Dickmaulrüssler - Entloser kampf gegen die Plage

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Urikawa
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Dickmaulrüssler - Entloser kampf gegen die Plage

Beitrag von Urikawa » 05.04.2017, 15:30

Wer sich mit Eiben beschäftigt hat sie verliecht schon gesehen. Wenn nicht als Käver dann vielleicht als Larven.
Sind diese schädlinge einmal da sollte man sich schnellst im klaren sein das nichts tun tötlich ist für die Eibe.
Mit diesem beitrag möchte ich ihnen etwas mehr über die bekämpfung von Dickmaulrüssler erklären.

Mit den monokulturen hier zu lande sind schädliche zu uns in den Garten eingewandert denen es sonnst nicht gegeben hätte.
Wer kennt sie nicht die unendlich große anbauflächen von Mais. Was viele von uns nicht wissen ist das diese monokulturen von Mais die Brutstellen sind für die massenhafte vermehrung von schädliche wie Zikaden.
Mit diese Zikaden kammen auch die Dickmaulrüssler, den wo die Zikade überleben kann, kann auch die Dickmaulrüssler überleben.
Aber wer möchte schon jeden tag dasselbe essen? Dies dachte sich auch der Dickmaulrüssler und began sich nach essbarem in seine umgebung um zu sehen.
Und einiges an essbarem fand der Dickmaulrüssler bei uns im Garten. Prunus, Azalea, Hortensia, Hedera, Vibirnum, Eonymus und Eiben befinden sich in fast jeder Garten.
Ein wares slarafenland oder besser gesagt der Hof von Eden für den Dickmaulrüssler. Neben der vielzahl an vohandene Pflantzen hatt der Dickmaulrüssler auch die unwissenheit der Gärtner genutzt um sich unerkannt massenhaft zu vermehren.

Der fast nur nacht aktive Dickmaulrüssler kann 800 eier pro saison legen, und braucht dazu keinen partner. Sie wird 3 bis 5 jahre alt.
Wenn sie ende Mai anfang Juni als Kärver aus der Erde kriegt, fängt sie sofort an Eier zu legen. Ende Juni kommen aus dieser Eier die Larven zum vorschein
Die Eier werden übrigens bis in den monat September gelegt. Die Larven fangen unmittelbar nach ihre geburt mit fressen an den Wurzel von Pflanzen an.
Wenn das ende des Jahres befor steht, so ungefähr November je nach wetterlage, kriegen die Larven tiefer in die Erde aus schutzt für Frosteinwirkung.
Sie verbleiben dort in eine art rühestand, aber wachsen weiter. Anfang Frühling verpupt sich die Larve und kriegt daraus in Mai der Kärver hervor.

Sind Dickmaulrüssler da, dann verursachen sie schäden zweierlei art. Erstens schaden durch fressen an den Wurzeln der Larven und zweitens schaden durch
fressen der Käver an die Blätter.
Was in den Boden mit den Wurzeln hervorgeht wird oft nur dann sichtbar wenn die Pflanze umgetopft wird.
Sind die Blätter befallen von Dickmaulrüssler dann kann man dies leigter erkennen. Aus die Blätter heraus sind Mondvormige blatt teile gebissen worden.
Haben sie einen ober beider Schäden entdeckt, wird es zeit um die Dickmaulrüssler zu bekämpfen.

Um den Dickmaulrüssler zu bekämpfen gibt es Insekticiden chemischer art. Da ich der meinung bin das wir die Vinger davon lassen sollten,
möchte ich Ihnen die biologisch vorgehensweise erklären den ich seit langem verwende.

Die Biologische vorgehenweise besteht daraus das ich die Eiben Nematoden verabreiche.
Nematoden sind winzig kleine slangen artige wezen die sich im Boden befinden. Sie ernähren sich dadurch dass sie in Larven verschiedene art Insekten kriegen und ebenfalls ihre Eier darin ablegen.
Diese art sich zu ernähren nutze ich aus und verabreiche die Eiben jede menge an Nematoden um die Larven zu bekämpfen.

Weit zwieriger sind die Käver zu bekämpfen. Ich nutze dazu der Käver instinct, der immer auf der suche ist nach unterschlupf und leidentschaftlich
gerne kriegt sie unter alte abgestorbene Blätter jeder art.
Die sogenannten Käverfallen denen ich verwende sind nicht weiteres als ein kleines Holzbrett mit eine Paste. Auch in diese Paste befinden sich Nematoden.
Bei dieser methode der Bekämpfung sorge ich dafür das so wenig wie nur möglich alte abgestorbene Blätter unmittelbar in der nähe der Eiben vorhanden sind.
Die Kärver kriegt unter der Kärverfalle und kommt damit mit der Paste in berührung. Die Paste klebt an den Kärver und die Nematoden fressen sich durch die Käverhaut in des leibes des Kävers. Innerhalb 2 bis 3 tagen danach stirbt der Dickmaulrüssler. Zu beachten ist das Käverfallen nur dann zu benutzen sind wenn die außen Temperatur einige stunden um die 14 grad sich befindet.

