Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

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Kränzle S.
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Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

Beitrag von Kränzle S. » 30.08.2016, 20:49

Hallo zusammen !

Weiss jemand was das ist und ob oder was man dagegen tun kann?

Dankeschön !
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souljah
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Re: Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

Beitrag von souljah » 30.08.2016, 21:00

Könnte das obstbaumkrebs sein?

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Kränzle S.
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Re: Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

Beitrag von Kränzle S. » 30.08.2016, 22:46

Nachtrag: Das was aussieht wie Löcher, das sind keine Löcher sondern Tropfen, die aus kleinen Rissen kommen.

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Kyrilla
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Re: Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

Beitrag von Kyrilla » 30.08.2016, 22:57

Gummifluß kommt bei Verschiedene Laubbaumarten, besonders steinfrüchtige Arten der Gattung Prunus (Kirschen, Pflaumen, Marillen, Pfirsiche u.a.) vor, aber ist eigentlich bei allen Obstgehölzen, die zu den Rosaceaen gehören, zu finden.
Gummose sagt eigentlich nur das es sich um eine aus Ästen und dem Stamm von Laubhölzern austretende bernsteinfarbene gummiartige Masse handelt. Der Gummifluß ist eine unspezifische Reaktion auf sowohl biotische wie abiotische Faktoren. Es kommt dabei zu einer Verflüssigung verschiedener Gewebe, in erster Linie des jüngsten Holzes. (Angeblich auch bei einigen tropischen Gehölzen auftretend die nicht zu den Rosaceaen gehören, aber das kenn ich nur aus der Literatur - war 'mal in einer Gartenbauzeitschrift.)
Bei Nadelbäumen spricht man von Harzfluß.
Wenn man sich über Ursache oder Gewebsreaktion unsicher ist spricht man bei Laub- und Nadelhölzern von Exsudat.

Lt. Arbolex 2.0: Gelber oder brauner Ausfluss im Stamm- oder Astbereich bei einigen Laubhölzern, vor allem bei Steinobstarten (wie Kirsche und Pflaume). Zurückzuführen ist dies auf eine mechanische Verletzung mit Lufteintritt in Holzgewebe oder auf Virus-, Bakterien-, Pilz- oder Insektenbefall. Die ausfließende, gummi- oder harzartige Substanz fließt aus Gängen der inneren Rinde und verhärtet an der Luft. Dieser Gummifluss ist eine Abwehrreaktion der Bäume. Der Baum wird durch den auch als Gummose bezeichneten Ausfluss geschwächt.
In Verbindung mit Astwelke kann Gummifluss auch auf Verticillium-Welke zurückgeführt werden.
Quelle:
https://forum.mein-schoener-garten.de/p ... 40200.page
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Chri
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Re: Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

Beitrag von Chri » 31.08.2016, 10:05

Finde ich komisch das am Apfel zu sehen ich kenne des nur von unsren Kirschbäumen im Garten bei Rissen in der Rinde bzw. großen Schnittwunden an den Rändern, hast du da Äste weggeschnitten?
Das eher der natürlische Wundverschluss.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph

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Re: Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

Beitrag von Heike_vG » 31.08.2016, 10:48

Hallo Stefan,

für mich sieht das aus wie eine pilzbedingte Stammfäule. Eventuell ist die Fäulnis von einer toten Wurzel aufwärts gewandert.
Obstbaumkrebs, der beim Obst-Apfel häufig vorkommt, geht mehr mit rissigen Geschwüren einher und Gummifluss, den ich bisher nur bei Prunusarten gesehen habe, halte ich für unwahrscheinlich.

M. E. solltest Du den ganzen betroffenen Bereich sauber ausschneiden bzw. ausschaben und dann einen fungizidhaltigen Wundverschluss auftragen (Wundbalsam Plus von Celaflor z.B.), oder die Stelle nach dem Ausschneiden abflämmen und anschließend mit Jinmittel einpinseln, das ja eine pilztötende Wirkung hat. Benutzte Werkzeuge anschließend sehr sorgfältig reinigen und desinfizieren!

Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Re: Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

Beitrag von Norbert_S » 31.08.2016, 11:23

Es könnte ein Pseudomasbefall sein.
Leider gibt es von dieser Art sehr patogene Stämme.
Der Geruch der Flüssigkeit ist schwer zu beschreiben aber unvergesslich süsslich-krank-faulig.

Meine wunderbare Schlehe ist im Frühjahr ein Opfer geworden. Vor 10 Jahren einmal ein roter Hartriegel.
Trotzdem habe ich den Geruch sofort zuordnen können.
Norbert

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Re: Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

Beitrag von Heike_vG » 31.08.2016, 11:39

Die schwarze Flüssigkeit könnte tatsächlich auf Pseudomonas hindeuten. Bei den Fällen, die ich bisher gesehen habe, waren die befallenen Stellen allerdings insgesamt eher schwarz und nicht so rotbraun. Was nichts heißen muss. Aber auch im Fall von Pseudomonas wäre die Behandlung so wie ich sie oben angeregt habe.

