Blauregen abmoosen

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Henry59
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Blauregen abmoosen

Beitrag von Henry59 » 03.04.2008, 14:43

Ich habe im Garten an der Pergola einen jedes Jahr reich blühenden Blauregen. Die Blütenteller sind ca. 20 - 30 cm groß. Da er aber leider sehr wuchert und jetzt als Würger beginnt, die Holzkonstruktion zu deformieren, will ich ihn auslichten. Durch einige Beiträge bin ich auf die Idee gekommen, es einfach mal in Richtung Bonsai zu versuchen. Meine Frage ist deshalb, kennt sich jemand mit erfolgreich praktizierten Methoden des Abmoosens speziell im Bereich Blauregen aus. Da es unterschiedliche Art und Weisen des Abmoosens gibt, hoffe ich, daß Ihr mir weiterhelfen könnt. Da die Pflanze ganztägig in der prallen Sonne steht, ist die Gefahr des Austrocknens über den Tag sehr hoch. Da ich jedoch berufsmäßig leider nicht mehrmals pro Tag das Substrat für die Abmoosung feucht halten kann, dachte ich, daß es vielleicht auch dafür eine Lösung gibt. Mich würde speziell das Substrat und der gesamte Aufbau des Korbes oder des Verpackens der Abmoosstelle interessieren. Die Rinde würde ich als Ring soviel entfernen, wie der Stamm in diesen Bereich dick ist, oder ist dies falsch?
Wie wäre die Stilrichtung für den Blauregen. Da ich pro Ast meist mehrere Etagen an der Gartenpflanze habe, könnte ich dies vielleicht in die Gestaltung mit einbeziehen. Wann wäre die beste Zeit des Abmoosens und wie lange müßte man auf einen Wurzelanteil ca. warten, der ausreicht, um die Pflanze dann in einen TPK zu setzen. Oder wäre es besser ihn dann erstmal wieder in den Gartenboden zu setzen und da wieder durchtreiben zu lassen. Habe mal ein Bild dazugelegt, wie er in voller Blüte aussieht.
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Der Blauregen steht in voller Blüte.jpg
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Gruß Henry


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Georg
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Beitrag von Georg » 03.04.2008, 15:02

Der Blauregen war der erste "Baum", an dem ich abmoosen versucht habe und bin heute der Meinung, er ist einer der einfachsten hierfür.
Was habe ich gemacht?: 2 cm entrindet rundherum bis auf Kernholz, Wurzelfix drauf, Lavagranulat, damals von Hydrokultur, heute nehm ich Maxit, mit Torf 4:1 in eine Plastktüte, die unten und oben fest zugeklebt ist; das Ganze gut angefeuchtet, aber nicht triefend naß und Ende August kannst Du Deine bewurzelte Wisteria abnehmen und in TPK!
Such Dir nen blühenden Ast mit guter "Stammführung" aus. Das hatte ich am Anfang meiner "Bonsai-Karriere" nämlich verpennt. ( ( Hat heute 13 Blütenansätze )
Du erinnerst mich daran, daß ichs ja unter diesem Gesichtspunkt nochmals versuchen könnte! Danke!
Im aktuellen BonsaiArt ist auch ein interessanter Artikel zu Wisterien!
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)

Henry59
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Blauregen abmoosen

Beitrag von Henry59 » 04.04.2008, 10:16

Danke Georg, werde es dann auch mal wagen. Habe mir heute auch die Bonsai Art dafür geholt, stehen super Tips für die spätere Gestaltung und Pflege drin. Nun muß es nur noch mit dem Abmoosen klappen.
Gruß Henry

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Georg
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Beitrag von Georg » 04.04.2008, 14:17

Na denn, dann kann ja nichts schiefgehen.
Habe selber gestern schon mal versucht, einen schönen Ast zu selektieren. Noch bin ich nicht fündig geworden.
Also uns beiden viel Glück !
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Beitrag von Tropenfreak » 06.04.2008, 22:16

