Yamadori Lärche 2

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Jowaju
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Jowaju »

Grüß dich @Lutz Marx !
Danke fürs Zeigen dieses beeindruckenden Baumes und für die Entwicklungsgeschichte.
Was mich ergänzend interessieren würde, wie war deine Vorgehensweise beim Ausgraben? Könntest/Möchtest du das ev. beschreiben? Vor allem, hast du den Baum vorher in irgend einer Weise vorbereitet bzw. wie war deine Nachsorge? (Komplettes) Entfernen der Muttererde nach ca. 2 Jahren hast du ja bereits am Anfang des Threads geschrieben (und fand ich sehr mutig!).
Ev. ergibt sich für mich heuer auch die Möglichkeit an natürlich gewachsene Lärchen aus den Alpen zu kommen (natürlich mit Erlaubnis) und ich möchte beim Ausgraben nach Möglichkeit nichts falsch machen.
Danke für deine Info und die weitere Dokumentation dieses Prachtstückes ;-).
Lutz Marx
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

Hallo Joseph,

zum Ausgraben schreib ich Dir eine PM.
Der Baum wurde am Standort nicht vorbereitet. Was das weitere Procedere angeht: kein Baum ist wie der andere, alles kommt auf die Gesundheit, die Wurzelsituation, den Standort etc an. Grundsätzlich sollten insbesondere ältere Lärchen mindestens 1-2 Jahre überall am Baum richtig fette Langtriebe machen (die lasse ich auch ohne Schnitt während der Vegetationsperioden durchwachsen, sie sollten mindestens 10-20 cm lang werden), bevor man irgendwas dran macht. Der Standort im Garten ist wichtig: Meine Erfahrungen sagen, im Frühjahr gerne vollsonnig, ab Juni/Juli unbedingt halbschattig, schwache Bäume sogar etvl. im vollen Schatten. Wieviel Muttererde entfernt wird, hängt ebenfalls von der Fitness und dem Wurzelballen ab, im Zweifelsfall in Etappen über mehrere Jahre. Jedoch möglichst schnell möglichst viel durchlässiges, stabiles Substrat, erstmal tiefes Pflanzgefäß, viel gießen, Ballen immer leicht feucht halten. Stickstoffbetonte organische Düngung, wenn der Baum gesund ist. Der ganze Prozess kann je nach Pflanze zwischen 1-2 und 6-8 Jahren dauern. Ab da dann Äste selektieren, selektiv kürzen (Äste, wo Du noch mehr Stärke haben willst, weiterhin durchwachsen lassen) und aus meiner persönlichen Sicht die nächsten 5 -7 Jahre jährlich konsequent komplett durchdrahten. Lärchen lassen sich hervorragend biegen, brauchen aber auch relativ lange, bis sie ihre Form halten.

Ich hoffe, ich kann Dir mit den Tipps ein bisschen weiterhelfen.

LG, Lutz
Lutz Marx
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

Guten Abend,

Hier ein weiteres Bild von der Lärche. Ich habe wie angekündigt den Baum dieses Jahr früher geschnitten, so dass der Draht bis Dezember dran bleiben konnte. Dann habe ich neu gedrahtet und selektiv zurück geschnitten. Die Entwicklung geht nun nicht mehr so schnell wie in den ersten Jahren, aber ich bin soweit ganz zufrieden. Wuchsausgleich ist weiterhin ein Thema, ich schneide jedes Jahr im Kronenbereich Äste raus, weil sich sonst alles zu stark verdickt. Unten dürfen die Äste dagegen durchaus noch zulegen.

LG, Lutz
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Barbara
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Barbara »

Ganz toll, Lutz. *daumen_new*

Liebe Grüße,
Barbara
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Lutz Marx
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

... Ein kleiner Frühlingsgruß von der Lärche 😊.

LG, Lutz
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Urikawa
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Urikawa »

Wuchsausgleich ist weiterhin ein Thema, ich schneide jedes Jahr im Kronenbereich Äste raus, weil sich sonst alles zu stark verdickt. Unten dürfen die Äste dagegen durchaus noch zulegen.
Vielleicht ist es zu überdenken, zu einem geeigneten Zeitpunkt selektiv Nadeln zu zupfen, um so die Wachstumskraft kontrollierter stattfinden zu lassen.

Außerdem fällt mir auf, dass du speziell in dieser Jahreszeit keine Knospenauswahl durchgeführt hast. Natürlich wird es dafür einen Grund geben, aber vielleicht kannst du damit bereits die ersten Schritte in Richtung Wachstumskraftmanagement machen.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
Lutz Marx
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

Hallo Urikawa,

vielen Dank für Deine interessante Rückmeldung. Ehrlich gesagt habe an Lärchen bislang noch nie Knospen selektiert oder Nadeln gezupft, insofern habe ich keinerlei Erfahrung damit. Ich habe bislang den Wuchsausgleich immer über selektive Rückschnitte geregelt. Ich glaube, ich verstehe schon, worum es dir im Groben geht, aber vielleicht magst Du noch ein bisschen über Deine Erfahrungen mit der Technik schreiben, am besten noch mit etwas Bezug zu meinem Baum? Das fände ich sehr interessant.

