Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Nicht nur eine Frage nach dem Warum
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Urikawa
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Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Beitrag von Urikawa »

Oft bemerke ich dass Bonsailiebhaber beim schneiden von Eiben sehr zurückhaltungsvoll vorgehen.
Beim versuch eine Eibe zu gestalten werden bei der Erstgestaltung viel zu viele Triebe und Äste belassen. Möchte man mit diese art und weise Eiben zu gestalten verhindern das einen zu “durchsichtigen” Baum dabei rauschkommt? Dürfen auf Ausstellungen Eiben stehen die kürz nach Ihre erstgestaltung keinen einzige Knospe an ihre inneren Triebe aufweisen nur damit sie den zuschauer besser gefallen sollten? Alles fragen wozu ich eine gewisse meinung habe aber euch damit nicht belässtigen möchte.

Das Bonsai eine sache von Geduld sei ist wohl bekannt aber muss ich mich ünnottig damit Plagen warten zu müssen das ich bei Eiben gewisse anregungen in sachen Wachstum bemerken kann? Oder ist es nicht die Angst wovon wir reden sollten, doch vielmehr es sich nicht auskennen mit dass was vor die Nase steht?

Es dürfte vielleicht etwas Arroganz hochkomen wenn ich behaubte zu wissen das ich nur eine Gewisse Zeit auf diesem Planeten Erde verbringen darf. In dieser doch verhältnissmässig kürzer Zeitraum möchte ich doch etwas von einem Bonsai in meiner Eibe erkennen können. Oder?

Der allererster Gedanke der bei einer Ergestaltung von Eiben hochkommen sollte ist: “Ist die Eibe kräftig genug dafür um eine Erstgestaltung zu überstehen?”

Jetzt sehe ich einige von euch denken: Na klar so sollte es doch immer sein.
Nein leider belehrt uns die Prakxis anders. Ganze scharen an Eiben werden eine Ergestaltung unterzogen wovon die Farbe der Nadeln der Eibe aussagt: Bleibe mit den Fingern weg von mir.
Was ist der Grund dafür dass Bonsailiebhaber “Blind” dafür sind und sich nur Gedanken machen über Vorderseite und Rückseite einer Eibe?
Seit einiger Jahren habe ich mit Schüler die den ersten Schritten in sachen Bonsaikunst und Eiben, erfahrungen teilen dürfen. Dabei behaubte ich immer wieder und wieder das Bonsaikunst keine schwierige Kunst zum erlernen sein darf, sondern das es die Bonsailiebhaber selber sind denen die Bonsaikunst schwer zu verstehen machen.
Ob ich den Weg links an der Kreuzung nehme oder ob ich sie Rechts einschlage ist nicht wichtig. Wichtig ist zu Wissen welches Ziel man vor Augen hat.

Möchte ich dieses Ziel oder diese Ziele in kürzem erreichen sollte ich versuchen zu verstehen was eine Eibe dazu bringt Knospen aus zu bilden. Sollte ich beürtielen können ob die Eibe kräftif genug ist ja oder nein.

Um eine Eibe so vor Kraft strotzen zu lassen sollte sie Nährstoffe zu sich nehmen können. Da eine Eibe eine Wasserbedürftiger Baum ist darf eine Eibe nie einen mangel an Wasser haben. Sie braucht einen gewissen Drück in ihrer Zellwände dazu. Ist dieser durch mangel an Wasser nicht vorhanden kehrt die Eibe in einem Ruhestand ein. Während diesen Ruhestand also inaktivität, verbraucht die Eibe reisige mengen an gespeicherte Nährstoffe aus Stammrinde und Rinde von Äste.
Für den Bonsailiebhaber sollte es also sache sein um zu vermeiden das die Eibe einen solchen Ruhestand anfängt.
Dies ist einer der gründe weshalb es für einen Bonsailiebhaber wichtig ist zu verstehen was die launen einer Eibe sind.
Wie gesagt ist ein mangel an Wasser in Zellwände zu vermeiden. Da von Wasser jetzt die rede ist kommen wir gleich beim Thema: zuviel Wasser.

