Fagus Crenata - Kerbbuche

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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Bonsai-Fips
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Fagus Crenata - Kerbbuche

Beitrag von Bonsai-Fips » 12.11.2012, 12:22

Hallo zusammen, ich bin Fips und ein neues Mitglied hier.
Ein so respektvolles Miteinander gepaart mit so grossem Fachwissen in diesem Forum finde ich einfach toll - Kompliment!

Hier also mein erster Beitrag über meine
Fagus Crenata - Kerbbuche
Höhe: ca. 70 cm, Herkunft Baum und Schale: Japan
Substrat: 2/3 Akadama, 1/3 Kiryu

In diese Kerbbuche habe ich mich letzten März verliebt; meine Begeisterung in Worten:
Zur streng aufrechten Form passte der kräftige Stamm mit schöner Verjüngung und feiner Rinde; der gleichmässige Astaufbau bringt dieser Form weitere Ruhe und das Nebari (ist ja nicht wirklich ein Traumnebari) passt dennoch gut, weil der Baum kräftig im Boden verankert ist... und "nur" 70 cm Höhe sagte mir auch zu.

Etwas Sorge hatte ich wegen der (buchetypischen) laaaangen Aeste. Die ursprüngliche Schale war viel zu hoch und farblich eine Faust auf Auge..

Obwohl ein Umtopfen noch nicht nötig war, konnte ich die Buche in diesem Frühling ohne Wurzelverlust in eine neue, 3 cm flachere Schale setzen, zusätzlich steht sie jetzt zusätzlich 2 cm tiefer. Ich finde, die Farbe harmoniert gut mit Laub und Rinde, die matte Glasur passt zur glatten Rinde; die abgerundeten Ecken machen den Baum nicht soo streng... (wäre die Schale noch etwas flacher, gefiele mir das noch besser). Und Euch?

Durch ständigen Rückschnitt der Triebe (vor dem Aushärten) trieb die Kerbbuche immer näher am Stamm aus; so konnte ich die langen Aeste immer wieder etwas einkürzen. Nun ist der Baum in nur einer Saison viel kompakter geworden (fast 15 cm weniger breit).

So, genug der Worte. Bilder vom 3.10. und 5.11.

Gruss, Fips
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K800_5.11.2012 006.JPG
K800_3.10.2012-1 003.JPG

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Re: Fagus Crenata - Kerbbuche

Beitrag von achim73 » 12.11.2012, 12:49

hallo fips,
willkommen erstmal und danke für das lob. das motiviert einen immer wieder :)
einen tollen baum zeigst du hier zum einstand. die schale passt erstmal gut in meinen augen. zu optimieren gibt es ja immer was ;) aber der hätte auch auf heden fall ein paar maßgeschneiderte schuhe verdient.
was den gesamteindruck ein bisschen trübt, ist die schnittstelle direkt vorn.
könnte man evtl. ein uro draus machen ?
wie sieht denn die rückseite aus ?
Gruss, Achim
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Re: Fagus Crenata - Kerbbuche

Beitrag von Bonsai-Fips » 12.11.2012, 13:05

Hallo Achim

Besten Dank für Deinen Kommentar. Buche ist im Winerquartier, werde bei Gelegenheit Rückseite fotografieren.
Zur Schnittstelle: Nobody is perfect! Stört in Wirklichkeit weniger als auf dem Foto. Frage: Was ist ein uro?

Gruss, Fips

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Re: Fagus Crenata - Kerbbuche

Beitrag von camaju » 12.11.2012, 13:29

Hallo fips,

bei uns gibt es (fast) alles zu lesen ;-)


Uro
Ein Totholz-Gestaltungselement, das weniger geläufig ist als Jin oder Shari. Als Uro wird ein Loch im Stamm oder in starken Ästen bezeichnet. In der Natur finden sich solche Löcher dort, wo Äste direkt am Stamm abgebrochen sind.

Beispiel: :arrow: Ausgeprägtes Uro im Stamm des Feldahorns von Walter Pall

Mehr "Fachjapanisch" findest du hier

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 50&t=20281
Gruß Jürgen *wink*

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Re: Fagus Crenata - Kerbbuche

Beitrag von achim73 » 12.11.2012, 13:39

jürgen, danke für die erläuterung.
nur das beispiel von walter passt nicht so ganz. das ist ja schon ein ausgehöhlter stamm.
was ich mir vorgestellt habe, ist eher sowas:
Gruss, Achim
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Re: Fagus Crenata - Kerbbuche

Beitrag von Bonsai-Fips » 12.11.2012, 14:07

Hallo Jürgen und Achim

Super Idee...vielen Dank. So was wirkt sehr natürlich, eigentlich hoffte ich, dass das beim Ueberwallen irgendeinmal von selbst entsteht..
Habe ich das richtig verstanden? Loch mit Kugelfräser vertiefen, keine Wundknete drauf... Wann wäre dafür der optimale Zeitpunkt? Gibt es sonst noch etwas zu beachten?

