Fragestunde

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Vampy82
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Beitrag von Vampy82 » 09.04.2008, 20:48

bin auch schon ganz gespannt, aber bei uns is das Wetter noch nicht so doll, hatten das Wochenende wieder Frost mit Schnee :roll: , hoffe das Wetter bessert sich bald, dass die Stöpsel endlich raus dürfen :wink:
Die Stärke eines Baumes liegt in seiner Wurzel, die des Menschen in einem glücklichen Herzen!

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pk
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Beitrag von pk » 25.04.2008, 17:25

Hallo, also meine kleinen Babys fangen zu treiben an. Sie haben den Freilandaufenthalt im Winter überstanden. Da freu ich mich sehr.


Gruß PK

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spiritkanu
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Umtopf-Opfer

Beitrag von spiritkanu » 07.05.2008, 17:25

Hallo Andreas,

ich habe im März einen etwas älteren (ca. 8jährigen) Granatapfelbaum umgetopft. Da er den Winter im Treppenhaus verbracht hatte, stand er schon ziemlich im Laub. Seit dem Umtopfen hat er leider nicht mehr weiter ausgetrieben, und seit ca. drei Wochen gehts immer mehr bergab. Die Blätter werden rot und ganz weich, hängen schlaff an den Zweigen. Mir scheint, der Baum hat das Umtopfen überhaupt nicht vertragen und möchte jetzt qualvoll eingehen. Am Substrat (magere Basiserde, Lava, Kies, Bims) kanns m. M. nicht liegen, das verwende ich schon seit einigen Jahren und bis jetzt habe ich damit so gut wie keine Probleme gehabt. Wie ist das aber mit den Punicas allgemein? Kann man erwarten, dass sie nach Umtopf-Anstrengungen wieder mal austreiben, oder sind sie bei solchen Anzeichen eher abzuschreiben? Mir tut der Baum mit jedem Tag mehr leid ...
Ich werde bei Gelegenheit ein Foto einstellen (d.h., sollte sich die Gelegenheit angesichts des Baumzustandes übehaupt noch ergeben ...)
Danke für die Antworten!
Servus,
Reinhold

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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig » 08.05.2008, 02:03

Oh herrjeh! Ich habe die Minibonsaiklasse etwas liegen lassen, wie ich zugeben muss und werde als zweite Reaktion auf deinen Beitrag morgen früh nachziehen, bevor weiteres Ungemach geschieht.

Als erstes wollen wir versuchen, deinen Baum zu retten. Was ist geschehen? Du hattest ihn offensichtlich in einem milden Klima, er trieb aus und du hast umgetopft. Zu diesem Zeitpunkt spielte sich im Baum etwa folgendes ab: Die Reserven des Baums wurden in die Triebe investiert, es bildete sich zartes Blattmaterial. Zart bedeutet: Blätter, die kaum über eine Schutzschicht (Cuticula) verfügen, völlig wachstumsorientiert sind (also immer noch mehr Energie zehren, als sie zurückliefern) und vor allem viel, viel Wasser verdunsten. Zu genau diesem Zeitpunkt hast du die Wurzeln gekappt, die dieses Wasser liefern sollten. Jetzt stimmt das Gleichgewicht nicht mehr: Während unvermindert verdunstet wird, wird weniger nachgeliefert.

Was tun? Am wirksamsten ist es, das Verdunstungsgleichgewicht zu verschieben, dafür zu sorgen, dass die Blätter weniger Feuchtigkeit an die Umgebung abgeben. Lackieren können wir sie natürlich nicht, aber wir können die Umgebungsfeuchtigkeit heraufsetzen, indem wir ein Minitreibhaus schaffen. Konkret: Den Baum in ein grosses, transparentes Gefäss stellen oder ihn mit Folie einhüllen und grosszügig besprühen sowie schattig halten. Dann besteht eine gewisse Hoffnung, dass die Triebe sich entwickeln oder wenigstens halten, bis Wurzelhaare nachgewachsen sind. Ganz wichtig ist Schongang. Keine direkte Sonne, kein Dünger, keine weiteren Eingriffe im Bodenbereich, auch dann nicht, wenn du wohlwollend etwa eingebrachten Dünger entfernen willst. Jeder weitere Eingriff würde ein bisschen von der noch vorhandenen Wurzelhaaroberfläche zerstören.

Ebenfalls erfolgreich habe ich bei Laubbäumen schon die Anzahl Triebe reduziert, was natürlich die Verdunstung auch reduziert. Bei Punica geht das einigermassen, bei Pflanzen, die dicke Blattstiele bilden, wie etwa Forsythie bin ich aber damit auf die Schnauze gefallen - offenbar verdunstete durch die Schnittstellen mehr als ich durch die Reduktion eingespart hatte...