Stehen Eiben langwierig mit ihren Füßen ins Wasser so trettet erneut einen Rühestand ein. Also die Eibe stelt al ihre aktivität ein und verbaucht wiederum unmengen an gespeicherte Nährstoffe, wie wir das bei Wasser mangel auch warnehmen können.
Leidet eine Eibe an Staunässe dann verfärben sich ihre Nadeln gelblich. Da die Eibenwurzel aus mehreren rörchen besteht braucht sie Wasser um diese Struktur aufrecht zu behalten. Zuviel an vorhandenes Wasser sorgt dafür das die Eibenwurzel nicht mehr “atmen” kann. Die für die Eibe so lebenswichtigen Pilzarten womit sie in symbiose lebt, gehen dadurch ein. Wass alles so weiter passiert können sie sich raten.

Weil die Eibe ständig Nährstoffe braucht um an Ihren drang zu wachsen gerecht zu werden, sollte der Bonsailiebhaber das ganze jahr hindurch die Eibe Nährstoffe verabreichen. Einem Theelöffel voller Dünger das ganze Jahr bringt bei die Eibe nichts. Ebenfalls eine zu höhen Stikstof anteil des Düngers bringt nichts.
Einem zu hohen Stikstof anteil wird dafür sorgen das die Eibe wächst, vorausgesetzt er bekommt Wasser in genügender menge. Aber die Eibe bildet sogenannte Wassertriebe aus statt die gewöhnlichen Triebe.
Diese Wassertriebe bringen wiederum nichts wenn wir eine solche Eibe gestalten möchten. Die Latente Knospen wachsen zu weit aus einander das wiederum zu fehlern in die Primairen Verästelungen des Baumes sorgt. Diesen fehler wird sehr schwerr zu beheben sein.

Wie gesagt versinken Eiben sehr schnell in einem Ruhestand. Einem Rühestand der durch zu viel an Wasser veruhrsacht wurde, kann man nicht schnell beheben durch den Baum einfach um zu pflanzen.
Hat sich eine Eibe an zuviel Wasser bei ihren Wurzeln mehr oder weniger gewöhnt, braucht sie einen Bonsailiebhaber denen es versteht welcher Schaden dies an den Baum angerichtet hat.
Es haben sich in laufe der Zeit Wurzeln gebildet denen nichts anfangen können mit bedingungen in dem weniger Wasser vorhanden ist. Die Eibe muss neue Wurzel ausbilden.
Dieses ausbilden neuer Wurzel kostet die Eibe jede menge kraft. Da wir gemerkt haben das eine Eibe welcher zu lange in Staunässe stand sehr viele ihre gespeicherte Nährstoffe verbraucht, kann man verstehen dass das ausbilden von neuen Wurzeln oft den untergang der Eibe bedeutet.

Dies bisherige war nur einen kleinanteil an Theorie der wir unbedingt mitbringen sollte wenn wir uns mit Eiben als Bonsai beschäftigen möchten. Deswegen mache ich an dieser stelle halt und versüche im zweiten Teil zu erklären was es weiter zu beachten gibt in sachen Eiben und Bonsai.

Teil zwei wird bald dazu folgen
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.


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Stephan mit ph
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Re: Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Beitrag von Stephan mit ph »

Danke für die Mühe die du dir gibst.
Ich finde es fachmännisch, nachvollziehbar und in der Praxis durchaus anwendbar.
Eine gute Hilfestellung.
Viele Grüße
Stephan
Pinusmann

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Thierry
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Re: Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Beitrag von Thierry »

Es ist immer wieder ein Genuß für mich, die Texte von Patrick (Urikawa) zu lesen. :D

Das ist fast wie Bonsai auf einer Ausstellung zu betrachten : nach dem ersten Eindruck, schaut man die Details im und am Baum an, und bei manchen Bonsai entdeckt man viele interessante Details - wie beispielsweise ein feines Totholz, das mit Respekt zur Natur/Entwicklung der Baumsorte gemacht wurde, oder ein gelungener Schnitt bei dem man sehr gezielt vorangegangen ist und bei dem man danach kaum noch was sieht, als wäre der Baum immer so gewesen, usw.).

Bei Patricks Texten geht es mir genauso : die Details, beim Näherbetrachten, gefallen mir am Besten.

*respekt*

Ich bin auch schon gespannt auf den zweiten Teil !

