Acer Palmatum auf dem richtigen Weg?

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Jens F.
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Acer Palmatum auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Jens F. » 10.01.2015, 15:15

Hallo zusammen,

im Herbst 2013 konnte ich unserem Hausmeister auf der Arbeit diesen Acer Palmatum abschwatzen. Er stand in einem 10l Ketchup-Eimer ohne Abzugslöcher und bekam nicht die ihm gebührende Pflege. Wie lange er das ertragen musste, kann ich nicht sagen. Ich habe ihn dann Anfang Oktober gleich umgetopft. Ein radikaler Wurzelschnitt war definiv notwendig, da sich der größte Teil des Ballens zu zersetzen begann. Er wurde dann in einen TPK gesetzt und durfte sich fortan von seinen Strapazen erholen. Den relativ milden Winter hat er gut überstanden und dankte es mit kräftigen Neuaustrieb. Seitdem habe ich ihn wachsen lassen und jeweils zum Jahresende zurückgeschnitten. Beim Rückschnitt habe ich mich vordergründig an die Länge der Internodien orientiert. Im kommenden Frühahr werde ich ihn in geeignetes Substrat setzen. Bin auf die nächste Saison sehr gespannt.
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Okt. 2013
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Okt. 2013
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April 2014
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April 2014
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April 2014
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Jan. 2015
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Jan. 2015
Grüße, Jens
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Jens F.
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Re: Acer Palmatum auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Jens F. » 31.01.2015, 14:08

Es versteht sich von selbst, dass hier noch ein langer Weg gegangen werden muss, aber will sich denn niemand äußern??? :-?
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Waya
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Re: Acer Palmatum auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Waya » 31.01.2015, 14:58

Das Nebari ist noch in der Entwicklung. Bei deinem Bilder hängen aber die wichtigen noch jungen Wurzeln für ein Nebari in die Luft. So sterben die höchstens ab. Setz den Baum daher lieber etwas tiefer, damit die Wurzeln, die das Nebari bilden sollen, bedeckt sind.

Wo willst du denn mit dem Baum hin? Im jetztigen Stadium, kann noch alles mögliche daraus werden, die Frage ist nur was willst DU daraus machen?
Gruß, Claudia

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Anja M.
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Re: Acer Palmatum auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Anja M. » 31.01.2015, 15:22

Ich hoffe es ist noch erkennbar, wo ich 'geschnitten' und wo ich hinzugedichtet hab.
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achim73
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Re: Acer Palmatum auf dem richtigen Weg?

Beitrag von achim73 » 01.02.2015, 14:31

Es versteht sich von selbst, dass hier noch ein langer Weg gegangen werden muss, aber will sich denn niemand äußern??? :-?
mir stellt sich da dieselbe frage wie claudia. ich kann nicht so recht erkennen, was die idee hinter den bisherigen gestalterischen massnahmen gewesen ist.
wie stellst du dir den baum in 5 jahren vor ?
Gruss, Achim
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Jens F.
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Re: Acer Palmatum auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Jens F. » 01.02.2015, 15:12

Hallo und einen schönen Sonntag gewünscht.

Claudia, den Wurzelansatz habe ich bereits mitte letztens Jahres mit Substrat bedeckt. Das kann man auf den letzten Photos leider nicht gut erkennen. Im Frühjahr wird er eh umgetopft und noch tiefer in den TPK gesetzt. Wo ich hin will? Als erstes will ich Stammverdickung erzielen. Daher habe ich ihn letztes Jahr durchtreiben lassen. Das habe ich in diesem Jahr auch vor. Der Rückschnitt hat sich einzig und allein an die Länge der Internodien orientiert. Aus diesem Grund sieht die Aststruktur so aus wie sie eben aussieht. Für die Zukunft stelle ich mir eine breit ausladende Krone, unterteilt in mehreren Ebenen, vor. Vielleicht wirds aber auch ganz anders. Mal sehen was mir der Baum noch anbietet.

