Fächerahorn erstgestaltung

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serge87
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Fächerahorn erstgestaltung

Beitrag von serge87 » 26.02.2019, 18:39

Hi zusammen
Ich habe mir letzten Herbst meinen ersten Fächerahorn gekauft :) Bin ein grosser Fan dieser Baumarten. Nun habe ich mich an die Erstgestaltung gewagt und möchte kurz ein paar Bilder teilen.

Die dickeren Äste versuche ich mit Kabelbinder herunterzuziehen, keine Ahnung wie erfolgreich das sein wird. Die Äste sind aber noch grün und so hoffe ich, dass ich die Wuchsrichtung noch korrigieren kann. Ich gehe aber davon aus dass ich die Binder doch einige Zeit dranlassen muss

Die Spitze wollte ich erst komplett entfernen, nun habe ich für den Moment entschieden sie noch dranzulassen. Was meint ihr dazu?

Was meint ihr zum Markanten loch im oberen Bereich des Baumstamms? Sollte ich das irgendiwe nachbehandeln?

Mein Plan wäre es nun die unteren Äste, welche relativ dünn sind, ungestört Wachsen zu lassen und im oberen Bereich die neuen Triebe einzukürzen. Ausserdem orgentlich düngen in der Wachstumsphase.

natürlich freue ich mich über Inputs und Rückmeldungen :)

grüsse
Serge
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20181118140419_IMG_1488.JPG
aussehen nach dem Kauf
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nach dem Abwurf der Blätter vor der Erstgestaltung
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Nach der Erstgestaltung. Diese Seite soll die Vorderseite werden
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Ursprünglich habe ich zu dieser Vorderseite tendiert, da der Wurzelansatz hier vielversprechend aussah. Unschön natürlich das Loch oben im Stamm
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-m-a-r-c-o-
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Re: Fächerahorn erstgestaltung

Beitrag von -m-a-r-c-o- » 26.02.2019, 19:55

Hi Serge,
Cooles Kabelbinder-Konstrukt... sehr kreativ... :mrgreen: :wink:
Wird wohl das gewünschte Ergebnis bringen, würde mich aber nerven wenn ich mir das ständig an dem Baum ansehen müsste. Vielleicht könnte da der dünne,grüne Stahl Blumendraht die bessere weil unauffälligere Variante sein ... am Ast mit Aquarium Schlauch ummantelt damit es kein Druckstellen gibt und an der Schale fixiert...

Das sieht sonst so für mich schon ganz ok aus, vielleicht dem einen oder anderen Ast etwas mehr Bewegung geben als nur waagerecht runter?
Bei dem Baum momentan ne vernünftige Ansichtsseite zu finden ist nicht so einfach, Stammbewegung, Astverteilung, fehlende Verjüngung im mittleren Bereich so wie die große Wunde oben grenzen die Ansichtsseite schon stark ein. Da hast du, wie ich finde so von den Bildern her, schon die As. gewählt die momentan an meisten Sinn macht. Auf Dauer werden dich die vielen Kompromisse aber nerven... also vielleicht ein bisschen radikaler ran gehen?

Die große Wunde würde ich auf jeden Fall behandeln, schön grade Ausfräsen, das Kambium leicht anritzen und mit Wundknete verschließen da sonst die Gefahr groß ist das da der Pilz rein geht und dann kannste dich ziemlich sicher von dem Acer verabschieden (da gibt es auch noch andere Möglichkeiten die Wunde zu verschließen aber ich habe mit der Wundknete bisher die Besten Erfahrungen gemacht daher nutze ich nur diese.). Die Wunde wird aber einige Zeit benötigen bis die komplett überwallt ist, würde denke ich Sinn machen in der Spitze einen Opferast auszuwählen den du das ganze Jahr durchtreiben lässt damit der benötigte Saftfluss auch da ist.

Was ich definitiv noch machen würde wäre den Baum, mit Wurzelarbeit, in einen größeren Pott umzutopfen dabei auch noch tiefer potten als der jetzt steht. Dadurch entwickelt sich das Nebari besser, einige nehmen dafür auch Gummischlauch oder Gärtnervlies, bringt alles den selben Effekt die Feuchtigkeit wird gehalten und der Baum bildet im Besten Fall dort Wurzeln.

serge87
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Re: Fächerahorn erstgestaltung

Beitrag von serge87 » 26.02.2019, 22:10

Hoi Marco
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort :)

- Ich bin frästechnisch absolut nicht eingerichtet. Tuts da eine Bohrmaschine mit entsprechendem Aufsatz auch um da nicht zu viel equipment anschaffen zu müssen?

- Wegen dem Umtopfen noch: Meine ganze Spannvorrichtung würde dann wohl nicht mehr so toll funktionieren in bei einem frisch umgetopftem Baum, da der Halt in der Schale noch fehlt.
Wäre es nicht sinnvoll das bestehende Nebari erstmal freizulegen um zu schauen was überhaupt da ist?

liebe Grüsse
Serge

serge87
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Re: Fächerahorn erstgestaltung

Beitrag von serge87 » 26.02.2019, 22:58

Müsste ich innerhalb des roten Kreises all das schwarze Holz ausfräsen? Und auf dem Kreis selber so viel abtragen bis das Kambium sichtbar wird?