Viele Grüße

Thierry
Viele Grüße,
Thierry

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Urikawa
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Re: Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Beitrag von Urikawa »

Möchte man sich mit Eiben als Bonsai beschäftigen ist es wichtig um zu wissen wie die Eibe reagiert auf bestimmte Techniken. Al oft ist der Bonsailiebhaber wärend die Erstgestaltung nur mit eins beschäftigt. Seine Gedanken sind nur damit beschäftigt wie der Betrachter woll reagieren wird auf seinen dargestelten PreBonsai.
Die meisten Bonsailiebhaber kennen nur einen Grund um eine Eibe drahten zu wollen. Den aus ihrer sicht ist Draht nur dazu da um die Eibe ihre fast zu entgultige form zu geben. Dass man bei Eiben auch gewisse Ziele damit anstreben kann ist aus seiner sicht weniger interessant.
Und genau da liegt ein Punkt in denen sich der Bonsaikünstler vom Bonsailiebhaber unterscheidet. Der Bonsaikünstler stellt sich die frage weshalb er den Draht benutzt. Das unter seine Hände einen Baum entsteht der den Moyogi styl sehr nahe kommt beschäftigd nicht sein Gedanke.
Eiben versinken wie gesagt sehr schnell in einem Ruhestand. Aber viel wichtiger ist, jetzt wo wir dieses Wissen haben, es so auszunutzen dass wir damit die Eibe anregen um zu wachsen.
Wenn wir dass Thema Drahten erneut betrachten können wir damit die Eibe eine bestimmte Stilart anmessen.
Wir können uns auch damit beschäftigen was es woll bringen wird wenn wir den Draht auf eine gewisse Art und Weise anlegen damit die Eibe uns belohnt.
Jeder Bonsailiebhaber hatt gelernt das der Draht vom Baum sollte wenn er in die Rinde des Baumes ein zu wachsen begint.
Gerade bei Eiben sollten wir dass nicht machen. Eiben brauchen es, möchten den Drück eines Drahtes an ihren Ästen spüren. Je mehr der Saftfluss einer Eibe seinen freien lauf kennt, je weniger regen wir damit die Eibe an zu wachsen. Sie wird nur am ende der Trieben Knospen ausbilden.
Also wird der Draht länger als gewöhlich an Äste belassen. Der Draht wird damit in der Rinde einschneiden zu beginnen.
Durch diesen Draht verdickt sich an manchen stellen stark die Rinde. Der Saftfluss wird gehindert in ihrem freien lauf entlang des Astes. Und an stellen wo der Ast eine Biegung macht wird der innerliche Drück des Astes neben das anwenden von Draht noch einmal doppelt erhöht.
Sind die bedingungen, wie genügent Luft und Licht an diesen stellen vorhanden, wird die Eibe uns dafür belohnen. Sie wird massenhaft Knospen ausbilden.
Neben das ausbilden von jede menge Knospen wird der Eibenast sich besser halten können. Damit meine ich dass durch das verdicken den Ast an stärke zunimmt um sein eigenes Gewicht besser tragen zu können. Ich schaffe damit die bedingung das ich mit viel mehr Effizienz an die sache rangehe.
Was wir aber noch dazu wissen müssen ist das die Eibe in Krone und am ende der Äste strak wächst. Betrachten wir jetzt nochmal die Technik des Drahtens einer Eibe so sollten wir mit diesem wissen nicht an jeder Ast auf die gleiche Art und Weise den Ast dazu anregen wollen viele Knospen aus zu bilden.
Durch uns zu überlegen an welcher Ast nicht ohne weiteres viele Knospen entstehen werden, kann durch anwenden von Draht sehr genau festgelegt werden in welcher Bereich des Baumes Äste sich verdicken sollte und wo dies nicht der fall sein darf. Ich bin nicht mehr der Bonsailiebhaber aber versetze mich in den Schühen eines Schachmeisters.
Jetzt weiss ich das es jetzt Bonsailiebhaber geben wird denen sich sorgen machen über das Einschneiden des Drahtes in der Rinde. Und schwar über die vielen Wunden denen es zu sehen gebe. Solltene wir uns damit beschäftigen wenn wir wissen wie wir Eiben zu wachsen anregen können? An ihnen die freiheit auf diese frage zu antworten. Bonsaikunst schwierig zu erlenen?
Kommen wir damit automatisch zum Thema Luft und Licht. Eine Eibe darf einen Baum sein der im Schatten wachsen kann aber wenn wir die Eibe dazu bringen möchten viele Knospen auszubilden sollte sehr viel Licht vorhanden sein.
Denn nur durch dass vorhanden sein von viel Licht werden bestimmte Hormone freigesetzt die dafür sorgen das Latente Knospen “aufwachen”.
Brauchen wir uns während die Erstgestaltung damit sorgen zu machen dass einen zu “durchsichtigen” Baum entsteht? Wiederum ein Gedanke womit sich viel zu viele Bonsailiebhaber beschäftigen aus mangel an wissen. Wissen in sachen welcher Baum vor Ihnen steht.
Wenn ich das Ziel von das entstehen lassen von einen Eiben Bonsai innerhalb von drei jahren anstrebe, kann es nur heissen das ich die Eibe so viel wie nur möglich Licht verabreiche. Ich komme damit nicht über das Thema Schneiden hinweg. Neben einen guten Standort muss ich oft en kräftig schneiden.
Wie gesagt ich möchte nicht derjenige sein der zu sagen hatt welcher Weg man zu gehen hatt, aber bei Eiben ist es wichtig zu wissen was der Baum dazu bringt um wachsen zu wollen.
Und dazu gehörrt ohne weiteres das Schneiden.

