für mich wirkt er eher wie ein Wald aus einem Fantasyfilm (etwas skuriel). Wahrscheinlich ändert sich das wenn das dutzend "kleinerer" Bäume dazu kommt. Auch mir ist der Hauptbaum zu dominant. Trotzdem würde ich das Ganze gerne mal in Natura und 3D anschauen.

Natürlich wäre ich bei jeden der Bäume einzeln schon sehr froh, Ihn in meiner Sammlung zu haben aber auf die Idee daraus einen Yose-ue zu gestalten, kann nur jemand wie Walter kommen.

Auch ich habe eine Frage. Was ist das für ein "Stumpen" vor dem Hauptbaum links. Schön wie der ganz kleine Baum rechts dem Ganzen Tiefe verleiht.

Viele Grüße vom Rhein
I say, if your knees aren't green by the end of the day, you ought to seriously re-examine your life.
(Calvin & Hobbes)

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Beitrag von Walter Pall » 03.04.2006, 14:56

flu hat geschrieben:Walter,
Es schließt sich mir noch eine praktische Frage an. Wie wird bei solchen Waldpflanzungen beim Wurzelschnitt verfahren? Werde die Bäume dazu voneinander spariert und einzeln behandelt oder wird die zusammenhängenden Gruppe bearbeitet?
Flu,

Wurzelschnitt wird nur gemacht, wenn nötig. Das ist bei dem Wald so in etwa fünf bis sieben Jahren. Dann wird einfach unten mit einer langen Säge so etwa zwei Zentimeter abgschnitten. Dann das Ganze zurück in die Schale. Ev. bloss ein Zentimeter Substrat, dann kommt er Wald so langsam niedriger in der Schale.

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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall » 03.04.2006, 14:59

crimson hat geschrieben:
Auch ich habe eine Frage. Was ist das für ein "Stumpen" vor dem Hauptbaum links. Schön wie der ganz kleine Baum rechts dem Ganzen Tiefe verleiht.
Crimson,

Stumpen?? Das ist eine Hainbuche, die momentan glatt abgeschnitten ist. Die war halt zu lange. Irgendwann wird das bereinigt. Ist doch erst einmal ganz roh! Sowas muss man nicht sofort machen. Dann würden ev, die Knospen unterhalbe des Schnittes absterben.
Zuletzt geändert von Walter Pall am 03.04.2006, 15:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von crimson » 03.04.2006, 15:17

Sorry, wenn ich provokativ gefragt habe der Baum wirkte ein wenig wie ein Wurzelstumpen des Großen o.ä.

Jetzt schließt sich gleich die nächste Frage an: Sollte nicht der Hauptbaum auch der Vorderste sein?
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Beitrag von Walter Pall » 03.04.2006, 15:21

crimson hat geschrieben:Sorry, wenn ich provokativ gefragt habe der Baum wirkte ein wenig wie ein Wurzelstumpen des Großen o.ä.

Jetzt schließt sich gleich die nächste Frage an: Sollte nicht der Hauptbaum auch der Vorderste sein?
nee,

das wäre absolut nicht gut. Sowas empfehlen übrigens auch die schlechtesten Bücher NICHT.

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Beitrag von christophII » 03.04.2006, 19:39

Walter, ist wirklich gewaltig... bin gespannt wie sich der wald mit der Zeit entwickelt...

eine Frage habe ich... ist zwar banal... wie giesst du den, ich meine, das lockere substrat.. schwemmts das nicht weg, vorallem die "Hügel"? ich nehme mal an,mit der Zeit wenn sich moos angesiedelt hat, ist das nicht mehr so ein problem.

Grüsse

christoph

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Beitrag von Walter Pall » 03.04.2006, 19:57

Christoph,

gegossen wird vom Regen, heute leichter Hagel, oder mit dem Gartenschlauch voll aufgedreht. Das Substrat wäscht sich kaum aus.

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Markus_Z
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Beitrag von Markus_Z » 03.04.2006, 20:05

Hab vorhin beschlossen, meine "Aschenbecher"-Pflanzung am Wochenende umzugruppieren - wenn ich das hier seh, kommen mir die Tränen... *autsch*

Eine Frage noch, wenn ich darf.
Walter, wie alt sind diese Buchen im Schnitt (vom "Dicken" mal abgesehen) und wie lange schon in Bearbeitung?
Nur damit ich ein grobes Gefühl dafür hab, wann ich mit meiner Gruppe mal solches Niveau erreichen könnte...
Liebe Grüße,
Markus

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Beitrag von Walter Pall » 03.04.2006, 21:03

Markus_Z hat geschrieben: Eine Frage noch, wenn ich darf.
Walter, wie alt sind diese Buchen im Schnitt (vom "Dicken" mal abgesehen) und wie lange schon in Bearbeitung?
Nur damit ich ein grobes Gefühl dafür hab, wann ich mit meiner Gruppe mal solches Niveau erreichen könnte...
Markus,

die sind von 20 bis 40 Jahre alt. In Bearbeitung sind die meisten seit 10 bis 15 Jahren- aber nicht intensiv.

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Beitrag von Markus_Z » 03.04.2006, 21:52

Danke für die Info - da habe ich mit meinen knapp 25 Jahren ja noch Aussicht darauf bei meinen Hainbuchen ähnliches zu erleben :wink:
Dennoch muß ich hier mal anmerken, dass ich sowohl deine Gestaltungen, als auch dein Material wirklich bewundere.
Liebe Grüße,
Markus

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