LG, Lutz
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Urikawa
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Urikawa »

Ich habe bislang den Wuchsausgleich immer über selektive Rückschnitte geregelt.
Hallo Lutz,

Wie du vielleicht weißt, treibt eine gut gepflegte Lärche fünfmal im Jahr aus. Viele hier sind mit einmaligem Austrieb pro Jahr zufrieden, aber das ist eine andere Diskussion.

Natürlich wird die Wachstumskraft bei jedem Austrieb schwächer. Mit diesem Wissen kannst du diese Eigenschaft nutzen, um die Wachstumskraft zu regulieren. Außerdem ist es naheliegend, dass du Triebe nicht erst entwickeln lässt, nur um sie dann gezielt durch Schnitt zu entfernen.

Die Lärche neigt dazu, ihre unteren Äste aufzugeben, um die dafür benötigten Reserven anderswo im Baum zu nutzen. Das ist einfach eine der von der Natur bestimmten Überlebensstrategien.

Mit dem Austrieb der Knospen im Frühjahr kannst du den Gesundheitszustand jeder Knospe einschätzen, ebenso wie ihre zukünftige Wuchsrichtung. Dort, wo zu viele Knospen stehen (zum Beispiel an der Spitze des Baumes), entfernst du die stärksten. Auch Knospen, die nach dem Austrieb in die falsche Richtung zu wachsen drohen, entfernst du. Dies kannst du einfach mit deinem Daumennagel tun.

An Stellen, an denen weniger Knospen vorhanden sind (zum Beispiel am unteren Ast), lässt man die Knospen natürlich stehen. Man berücksichtigt dies schließlich auch schon in seinem Schnittplan, wenn alles richtig gemacht ist. So setzt man den ersten Schritt im Wachstumskraft-Management.

An Stellen, an denen weniger Knospen vorhanden sind (zum Beispiel am unteren Ast), lässt man die Knospen selbstverständlich stehen. Schließlich berücksichtigt man das ja auch schon in seinem Schnittplan, wenn alles gut läuft.
So setzt man den ersten Schritt im Wachstumsmanagement.
Dasselbe gilt für das Zupfen von Nadeln. Bedenke jedoch, dass du dies zum richtigen Zeitpunkt tun müsst, sonst kann es zu Schäden führen.

Es wäre zu viel des Guten, hier das gesamte Wachstumsmanagement beschreiben zu wollen, was meiner Meinung nach auch nicht der Zweck dieses Artikels sein kann.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
Lutz Marx
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

Hallo Urikawa,

vielen Dank für Deine Ausführungen, ich schau mal, was ich davon umsetze.

LG, Lutz
Lutz Marx
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

...hier nochmal ein aktuelles und besseres Bild.

LG, Lutz
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Barbara
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Barbara »

Ein klasse Baum, Lutz.
Ich finde aber die linke Seite fast schon zu dicht. Da verliert die Lärche an Spannung. Die rechte Seite ist genau richtig, da würde ich die linke etwas anpassen und etwas lichter gestalten.

Liebe Grüße,
Barbara
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Lutz Marx
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Lutz Marx »

Liebe Barbara,

Du hast völlig Recht, danke Dir für den guten Hinweis 😊!

Ich hab's gleich heute umgesetzt und den Baum vor allem links nochmal kräftig ausgelichtet.

LG, Lutz
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BenBonsai
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von BenBonsai »

Eine Hammerlärche, Lutz. Sie hat mich die letzten Tage wirklich beschäftigt. Barbaras Vorschlag möchte ich unterstützen.

Mich würde deine Meinung interessieren, ob eine leichte Neigung nach links eine Verbesserung bringen oder die jetzige Wirkung entkräften würde?
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Norbert_S
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von Norbert_S »

Barbara und Ben möchte ich zustimmen, sowohl was die Qualität des Baumes angeht als auch den kleinen Anpassungsvorschlägen.
Ich würde sogar noch einen draufsetzen und vorschlagen den Baum auf eine schöne Felsenplatte zu stellen.
Der Baum hat sofort eine rauhe Gebirgslandschaft vor meinen Augen entstehen lassen. Da kam mir die klassisch sehr gut gewählte Schale etwas zu zahm zu bieder vor.
Die etwas lichtere Gestaltung müsste dann auch nicht durch entfernen vom Ästen und Zweigen geschehen, sondern durch umarbeiten in Jin zur Verstärkung des Ausdrucks.
Norbert

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MartinRedlich
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Re: Yamadori Lärche 2

Beitrag von MartinRedlich »

Hallo Freunde,
hallo Lutz,

guter Baum, keine Frage!

Meiner Ansicht nach hat der Pflanzwinkel einen logisch-/physikalischen Fehler und ist, der Natur nach, z.B. so plausibel.
Hier Druckholz als Reaktionsholz:

Eine zweite plausible Variante, durch Zugholz als Reaktionsholz, wäre Hang-/Haltewuchs und ca. 30-45 Grad nach rechts geneigtem Stamm.
Wobei die ausgeprägte Haltewurzel die Waagrechte vorgibt in den beiden Systemen:
Hangwinkel (schräg) und Baumwinkel zum Lot.


MfG
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Es wäre schön, wenn die Bonsai im Bild etwas mehr Platz bekämen.
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