Teil Drei wird uns weiteres Wissen bringen wobei ich noch immer der Meinung bin das die Bonsaikunst nicht schwer zu erlernen sei. Sie wird nur als sehr kompliziert dagestellt.
Oder ist es doch die Angst.........
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.

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Heike_vG
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Re: Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Patrick,

vielen Dank für Deine Ausführungen!
Durch Dich sind Eiben für mich immer faszinierender und interessanter geworden. Ich sehe sie inzwischen mit ganz anderen Augen und habe mehr Spaß an meinen Exemplaren. Danke dafür! :D

Liebe Grüße,

Heike
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Urikawa
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Re: Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Beitrag von Urikawa »

Im zweiten Teil haben wir schon etwas lesen können in sachen Licht und Luft. Dieses Dritte Teil wird ihnen weitere insichte bringen was Eibe so mit Licht anstellen können. Ich werde mich noch nicht so sehr mit Schneiden befassen. Die Gesundheit einer Eibe verstehen zu können darf dabei nicht übersehen werden.

Wir als Bonsailiebhaber haben oft gelernt das wir grossen wert legen sollten auf der richtiger Standort eines Baumes. Betrachten wir dabei die Eibe sind vieler der Meinung das Eiben im Schatten stehen sollten. Das dies gefahren für den Baum mitbringen kann ist oft nicht bekannt.
Nur weniger wissen dass Eiben in der Lager sind um zwei verschiedene Blätter arten auszubilden. Eiben können so Lichtblätter austreiben lassen oder und Schattenblätter. Hiermit treffen wir gleich auf eine gefahr hinn die für die Eibe als tötlich gelten kann. Ich werde den versuch starten es zu erklären.
Lichtblätter können bestimmte Klimabedingungen besser ertragen als Schattenblätter. Durch zum beispiel ihre andere Wachsschicht verliert ein Lichtblatt weniger Wasser wenn sie die Sonne ausgesetzt wird.
Schattenblätter sind gewohnt an mehr Luftfeuchte und können deshalb besser überflüssiges Wasser ausscheiden.
Jetzt gehe ich als Bonsailiebhaber auf der suche nach Rohwahre und treffe auf eine Eibe die sehr grossen und langen Blätter trägt. Von ihre Farbe her sind sie sehr Dunkelgrün. Ow man diese Eibe ist ja toll und nehme sie mir. Aber forsicht diese Farbe und Länge der Blätter bedeutet eine Gefahr. Fast mit hundert prozentige sicherheit können wir hier sagen das es dabei um eine Eibe mit Schattenblätter geht.

Als Bonsailiebhaber habe ich gelernt dass ich eine Eibe in der Sonne stellen soll. Auch habe ich gelernt das ich die Eibe deren alten Blätter zupfen sollte damit Knospen entstehen. Sollte auch ihre Wurzeln auskämmen oder auswaschen. Stimmt doch oder rede ich da unsinn.