Hallo ihr beiden

Da schließ ich mich doch gleich an. Ich schieb das Vorhaben nämlich auch schon 2 Jahre vor mir her. Liegt wohl auch daran, dass mir keiner der Äste so richtig gefallen will - aber heuer werd ichs gemeinsam mit euch durchziehen. Wann fangt ihr an?
Der Spirituelle Intellekt des Agrarökonomen steht in reziproker Relation zur Quantität seiner subterranen Knollengewächse ;-)

Mfg Roland

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Georg
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Beitrag von Georg » 07.04.2008, 10:04

Die nächsten 2 Wochen!
Aber noch hat mich kein Ast überzeugt. War aber auch zu kalt, um länger zu suchen!
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Beitrag von Eva Warthemann » 07.04.2008, 10:18

Hallo Georg!
Hast Du es bei der Wisteria auch schon mal mit der Stecklingsvermehrung probiert?
Ich beneide Euch alle ,die Ihr eine blühende Wisteria im Garten habt. Meine wuchert nur und treibt keine Blüten. Ich vermute sie hat den falschen Standort , sie bekommt nur am Vormittag Sonne ab. Deshalb starte ich noch einen Versuch mit Stecklinge und einen Ast werde ich abmoosen. Diese kommen dann in die volle Sonne und wehe sie blühen dann nicht. *zenzi*
Viele Grüße Eva Warthemann

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Georg
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Beitrag von Georg » 07.04.2008, 10:25

Meine Glyzinie wurde in den 60 Jahren gepflanzt. Ich kann nichts dafür, bin nur stiller Genießer.
Mit Stecklingsvermehrung habe ich es noch nicht probiert, da ich darüber auch noch nichts gelesen habe.
Soll ich´s einfach mal probieren?
Für ein paar Stecklinge findet sich immer noch etwas Platz.
Ich müßt diese dann halt verschenken, wenn es klappen würde.
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Beitrag von Tropenfreak » 07.04.2008, 16:54

Eva Warthemann hat geschrieben:Hallo Georg!
Meine wuchert nur und treibt keine Blüten.
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass sie wesentlich mehr Blüten ansetzt wenn sie regelmäßig zurückgeschnitten wird. Alleine schon aus Platzgründen mache ich das je nach Zuwachs so 2-3 mal im Jahr, dass ich einfach zu lang gewordene Triebe großzügig zurücknehme. Dann kommt auch wieder etwas Licht zu den inneren Trieben und die sterben nicht ab. Einen sonnigen Standort würde ich dir dennoch empfehlen. Meine steht direkt an der Südseite meiner Garage. Vor allem im Frühjahr während des Austriebs oft und durchdringend gießen!
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Mfg Roland