Und auf dem Kreis dann auch das Wunderverschlussmittel aufbringen? Ich habe zu hause nur diese Paste aus der Tube, nicht die Wundknete. Kann ich diese auch verwenden?

grüsse
Serge
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Re: Fächerahorn erstgestaltung

Beitrag von Anja M. » 27.02.2019, 05:31

Sofern es sich bei der Paste aus der Tube um Lacbalsam handelt, laß lieber die Finger davon. Das Zeug läßt nicht genug Dampfdiffusion zu und ist kaum bis gar nicht mehr ab zubekommen.
73 Anja

serge87
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Re: Fächerahorn erstgestaltung

Beitrag von serge87 » 27.02.2019, 12:02

Hi Anja
Ich habe diese 2 Verschlussmittel zu hause: Muss man damit das ganze Loch ausfüllen oder nur den Rand mit dem Kambium?

grüsse
Serge
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Re: Fächerahorn erstgestaltung

Beitrag von -m-a-r-c-o- » 27.02.2019, 20:06

serge87 hat geschrieben:
26.02.2019, 22:10
Hoi Marco
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort :)

- Ich bin frästechnisch absolut nicht eingerichtet. Tuts da eine Bohrmaschine mit entsprechendem Aufsatz auch um da nicht zu viel equipment anschaffen zu müssen?

- Wegen dem Umtopfen noch: Meine ganze Spannvorrichtung würde dann wohl nicht mehr so toll funktionieren in bei einem frisch umgetopftem Baum, da der Halt in der Schale noch fehlt.
Wäre es nicht sinnvoll das bestehende Nebari erstmal freizulegen um zu schauen was überhaupt da ist?

liebe Grüsse
Serge
Nabend Serge,

ich würde meine Dremel nehmen wie die meisten anderen wohl auch aber ne Bohrmaschine wirds vielleicht auch tun wenn du das ganze gehändelt bekommst, stell mir das aber schwierig vor.

Ja klar die Spannvorrichtung wirst du dann erneuern müssen, sollte aber kein Problem darstellen wenn der Baum ordentlich in der Schale fixiert ist. Tipp, nimm dir nen 5er oder 6er Draht, fädel den von unten durch die Drainage löcher, quasi so wie den Draht zum befestigen des Baumes, dann machst du in den dicken Draht am ende jeweils eine Schlaufe die leicht über die Substratoberfläche hinaus ragt, da kannst du dann wunderbar dünne Spanndrähte dran befestigen. Hält Bombe und ist auch nicht so auffällig wie Kabelbinder...

Ja und na klar gehört zum Umtopfen und der Wurzelarbeit auch sich das bereits vorhandene Nebari anzuschauen und ggf. tätig zu werden.

serge87 hat geschrieben:
26.02.2019, 22:10
Müsste ich innerhalb des roten Kreises all das schwarze Holz ausfräsen? Und auf dem Kreis selber so viel abtragen bis das Kambium sichtbar wird?

Und auf dem Kreis dann auch das Wunderverschlussmittel aufbringen? Ich habe zu hause nur diese Paste aus der Tube, nicht die Wundknete. Kann ich diese auch verwenden?
Das ist nach genauerem hinsehen gar nicht so einfach, da n Stück drunter ja noch so ne fette Wunde ist... Ich würde mich jetzt erstmals primär um die obere Wunde kümmern. zu dem was ich jetzt schreibe muss ich dir aber sagen das ich erst zwei mal so fette Baustellen hatte und das folgende ein Mal funktioniert hat und das andere Mal bisher noch nicht.

Meine Vorgehensweise war folgende, die Wunde ausgefräst bis in das gesunde Holz, ne Woche trocknen lassen, dann Holzhärter drauf, nochmal ne Woche trocknen gelassen, dann das ganze mit so nem Zeug von Pa..ex aufgefüllt, express Repair heißt das glaube ich... beim füllen drauf achten das du ne schön glatte Schicht hast die knapp unter dem gesundem Kambium abschließt. Dann Kambium leicht anritzen und alles was an frischem Holz und verletztem Kambium zu sehen ist mit Wundknete verschließen. Mit dem anderen Zeug was du da hast kenne ich mich nicht aus, weiß von einigen die beim Wunderverschluss schon rumexperimentiert haben, dass viele wieder zu der Knete zurück gegangen sind weils halt zuverlässig funzt.
Bei der unteren Wunde würde ich "jetzt" ( die gehört dringend auch bearbeitet) erst mal nur das Kambium leicht anritzen und Knete drauf machen.
Wichtig ist beim Wunderverschluss immer der Saftfluss, sprich Zuwachs, lässte keinen ordentlichen Zuwachs zu funktioniert der Wunderverschluss nur sehr langsam bis gar nicht...

