Kleine Fragen für zwischendurch:

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
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Acelyte
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Re: Kleine Fragen für zwischendurch:

Beitrag von Acelyte »

Guten Morgen!
Bevor ich einen neuen Thread für 2 "kleine" Fragen erstelle, dachte ich, ich probiere es erstmal hier :)
Dabei geht es mir generell um die Spezies Juniperus Procumbens Nana, inkl. konkretem Baum natürlich.

1. Diese Spezies wächst ja gern flach / bodendeckend, was hervorragend für eine Gestaltung zur (Halb-)Kaskade geeignet ist. Mein Exemplar wird dazu sicher auch prädestiniert sein. Kann sie dennoch auch in Richtung eines Literaten gestaltet werden? Wenn ja bis zu welcher Stammdicke kann ich versuchen mit Draht eine Aufrechte Form zu geben? (Die Kaskadenäste meines Exemplars sind bei ca. 1cm) Oder müsste ich dafür schon sehr junge Pflanzen drahten/stützen für einen aufrechten Wuchs?

2. Mein Bäumchen besitzt 2 Äste, die Kaskadenartig abgehen, davon ist einer wunderbar geschwungen (der obere) der zweiter schnurgerade (der Untere). Sollte ich zur Gestaltung auf den Unteren verzichten, bzw. einen Jin erwägen, oder kann ich eventuell noch mit Draht Bewegung einbringen und mit beiden Ästen gestalten?
Lässt sich sonst der gerade Ast als recht großer Steckling "wiederverwerten?"

Noch ergänzend zur bisherigen Vorgangsweise mit dem Baum:
Er ist seit 10-12 Monaten bei mir und wurde nun am Wochenende "umgetopft", eigentlich nur die Wurzeln ausgekämmt und Baumarkt-Erde gegen Substrat ausgetauscht. Das Blattwerk habe ich nur minimal ausgelichtet, größtenteils totes entfernt. Riesen Eingriffe sehe ich jetzt erstmal nicht vor, plane aber gerne vor in welche Richtung ich zukünftig gehen möchte.

Ich freue mich auf den Austausch und danke schonmal für eure Gedanken :)
Gruß, Waldemar
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Barbara
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Re: Kleine Fragen für zwischendurch:

Beitrag von Barbara »

Hallo Waldemar,

da kannst du getrost auf den geraden Ast verzichten und mit dem, der die schönere Bewegung hat weiterarbeiten.

Liebe Grüße,
Barbara
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Acelyte
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Re: Kleine Fragen für zwischendurch:

Beitrag von Acelyte »

Hallo Barbara,

Danke für den Hinweis, dann werde ich mal schauen, ob ich als Steckling bewurzelt bekomme und vielleicht einen Jin in der Position bekomme, der dem Baum zuträgt.

Gruß, Waldemar
Roland.O
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Re: Kleine Fragen für zwischendurch:

Beitrag von Roland.O »

Würde euch gerne um info bitten warum? :roll:
Hätte jemand eine Antwort was hier passiert ist.
Ich habe mir letzten Herbst 10stk Lärchen aus der Baumschule im Topf besorgt und alle auf die gleiche Art an den Wurzeln von der Erde befreit und ganz wenig an den Wurzeln gekürzt. Sind alle in der selben Kiste und Substrat. Im Frühjahr sind alle grün geworden und jetzt sind es nur noch 3Stück davon.
Kann mir jemand helfen, was hier passiert ist und ob es für den Rest schon zu spät ist.

Gruß Roland.
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mydear
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Re: Kleine Fragen für zwischendurch:

Beitrag von mydear »

