Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Dirk K. aus L.
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Re: Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Beitrag von Dirk K. aus L. » 02.06.2012, 08:09

Moin!

Schön, dass dieser Thread nochmals richtig in Schwung gekommen ist. Ich denke, die Mädchenkiefer ist es wert, dass man sich eingehender mit ihr befasst. Kapitulation ist meine Sache nicht.

Zur Sache: Ich maße mir natürlich nicht an, (allen Unkenrufen zum Trotz) zu wissen, wie man Sämlings-Mädchenkiefern in unseren Breiten erfolgreich pflegt. Dazu fehlt es mir schlichtweg an langjähriger Erfahrung! Darum nehme ich Äußerungen von wirklichen Profis wie dir, Walter, wonach "echte" Mädchenkiefern als Bonsai in unserem Klima kaum eine Chance haben, durchaus sehr ernst .

Dennoch bin ich skeptisch, ob unser Klima der limitierende Faktor ist, gegen den partout kein Kraut gewachsen ist. Ich habe in den letzten Monaten diverse "Bonsaianer" auf Mädchenkiefer hin befragt. Und es gibt darunter durchaus einige Prominente aus der Szene, die "echte" Mädchenkiefern nach eigener Aussage über viele Jahre vital halten. Das sind i.d.R. Leute, die auf Import-Bäume spezialisiert sind und bei der Pflege sich stark am japanischen Vorbild orientieren. Interessant ist auch wiederum, dass diese Leute hinsichtlich Substrat, Düngung und Wässerung unterschiedliche Wege gehen (so bevorzugen einige reines Akadama, andere einen hohen Kiryu-Anteil). Einig sind sich aber alle darin, dass eine tadellose Drainage das A und O ist. Schaue ich mir die Ware bei den Händlern an, dann sehe ich genau dort die Achilles-Ferse. Die Bäume z.B. aus der Lieferung, aus der meine eigenen Exemplare stammen, siechen beim Händler vor sich hin (gelbe Nadeln, absterbende Äste), während meine daheim augenscheinlich aufblühen. Zufall?

Walter,

könnte es nicht sein, dass das Pauschal-Pflegeprogramm mit modernem Substrat, aggressivem Wässern und massiven punktuellen(!) Düngergaben zwar bei 90 Prozent der von dir kultivierten Arten sehr gute Ergebnisse erzielt, von Mädchenkiefern aber nicht toleriert wird?

Ich für mein Teil bin mit dieser Saison auf tägliche(!) mineralische Düngung ("Tomaten-Methode") umgestiegen. Ich werde weiter berichten. Dabei sollen auch Misserfolge nicht verschwiegen werden. Vielleicht behälst du, Walter, letztendlich doch (mal wieder) Recht. Würde mich nicht wundern.

Viele Grüße, Dirk
Zuletzt geändert von Dirk K. aus L. am 02.06.2012, 11:16, insgesamt 2-mal geändert.
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zopf
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Re: Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Beitrag von zopf » 02.06.2012, 09:05

Hallo Dirk
Wenn man davon ausgeht das in Japan die Pflege der Mädchenkiefer gelingt
und Deine Annahme berücksichtigt das das Klima nicht die ursächliche Schwierigkeit ist,
wäre es vielleicht ein Weg sich auch an das "Pflegeprinzip" der Japaner zu halten.
Meines Wissens beinhaltet das Pflegeprinzip aber keine mineralische, tägliche Düngung
sondern eine organische Bodendüngung.
Ergänzend könnte man eine zusätzliche Nadeldüngung in Betracht ziehen
um Spurenelemente, Hormone, Enzyme und im Mangelbereich
Elemente wie Magnesium, Eisen dem Baum zur Verfügung zu stellen.