Evtl. kann ja an der Stelle einer der Bonsai Dinos noch was befruchtendes Beitragen :-D :wink:

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Re: Fächerahorn erstgestaltung

Beitrag von mydear » 27.02.2019, 22:15

Ich fühle mich zwar noch nicht als Dino, habe vorher schon im anderen Beitrag geanntwortet:

viewtopic.php?f=8&t=48484&p=542488#p542488

Grüße
Rainer
(Dino in spe)

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Re: Fächerahorn erstgestaltung

Beitrag von serge87 » 28.02.2019, 08:50

Marco, auch dir vielen Dank für deine TIpps. Klingt schonmal sinnvoll für mich. Danke auch für die Tipps mit der Drahtschlaufe, das werde ich so versuchen :)

Ich werde die Pflanze im Frühjahr in einen grösseren Pott umpflanzen.
Soll ich mit der Wundbehandlung erst danach beginnen? Rainer meinte ja im Mai wäre gut, wenn die Pflanze schon ordentlichen Saftfluss hat



grüsse
Serge

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Re: Fächerahorn erstgestaltung

Beitrag von -m-a-r-c-o- » 02.03.2019, 20:53

Ja probiers mal aus und poste Bilder... *daumen_new*

Bin da der selben Meinung wie Rainer, ende April anfang Mai ist dafür ein guter Zeitpunkt. Hab das auch schon mal früher im Jahr gemacht aber da fand ich die "Kallusbildung" (Kallus! wie es richtig heißt und nicht Kambium wie ich im vorigen Post die ganze Zeit geschrieben habe *vogel* :mrgreen: ) nicht so berauschend...

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Re: Fächerahorn erstgestaltung

Beitrag von ChristianB » 04.03.2019, 09:43

Hallo Serge,
bei der Gestaltung fällt mir die teilweise unorthodoxe Aststellung auf.
Normalerweise entspringen die Primäräste, zumindest wenn sie ungefähr auf gleicher Höhe sind, im gleichen Winkel. Zur Krone hin wird der Winkel dann spitzer.
Das würde ich auf jeden Fall noch korrigieren.
Viele Grüße

Christian

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Köhler Rudolf
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Re: Fächerahorn erstgestaltung

Beitrag von Köhler Rudolf » 04.03.2019, 19:51

Hallo Serge,

bei deinem Baum musst du m.E. nochmals nacharbeiten.

Die Spitze ist noch viel zu dominant. Die Drahtarbeiten musst du auch nochmals genauer nacharbeiten.

Vor allem musst du einen genauen Plan über die weitere Vorgehensweise haben. Du brauchst Wachstum und nochmals Wachstum.
Vor allem die unteren Äste müssen gestärkt werden.
Ich würde den Baum eventuell noch einmal in eine etwas größere Holzkiste umtopfen. Dann Dünger und nochmals Dünger drauf. Eventuell mit gesiebtem Sphagnummoos oder Kleintierstreu auf die Oberfläche ausbringen.

Die unteren Äste exakter Drahten und genauer ausrichten. Dann die unteren Äste durchtreiben lassen.Aber darauf achten, dass der Draht nicht einwächst.
Oben kannst du auch einen Zugast durchtreiben lassen. Den Rest im oberen Bereich immer wieder zurücknehmen. Aber nur grob. Den einen dickeren Ast im oberen Bereich würde ich aber noch weiter zurücknehmen. Im Normalfall treibt der Baum aus allen Löchern. Da kannst du dir die richtigen Triebe aussuchen.

Auf keinen Fall den Baum kürzen. Jetzt ist einfach nur gezieltes Wachstum angesagt. Wässern, Düngen, Drahten, entdrahten, Drahten, Schneiden. Mit so einer Vorgehensweise bin ich bei meinem Ahorn ganz gut vorangekommen.

Viel Spaß.
Grüße
Rudi K.

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Re: Fächerahorn erstgestaltung

Beitrag von serge87 » 17.06.2019, 21:11

Hallo liebe Bonsaifreunde
So, ich melde mich mal wieder wegen meinem Ahorn ;)
Hab im Frühjahr noch einiges gemacht, umgetopft und die Äste versucht nach euren Tipps noch etwas präzieser auszurichten...

Ebenso habe ich mich um die grosse Wunde gekümmert, mal schauen ob die bald mal zuwächst ;)

Apropos zuwachsen: Wie ihr den Bilder entnehmen könnt, ist das gute Bäumchen fleissig am austreiben. Ich lasse im unteren Bereich durchtreiben und habe weiter oben die Triebe zurückgenommen. Trotzdem ist die ganze Sache nun ziemlich buschig, ich frage mich, ob ich evtl etwas auslichten soll damit überall gut Licht hinkommt? Was würdet ihr machen? Einzelne Triebe wegnehmen, einzelne Blätter oder mal so lassen wies Momentan ist?

Sonnige Grüsse aus Basel
Serge
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Anfang April
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