Kein Plan - keine Vision
Kein Plan - keine Vision
...kein Problem
In unserer schnelllebigen Zeit unterliegt man der Verlockung,
Bäumchen, oder ewtas baumähnliches, in kürzester Zeit in einen Bonsai zu verwandeln.
Aber, leider, geht das nicht.
Wenn man so einen kleinen Pflegling in seinen Garten geholt hat,
mehr oder weniger entschlossen, mit einer "..jetzt geht´s los Mentalität " die ersten Schritte zu machen,
beginnt das Dilemma.
Bonsai ist ein Hobby das in erster Linie Lernen bedeutet.
Am Anfang sollte man den oder die Pfleglinge nur am Leben erhalten.
Im z.B. Gartencenter gekauft sitzt es meist in TKS-Substraten (TKS = Torf Kultur Susbstrat),
mit einem Langzeitdünger versorgt und ist damit für 2-3 Jahre erst mal auf der sicheren Seite.
Grob gesagt ist ein Baum eine ganz einfache Maschine;
- die Wurzeln versorgen den Baum mit Wasser und Nährstoffen
- der Stamm, die Äste und Zweige leiten das Wasser weiter
- die Blätter, Nadeln erzeugen den "Treibstoff" der das ganze System am Laufen hält
Wenn man es dann geschafft hat das Bäumchen am Leben zu erhalten (nur gegossen - nichts geschnitten),
sollte der erste Schritt das Umtopfen sein, wenn möglich unter Anleitung.
Man braucht keine "Bonsaischale", eine runde Anzuchtschale reicht, aber Sie sollte rund sein.
Rund, da man noch gar nicht beurteilen kann, was später mal vorne sein wird.
Auch keine zu flache Schale wählen, das kommt später.
Kurz vorher kann/sollte auch das erste Mal die Schere zum Einsatz kommen.
Seitenschneider, Nagelschere, kann man benutzen,
aber eine Bonsaischere und eine Konkavzange sollte Euch das Hobby schon wert sein.
Das erste Schneiden dient der Gesundheit und ist auch der Anfang einer Gestaltung.
Aber,
Was kann man schneiden ?
Alles was senkrecht nach oben wächst (nicht den Stamm),
alles was senkrecht nach innen wächst,
alles was nicht nach aussen, sonder in den Baum, wächst.
Dabei sollte man sich angewöhnen alle Schnittstellen die größer als 2-3mm sind mit einem Wundverschluss zu verschliessen.
Zum Betreff des Themas
Ausser den Überfliegern, die schon alles Wissen und Können,
müssen wir normal Sterblichen erst mal einiges lernen.
Wir müssen lernen wie das Bäumchen wächst;
Wir müssen lernen was das Bäumchen verträgt (Sonne, Wasser,Schnitt, usw);
Wir müssen lernen den Bonsai in dem Bäumchen zu sehen;
Wir müssen die entspechenden Techniken (Schnitt, Drahten, usw) erlernen;
Später mehr...
mfG Dieter
Dies wären die ersten Schritte zu einem späteren Bonsai.
In unserer schnelllebigen Zeit unterliegt man der Verlockung,
Bäumchen, oder ewtas baumähnliches, in kürzester Zeit in einen Bonsai zu verwandeln.
Aber, leider, geht das nicht.
Wenn man so einen kleinen Pflegling in seinen Garten geholt hat,
mehr oder weniger entschlossen, mit einer "..jetzt geht´s los Mentalität " die ersten Schritte zu machen,
beginnt das Dilemma.
Bonsai ist ein Hobby das in erster Linie Lernen bedeutet.
Am Anfang sollte man den oder die Pfleglinge nur am Leben erhalten.
Im z.B. Gartencenter gekauft sitzt es meist in TKS-Substraten (TKS = Torf Kultur Susbstrat),
mit einem Langzeitdünger versorgt und ist damit für 2-3 Jahre erst mal auf der sicheren Seite.
Grob gesagt ist ein Baum eine ganz einfache Maschine;
- die Wurzeln versorgen den Baum mit Wasser und Nährstoffen
- der Stamm, die Äste und Zweige leiten das Wasser weiter
- die Blätter, Nadeln erzeugen den "Treibstoff" der das ganze System am Laufen hält
Wenn man es dann geschafft hat das Bäumchen am Leben zu erhalten (nur gegossen - nichts geschnitten),
sollte der erste Schritt das Umtopfen sein, wenn möglich unter Anleitung.