Beste Grüße, Jens.
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Re: Acer Palmatum auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Jens F. » 22.05.2019, 14:34

Hallöchen zusammen,

viel Zeit ist vergangen und es gab auch viel zu tun. Daher melde ich mich erst jetzt mit ein paar frischen Photos zurück. Der Ahorn konnte die letzten 2 Jahre ausgesetzt im freien genießen und hat als dank ordentlich an Stammdicke zugelegt, was mich natürlich sehr freut. Zur besseren Orientierung: Das Pflänzchen ist ca. 80cm hoch. Aber seht selbst.

Beste Grüße
Jens
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bock
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Re: Acer Palmatum auf dem richtigen Weg?

Beitrag von bock » 22.05.2019, 15:24

Jens F. hat geschrieben:
01.02.2015, 15:12
... Für die Zukunft stelle ich mir eine breit ausladende Krone, unterteilt in mehreren Ebenen, vor. ...
Beste Grüße, Jens.
Moin Jens,

steht dein Plan noch so?
Für mich ist die obere Hälfte des Baums - naja - suboptimal. Die Schale ist ja auch eher ungewöhnlich.
Aber ich will mich nicht über Geschmacksfragen streiten. Wichtiger ist erstens: ist der Wurzelansatz brauchbar? Wie lässt er sich optimal entwickeln? Wo ist nach dem Wurzelansatz die Vorderseite?
Wie ist die Stammbewegung und -verjüngung? Welche Ansichtsseite ist danach ideal? Welcher Pflanzwinkel passt zu dem Baum?
Wie ist die Astverteilung, die Astansätze und deren Verjüngung?
Wie ist das Verhältnis von Stammdicke zu Baumhöhe?
Welche Maßnahmen sind erforderlich, um das angestrebte Ziel zu erreichen?
Welche Größe soll der Baum in fünf (in zehn) Jahren haben?
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:

felice
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Re: Acer Palmatum auf dem richtigen Weg?

Beitrag von felice » 22.05.2019, 15:45

hey,
ich habe auch solche projekte. das kann spaß machen und ich finde, daß man viel lernt.
über acer palmatum und den weg von der jungpflanze zum bonsai, stammverdickung usw. finde ich den youtube kanal von herons bonsai, peter chan ziemlich gut. er zeigt seine baumschule, vor allem acer, abmosungen, verschiedene schritte in verschiedenen entwicklungsstadien. das ganze sehr auf die praktischen dinge ausgerichtet, man erfährt nicht so viel über baumkunde und die physiologie dahinter. aber ich fands interessant. insgesamt ein thema, das mehr aufmerksamkeit vertrüge. neben allem gedrahte, gebiege und gezurre.

anyway: wenn du mehr verdickung und wachstum möchtest: großer topf oder ins feld. die schale ist etwas für ein feineres entwicklungsstadium.

viel spaß

Jens F.
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Re: Acer Palmatum auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Jens F. » 22.05.2019, 17:03

bock hat geschrieben:
22.05.2019, 15:24
Jens F. hat geschrieben:
01.02.2015, 15:12
... Für die Zukunft stelle ich mir eine breit ausladende Krone, unterteilt in mehreren Ebenen, vor. ...
Beste Grüße, Jens.
Moin Jens,

steht dein Plan noch so?

Prinzipiell schon. Wie erwähnt hatte ich den Ahorn in den letzten beiden Jahren ausgepflanzt, kräftig wachsen lassen (bis ca. 2m Höhe) und die Opferäste zurckgeschnitten. Dieses Jahr wollte ich eher die unteren Austriebe wachsen lassen und als Opferäste nutzen, sodass er an Breite gewinnt.

Für mich ist die obere Hälfte des Baums - naja - suboptimal. Die Schale ist ja auch eher ungewöhnlich. Aber ich will mich nicht über Geschmacksfragen streiten.