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Blauregen abmoosen

Beitrag von Henry59 » 07.04.2008, 17:41

Hallo Ewa
Mein Blauregen steht im Garten auch ganzjährig in der prallen Sonne. Die Pflanze hat eine Unterpflanzung von Sträuchern und Funkien, die ich sehr oft gießen muß. Dadurch bekommen die Wurzeln des Blauregens auch immer genügend Wasser ab und stehen beschattet, der Boden kann so nie richtig austrocknen. Also immer gut feucht halten. Mit dem Zurückschneiden geht es mir so wie Dir, sie wuchert so sehr, daß sie in 2 Wochen im Sommer etwa einen Meter in der Länge der Äste zulegt, deshalb schneide ich sie notgedrungen auch alle 2 Wochen zurück auf 1 bis 2 Knospen des Neuaustriebes. Entgegen der Schnittanweisung in Gartenbüchern über Gartenpflanzen, die nur einen Schnitt im August und einen im Februar, wenn die Haselnuss stäubt vorsieht, mußte ich also auch öfters schneiden. Dadurch hat sich bei mir jede Menge Fruchtholz gebildet, so daß ich pro Teller, der sich so durch den Rückschnitt gebildet hat, jedes Jahr mit ca. 20 Blütenknopsen rechnen kann. Nach dem Abblühen kommen hier die Früchte, etwa 20cm lange hängende Schoten, jedenfalls von der Form her. Ein weiterer Blauregen steht bei mir auch jährlich in Blüte, auch vollsonnig und immer einen feuchten Fuß. Davon muß ich mich dieses Frühjahr von der halben Krone trennen, da sie zuviel Schatten für die darunter befindlichen Pflanzen bringt. Naja und die dritte im Bunde ist genauso alt wie die anderen beiden, ca. 8 Jahre, die steht aber im Schatten und ihre ca. 10m langen Wurzeln gehen in die Rabatte, die vollsonnig liegt und dort kaum Wasser hinkommt, da auf dieser Fläche Pflanzen stehen, die es eher trocken wollen. Also auch keine Blüte am Blauregen, obwohl der Schnitt bei allen 3 Pflanzen genauso oft stattfindet und es sich auch Fruchholz bildet, aber eben ohne Blütenknospen. Entscheidend ist der Standort. Aber ob dies später auch alles bei den abgemoosten und in Schale gebrachten Pflanzen so mit der Blüte klappt weiß ich nicht. Werde aber wahrscheinlich die an der großen Pflanze gemachten Erfahrungen, was den Rückschnitt betrifft so beibehalten. Einfach mal probieren. Es ist ja genug Material zum wiederholten Abmoosen vorhanden. Na dann wünsche ich uns Dreien viel Glück.
Gruß Henry

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Beitrag von Eva Warthemann » 07.04.2008, 20:46

Meine Wisteria ist auch ca.10jahre alt. Sie sehr oft zurückgeschnitten.
In einem anderen Forum wurde mal geschrieben, das es unter 100 Wisterien ca 1 Wisteria gibt, die nicht blüht. Mußte ich gerade diese erwischen? *schulter zuck*
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Beitrag von Tropenfreak » 15.04.2008, 14:24

Eva Warthemann hat geschrieben: In einem anderen Forum wurde mal geschrieben, das es unter 100 Wisterien ca 1 Wisteria gibt, die nicht blüht. Mußte ich gerade diese erwischen? *schulter zuck*
Mir gings mal so bei einem Sanddorn. Da wartete ich 10 Jahre vergeblich auf Früchte. Bin dann draufgekommen, dass mir ein Männchen untergejubelt wurde. :cry:
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Beitrag von Eva Warthemann » 15.04.2008, 19:31

Hallo Roland!
Ob es bei der Wisteria auch Männer und Frauen gibt? :lol:
Ich habe einen Abmoosversuch gestartet. Falls sich Wurzeln bilden, dann kommt diese neue Pflanze an die Südseite meines Hauses und dann hat sie zu blühen *zenzi* .
Viele Grüße Eva Warthemann

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Beitrag von Heike_vG » 15.04.2008, 19:47

Beim Sanddorn hat man uns gleich ein Pärchen verkauft, ein Baum hatte ein rosa Etikett, der andere ein hellblaues, wie süß!

Bei meinem Blauregen habe ich auch schon wieder die bittere Ahnung, dass er auch diesmal nicht blüht. Er hat allerdings die Knospen nach dem letzten Schnee und Eis auch etwas bräunlich werden lassen.
Hoffentlich sind sie nicht jedes Jahr beim Spätfrost kaputtgefroren.
Nächstes Jahr überwintert er im Gewächshaus. :evil:

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Beitrag von Eva Warthemann » 16.04.2008, 01:37

Hallo Heike!
wenn ich mir meineWisteria ansehe, dann ist wieder nix mit Blüten.
Ich habe diese Pflanze 1998 gekauft, da war sie sicherlich schon 4 Jahre alt. Momentan kann ich es nur noch mit dem falschen Standort begründen, das sie nicht blüht.
Liebe Grüße
Eva Warthemann

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