Gruss, Fips

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Re: Fagus Crenata - Kerbbuche

Beitrag von Bernd Schreiner » 12.11.2012, 14:41

Hallo Fips,
so groß ist die Schnittstelle doch nicht, die heilt von alleine zu.
Eine sehr schöne Kerbbuche hast Du da. *daumen_new*

Gruß, Bernd
Sage nicht immer, was Du weißt, aber wisse immer, was Du sagst.
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Re: Fagus Crenata - Kerbbuche

Beitrag von Walter Pall » 12.11.2012, 14:45

Bonsai-Fips hat geschrieben: Super Idee...vielen Dank. So was wirkt sehr natürlich, eigentlich hoffte ich, dass das beim Ueberwallen irgendeinmal von selbst entsteht..
Habe ich das richtig verstanden? Loch mit Kugelfräser vertiefen, keine Wundknete drauf... Wann wäre dafür der optimale Zeitpunkt? Gibt es sonst noch etwas zu beachten?
Fips,

Du solltest aber schon wissen, dass Du für so was in Japan zwei Jahre bekommst.
Das ist leider kein Witz. In Japan würde das nur ein Irrer tun.

Der, der so hieß wie ein japansicher Torbogen, und den ich so sehr vermisse, der hätte Dir das jetzt and dieser Stelle ganz deutlich gesagt. (muß man nicht verstehen)

Das heißt aber nicht, dass wir uns da nicht einfach die Freiheit nehmen können.
Zuletzt geändert von Walter Pall am 12.11.2012, 15:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Fagus Crenata - Kerbbuche

Beitrag von Bonsai-Fips » 12.11.2012, 14:59

Hallo Walter

Manchmal nehme ich mir schon die Freiheit, ein bisschen irr zu sein...

Gut Ding will Weile haben, vielleicht lass ichs einfach überwallen, die Idee mit dem Uro ist trotzdem gut...

Hallo Bernd

Danke für Deine Worte.

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Re: Fagus Crenata - Kerbbuche

Beitrag von camaju » 12.11.2012, 15:15

So wie es für mich aussieht, ist das ein Stummel und keine glatte Schnittstelle am Stamm.
stummel.jpg
stummel.jpg (46.04 KiB) 7841 mal betrachtet
Falls ja, schneid doch den Stummel im nächsten Frühjahr auf Stammhöhe zurück, evtl. noch ein bisschen ausfräsen und lass zuwachsen.
Gruß Jürgen *wink*

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Re: Fagus Crenata - Kerbbuche

Beitrag von Bonsai-Fips » 12.11.2012, 16:41

Hallo zusammen

Habe Detailaufnahmen versucht..

Zweimal die Schnittstelle und einmal ein Uro? eine Astetage höher, linke Seite, seitlich.

Gruss, Fips.
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Re: Fagus Crenata - Kerbbuche

Beitrag von ChristianB » 13.11.2012, 09:07

Hallo Fips,

an einem in Japan gezogenen Laubbaum ein Uro zu erzeugen finde ich unpassend. Das passt eher zu einem europäischen Yamadori.
Ob die auf dem Bild gezeigte Front immer die Vorderseite bleibt, könnte man auch diskutieren, zumindest vom Foto sieht es so aus, als ob man den Baum auch noch im Uhrzeigersinn drehen könnte, dann wäre die Schnittstelle nicht mehr Frontal.

Du könntest die Schnittstelle aber sicher noch glätten und z.B. mit Alufolie abdecken, damit sie flach zuwächst. In der Zeit in der Du an der Feinverzweigung arbeitest, sollte die neue Wunde auf jeden Fall zuwachsen. Insbesonderes da direkt neben der Schnittstelle ein Ast entspringt.
Viele Grüße

Christian

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Re: Fagus Crenata - Kerbbuche

Beitrag von Norbert_S » 13.11.2012, 09:58

Fips

Du zeigst uns hier schöne Stücke, die Kerbbuche ist schon einen extra Blick wert.
Zur Behandlung wäre ich voll einverstanden mit dem von Christian vorgeschlagenen Weg.
Buchen verschließen doch sehr schön ihre Wunden.
Norbert

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Re: Fagus Crenata - Kerbbuche

Beitrag von achim73 » 13.11.2012, 11:29

mal ne ganz ketzerische frage : wächst das loch nicht sowieso mit der zeit zu, egal ob man das altholz wegnimmt oder nicht ? nur mit loch etwas flacher (stichwort - wofür gibt es konkavzangen ?) *konfus*
Gruss, Achim
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Re: Fagus Crenata - Kerbbuche

Beitrag von Walter Pall » 13.11.2012, 11:47

In dem Fall würde ich kein Loch machen, sondern es zuwachsen lassen. Das ist ein ganz sauber klassich aufgebaute Baum. An dem würde ein Loch wie ein Fremdkörper wirken.
Einfach ein große Knopenzange nehmen und beherzt den Kragen abschneiden. Dann für mehrere Jahre den Ast, der da nahe dran ist und einen,der oberhalb ist, kräftig druchtreiben lassen. Dann ist das Loch zu.

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