Walter beschreibt seinen Weg, Chris hat seinen Weg
Du nimmst Dir von diesen Wegen was Dir gefällt und durchmischst Sie damit.
Die verschiedenen Düngepraxen von Walter und Chris
bedingen auch verschiedene Substrate und Wässerungszyklen.
Beim Tomatenweg könnte es nicht schaden sich
mit hydroponischer und aeroponischer Pflanzenzucht zu beschäftigen.
mfG Dieter
cogito ergo pups

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Re: Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Beitrag von motorrad-frank » 02.06.2012, 11:19

Nun, da ich ja auch schon recht lange ( bestimmt 17 Jhre oder so ) meine Mädchenkiefer pflege - hier meine pers.wichtigsten Infos zum überleben einer Mädchenkiefer : 1. im Winter nicht zu naß halten, 2. im Winter einen recht hellen Standort im Freien, der windgeschützt ist aussuchen, die Wurzeln schützen ( ich grabe die ganze Schale mit Blumenerde ein ) 3. auch im Frühjahr mit dem Wasser aufpassen - also nicht zu naß halten - lieber immer Wasser über die Nadeln - also den ganzen Baum sprühen, 4. nicht überdüngen, also eher wenig düngen - 5. immer alle abgestoßenen Nadeln bzw. gelbe Nadeln entfernen, also den Baum sauber halten, damit mehr Licht rein kann und sich weniger Schädlinge ansammeln - zur Schale, ich suche immer lieber eine nr. größer aus, damit die Wurzel nicht zu stark eingeschränkt wird, 6. jährlich mal nach dem weißen Pilz (Mykorrhiza) schaun, ob die Wurzeln o.k. sind. Da ich der Kiefer auch immer nach dem Schneiden bzw. Drahten so 2 Jahre Zeit lasse, um sich zu erholen, wird das auch bestimmt ein Punkt sein.
Da Ihr aber alle schon recht lange dieses Hobby betreibt, denke ich, ich habe hier leider keine Neuigkeiten bekannt gegeben.... eine Portion Glück gehört wohl auch dazu - viele Grüsse, Frank.

Totoro

Re: Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Beitrag von Totoro » 02.06.2012, 15:09

Hallo Stephan Pinusmann und Andere,

das die Mädchenkiefer selbst in Japan auch nicht so pflegeleicht ist zeigen uns schon die japanischen Artikel in unseren Bonsai-Art-Magazin-Ausgaben. (Absterben durch Schadpilze, zu heiße Sommer etc.) Das dort bei der Baumschul- produktion gehörige Ausfälle auftreten glaube ich auch.( man sieht auch oft in you-tube videos von abgestorbenen reifen Kiefern in Bonsaibaumschulen) Deshalb sind ja auch die Preise selbst in Japan für gute Kiefer Bonsai sehr hoch, lassen Besitzer ihre Bäume von Profis pflegen und holen sie nur ab und zu in den eigenen Garten oder Balkon. Ein guter Dreispitzer kostet in Japan nur Bruchteile im Vergleich zu einer gleichwertigen Kiefer. Das muss auch an der Leichtigkeit seiner Anzucht liegen. ( das er schneller reif ist auch )

Das Hauptproblem ist doch für mich aber folgendes:

1. Möchte ich eine Baumart als fertigen,reifen Bonsai importieren reicht es die Exemplare nur am Leben erhalten zu können. (Wenn sie dann ein paar Jahre stagnieren und dann langsam absterben ist das natürlich auch extrem frustrierend) WPs zwei gute Jahre sind aber auch noch nicht aussagekräftig meine ich.
2. Möchte ich aus Samen, Stecklingen von der Pike auf Bonsai erziehen muss ich nochmals bessere Kulturbedingungen für sie stellen können.

In der Bonsai Art NR. 97 (2009) ist ein phantastischer Artikel "Aus Samen gezogen-40-60 Jahre später" von Kenishi Ischige. Dort sieht man Mädchenkiefersämlingsbonsai welche aus der Boom -Zeit der Samenvermehrung nach dem zweiten Weltkrieg stammen.

Wenn man sich jetzt mal den "Trichter" vorstellt bei dem aus Tausenden oder gar Millionen Sämlingspflänzchen vielleicht ein paar hundert wirklich reife Bonsai "destilliert" worden sind. Wie sollen wir in unserem Klima dies bewerkstelligen ? Was nützt es wenn ich mit dieser Baumart nicht diese Resultate erzielen kann, weil ich schon bei der Grundlage der Kultur scheitere?
Was nützt es die japanischen Kiefergestaltungstechniken ( z.B Entkerzen bei jap. Schwarzk.) nicht anwenden zu können weil der Baum in unserem Klima zu wuchsschwach ist um angemessen darauf zu reagieren ?
Standortauswahl mit persönlichem Kleinklima sowie das allgemeine Klima( im worst case Fall) muss ich doch immer als Basis sehen ehe ich mich an eine ernsthafte Kultur heranwage.
Ich weiß noch das in den 80 ziger Jahren echte toskanische Mittelmeerzypressen die absoluten Exoten waren. Jetzt stehen sie bald in jedem zweiten Vorgarten. Bis mal wieder ein Winter wie 1985 kommt mit - 25 Grad.

