Ein kleiner Apfelbonsai

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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WaMa
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Ein kleiner Apfelbonsai

Beitrag von WaMa » 03.06.2007, 20:43

Hi,

hier mal ein kleiner Zierapfelbaum. Ich habe ihn seit ca. 3 Jahren und als ich ihn gekauft habe, hatte er schon annähernd seine jetzige Form. Er blüht jedes Jahr sehr reichhaltig und bekommt im Herbst schöne rote Äpfel.

Hier 2 Bilder. Das erste ist vom April und das zweite ist der aktuelle Stand.

MfG
Martin
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mbonk69
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Beitrag von mbonk69 » 03.06.2007, 21:28

Hallo Martin
Ich finde Dein Apfelbäumchen super :D gefällt mir gut.

Ist das Sternmoos ??? wenn ja, würde ich es entfernen.
Kann man jedoch nicht so gut erkennen auf den Fotos.

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =sternmoos

Gruß Martin *wink*
Wie Du mir so ich Dir *schreck*

Martin *wink*

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donnakaran
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Beitrag von donnakaran » 04.06.2007, 18:56

Hallo Martin
Echt ein süsses Bäumchen!! *lieb*
Hab Spass damit!
Liebe Grüsse
Maître chocolatier pour la vie entière!

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Charly
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Beitrag von Charly » 04.06.2007, 19:42

Hallo Martin!
Der hat was! *daumen_new*
Aber ich denke er sollte noch zulegen ,darum würde ich die Früchte entfernen(wenigstens bis auf einen oder zwei)!!!
Gr. Charly *wink*
Wenn Du in ein Dorf gehst,richte Dich nach seinen Gepflogenheiten!

Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig » 04.06.2007, 20:13

Ihr wütet ja wieder...

Könnten die Sternmoos- und Fruchtgegener vielleicht noch schlüssig darlegen, warum sie GANZ SICHER sind, dass das alles weg muss..? Jetzt, hier, in diesem Fall?

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sulrich
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Beitrag von sulrich » 04.06.2007, 20:35

Das Sternmoos sollte weg, weil es die Schale komplett durchwurzelt, dem Baum die Nährstoffe nimmt und das Umtopfen erschwert (man sieht zuerst nicht, welche Wurzeln zum Baum gehören und welche zum Moos, und wenn man versucht, das Moos zu entfernen, werden die Wurzeln des Baums unweigerlich beschädigt). Außerdem vermehrt es sich stark und siedelt sich auch in anderen Schalen an, sodass man es nur schwer wieder los wird.

Zu den Früchten hat eigentlich Charly alles gesagt: Wenn der Baum noch zulegen soll, sollten die meisten entfernt werden, weil sie den Baum Energie kosten, die er nicht in Blätter/Äste investieren kann.
Viele Grüße,
Stefan

Whenever there is any doubt, there is no doubt. - Sam in 'Ronin'

Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig » 04.06.2007, 21:26

Aha?

Sternmoos: Man sollte fairerweise erwähnen, dass diese Diskussion völlig offen ist. Die einen sagen weg, die andern sagen macht nichts. Ich gehöre zu den andern. Verwendet man gutes Substrat, kann man jeden Bewuchs von Gräsern und Kräutern ohne weiteres auszupfen, wenns zuviel wird. Moos wurzelt nicht in dem Sinn. Düngt man normal, ist auch genug Futter für alle da. Aber das Moos hält die Feuchtigkeit besser zusammen und ist als ästhetische Zutat durchaus vertretbar. Ich habe Schalen, da wächst seit Jahren ein <Garten> drin und alle Beteiligten - Baum wie Kraut wie Moos wie Gras - sind putzmunter.

Die Sache mit den Früchten ist auch Übereifer. Bei diesem Zierapfel spielt es keine Rolle, ob man die Früchte dranlässt oder wegmacht, es ist wiederum eine ästhetische Frage. Ich würde sie dranlassen. Die Lehrmeinung, man sollte alle Früchte bis auf eine oder zwei wegmachen, kommt (meine Vermutung) aus Stahls bekannter Bonsaibibel. Bloss redet er da ganz ausdrücklich von Quitten mit sechs bis zehn Zentimeter grossen Früchten...