Mit meine neu erworbene Eibe mit Schattenblätter im anschlag gehe ich die sache richtig an, und entferne Blätter und stelle sie in praller Sonne. Nach ein par wochen sehe ich das es meiner Eibe richtig schlecht geht. Gebe ihm regelmässig Wasser aber nichts hilft. Wie den, Was den ist nur loss.
Leider ist solch eine Eibe zum tode verdammt.

Eine Eibe der Schattenblätter hat kann sich nicht von heut auf morgen umstellen an die neuen bedingungen. Sie braucht in freier natur bis zu Acht jahren um genügent Lichtblätter aus zu bilden. Die Schattenblätter sind nicht in die Lage mit das angebot von viel viel mehr Licht um zu gehen. Ihre Wachsicht ist zu dünn um sich gegen austrocknen der Blätter zu schützen. Auch die Wurzeln sind nicht in der Lage sich von heut auf morgen zu ändern.
Da Eiben mit Schattenblätter mit wenig Licht auskommen nehmen sie in verhältniss zu Lichtblätter weniger Wasser auf. Dies wiederum heisst das Eiben mit Schattenblätter ein weniger aktives Wurzelleben haben. Lichtblätter dahingegen sind dicker und schmaler. Haben also eine deutlich kleinere Oberflache wodurch sie Wasser verdünsten können.
Also eine Eibe denen dem Freiland entnommen wurde und dabei im Schatten von andere Bäume stand sollte man mit gewisser vorsicht an mehr Licht und Luft gewöhnen. Sie braucht einfach zeit dazu um mit die neuen gegebenheiten zurecht zu kommen. Dies erklärrt zubeispiel auch das fast weiss werden der Blätter nach dem umpflanzen einer solcher Eibe.

Im gegensatz zur eine Eibe mit Schatten blätter wissen wie jetzt auch wie wichtig es ist das bei einer Eibe mit Lichtblätter die Mixtur der Erde stimmen sollte. Kann ich solch eine Eibe auf hundert prozentigen Bims erfolgreich pflegen? Ja kann ich aber wenn da nur eines dazwischen kommt in sachen Wassergabe ist die Eibe hin und weg.

Ich kann Eiben nicht alle gleichartig pflegen, es gibt für sie keine Gründregel. Nur mit den Willen verstehen zu wollen was in der Eibe hervorgeht kann ich erfolgreich sein. Dazu brauche ich keinen Eibengott oder so etwas zu sein. Verstehe ich was Farbe der Blätter zum beispiel aussagen ist der Erfolg wesentlich mehr als wenn ich alle Eiben durch gleicher Brille betrachte.

Wenn wir die Eibe die Nadeln entfernen bedeutet dies für sie einen sehr grossen verlust. Ganzjährig haben Eiben Zucker wie Fruktose, Glukose und Saccharose in sich. Alle haben unterschiedlich beizutragen in der Ausbildung von Würzeln, Trieben, Knospen und so weiter.
Es heisst also das eine Eibe denen im Schatten stand beim entfernen der Nadeln weiterhin Lebenswichtige Nährstoffe entrissen werden. Ist es dann schwerr zu verstehen das solch eine Eibe leicht dem Tode einen schritt weiter entgehen gebracht wurde?

Wenn Eiben ganzjährig Zucker in sich tragen was sagt dies dann über die wichtigkeit von Licht während des Winters aus? Ich brauche dazu nur zu sagen das Eiben nicht ohne Wintersonne auskommen können. Es sorgt für einem ungleichgewicht.
Eiben mit Schattennadeln kann man ohne weiteres sehr erfolgreich Gestalten. Aber es ist zu verstehen das an jedes Eingehen einer Eibe, an jeder Erkrankung einer Eibe, eine gewisser Schwächung des Baumes vorabgeht. Dieses ungleichgewicht können wir versuchen zu beheben oder vergrössern. Kann ich also jede Eibe die Nadeln zupfen? An Ihenen die Freiheit diese frage zu beantworten.

Jetzt wo wir also dieses Wissen haben ist es nicht mehr schwierig zu verstehen das Eiben nicht einfach Eiben sind. Jeder Eibe kennt sein Art und Weise der Pflege. Deshalb sollte ich als Bonsailiebhaber wissen was vor meiner Nase steht um erfolgreich einen EibenBonsai aus sie machen zu dürfen.