Deine Beharrlichkeit und Ausdauer trotz deines Verlustes es nochmals anzugehen nötigt mir aber ehrlichen *respekt* ab.
(Ohne Hohn und Ironie)


Grüße

Dirk

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Re: Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Beitrag von Odoridori » 04.06.2012, 18:10

"
motorrad-frank" Nun, da ich ja auch schon recht lange ( bestimmt 17 Jhre oder so ) meine Mädchenkiefer pflege - hier meine pers.wichtigsten Infos zum überleben einer Mädchenkiefer : 1. im Winter nicht zu naß halten, 2. im Winter einen recht hellen Standort im Freien, der windgeschützt ist aussuchen, die Wurzeln schützen ( ich grabe die ganze Schale mit Blumenerde ein ) 3. auch im Frühjahr mit dem Wasser aufpassen - also nicht zu naß halten - lieber immer Wasser über die Nadeln - also den ganzen Baum sprühen, 4. nicht überdüngen, also eher wenig düngen - 5. immer alle abgestoßenen Nadeln bzw. gelbe Nadeln entfernen, also den Baum sauber halten, damit mehr Licht rein kann und sich weniger Schädlinge ansammeln - zur Schale, ich suche immer lieber eine nr. größer aus, damit die Wurzel nicht zu stark eingeschränkt wird, 6. jährlich mal nach dem weißen Pilz (Mykorrhiza) schaun, ob die Wurzeln o.k. sind. Da ich der Kiefer auch immer nach dem Schneiden bzw. Drahten so 2 Jahre Zeit lasse, um sich zu erholen, wird das auch bestimmt ein Punkt sein.
Da Ihr aber alle schon recht lange dieses Hobby betreibt, denke ich, ich habe hier leider keine Neuigkeiten bekannt gegeben.... eine Portion Glück gehört wohl auch dazu - viele Grüsse, Frank.
Hallo Frank,

da mache ich fast das Gegenteil von dem ...
Meine Mädchenkiefer (Shohin) wird im Winter mindestens 1 x die Woche getaucht. Sie steht aber auch
Im Kalthaus bei 0°C - + 4°C. Alle Nadelbäume und alle Azaleen haben hellere Überwinterungsplätze,
als alle meine Laubbäume. Ich gieße und tauche meine Mädchenkiefer je nach Bedarf von Frühjahr
bis zum Herbst, übersprühen reicht bei mir nie. Ich gieße komplett auch über die Nadeln. Ich nehme
für alle Kieferarten eher eine passende bis etwas kleinere Schale, damit das Substrat schneller trocken
wird und sich keine Staunässe bilden kann, denn das mag eine Kiefer gar nicht. Ich bearbeite meine Kiefern
beständig, d.h. Selektion der Kerzen, Rückschnitt auf hintere Knospen und Triebe, im August das Auszupfen
der alten Nadeln, je nach Bereich um das Wachstum auszugleichen. Ich dünge meine Kiefern jede Woche gleich
den anderen Bonsai, mit Flüssigdünger im Wechsel und ich lege Biogold auf. Das Mykorrhiza zeigt sich bei
mir schon innerhalb eines Jahres an der Erdoberfläche und auch in den Abzugslöchern. Ich verwende als Erde
ausschließlich hartes Akadama mit Kiryu gemischt, umtopfen erst wenn die Erde kein Wasser mehr annehmen
will. Der Draht bleibt meist 2 Jahre an dem Baum erst wenn er richtig einzuwachsen beginnt entferne ich ihn.
Diese Pflege wende ich bei einer veredelten Mädchenkiefer auf Schwarzkiefer an und bei allen Pinus Sylvestris.
Nur das sind Arten die unser Klima vertragen, die Sämlinge eben nicht. Die wollen es einfach kühler und mit
natürlichen Nebel, eben ein japanischer Hochgebirgsbaum.