Wichtig bei der nutzung von Nematoden ist zu wissen das die Nematoden UV strahlung nicht mögen. Sonne also unbedingt meiden.
Wenn ich diese art der Bekämpfung des Dickmaulrüsslers verwenden möchte, dann nur an Tage mit bedeckentem Himmel oder wärent der Dämmerung, also am ende des tages.

Zweiter wichteriger punkt ist es zu wissen das es mehrere arten von Nematoden gibt. Ich verwende fast nur kälteverträgliche Nematoden der art Steinernema kraussei.
Diese bleiben auch bei Bodentemperaturen von 5 bis 12 grad noch activ und eigenen sich sehr gut dafür wenn sie ins Fruhjahr oder Spättherbst verabreicht werden.

Die Nematoden sind über Internet oder Geschäfte für Kleingärten zu bestellen und werden in plakstikbeutel geliefert. Sie können einige zeit im Kühlschrank gelagert werden (nicht einfrieren). Auf den Plastikbeutel sollte überigens immer ein haltbarkeitsdatum stehen. Es gilt aber, je eher die verwendung stattfindet um so besser.
Halten sie sich an die Dosierung und angebrochene verpackungen kann man nicht ein zweites mal verwenden.
Weil die Nematoden sich in eine Ton erde befinden, lassen sie sich einfach unter leichtes ständiges rühren in Wasser auflössen. Dieses Wasser sollte allerdings nicht zu kalt oder zu warm sein. Das Wasser sollte also in bewegung bleiden. Also nicht stehen lassen um einen Kaffee zu trinken.

Die Nematoden lassen sich einfach mit eine Gießkanne mit handelsüblichem Brauseaufsatz verteilen. Beachten sie dabei das die öffnungen nicht zu klein sind denn sonnst bleiben die Nematoden in der Kanne und gießen sie nur Wasser.
Befor man mit der behandlung begint sollte die Erde feucht sein. Auch wärent die 14 tagen danach sollte die Erde nicht austrockenen. Staunässe sollte ebenfalls vermieden werden.

Am besten können Larven mit Nematoden bekämpft werden von anfang Frühling bis anfang Juni oder halbwegs Juli bis ende Oktober.
Die wirkung der Nematoden hällt 6 wochen an aber nur wenn der Boden genügend feuchtigkeit aufweist. Bei starkem befall kann sollte man ein zweites mal verabreichen der Nematoden sich überlegen.

Ich hoffe das ich Sie an hand dieses Artikels einiges über Dickmaulrüssler und ihre bekämpfung erklären konnte.
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Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.

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Re: Dickmaulrüssler - Entloser kampf gegen die Plage

Beitrag von hopplamoebel » 05.04.2017, 16:11

Moin,
ein sehr lehrreicher und hilfreicher Artikel!
Beim Umtopfen einer meiner großen Eiben in diesem Frühjahr habe ich etwa 30 Larven des Rüsselkäfers gefunden und unschädlich gemacht.
Gut zu wissen, dass man gegen diese Schädlinge effektiv vorgehen kann!
Gibt es evtl. eine Substratmischung, die die Käfer nicht befallen?
Lg,
marco
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.

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Re: Dickmaulrüssler - Entloser kampf gegen die Plage

Beitrag von tokonoma » 05.04.2017, 16:19

Hallo Marco,

ich gieße im Herbst einmal alle Bonsai und Kübelpflanzen mit Nematop Nematoden. Ich habe seit 2 Jahren keine einzige Dickmaulrüssler Larve mehr gesehen.
Könnte sein, dass das hilft.

Ciao

Rainer
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Re: Dickmaulrüssler - Entloser kampf gegen die Plage

Beitrag von espanna » 05.04.2017, 16:54

Hallo Patrick,

schön wieder etwas von dir zu lesen.
Ich habe eine Japanische Lärche im März gekauft, umgetopft und da waren auch die Larven des Dickmaulrüsslers drin. Das Substrat war eher erdig.
Ich habe die Erfahrung gemacht daß es denLarven im körnigem Substart (Fibotherm, Kokos, Holzkohle und Pinienrinde) nicht so gut geht ;) -welche Erfahrung hast du bezüglich Substrat gemacht? (ich muss dazu gestehen daß ich auch mit der Chemiekeule um mich haue :oops: )
Gruß!

