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schmieda
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Beitrag von schmieda » 12.06.2007, 00:20

Hallo BatzeMicha

Du "löcherst" unseren Andreas ja ganz schön.

Wie Andreas schon schrieb, man kann seine Pfleglinge auch "totpflegen". Aber was deine ganzen Fragen angeht... die meisten davon sind in irgendeiner Form schonmal hier im BFF, oder speziell im Outdoorkurs (siehe Substrat), behandelt worden. Lesen (eventuell Suchen) hilft da und entlastet unseren Andreas. :wink:
Gruß
Frank :)

++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++

Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig » 12.06.2007, 08:43

Der Andreas macht sich bloss Sorgen, dass da gar keine Zeit mehr bleibt, das Buch zu lesen, wo ja alles drinstünde...
:roll:

Aber ich ich habe da schon Verständnis: In meinen Anfangszeiten habe ich mal einen Dünger verabreicht. Als nach einem Tag nichts gewachsen war, habe ich die Erde durchgespült und einen andern Dünger reingetan. Nach neuen 24 Stunden war ich ganz sicher, dass die Pflanze krank ist...

Gehört auch dazu. Aber nur am Anfang.

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BatzeMicha
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Beitrag von BatzeMicha » 12.06.2007, 14:28

Ok^^. Tut mir leid wenn ich dich (Andreas) nen bisschen zu viel Frag, aber ich möchte halt alles richtig machen. Meine lieben Pflanzen sollen ja auch überleben, oder? Ganz besonderen Dank dir noch mal Andreas,dass du mir immer so schnell meine ganzen Fragen beantwortest und dir extra Zeit nimmst *daumen_new*. Thx

Falls es nötig ist (ist es nötig?), sollte ich dann in ein paar Tagen meine Anzuchterde mit Akkadama, etwas Kies und Seramis mischen?

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helge4u
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Beitrag von helge4u » 12.06.2007, 18:28

Andreas Ludwig hat geschrieben:Ich bin einer dieser faulen Menschen mit schwarzem Daumen, da ich Seramis ganz gut mag...
:lol: :lol: :lol:
Andreas Ludwig hat geschrieben: Was du damit meinst, dass mineralische Substrate Dünger nicht puffern, weiss ich nicht. Vielleicht meinst du speichern? Jedenfalls ist das kein Thema.


Immer mal wieder habe ich gelesen, daß organische Substrate den Dünger sozusagen zwischenspeichern und langsam wieder abgeben können. Ein (wenn auch poröser) Stein kann das doch sicher nicht ?
Grüße aus Hattersheim,
Helge

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Beitrag von Andreas Ludwig » 12.06.2007, 19:49

helge4u hat geschrieben:Immer mal wieder habe ich gelesen, daß organische Substrate den Dünger sozusagen zwischenspeichern und langsam wieder abgeben können. Ein (wenn auch poröser) Stein kann das doch sicher nicht ?
Da liegt ein Missverständnis vor.

Organischer Dünger besteht aus «organischen Verbindungen». Das sind komplexe Moleküle, in welche die für den Baum nötigen Verbindungen (Nitrat, Phosphat, Eisen etc. etc.) eingebaut sind. Eine organische Verbindung hat natürlich Bindungsenergie, sie hält zusammen. Um das zu knacken, muss man Energie zuführen. Man kann das sehr intensiv machen, dann heisst es Verhüttung - man verbrennt den Dünger zu Asche. Macht man natürlich nicht. Stattdessen wirken die feinen Kräfte des Wassers, dazu der Appetit von Mikrorganismen. Konkreter: Die Biogoldkugel wird angelöst und angeknabbert und setzt so ihre Düngeranteile Teil für Teil frei.

Mineralische Dünger dagegen sind Lösungen oder Salzmischungen, die aus den praktisch reinen und einfachen, «anorganischen» Stoffen bestehen. Wiederum Nitrat, Phosphat, Eisen etc. etc., aber in direkt löslicher oder gelöster Form. Giesst du das, kriegt die Pflanze auf ein Mal die ganze Düngerkonzentration. Das kann Vorteile haben, zum Beispiel, wenn akuter Düngermangel vorliegt. Dazu ist ja nicht nur Wurzeloberfläche in der Erde, sondern auch eine ganz erhebliche Substratoberfläche (daran sind durchaus auch die porösen Steine beteiligt), die die Düngerlösung zwischenspeichert. Aber man riskiert natürlich, der Pflanze zu schnell zuviel Dünger zu geben, dann kriegt sie Salzschäden.