Roland.O hat geschrieben: 15.05.2024, 18:42 Ich habe mir letzten Herbst 10stk Lärchen aus der Baumschule im Topf besorgt und alle auf die gleiche Art an den Wurzeln von der Erde befreit und ganz wenig an den Wurzeln gekürzt. Sind alle in der selben Kiste und Substrat. Im Frühjahr sind alle grün geworden und jetzt sind es nur noch 3 Stück davon.
Lärchen im Herbst umtopfen: wann war denn das?
Am besten klappt es im Frühjahr wenn die Knospen gerade anfangen zu Sprießen. Gut geht auch Mitte August bis Mitte September. Je nachdem wie viel an den Wurzeln gewildert hast stehen die Chancen mehr oder weniger gut, dass sich im Frühjahr Leben zeigt. Lärchen sind da heikel, auch Profis erleben bisweilen Überraschungen.
Vertrocknete Lärchen treiben oft noch aus den gespeicherten Reserven aus, um bis zum Hochsommer im Juni endgültig den Geist aufzugeben. Erst nach 2 Jahren kannst du dir sicher sein, dass die 3 durchkommen. Deine 7 werden es wohl nicht schaffen. Deshalb würde ich Füße still halten und nur pflegen.

Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Heiner B.
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Re: Kleine Fragen für zwischendurch:

Beitrag von Heiner B. »

Hallo Rainer,

ich gehe mal davon aus, dass Roland sich wurzelnackte Lärchen gekauft hat oder diese erst kurz vor der Lieferung an die Baumschule in Töpfe gesteckt wurden (bei Eiben z.B. wird häufig einfach ein Sand-Erdgemisch in die Wurzeln "eingespült". Bei Hornbach sieht man das bei deren click-containern häufig). Die sind im Forsthandel spottbillig zu bekommen und werden i.d.R. nur zwischen Oktober und April verkauft. Das ist aber auch gleichzeitig das Risiko dabei. Nicht richtig gepflegt und schon gehen ein paar davon ein.

Ich habe mir vor ein paar Jahren mal 25 Stück 2-3 jährige davon für Waldpflanzungen geholt (unter 1 € das Stück waren die damals). von denen sind aber noch mehr als 20 am Leben. Nur ein paar Lärchen hatten es nicht geschafft, bei denen ich aber bei der Lieferung schon fast davon ausgehen könnte, das es mit denen nicht klappt, weil die Wurzeln beim Ausgraben stärker beschädigt wurden.
Liebe Grüße
Heiner
Roland.O
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Re: Kleine Fragen für zwischendurch:

Beitrag von Roland.O »

Hallo Rainer und Heiner.
Danke fürs Antworten.
Die Lärchen kommen aus einer Forstbaumschule so wie Heiner beschrieben hat.
Im Frühjahr gibt es sie Wurzelnackt (alle 10 st eingegangen) und diese in kleinen Töpfchen gibt der Forsthandel irgend wann im Oktober raus, wenn sie schon Nadeln abwerfen. Da ist für sie der richtige Zeitpunkt im Wald nachzusetzen.
Gekürzt oder nur gerade geschnitten wurden max. 20%. Überwinterung war draußen unter dem Balkon und bei stärkerer Frostgefahr im Winter reingeholt.
Zu feucht oder zu trocken oder sonst was?
Gruß Roland.
Heiner B.
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Re: Kleine Fragen für zwischendurch:

Beitrag von Heiner B. »

Hallo Roland,

Lärchen vertragen Frost eigentlich recht gut. Ich lasse meine bei jedem Wetter draußen. Eines der wenigen Dinge, das Lärchen nicht so besonders gut vertragen, sind heiße Wurzeln über den Sommer. Ich hatte meine übrigens im Januar 2020, also vor 4 Jahren, gekauft (eben nochmal nachgeschaut) :) .

Bei wurzelnackten Pflanzen ist das Risiko, das diese nach dem Eintopfen nicht durchkommen, natürlich viel höher, als bei schon in Töpfen gewachsenen Bäumchen. Nach dem Erhalt sollte man wurzelnackte Bäume am besten 1-2 Stunden in Wasser stellen und so schnell es geht einpflanzen.
Liebe Grüße
Heiner
xenix
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Re: Kleine Fragen für zwischendurch:

Beitrag von xenix »

Guten Nachmittag ins BFF

Ich habe heute eine kleine Rotbuche vom Sponsor in D abgeholt.
Die Buche stand in sehr lockerem vermutlich eher humosen Substrat.