Viele Grüße
Holger
Nichts kann den Menschen mehr stärken,
als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt.
Paul Claudel

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Re: Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Beitrag von motorrad-frank » 05.06.2012, 10:02

Hallo Holger,
ich sehe da eher viele Gemeinsamkeiten :-D
du :
Alle Nadelbäume und alle Azaleen haben hellere Überwinterungsplätze
ich : im Winter einen recht hellen Standort
du :
Ich gieße komplett auch über die Nadeln
ich : immer Wasser über die Nadeln - also den ganzen Baum sprühen
du :
damit das Substrat schneller trocken wird und sich keine Staunässe bilden kann
ich : nicht zu naß halten
du :
Auszupfen der alten Nadeln
ich : immer alle abgestoßenen Nadeln bzw. gelbe Nadeln entfernen, also den Baum sauber halten
du :
Das Mykorrhiza zeigt sich bei mir schon innerhalb eines Jahres an der Erdoberfläche und auch in den Abzugslöchern
ich : jährlich mal nach dem weißen Pilz (Mykorrhiza) schaun
du :
Der Draht bleibt meist 2 Jahre an dem Baum
ich : Drahten so 2 Jahre Zeit lasse, um sich zu erholen
------und klar, bei Shohin und kleinen Schalen würde ich auch tauchen bzw. öfter gießen, auch mehr düngen macht dann Sinn.... viele Grüsse, Frank.

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Re: Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Beitrag von Odoridori » 05.06.2012, 11:34

Hallo Frank,

Nadeln zupfe ich unerheblich ob Sie gelb sind oder nicht im August,
das hat mit Wachstumsausgleich zu tun, nichts mit sauber halten.
Der Wachstumsausgleich sorg dafür das alle Bereiche genügend Luft und Licht bekommen
und außerdem für kürzere Nadeln.

Viele Grüße
Holger
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Re: Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Beitrag von Dirk K. aus L. » 06.06.2012, 08:38

Moin, Holger!
Odoridori hat geschrieben: Nur das sind Arten die unser Klima vertragen, die Sämlinge eben nicht. Die wollen es einfach kühler und mit
natürlichen Nebel, eben ein japanischer Hochgebirgsbaum.
Das klingt plausibel.

Ich möchte aber zu bedenken geben, dass ökologisches Optimum und physiologisches Optimum nicht immer identisch sind. Das haben geobotanische Untersuchungen ergeben. Es könnte mithin sein, dass die Mädchenkiefer für die Hochgebirgsstandorte zwar landschaftsprägend ist, aber unter Ausschluss von Konkurrenz andere Standorte bevorzugt.

Schönen Gruß, Dirk
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Re: Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Beitrag von Odoridori » 07.06.2012, 20:38

Hallo Dirk,

dann wuerde der Japanische Maedchenkiefersaemling auch in den warmen Gegenden von Japan
ohne Probleme gedeien, das ist aber nich der Fall. Dort gedeit dann die Schwarzkiefer.
Das zeigt sich auch im Angebot der Japanischen Bonsaihaendler von Sued nach Nord.

Viele Gruesse
Holger
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Re: Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Beitrag von Dirk K. aus L. » 09.09.2012, 14:46

Hallo!

Hier mal ein *updated* von meinem Mädel.

Die Nadelbüschel sind voller geworden. Die Nadeln sind sehr gleichmäßig gefärbt, wirken für meinen Geschmack aber einen Tick zu hell. Aber man ist ja optimistisch.

An heißen Tagen wie diesen stelle ich die Kiefer halbschattig, da sie als Hochgebirgsbaum gegenüber hohen Schalentemperaturen möglicherweise empfindlich ist. Damit hat man in Japan wohl auch Probleme.
IMG_6053.jpg
IMG_6056.jpg
Grüße, Dirk
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Re: Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Beitrag von schwarzerkobold » 19.05.2019, 11:23

Hallo Dirk,

gib doch mal ein Update, wie es der Mädchenkiefer jetzt geht, sind ja nun schon ein paar Jahre vergangen. Wäre doch interessant zu hören, wie du sie gehalten hast und welche Erfolge du verzeichnen konntest.