Es mag zu einem Abgang kommen. Falls dem so sei - willkommen im Club. Zu spätes Umtopfen ist bei Laubbäumen recht oft fatal und ich habe schon einiges mit solchen Fehleinschätzungen zur «perfekten Kompostreife» gebracht. Lass dich dann allerdings nicht beirren: Granatapfelrohlinge finden sich zahlreich und günstig und aus einer Panne lernt man oft mehr als aus einem Erfolg. Es wird bloss nicht so oft erwähnt in Büchern...

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spiritkanu
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Beitrag von spiritkanu » 09.05.2008, 14:25

Ich danke dir für deine ausführliche Stellungnahme, Andreas.
Hier noch schnell ein Bild. Noch lebt er ja. Und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
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Servus,
Reinhold

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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig » 09.05.2008, 16:29

Am Bildschirm sieht das gar nicht mal so schlecht aus.

Wenn Punica wirklich am Abkratzen ist, sieht man das sofort an den Triebspitzen und Blättern: Die Triebspitzen werdeninnen braun bis schwarz und vertrocknen. Die Blätter trocknen, meist von vorne und seitlich her, aus und sehen aus wie dünnes Pergament.

Jetzt einfach daran denken, dass eine Pflanze erst «ausgerüstet» sein muss, wenn ihr Sonne gut tun soll. Das ist her nicht der Fall, darum ist der lichte Schatten der bessere Standort. Da sind Temperatur und Feuchtigkeit ausgeglichener. Und nicht «schwemmen», bloss feucht halten.

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BatzeMicha
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Beitrag von BatzeMicha » 12.07.2008, 11:51

Hmm...habt ihr schon was an eueren jetzt dann 1 Jährigen Granatäpfeln gemacht oder stehen die noch wie bei mir ruhig in ihren Töpfen?

*Verwirrt bin*

MfG Micha
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Beitrag von Jarla » 12.07.2008, 13:48

Alos ich habe wie im Thread "Sämlinge 2. Jahr" beschrieben, so weit es ging zurückgeschnitten und auf den Neuaustrieb gewartet. Der ist inzwischen recht stattlich. Ansonsten gibt es - glaube ich - eher wenig zu tun. Andreas schrieb ja auch, dass wir von dem Neuaustrieb nur wenig brauchen werden. Ich denke, dass es wichtig ist, dass die Pflänzchen gut zulegen, um die "Stamm"dicke zu erweitern.
Gruß
Jarla

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Beitrag von BatzeMicha » 12.07.2008, 16:52

Ok. Ich warte aus Sicherheit noch bis nächtes Jahr bevor ich so drastisch kürze.
MfG Micha

Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig » 12.07.2008, 16:57

Es genügt, ein, zwei Wochen zu warten - bis dann sollte ich soweit sein, neue Beiträge einzustellen.

Das ist dann aber bloss Lesestoff - die Bäume machen das beste, was sie können: Sie wachsen...
:wink:

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Re: Fragestunde

Beitrag von Jarla » 20.02.2009, 10:28

Hallo!
Jarla, die Ungeduldige meldet sich auch dem verschneiten Südniedersachsen. Gestern war es supersonnig und außerdem Zeit, die Granatapfelsämlinge in ihrem Winterquartier (endlich ein Keller, wir sind umgezogen) zu gießen. Und was sehe ich: Grüne Spitzen! Juchuu! Temperatur so zwischen 8 und 10°C, naja anscheinend manchmal mehr. EIgentlich wollte ich das nur mitteilen und dann noch unseren Herrn Lehrer ganz lieb fragen: Was steht dieses Jahr in unserer Klasse grob an? Keine Sorge, ich habe die Schere noch nicht in der Hand, aber gestern war sooo tolles Wetter, dass es in den Fingern juckt. (Hätte auch schon fast meine Tomaten ausgesäat... Aussaaterde war aber aus.)
Herzliche Grüße an meine Mitschüler und natürlich auch an Andreas!
Jarla

P.S. Wer ist eigentlich noch dabei und was machen Eure Sämlinge?

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Re: Fragestunde

Beitrag von schmieda » 20.02.2009, 13:19

Hallo

Also meine 3 Bäumchen sehen momentan nicht so toll aus. Ich hab sie jetzt aus dem Winterquartier genommen und wärmer gestellt. Mal schauen wer noch austreibt.
Gruß
Frank :)

++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++

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Re: Fragestunde

Beitrag von Jarla » 04.03.2009, 13:28

Hmm, ist sonst niemand mehr dabei????
Gruß
Jarla

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Re: Fragestunde

Beitrag von Andreas Ludwig » 07.03.2009, 20:39

Doch, ich...
8)
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)

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Re: Fragestunde

Beitrag von der1 » 07.03.2009, 23:00

Ich leider nicht mehr, sorry :oops:
Und wenn wir jetz so zusammen liegen / Ich wollt es sagen, aber hab mich nie getraut
Immer öfter, wenn wir uns berühren / Spür ich den leeren Raum zwischen unsrer Haut.
Lichter - Leerer Raum (Video und mp3)

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