László

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Re: Dickmaulrüssler - Entloser kampf gegen die Plage

Beitrag von Erwin » 05.04.2017, 20:55

sehr informativ, Patrick, vielen Dank!

ich habe solche Viecher tagsüber (!) auf den Blüten von iris germanica sitzen und fressen. Meinst Du, das sind die gleichen Verbrecher? Wenn ich die mit Spruzitstaub besprühe, fallen die runter, aber, ob die dann tot sind, kann ich nicht sagen. Sorry, habe keine besseren Bilder.

Erwin
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Re: Dickmaulrüssler - Entloser kampf gegen die Plage

Beitrag von Bonsai-Fips » 06.04.2017, 15:10

Vielen Dank Patrick/Urikawa für den informativen Bericht *daumen_new* !

Korrigiert, Ferry liegt wohl richtig *daumen_new* !
Zuletzt geändert von Bonsai-Fips am 06.04.2017, 15:32, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Dickmaulrüssler - Entloser kampf gegen die Plage

Beitrag von Ferry » 06.04.2017, 15:19

Hallo Erwin,

Dein Viech sieht aus wie Erdbeerblütenstecher, der auf Nahrungssuche nach Pollen ist, und nicht wie ein Dickmaulrüssler.

Zum Schädling wird der Erdbeerblütenstecher erst wenn er die Blütenknospen der Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren und manchmal auch von Obstbäumen anbohrt, um ein Ei in das Bohrloch abzulegen.
LG,
F.

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Re: Dickmaulrüssler - Entloser kampf gegen die Plage

Beitrag von Erwin » 06.04.2017, 20:22

Danke, Ferry,

hatte mich auch gewundert, weil die Biester tagaktiv sind. An Erdbeeren und Co habe ich die noch nie gesehen, auf einer Rose schon. Werde mal ein Auge drauf haben.

Erwin
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Re: Dickmaulrüssler - Entloser kampf gegen die Plage

Beitrag von Urikawa » 07.04.2017, 17:26

Marco hat geschrieben
Gibt es evtl. eine Substratmischung, die die Käfer nicht befallen?
Leider zeigen Studien herfor das Dickmaulrüssler eine vorliebe haben für Kübel und Schalen. Da wir unsere Bäume ja auch in Schalen stellen kommen wir also nicht drum herum das Dichmaulrüssler unsere Schalen auswählen um dadrin ihre Eier ab zu leggen.
Die Substratmischung spielt dabei eine geringere rolle den meist bestehen die Substratmischungen aus ein anteil organisches material
Was schon auffällig zu nennen ist, ist das wenn der Boden vieles an Kalk enthällt, weniger Larven zum vorschein kommen. Dies gilt auch für den leicht saurigen Bodem.
Ein großen Kalk anteil, behindert das Wachstum der Eiben. Ein öffters Gießen mit Essigwasser so wie man dass bei Zeder tut, behindert ebenfalls das Wachstum der Eiben.
Steht der Baum in reines Akadama auch dann kommen Larven zum vorschein.
Also Marco es gibt Substratmischungen die Dickmaulrüssler wenig mögen, aber diese Substratmischungen weisen sich negativ aus wenn es um den Wachstum von Eiben geht.

Erwin hat geschrieben
ich habe solche Viecher tagsüber (!) auf den Blüten von iris germanica sitzen und fressen. Meinst Du, das sind die gleichen Verbrecher?
Nein das Bild zeigt nicht einen Dickmaulrüssler. Leider gibt es an die fast 6000 ähnliche arten wovon ungefähr 1000 sich sehr viel ähnlich sehen.
Vielleicht hilft dieses Bild von ein Dickmaulrüssler der Eiben bevorzugt.
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Eiben Dickmaulrüssler
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Re: Dickmaulrüssler - Entloser kampf gegen die Plage

Beitrag von hopplamoebel » 07.04.2017, 19:36

Hallo Patrick,

Danke für Deine Antwort in Sachen Substrat!!

Das Bild ist Spitze - hast Du das selbst gemacht?

LG,
marco
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Re: Dickmaulrüssler - Entloser kampf gegen die Plage

Beitrag von Erwin » 07.04.2017, 20:32

Danke Patrick,

das ist doch ein klarer Unterschied, bei meinem Viehzeug ist der "Rüssel" deutlich länger.

Erwin
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