Warum mir das wichtig ist? Da zeigt einer ein nettes Apfelbäumchen her, das in einer grünen Wiese steht und rote Früchtchen kriegt und ihr empfehlt ihm gleich mal: Schneid das alles weg. Dann hat er einen kahlen Topf ohne etwas zu gewinnen und bloss die Legende lebt weiter.

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sulrich
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Beitrag von sulrich » 04.06.2007, 21:33

Andreas Ludwig hat geschrieben:Die einen sagen weg, die andern sagen macht nichts. Ich gehöre zu den andern. Verwendet man gutes Substrat, kann man jeden Bewuchs von Gräsern und Kräutern ohne weiteres auszupfen, wenns zuviel wird. Moos wurzelt nicht in dem Sinn.
Damit habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht. Reden wir von der selben Pflanze? Sternmoos (Sagina subulata) ist kein Moos, sondern ein Nelkengewächs und bildet einen sehr kompakten Wurzelballen aus.

Ich bin nicht sicher, ob der gesamte Bewuchs in Martins Bild aus Sternmoos besteht; die "Köpfchen" im ersten Bild sehen wie normales Moos aus. Wenn es Sternmoos wäre, dürfte es schwierig bis unmöglich auszuzupfen sein, weil es längst die gesamte Schale durchwurzelt hätte.
Die Lehrmeinung, man sollte alle Früchte bis auf eine oder zwei wegmachen, kommt (meine Vermutung) aus Stahls bekannter Bonsaibibel.
Auch da bin ich ganz anderer Meinung. Dass die Produktion von Biomasse Energie erfordert, ist doch ein fundamtentales biochemisches Prinzip ...
Zuletzt geändert von sulrich am 04.06.2007, 21:45, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße,
Stefan

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Beitrag von basco » 04.06.2007, 21:44

meine bonsais haben teilweise einen richtigen sternmoosbelag. ich hatte bisher nicht das gefühl, dass es schadet. und auch ich, ich habe sowohl pros und contras dazu gehört.
Bäumige Grüsse,
Phil

Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig » 04.06.2007, 21:46

Nach dem ersten Bild zu schliessen (orange Fruchtkörper) ist das hier Moos. Spielt aber keine grosse Rolle. Sagina subulata oder Sagina procumbens verhalten sich wie Gräser und Kräuter: Lange, feine, ziemlich zähe Wurzeln. Aus gutem Substrat (einigermassen locker heisst das) kriegt man die gut raus. Fest anpacken und ziehen - fertig. Man kanns aber auch schneiden wie einen Teppich, es erstickt die Bäume nicht.

Ich hab grad kein Bild meiner <Dauerwelt>. Das ist eine eher kleine, flache Schale mit einem mehrere Jahre alten Dauerbewuchs. Diverse Moose, Sagina und andere Nelken, korsische Minze, Gräser. Da wird selektiv gezupft und geschnitten, alle ein, zwei Jahre beim Umtopfen schneide ich die oberste Schicht zwei Zentimeter dick weg und lege sie am Schluss wieder oben drauf. Alles ist bestens, der Wacholder drin hat keine Probleme, der Orangenthymian auch nicht. Die durchschnittliche Feuchtigkeit ist konstanter und - vor allem - es schaut aus. Die sterilen Gemüsegartenbeet-Schalen sind nicht alles (finde ich). Schau dir mal Penjin-Bildstrecken an - was da alles so wächst.

Ach so - das fundamentale Prinzip noch: Ja logisch. Bloss, die Menge machts. Diese Äpfelchen bringen nicht so viel an Einsparung, dass ich das Bild zerstören würde. Quitten schon oder Weintrauben oder Berner Rosen. Man macht doch Bonsai nicht per Kilo Zuwachs.

Letzter Nachtrag: Wenn Masse, dann richtig. Raus aus der Schale, rein ins Beet. Das denke ich mir in letzter Zeit sowieso bei manchem Baum, der hier gezeigt wird. Aber (und das zählt!): Der hier gefällt jemandem, so wie er ist. Darum lassen.