LG Anja
Zuletzt geändert von schwarzerkobold am 19.05.2019, 19:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Beitrag von Heike_vG » 19.05.2019, 16:12

Zu diesem Thema kann ich noch etwas beisteuern, was Bjorn Bjorholm neulich erzählt hat. Er sagt, dass Mädchenkiefern auf eigenen Wurzeln sehr viel trockener gehalten werden müssen als Schwarzkiefern bzw. auf Schwarzkiefer veredelte Mädchenkiefern. Wurzelechte Mädchenkiefern auch bei Hitze nur einmal täglich gießen, hat Bjorn empfohlen, während Schwarzkiefern bzw. Mädchenkiefern auf Schwarzkieferunterlage bei Hitze mehrmals täglich Wasser brauchen können.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Re: Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Beitrag von schwarzerkobold » 19.05.2019, 19:47

Danke Heike,

ja das ist logisch. Im Frühjahr reicht auch an sonnigen Tagen alle zwei Tage Gießen, wichtig ist das Nadelwerk täglich zu besprühen. Die Aufnahme von Wasser über die Nadeln kann selbst zweimal täglich erfolgen. Ich dünge nur über die Nadeln und gebe einmal im September Biogold. Wichtig ist auch, die Kiefer braucht Kälte im Winter. Niemals ein Wurzelechtes Mädchen im Gewächshaus überwintern. Mich interessierte jetzt, ob Dirkś Mädchen noch lebt und wie es ihr seit 2012 ergangen ist. Vielleicht liest er es ja und schreibt mal was dazu.

LG Anja
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Re: Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Beitrag von Dirk K. aus L. » 19.05.2019, 20:36

Hallo!

Die hier gezeigte Mädchenkiefer ist mir 2012 tatsächlich eingegangen. :( Sie stammt allerdings aus einer japanischen Baumschule, die nicht mehr ordentlich geführt wurde. Dementsprechend war der Zustand der Bäume. Sie standen in Akadama-Beton, sodass der Wurzelballen gar nicht mehr durchlüftet wurde und Wasser kaum noch eindrang.

Ich kaufte damals zwei Sämlinge aus dieser Baumschule. Nachdem die erste verreckt war, schwächelte alsbald auch die zweite. Dann starb der unterste Ast ab. Dann hieß es für mich: Alles oder nichts! Ich topfte den Baum Mitte April um und wusch(!) dabei den Wurzelballen mit einem scharfen Wasserstrahl aus. Das Substrat wurde, soweit noch möglich, komplett entfernt.

Ich befürchtete eigentlich, das wäre nun das sichere Todesurteil für die Kiefer. Aber weit gefehlt! Von nun an ging es aufwärts. Mittlerweile muss ich den Baum regelmäßig ausdünnen, weil er zu viel Laub macht. Die Kerzen sind kräftig und auch recht lang.
IMG_1803.jpeg
IMG_1803.jpeg (432.99 KiB) 326 mal betrachtet
Meine Erkenntnis: Der Schlüssel zum Erfolg ist ein konsequent sanierter Wurzelballen und Substrat mit einem mineralischen Anteil von mindestens 90 %. Viel Feuchtigkeit scheinen die "Mädchen" nicht zu mögen. Die Nadeln bekommen dann schnell einen Gelbstich. In Regenperioden und im Winter würde ich sie daher unterstellen. Mittlerweile würde ich mir auch eine teures Exemplar ohne Bedenken zulegen!

Grüße

Dirk
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Re: Mädchenkiefer aus Sämling -- Zickenterror?

Beitrag von schwarzerkobold » 19.05.2019, 20:58

Hallo Dirk,

das klingt zunächst traurig für das Mädchen von damals. Umso erfreulicher, dass die zweite es geschafft hat. Habe das kürzlich erst gelesen und war einfach neugierig wie es euch so ergangen ist. Ich habe 4 Mädchen, darunter zwei Sämlinge, eine gepropfte und eine Yamadori. Da interessierte es mich sehr. Danke fürs Update

LG Anja
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