Liebe Grüße,
Heike
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Norbert_S
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Re: Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

Beitrag von Norbert_S » 31.08.2016, 12:29

Ich würde umgehend die Hausmülltonne empfehlen.
Norbert

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Re: Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

Beitrag von Tomsai 92 » 31.08.2016, 12:30

Hallo,
ich vermute auch stark eine beginnende bakterielle oder virale Infektion. Insbesondere Äpfel und viele Prunusarten haben eine riesige Bandbreite von verschiedensten Erregern. Die Schadbilder sind entsprechend mannigfaltig und deshalb leider nicht immer sofort eindeutig. Ich hänge mal ein Bild an wie es nach kurzer Zeit (ca. einem Monat) bei einer Rindenbrandvariante aussehen kann. Den von Norbert beschriebenen faulig süßen Gestank kann ich absolut bestätigen. Meine Nase ist sehr schlecht, aber diesen einzigartigen teuflischen Gestank könnte ich sofort erkennen. Bei stärkerem Befall riecht übrigens selbst der Pflanzensaft von scheinbar gesunden Trieben faulig. Das könnte man schon mal testen, indem ein gesunder Trieb geschnitten und zerrieben wird.

In jedem Fall würde ich den Baum sofort in weiter Ferne zu anderen Pflanzen und ohne möglichen Kontakt zum Gießwasser aufstellen. Die meisten Erreger verbreiten sich übers Wasser (ja, auch Luftübertragung gibt es da inzwischen).

Bitte in jedem Fall weiter berichten!

Gruß, Tom

PS: Prunus spinosa gilt als die mit Abstand resistenteste ihres Verwandschaftskreises... Norbert, du hast mich erfolgreich beunruhigt.
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Re: Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

Beitrag von Tomsai 92 » 31.08.2016, 17:00

Ergänzung:
Es könnte sich auch gut um eine Phytophthora-Art handeln, das sind pilzartige Protisten (ursprüngliche Mikroorganismen). Im Gegensatz zu Pseudomonas ließe sich das mit systemischen Fungiziden bekämpfen, solange die Pflanze vital gehalten wird und noch keine fortgeschrittenen Symptome zeigt. Gute Bilder zum "Teerflecken"-Schadbild gibts auf Google-Bilder.

Gruß, Tom
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Re: Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

Beitrag von Kränzle S. » 31.08.2016, 18:10

Danke euch allen!

Etwas auszuschneiden fällt mir schwer, der Stamm hat 5cm Durchmesser und ich habe 7 Stellen rings herum gezählt, was soll daraus dann werden ?

Der Saftaustritt hat bis auf zwei Stellen aufgehört. Habe ihn separiet und mal Aliette gegossen.

Wenn man den Baum so sieht würde man keine Krankheit vermuten.
Edit: m.E. Riecht der Saft nicht.
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Zuletzt geändert von Kränzle S. am 31.08.2016, 19:16, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

Beitrag von Chri » 31.08.2016, 19:15

Weis nicht wieviel der die Jahre davor getragen hat, aber vielleicht, sollte er ea überleben im nächsten Jahr die Fruchtzahl reduzieren?
Die dürften den kleinen ordentlich belasten.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph

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Re: Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

Beitrag von Norbert_S » 31.08.2016, 20:34

Tom, auf deinem Bild ist kein Pseudonomas.
Bei meiner spinosa schäumte die austretende Flüssigkeit.
Stefan, so verstopft kann keine Nase sein. ;-)
Dann ist es bei dir eine andere Microbe.
Norbert

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Re: Apfel rostiger Saftaustritt am Stamm

Beitrag von Tomsai 92 » 31.08.2016, 21:58

Norbert_S hat geschrieben:Tom, auf deinem Bild ist kein Pseudonomas.
Bei meiner spinosa schäumte die austretende Flüssigkeit.
Doch Norbert. Vor allem aus Schnittstellen bei gleichzeitig feuchten Wurzeln tendiert es zum schäumen, bei trockenerer warmer Witterung kann es im Extremfall auch so aussehen wie auf meinem Bild. Das war nur ein besonders fotogenes Exemplar von hunderten aus der Charge die ich um die Ecke bringen musste. Ich war damals leider zu gefrustet um mehr Bilder zu machen. Es handelt sich übrigens um Prunus St.Julien 'Inra 2', eine Obstunterlage. Ob nun die physiologische Störung „Gummifluss“, die schnell bei jeder Art von Stress auftritt, bei der Konsistenz der stinkenden Schleimigkeit mitentscheidend ist, weiß ich nicht. Und vor allem weiß ich leider nicht, ob sämtliche Varianten von Pseudomonas stinken. Da muss ich beizeiten mal nachforschen.

Das es nicht riecht lässt mich aktuell eher vermuten, dass es Phytophthora ist.
Bei Pseudomonas müssten die nächsten Wochen auch erste Rindenschäden ersichtlich werden, sonst ist das auszuschließen.

Abgesehen davon dass ich auch stark dazu neigen würde die Mülltonne schnellstmöglich aufzusuchen, müssen die Früchte bei einem Rettungsversuch auf jeden Fall sofort komplett runter. Die schwächen ungemein. Man sollte sich auch bewusst sein, dass der Baum nicht einfach nur einen kleinen Schnupfen hat. Das ist Leukämie im Endstadium eines körperlich geschwächten Rentners. Die Frage ist jetzt wie viel Zeit dem Patienten noch bleibt. Jeder konventionelle Doktor (Baumschulgärtner) hätte den Kampf längst aufgegeben...

Stefan, hast du noch andere Äpfel, Prunus oder irgendwelche Rosaceaen?
Dann musst du nämlich umgehend abwägen, ob es sich für diesen einen Baum lohnt alle anderen mit zu gefährden.
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