Die Sproßachse - Aufbau der Sproßachse einer zweikeimblättrigen Pflanze

Hier wird der Bau eines Baumes dargelegt. Allgemein und für Bonsai wichtige Details
Antworten
Benutzeravatar
holgerb
BFF-Autor
Beiträge: 5215
Registriert: 22.09.2004, 17:24
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Die Sproßachse - Aufbau der Sproßachse einer zweikeimblättrigen Pflanze

Beitrag von holgerb »

Aufgaben der Sprossachse

Die Sproßachse ist Träger der Laub- und Nadelblätter, sowie der Blüten und Früchte. In ihm verlaufen die Leitungsbahnen zum Transport des Wassers , der Nährsalze und der Assimilate (Produkte der Fotosynthese). Die Sproßachse ist befähigt Nährstoffe und Assimilate zu speichern (z.B. durch Rinde und Mark).
Alle oberirdischen Teile zusammen bilden den Sproß.

Äußerer Bau der Sproßachse


Vom Wurzelhals beginnend streckt sich der Sproß in die Höhe. Es bilden sich sog. Nodien und Internodien.
Bei den Nodien (Knoten) handelt es sich um verdickte Zonen der Sproßachse, in denen Blätter und Knospen gebildet werden. Unterhalb der Nodien bilden sich vegetativ leicht Wurzeln (Stecklingsvermehrung).
Als Internodien werden die Glieder zwischen zwei Nodien bezeichnet.
Der Sproß endet mit einer sog. Terminalknospe, sie ist quasi ein gestauchter Sproß. Beim Austrieb wird diese Knospe bevorzugt versorgt und treibt am stärksten durch.

Sproßachsenquerschnitt der Dikotyledonen (Zweikeimblättrigen)

spro_querchnitt.jpg
spro_querchnitt.jpg (52.48 KiB) 329 mal betrachtet

Die äußerste Schicht der Sproßachse bildet die Epidermis mit der Cuticula. Teilweise kann die Epidermis Haare bilden, um z.B. Feinde abzuwehren. Unter der Epidermis liegen Chloroplasten, die Blattgrün (Chlorophyll enthalten), um Fotosynthese zu betreiben. Daran schließt sich das Rindengewebe an, ein lockerer Zellverband, der Reservestoffe einlagern kann. Weiter innen liegt der Zentralzylinder. In beiden Geweben sorgen Kollenchymzellen oder Sklerenchymfasern für die notwenige Stabilität des Sprosses. Bei zweikeimblättrigen Pflanzen sind die Leitbündel ringförmig im Zentralzylinder angeordnet. Innerhalb dieses Ringes befindet sich das Mark. Seitlich trennen die Markstrahlen die Leitbündel voneinander, sie stellen eine Verbindung zwischen Mark und Rinde her. Das Kambium ist im Querschnitt als Ring (rot) erkennbar und trennt den innenliegenden Holzteil (Xylem) vom außen liegenden Siebteil (Phloem). Im Laufe der Entwicklung der Pflanze nimmt dieseran Dicke zu. Anders als bei Einkeimblättrigen, verfügen Zweikeimblättrige über sekundäres Dickenwachstum. Dieses geht vom Kambium aus, dem teilungsfähigen Bildungsgewebe der Sproßachse. Alle nach innen gebildeten Zellen vergrößern den Holzteil, werden je nach Lage als Leitungsbahnen, Holzparenchym- oder Markstrahlzellen spezialisiert. Nach aussen hin spezialisieren sich die Zellen zu Siebteilzellen.
So vergrößert sich der Holzkörper immer mehr und das Kambium verlagert sich weiter nach aussen. In Querrichtung bilden sich neue Kambialzellen.
Der jährliche Holzzuwachs ist als Jahresring erkennbar. Da im Frühjahr verstärkt Wasser und Nährstoffe transportiert werden müssen, sind die gebildeten Zellen grobporiger und haben inen größeren Durchmesser. Sie werden als Frühholz bezeichnet. Die später gebildeten kleineren Zellen dienen überwiegend der Festigung. Sie werden als Spätholz bezeichnet. Beides zusammen bilden den Jahrring. Mit Hilfe der Entwicklung und Breite dieser Jahresringe lassen sich Rückschlüsse auf den Witterungsverlauf des Jahres ziehen, aber auch Stellen etwaig komprimierten Holzes durch Neigung des Stammes.
Bei vielen Holzgewächsen werden ältere Holzteile im Kern durch Einlagerungen verstopft und konserviert. Das sog. Kernholz wird dadurch stabiler und ist gegen zerstörerische Pathogene besser geschützt (siehe Beitrag Abwehrmechanismen). Das Kernholz dient nur noch der Festigung, während das witer aussen liegende Splintholz der Versorgung mit Wasser dient.
Durch das stetige Dickenwachstum reisst bald die Rinde und die Epidermis auf. Im Rindengewebe bildet sich das Korkkambium als sekundäres Meristem (teilungsfähiges Gewebe. Alle Zellen außerhalb des Korkkambiums sterben ab und werden nach und nach als Borke abgestoßen. Um die lebenden Zellen im holzigen Gewebe genügend versorgen zu können, findet man auf dem verkorkten Abschlußgewebe sogenannte Lentizellen, die den Gasaustausch sicherstellen. Sie können bei der Gehölzbestimmung eine große Hilfe sein.

Gliederung der Gehölze nach der Erscheinungsform


Halbsträucher

Ältere, untere Sproßteile verholzen, jüngere bleiben krautig und können im Winter zurückfrieren.

Sträucher

Die Knospen an der Basis der Pflanze treiben stärker aus als höher liegende Knospen. Veholzende Pflanze, mit mehreren gleichstark vom Boden wachsenden Trieben. Der Leittrieb bleibt im Wachstum zurück und wird von den Seitentrieben übergipfelt.

Baum


Ein Baum hat Stamm und Krone, der Leittrieb dominiert im Wachstum gegenüber den Seitentrieben
Kronengliederung:
Äste
Zweige
Triebe

Quelle: Persönliche Aufzeichnungen Holger Burgardt aus Botanikunterrichten
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
Antworten