Die «toten» Anteile des Substrats sind also nur in Form eines rein physikalischen Zwischenspeichers (Kapillarkräfte) am Düngevorgang beteiligt. Sie sind sozusagen der Brotkasten im System.

Fazit: Mineralische Dünger wirken schnell, aber in hohen Konzentrationen. Organische Dünger wirken gleichmässig, aber es dauert einen Moment. Beides kann man nutzen. Man kann auch kombinieren und mit einem Schuss Mineraldünger starten, der vorhält, bis die Biogoldkugeln etwas freisetzen. Ich empfehle sowieso, gelegentlich abzuwechseln. Die Universaltotalvollnahrung gibt es sowenig wie bei uns Menschen.

Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig » 12.06.2007, 20:09

Und jetzt noch du, Micha - ich mag ja deine Beharrlichkeit. Ich versuche lediglich, dich dahin zu bringen, dass du auch selbst losgehst und dir Antworten suchst. Es ist alles da, es muss nur gesucht und gefunden werden. Etwas Routine darin wird dir viel bringen.

So von ganz weit weg am Bildschirm denke ich, dass du bloss etwas weniger giessen solltest. Du hast offenbar eine Erde, die viel speichert. Später solltest du das umstellen, es ist viel einfacher, mit einem Substrat zu arbeiten, das durchlässiger ist. Man muss zwar mehr giessen, kann aber kaum zuviel giessen.

Meine zweite Sorge ist, dass du zuviel machst. Das wäre nicht gut. Bäumchen müssen immer mal wieder einfach wachsen können und das klappt nur, wenn sie ihre Ruhe haben. Gerade die Umtopferei geht nie ohne kleine Schäden ab. Darum mein abgestufter Rat: Versuch erst, ob du ein <normalfeuchtes> Klima hinkriegst. Wenn das wirklich nicht geht, dann musst du die Stöpsel halt in ein besseres Substrat überführen. Das würde ich eher mit trockenen Zutaten machen, also auf die Erde im Topf einfach verzichten. Es geht dann viel besser.

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Beitrag von BatzeMicha » 12.06.2007, 21:59

Ok danke. Dann werde ich jetzt wohl ein bisschen weniger gießen. Fängt euer Stängel gerade auch an zu "verholzen"?

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Beitrag von helge4u » 12.06.2007, 23:02

Andreas Ludwig hat geschrieben:
helge4u hat geschrieben:Immer mal wieder habe ich gelesen, daß organische Substrate den Dünger sozusagen zwischenspeichern und langsam wieder abgeben können. Ein (wenn auch poröser) Stein kann das doch sicher nicht ?
....
Dazu ist ja nicht nur Wurzeloberfläche in der Erde, sondern auch eine ganz erhebliche Substratoberfläche (daran sind durchaus auch die porösen Steine beteiligt), die die Düngerlösung zwischenspeichert.
Hallo Andreas,

Danke für Deine ausführliche Antwort, aber sie geht eigentlich nur mit dem oben zitierten Satz darauf ein, ob und wie anorganisches Substrat einen anorganischen Dünger "puffern" kann, um Salzschäden zu vermeiden.

Der Unterschied zwischen organischem und anorganischem Dünger ist mir prinzipiell klar.

Ich stolpere als Laie nur gerade über die Aussagen, daß man zB Bäumchen in reinem Akadama lieber nur organisch düngen sollte, während Bäumchen in Humus eine "Überdosis" Düngerchemie-Pur besser verkraften.

Da ich solche Weisheiten nicht mit dem Löffel esse und auch nicht durch jahrelange wissenschaftliche Beobachtung habe, muß ich sie mir angelesen haben. :wink: Es gibt sogar eine gewisse Wahrscheinlichkeit, daß es gerade hier im BFF war, ich suche mal...
Zuletzt geändert von helge4u am 12.06.2007, 23:14, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße aus Hattersheim,
Helge

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Beitrag von helge4u » 12.06.2007, 23:12

BatzeMicha hat geschrieben:Ok danke. Dann werde ich jetzt wohl ein bisschen weniger gießen. Fängt euer Stängel gerade auch an zu "verholzen"?
Verholzen ? Ein weicher grüner Zahnstocher mit 6 bis 10 Blättern ? Bist Du vielleicht etwas sehr ungeduldig-erwartungsfreudig ? :roll:

Zu Deiner Frage wegen der Erdmischung. Du hast doch schon reichlich Antworten dazu bekommen. Das hier heisst "Klassenzimmer", weil man was lernen soll. Dazu gehört, selbständig Informationen zu sammeln und Entscheidungen zu treffen. Wenn man alles vorgesagt bekommen sollte, hiesse es wohl eher "Souffleurkasten". :wink:
Grüße aus Hattersheim,
Helge

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Beitrag von Andreas Ludwig » 12.06.2007, 23:22

*räusper*
ich soufflier dann mal was, helge: Der kann schon Holz haben. Schau genau hin. Hier am Juranordhang an sonniger Lage auf 350 Metern über Meer ist die Hälfte des Stängels verholzt, bei einigen bis zu zwei Drittel. Da gibts aber keine ganz klare Grenze. Zwar verholzt jeweils ein Wachstumsschub nach dem andern, das hat aber fliessende Übergänge. Da, wo die Rinde längs aufgeplatzt ist oder scharfe Risse zeigt, ist aber etwas da, das hart würde, trocknete man es = Holz.

8)

Schön, wenn man Zeit hat, hm? Passiert viel an so einer Pflanze.

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Beitrag von BatzeMicha » 13.06.2007, 13:22

helge4u hat geschrieben:
BatzeMicha hat geschrieben:Ok danke. Dann werde ich jetzt wohl ein bisschen weniger gießen. Fängt euer Stängel gerade auch an zu "verholzen"?
Verholzen ? Ein weicher grüner Zahnstocher mit 6 bis 10 Blättern ? Bist Du vielleicht etwas sehr ungeduldig-erwartungsfreudig ? :roll:
Was glaubst du denn wieso ich verholzt so geschrieben habe: "verholzt"
A: Weil ich nicht richtig gewusst habe ob das wirklich schon anfäng zu verholzen oder nur so aussieht :wink: .

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Beitrag von helge4u » 13.06.2007, 23:35

BatzeMicha hat geschrieben:
helge4u hat geschrieben:
BatzeMicha hat geschrieben:Ok danke. Dann werde ich jetzt wohl ein bisschen weniger gießen. Fängt euer Stängel gerade auch an zu "verholzen"?
Verholzen ? Ein weicher grüner Zahnstocher mit 6 bis 10 Blättern ? Bist Du vielleicht etwas sehr ungeduldig-erwartungsfreudig ? :roll:
Was glaubst du denn wieso ich verholzt so geschrieben habe: "verholzt"
A: Weil ich nicht richtig gewusst habe ob das wirklich schon anfäng zu verholzen oder nur so aussieht :wink: .
Die Stängel sehen unten herum bräunlich aus. Sind aber so flexibel wie Keimlinge. Andreas hat gerade erklärt, was "Holz" sein mag oder werden könnte. Was mich betrifft, rede ich erst nächstes Jahr über "Holz".

Ich habe mir ja eine etwa dreijährige Punica gekauft. Da habe ich gelernt, wie sich die Dinger verhalten, wenn sie mal verholzt sind... die Punica hat den Draht nicht gerade gut angenommen. Der Draht hinterliess nach ca 6 Wochen nur hässliche Flecken, denn nach 2 Tagen ohne Draht war die Biegung wieder wie vor dem Drahten.
Grüße aus Hattersheim,
Helge

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Beitrag von der1 » 11.07.2007, 00:24

Nur mal so.

So sah es heute bei mir aus. Ich glaub das wird was.

Liebe Grüße

¹
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Und wenn wir jetz so zusammen liegen / Ich wollt es sagen, aber hab mich nie getraut
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Beitrag von BatzeMicha » 11.07.2007, 15:47

Jop sieht echt gut aus, wird bestimmt was. Zur Zeit wachsen sie echt so gut wie gar nicht mehr haben wohl zu wenig Licht und Wärme. Hoffentlich wird es bald besser mit dem Wetter. Achja, das mit meiner Kusine die ihre Granatäpel in der Wohnung hält ist doch nichts, da sie ung. 3mal so hoch wie unsere sind und große Abstände zwischen den Blättern haben (die biegen sich schon). Sie bekommen drinnen wohl einfach zu wenig Licht. Gruß

MiChA

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Beitrag von Andreas Ludwig » 11.07.2007, 22:06

Siehste. Man kann die Natur jeweils nur kurzfristig überlisten. Red mal mit einem Floristen über dieses Thema!

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