Ich habe die Buche aus dem Topf genommen ohne etwas daran zu machen und ihn in einen kleinen Teichpflanzkorb (d = 13 / h = 10 cm) umgesetzt und mit mineralischem Substrat aufgefüllt; anschliessend habe ich die Buche eine gute 1/2 Stunde getaucht.

Meine Frage ist: Habe ich etwas grundlegendes falsch gemacht?

Ich werde sie schattig aufstellen und während der heissesten Jahreszeit in die Wohnung nehmen,
Beste Grüsse aus der Schweiz
Tom
hwolf
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Re: Kleine Fragen für zwischendurch:

Beitrag von hwolf »

Umsetzen von einem Container in den anderen geht eigentlich immer. Würde ich mich nicht verrückt machen, einfach schattig stellen und normal pflegen.
In der Wohnung wird die Rotbuche unglücklich werden, das solltest Du lassen.

LG
Heinrich
xenix
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Re: Kleine Fragen für zwischendurch:

Beitrag von xenix »

Hallo Heinrich

Vielen Dank für Deine Antwort.

Schattig steht sie und wird normal gepflegt.

Ich habe mich wohl ungenau ausgedrückt. Ich stelle die Buche natürlich nicht dauerhaft in die Wohnung.

Ich würde sie nur in der heissesten Jahreszeit nach dem Giessen am Morgen bis ca. 20 Uhr in die Wohnung stellen, die Nacht wird sie auf jeden Fall draussen verbringen.
Beste Grüsse aus der Schweiz
Tom
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Gary
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Re: Kleine Fragen für zwischendurch:

Beitrag von Gary »

xenix hat geschrieben: 22.05.2024, 09:45 Ich würde sie nur in der heissesten Jahreszeit nach dem Giessen am Morgen bis ca. 20 Uhr in die Wohnung stellen, die Nacht wird sie auf jeden Fall draussen verbringen.
Hallo Tom,
was genau soll Dein Vorgehen bringen?

Ein halbschattiger/teils schattierter, und somit "kühlerer" Standort im Hochsommer ist sicherlich okay, doch der Baum braucht ja gerade das Sonnenlicht (UV-Strahlung) zum Leben/Wachsen. Und gerade in der Wohnung bzw. nachts bekommt er dies nicht.

Habe ich etwa deshalb bisher noch keine Buchen in Wohnungen wachsen sehen sondern nur im Freien. *kopfkratz*
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

Arbeitskreis Karlsruhe im BCD
hwolf
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Re: Kleine Fragen für zwischendurch:

Beitrag von hwolf »

Der gute Gary kam mir zuvor, ich stelle mich aber in den Reigen:

Ja aber warum, wozu?
Ich gehe mal davon aus, dass Du dir da jetzt nicht eine 600 Jahre alte Buche mit einer einzelnen Saftbahn und einer seit 60 Jahren gestalteten Feinverzweigung aus Enger geholt hast... Und wenn Du jetzt im Mai den Baum aus dem Topf genommen und direkt in einen etwas größeren getan hast und mit Substrat aufgefüllt hast, wie ich Deinen Fragepost verstehe, dann hat die Buche das kommende Woche schon vergessen. Lass den Baum einfach Baum sein und behindere ihn nicht mit wechselndem Klima, Dunkelheit und hin- und herschleppen. Im Schatten draußen ist es noch immer 10fach so hell wie tagsüber in der Wohnung. Geh mal im Sommer nach einer Stunde auf der Terrasse in die Wohnung. Stockdunkel für die ersten paar Sekunden, bis sich die Augen anpassen, nicht?
Wenn Du Sorge hast und dem Baum was gutes tun willst, dann schlage den TPK mit dem Baum drin für die allerheißeste Zeit in einen größeren Topf oder besser TPK mit ganz grobem Lavamulch ein und übergieße den Mulch beim gießen mit. Die Verdunstungskälte und das Mikroklima schützen die Wurzeln und entlasten die Blätter. So mache ich es auch zB mit Lärchen - sie können dank des Einschlagens auch im August bei 35° vollsonnig stehen.
Bei einer Buche würde ich allerdings wenn überhaupt ein paar Blätter halbieren und mittags überbrausen, muss ja aber jeder selbst wissen ;)
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