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WaMa
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Beitrag von WaMa » 04.06.2007, 23:00

Hi,

danke für die vielen Antworten. Also auf dem ersten Bild hatte der Baum noch kein Sternmoos, sondern eine geschlossene Moosdecke. Diese wurde dann nach und nach von dem Sternmoos durchwachsen. Am Anfang sah es auch ganz schön aus, nur mit der zeit wird es einfach zu viel. Nun ist es allerdings zu spät um es vom Moos zu trennen. Ich werde einfach beim nächsten Umtopfen stärker drauf achten.

Es stimmt, der Baum könnte noch etwas zulegen, aber eigentlich ist er mir im Moment auch so schon ziemlich sympatisch :wink: .

MfG
Martin

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Beitrag von Andreas Ludwig » 04.06.2007, 23:14

Da ist er ja, der Besitzer. Ich dachte schon, den haben wir jetzt gründlich verjagt...

Ich würde es genau wie du machen - mal freuen. Wenn dann das Laub weg ist und die roten Äpfel wirds Zeit für einen kritischen Blick: Die senkrechten Äste - schneiden oder drahten? Oder halt doch in die Wiese?

Das <Sternmoos> mit Daumen und Zeigefinger an der Wurzel packen und langsam rausziehen. Ich lasse es manchmal wachsen und schneide es wie Fussballrasen. Dann wirds dicht und ich hebe die ganze Decke weg, wenns zuviel wird. Nachdem ich realisiert habe, dass es bei weitem nicht so behindernd ist, wie man liest, lasse ich es aber oft.

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basco
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Beitrag von basco » 05.06.2007, 08:25

ich hatte noch nie probleme beim entfernen von sternmoos, da kann ich andreas nur zustimmen. wie gesagt, schlimm ist es wirkllich nicht, und es kann sogar ganz hübsch aussehen (geschnitten wie von Andreas erläutert).
Bäumige Grüsse,
Phil

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Beitrag von WaMa » 05.06.2007, 12:41

Hm, na dann scheint das Stern"moos" ja doch nicht so schlimm zu sein. Ich habe schon Panik bekommen;-).

Im Herbst nehme ich ihn vielleicht mal zu einem Workshop mit, aber ich weiß es noch nicht so genau. Mein Problem liegt darin, dass sobald ein Bonsai etwas besser aussieht ich nicht mehr so genau weiß, wie ich die Gestaltung noch verbessern/fortsetzten kann. Zum Beispiel hätte ich ihn im Herbst einfach etwas zurück geschnitten und sonst weiter nichts gemacht. Doch wenn ich Andreas Beitrag richtig verstehe sieht er noch andere Verbesserungsmöglichkeiten, die mir leider ncoh verborgen bleiben.

MfG
Martin

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Beitrag von Andreas Ludwig » 05.06.2007, 13:26

...verborgen unter dem Laub, genau. Deutlich sehe ich einige ziemlich gerade Aststücke im inneren Bereich. Ein paar davon gehen wie kleine Säulen fast senkrecht nach oben. Aber ich sehe das auch bloss in RGB, 72 dpi und von einer Seite.

Darum würde ich es wie du machen: Anschauen und Stück für Stück meine Meinung bilden. Von unten her - Welche Wurzeln werden gefördert und herausgearbeitet? Wie dick soll der Stamm minimal sein im Verhältnis zur Krone? Was sind die Hauptäste? Wie kriege ich da eine <schöne> Astform hin mit kleinen Biegungen und Abzweigern? Das wird schon Arbeit werden. Lässt du das jetzt einfach weiterwachsen, sind da immer diese gleichförmigen inneren Äste. Darum der Gedanke mit dem Beet - stark zurücknehmen und auswachsen lassen, dann von vorne etc., damit gewinkelte, verjüngte Hauptäste entstehen. Drahten geht auch, führt aber nicht zu Verjüngungen. Dann müsstest du Futteräste stehen lassen.

Laubbäume sind ein ständiger Prozess, da muss man nicht in einem Tag ein Gestaltungskonzept skizzieren und es dann workshopmässig in einem zweiten Tag vollziehen. Da der Baum in der Schale gebremst wächst, kannst du auch in Ruhe warten, bis die grossen Laubbäume draussen ihre Struktur wieder zeigen. Oder doch mal zu einem Workshop. Nur in einem würde ich stur bleiben: Es ist dein Baum. Mach nur, wovon du echt überzeugt bist. Überzeugungen sind wie Bäume - sie müssen wachsen. Sonst sinds bloss Dogmen.

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