Nochmal Jungpflanzen: umtopfen oder nicht?

Erfahrungsaustauscht und Dokumentation von Sämerein und Stecklingsanzucht von Gehölzen auf dem Weg zur Bonsai tauglichen Rohpflanze.
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Suikinkutsu
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Nochmal Jungpflanzen: umtopfen oder nicht?

Beitrag von Suikinkutsu »

Hallo zusammen,

aus Spaß an der Freud' und um erstmal die Pflege zu üben, habe ich mir ein paar Jungpflanzen bestellt. Mir ist klar, dass ich daraus in den nächsten Jahren keine Bonsai formen werde.

Geplant war, bald nach Ankunft umzutopfen (in TPK): schätze ich es richtig ein, dass es dazu bei den gelb markierten Pflanzen für dieses Jahr bereits zu spät ist?
Jünglinge markiert.jpg
Jünglinge markiert.jpg (180.32 KiB) 601 mal betrachtet
Und noch eine Frage zu einer der Pflanzen: sehe ich das richtig, dass es bei dieser Pflanze auch langfristig schwierig werden dürfte, die markierten Knubbel los zu werden? Handelt es sich bei dem unteren um eine Veredelungsstelle? Es ist ein Ulmus japonica.
Schließlich: gehe ich Recht in der Annahme, dass ich besser früher, als später die Dreifachverzweigung auflösen sollte?
Ulme mit Pfeil.jpg
Ulme mit Pfeil.jpg (119.14 KiB) 601 mal betrachtet
Ich versuche, zu lesen und zu verstehen, bin aber einfach noch sehr unsicher, ob ich es richtig einschätze.

Schöne Grüße

Tim
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Tim
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achim73
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Re: Nochmal Jungpflanzen: umtopfen oder nicht?

Beitrag von achim73 »

hallo tim,
also das mit dem umtopfen ist bei allen pflanzen noch problemlos möglich. das wetter ist gerade sogar ideal dafür. einfach nicht allzuviele wurzeln schneiden, nur was direkt nach unten geht. im zweifelsfall einfach dran lassen.
das mit der verzweigung siehst du richtig, die ist auch für den unschönen knubbel verantwortlich.
das wird sich im lauf der zeit aber verwachsen.
ulmen sind sehr dankbare anfängerpflanzen, neigen aber schnell dazu, solche verdickungen zu bilden, wenn man nicht rechtzeitig äste auf gleicher höhe entfernt.
Gruss, Achim
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Suikinkutsu
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Re: Nochmal Jungpflanzen: umtopfen oder nicht?

Beitrag von Suikinkutsu »

Lieber Achim,

ich finde es wirklich super, dass so viele alte Hasen hier sich so geduldig und freundlich solchen Anfragen widmen: das ist unglaublich wertvoll für jemanden in meiner Lage und ich bin dafür sehr dankbar!

Morgen geht es los *daumen_new* !

Schöne Grüße

Tim
Schöne Grüße

Tim
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mydear
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Re: Nochmal Jungpflanzen: umtopfen oder nicht?

Beitrag von mydear »

Hallo Tim,

die Verdickung bei der Ulme wird kaum zu verbessern sein. Auch mit Entfernen der Mehrfachverzweigung bleibt die Stelle immer sichtbar.

Wäre es meine Ulme würde ich dort Abmoosen und einen Mehrfachstamm entwickeln, analog hier oder hier

Ok, ok, nicht so geeignet für Anfänger. Kann ja auch als Zukunftsoption im Hinterkopf bleiben.

Grüße
Rainer
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mydear
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Re: Nochmal Jungpflanzen: umtopfen oder nicht?

Beitrag von mydear »

so etwa…

Grüße
Rainer
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einen Mehrfachstamm abmoosen
einen Mehrfachstamm abmoosen
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Suikinkutsu
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Re: Nochmal Jungpflanzen: umtopfen oder nicht?

Beitrag von Suikinkutsu »

Hallo Rainer,

das ist ein interessanter Gedanke, vielen Dank auch dafür! Da ich nach dem Umtopfen mit irgendwelchen Schnittaktionen eh noch warten wollte, habe ich ja Zeit, mir das in Ruhe zu überlegen.

Schöne Grüße

Tim
Schöne Grüße

Tim
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Suikinkutsu
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Re: Nochmal Jungpflanzen: umtopfen oder nicht?

Beitrag von Suikinkutsu »

Hallo zusammen,

die Gloreichen Sieben sind umgetopft. Hoffen wir, dass in dieser Geschichte alle Sieben durchkommen :wink:. Mir hat es großen Spaß gemacht und ich habe viel gelernt.

Zunächst, dass "drei Mal sieben" vielleicht feinen Sand ergibt, für Bonsaisubstrat in nennenswerter Menge aber mindestens das zehnfache notwendig ist :lol:. Auch interessant, dass der Millimeter von Hersteller zu Hersteller in der Länge starken Schwankungen zu unterliegen scheint, jedenfalls was Sieblinien angeht. Und gewaschenen Bims wäscht man lieber nochmal: der Schlingel macht sich auf dem Weg zum Kunden wieder ganz schmutzig... :roll:
Die Grundmischung, die ich gemacht habe, hat 75% mineralischen (>2mm und <7,5mm) und 25% organischen Anteil (volumetrisch). Für die Jungpflanzen habe ich noch etwas organisches Substrat hinzugefügt, dürften 35-40% sein.