Ich hoffe das ich hiermit etwas mehr verdeutlichen konnte. Sehen wir uns im Vierten Teil? Oder wird alles nur noch so schwartz vor Augen.
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Heike_vG
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Re: Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Beitrag von Heike_vG »

Sehr spannend, Patrick! Vielen Dank! Ich freue mich schon auf den vierten Teil. *bouncer*

Liebe Grüße,

Heike
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Carmen_G.
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Re: Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Beitrag von Carmen_G. »

Aber sicher sehen wir uns im 4. Teil!
Bin auch schon ganz gespannt und freue mich auf die Fortsetzung!

Vielen lieben Dank für diese genauen und lehrreichen Ausführungen und Deine Arbeit dies hier ins Forum zu schreiben.
Genauso ein Dankeschön für Deine Bereitschaft Dein Wissen hier der Allgemeinheit zugute kommen zu lassen! Das ist heutzutage Alles andere als selbstverständlich!

liebe Grüße
Carmen
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BamBam
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Re: Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Beitrag von BamBam »

Hallio Patrick,

auch ich möchte mich den anderen hier in disem Beitrag anschliessen. Ich verfolgen dieses Thema mit großer freude und bin gespannt auf den vierten Teil!

Auch ich finde es großartig, das Du Dir soviel mühe gibst, uns das verständnis für die richtige Pflege von Eiben zu vermitteln. Sehr bemerkenswert und ganz lieben Dank dafür!
Gruß Christian

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Thierry
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Re: Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Beitrag von Thierry »

Sehr interessant.
Vielen Dank für diese lehrreichen Erklärungen!
Urikawa hat geschrieben:Sehen wir uns im Vierten Teil?
Selbstverständlich!

Viele Grüße,

Thierry

N.B.: Wenn man bedenkt, daß Deutsch nicht die Muttersprache von Patrick (Urikawa) ist, sind seine Bemühungen, mit uns seine lehrreichen Erfahrungen zu teilen, wirklich bemerkenswert!
(und ich finde, daß sich Patricks Deutschkenntnisse in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, findet ihr nicht? Also, Patrick, Kompliment dafür! *clap*)
Viele Grüße,
Thierry

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BamBam
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Re: Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Beitrag von BamBam »

Hallo,

möchte mich gerne dem Kompliment von "Thierry" anschliessen. ich finde auch, das mann alles was Patrick schreibt gut verstehen kann, und wenn mal ein Wort falsch ist, macht das auch nichts, das geht uns doch nicht viel besser!

(Deutsch ist zwar meine Muttersprache, aber richtig schreiben kann ich sie auch nicht immer :D )
Gruß Christian

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abana
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Re: Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Beitrag von abana »

Hallo Patrick,
ich möchte mich meinen Vorrednern anschließen.
Vielen Dank dafür, dass du uns an deinem großen Fachwissen über Eiben teilhaben läßt. Ich lese deine Ausführungen jedesmal sehr genau und habe somit viel Neues gelernt, wenn auch dieses neue Wissen mir ne Menge Respekt vor der Bonsaiarbeit mit Eiben einflößt.
Prima finde ich auch, dass du im Einzelfall ausführlich und informativ weiterhilfst.
Ich freue mich schon auf deine nächsten Berichte.
Liebe Grüße
Anne

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bonsaiheiner
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Re: Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Patrick,
da hast Du doch bisher schon so viel gepostet über Eiben und ich dachte schon, daß ich jetzt so langsam Eiben verstehen lerne, aber diese drei Teile sagen mir, daß ich gar nichts weiß.
Ich bin sehr gespannt auf den vierten Teil.
Beste Grüsse,
Heiner
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Denis Nedic
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Re: Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Beitrag von Denis Nedic »

Hallo Urikawa
ich glaube ich hab irgendwie Probleme mit PN und so. Ich hab die Mails als noch im Ausgang und hab das Gefühl die gehen nicht raus. Sorry
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Robert S.
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Re: Die Angst Eiben zu schneiden….oder ist es doch....

Beitrag von Robert S. »

Hallo Denis,
Die PN bleibt so lange in Deinem Postausgang bis Patrick sie abgeholt hat.
Servus,
Robert

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