Auf den Photos kommen die realen Proportionen irgendwie nicht richtig rüber. Die obere Hälfte ist nicht so massiv wie sie wirkt. Ich versuche demnächst, noch bessere Photos einzustellen.Über die Optik der Schale müssen wir nicht diskutieren. Da der Baum noch Jahre von einem Bonsai entfernt ist, mache ich mir darüber noch keine Gedanken. Wichtig ist die Gesundheit und Entwicklung des Baumes. Mir ging es in erster Linie um die Größe der Schale. Es war die nächstkleinere in Bezug auf den Teichpflanzkorb. Ich will den Wurzelballen nach und nach an weniger Platz gewöhnen.

Wichtiger ist erstens: ist der Wurzelansatz brauchbar? Wie lässt er sich optimal entwickeln? Wo ist nach dem Wurzelansatz die Vorderseite?
Wie ist die Stammbewegung und -verjüngung? Welche Ansichtsseite ist danach ideal? Welcher Pflanzwinkel passt zu dem Baum?
Wie ist die Astverteilung, die Astansätze und deren Verjüngung?
Wie ist das Verhältnis von Stammdicke zu Baumhöhe?
Welche Maßnahmen sind erforderlich, um das angestrebte Ziel zu erreichen?
Welche Größe soll der Baum in fünf (in zehn) Jahren haben?

Über all diese Fragen sollte man sich während der gesamten Entwicklung gedanken machen. Manche sind richtig, viele werden wahrscheinlich falsch sein. Dafür bin ich hier. Um zu lernen. Den Wurzelballen habe ich 2013 so prepariert, dass er nicht in die Tiefe, sondern in die Breite wächst. Somit erhoffe ich mir auch eine positive Entwicklung des Nebari. Die Größe des Baumes gefällt mir so schon ganz gut. Größer soll er definitiv nicht werden. Stammbewegung, Stammverjüngung und Astaufbau befinden sich noch im Prozess. Da hoffe ich auf viele Tipps und Ratschläge. :-D
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K. F.

Jens F.
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Re: Acer Palmatum auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Jens F. » 22.05.2019, 17:07

felice hat geschrieben:
22.05.2019, 15:45
hey,
ich habe auch solche projekte. das kann spaß machen und ich finde, daß man viel lernt.
über acer palmatum und den weg von der jungpflanze zum bonsai, stammverdickung usw. finde ich den youtube kanal von herons bonsai, peter chan ziemlich gut. er zeigt seine baumschule, vor allem acer, abmosungen, verschiedene schritte in verschiedenen entwicklungsstadien. das ganze sehr auf die praktischen dinge ausgerichtet, man erfährt nicht so viel über baumkunde und die physiologie dahinter. aber ich fands interessant. insgesamt ein thema, das mehr aufmerksamkeit vertrüge. neben allem gedrahte, gebiege und gezurre.

Danke für den Tipp. Ich werde mir die Videos gerne mal ansehen.

anyway: wenn du mehr verdickung und wachstum möchtest: großer topf oder ins feld. die schale ist etwas für ein feineres entwicklungsstadium.

Also sollte der Ahorn nochmal mindestens 2-3 Jahre ausgepflanzt werden? Weiterhin austreiben lassen und anschließend kräftig zurückschneiden? Wie geht ihr dann mit den großen Schnittstellen um?

viel spaß
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K. F.

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mydear
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Re: Acer Palmatum auf dem richtigen Weg?

Beitrag von mydear » 23.05.2019, 00:00

Hallo Jens,

gute Wundüberwallung ist mir sehr wichtig, das Thema findest du zB hier:

viewtopic.php?f=9&t=44869#p505292

Grüße
Rainer

Jens F.
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Re: Acer Palmatum auf dem richtigen Weg?

Beitrag von Jens F. » 23.05.2019, 16:34

Hallo Rainer,

ein sehr komplexes und interessantes Thema, muss ich zugeben. Die Beiträge haben mich definitiv sensibilisiert. Besten Dank also für den Link!!!
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K. F.

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