Richtig spannend fand ich das Freilegen der Wurzeln! Ich habe am späten Vormittag mit den Jungpflanzen begonnen, die am meisten Blätter hatten.

Der Feldahorn sah so aus, wie erwartet: mittig eine bereits einmal gekappte Pfahlwurzel ohne nennenswerte Feinwurzeln. Die habe ich noch etwas weiter zurück geschnitten, den TPK etwa halb gefüllt, in der Mitte einen flachen, runden Kiesel mit einem Durchmesser plaziert, der mir geeignet erchien und darauf die Pflanze gesetzt. Die verbliebenen Wurzeln habe ich drumherum ausgebreitet, mit Substrat bedeckt und mit Gefühl angedrückt. Dann zwei, drei Blättchen entfernt, damit der Baum nicht so viel verdunstet und den Pflanzkorb ordentlich gegossen.
Der Feuerahorn hatte leider eine lange Pfahlwurzel bis auf den Boden des Topfes und dort die Hauptmasse der Feinwurzeln. In brauchbarer Höhe nur eine weitere Wurzel. Ich habe beschlossen, das Risiko ein zu gehen und die Pfahlwurzel etwas unter dieser zu kappen. Dann weiter wie beim Feldahorn, allerdings deutlich mehr Blätter entfernt. Bin gespannt, ob er durch kommt. Aber wenn nicht jetzt so etwas ausprobieren, wann dann?
Ganz anders die beiden Ulmen: die japanische hat nach meinem aktuellen Stand des Irrtums Anlagen zu einem tollen Nebari: unter dem alten Substrat schon eine leichte Stammverdickung und rundherum wunderschöne sternförmig abgehende Wurzeln. Bekam den letzten brauchbaren Kiesel untergeschoben. Macht die Entscheidung in Sachen Abmoosen natürlich nicht einfacher.
Der Korkulme hingegen war es in ihrem Topf schon deutlich zu eng und die Wurzeln sind bereits um den Stamm herum gewachsen, teils in verschiedene Richtungen und dann über Kreuz, wo sie sich dann gegenseitig hoch gedrückt haben. Ergab fast soetwas, wie ein Schüsselchen um das Stämmchen herum. Da reichlich Feinwurzeln vorhanden waren, habe ich vorsichtig versucht, etwas aufzuräumen. Auf einer Seite sind besonders kräftige Wurzeln bzw. sie stehen besonders hoch und die Form des Baumes lädt dazu ein, den Hauptstamm genau in diese Richtung zu kippen und einen Baum zu planen, der aussieht, als habe er exponiert im Wind gestanden. Deshalb ist die Ulme nun "schief" eingepflanzt.
Auch der größeren Birke war es schon ganz schön eng; hier nur entwirrt und ausgebreitet.
Die andere Birke und die Linde waren beim Händler frisch getopft, deshalb wollte ich nur kurz nachschauen. Das Substrat ist eines mit reichlich Akadama und irgendetwas Feinem und war im unteren Bereich vom Regen gestern leider immer noch pitschnass. Ich habe die Pflanzen mit anhaftendem Substrat sehr vorsichtig in TPK mit Grundmischung umgebettet, um die ersten zarten Wurzeln nicht zu beschädigen. Nix Halbes und nix Ganzes und sicher nicht ideal, gefällt mir aber besser, als vorher.

Die Pflänzchen stehen jetzt erstmal für ein paar Tage eher schattig, dann werde ich sie an den vorgesehenen Platz in den Halbschatten stellen.

Zum Aufstellen habe ich mir günstige Plastikbalkonkästen besorgt. Die 19cm TPK passen da perfekt hinein, haben aber rundherum mind. 1mm Luft, auch zur Wand des Balkonkastens (die Steigungen sind unterschiedlich).
Praktischer zum Umstellen und als Gruppe hoffentlich nicht so schnell umgeworfen (vom Wind). Unten ist eine Schicht grober Blähton drin, der das ablaufende Wasser auffängt und hoffentlich ein bisschen zur Kühlung beiträgt.

G701.jpg
G701.jpg (162.91 KiB) 439 mal betrachtet

Da es heute doch recht warm und sonnig wird, werde ich das Umtopfen des Ahorns im Kübel auf morgen verschieben: das wird nämlich dauern und echte Maloche, wie man hier so schön sagt. Da es hier morgen schon wieder "usselich" werden soll, ist das wahrscheinlich nicht nur für den Baum besser... .

Schöne Grüße

Tim
Schöne Grüße

Tim
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Suikinkutsu
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Jungpflanzen - Feedback

Beitrag von Suikinkutsu »

Hallo zusammen,

weil Sie mir - nicht zuletzt dank der tollen Unterstützung hier im Forum - so viel Spaß machen und so prächtig gedeihen, hier mal ein Feedback zu den Jungpflanzen. Die gloreichen Sieben sind die mit dem roten Punkt.

Jungpflanzenregal
Jungpflanzenregal
20240609_120411_resized.jpg (358.54 KiB) 138 mal betrachtet

Wie man sieht, haben sie noch Gesellschaft bekommen und haben sich - für meinen Geschmack - prächtig entwickelt. In die Balkonkästen passen sie natürlich schon lang nicht mehr :lol:.

Sie werden nur gegossen und hin und wieder gedüngt, ansonsten lasse ich sie wachsen, wie sie wollen. Echt der Wahnsinn, was die in den paar Wochen zugelegt haben.

Schneiden wollte ich im Herbst, nach dem Blattfall und vor dem Einwintern.
Schöne Grüße

Tim
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