Man braucht keine "Bonsaischale", eine runde Anzuchtschale reicht, aber Sie sollte rund sein.
Rund, da man noch gar nicht beurteilen kann, was später mal vorne sein wird.
Auch keine zu flache Schale wählen, das kommt später.
Kurz vorher kann/sollte auch das erste Mal die Schere zum Einsatz kommen.
Seitenschneider, Nagelschere, kann man benutzen,
aber eine Bonsaischere und eine Konkavzange sollte Euch das Hobby schon wert sein.
Das erste Schneiden dient der Gesundheit und ist auch der Anfang einer Gestaltung.
Aber,
Was kann man schneiden ?
Alles was senkrecht nach oben wächst (nicht den Stamm),
alles was senkrecht nach innen wächst,
alles was nicht nach aussen, sonder in den Baum, wächst.
Dabei sollte man sich angewöhnen alle Schnittstellen die größer als 2-3mm sind mit einem Wundverschluss zu verschliessen.
Zum Betreff des Themas
Ausser den Überfliegern, die schon alles Wissen und Können,
müssen wir normal Sterblichen erst mal einiges lernen.
Wir müssen lernen wie das Bäumchen wächst;
Wir müssen lernen was das Bäumchen verträgt (Sonne, Wasser,Schnitt, usw);
Wir müssen lernen den Bonsai in dem Bäumchen zu sehen;
Wir müssen die entspechenden Techniken (Schnitt, Drahten, usw) erlernen;
Später mehr...
mfG Dieter
Dies wären die ersten Schritte zu einem späteren Bonsai.
grüsse an die bewohner von melmac
Re: Kein Plan - keine Vision
Hallo
Wenn man von unten her anfängt, sind wir bei den Wurzeln.
Wurzeln haben 2 verschiedene Hauptaufgaben;
- den Baum im Boden zu verankern (bei Bäumen in der Natur)
- den Baum mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen
Bei unseren kleinen Freunden in einer Schale ist die Verankerung im Boden nicht so wichtig,
da wir unsere Bäumchen mit Draht am Schalenboden befestigen.
Für uns ist die "optische" Verankerung wichtig,
da ein Bäumchen nicht wie ein Stecken, der aus der Erde wächst, wirken soll.
Ihr könnt Euch bildlich einen Mensch ohne Füße vorstellen.
Die wesentliche Aufgabe der Wurzeln in einer Schale ist aber die Versorgung des Bäumchen mit Wasser und Nährstoffen.
Wasser ist dabei das Wichtigste, da ein Bäumchen ohne Nährstoffe zwar einen Kümmerwuchs zeigt,
es aber ein paar Jahr auch ohne überleben kann.
Ohne Wasser hingegen ist ein schneller Tod vorprogrammiert.
Für die Wasserversorgung sind die allerkleinsten "Wurzelhaare" zuständig,
die zwar immer wieder neu gebildet werden,
aber z.B. durch zu hohe Düngergaben oder zu wenig Wasser dauerhaft geschädigt werden können.
Laubbäume werden zumeist alle 2-3 Jahre umgetopft,
daher hat man die zeitlich wenigsten Eingriffmöglichkeiten.
Also sollte bei den Umtopfarbeiten nicht gehuddelt ,
sondern sollte mit größtmöglicher Sorgfalt gearbeitet werden.
mfG Dieter
Wenn man von unten her anfängt, sind wir bei den Wurzeln.
Wurzeln haben 2 verschiedene Hauptaufgaben;
- den Baum im Boden zu verankern (bei Bäumen in der Natur)
- den Baum mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen
Bei unseren kleinen Freunden in einer Schale ist die Verankerung im Boden nicht so wichtig,
da wir unsere Bäumchen mit Draht am Schalenboden befestigen.
Für uns ist die "optische" Verankerung wichtig,
da ein Bäumchen nicht wie ein Stecken, der aus der Erde wächst, wirken soll.
Ihr könnt Euch bildlich einen Mensch ohne Füße vorstellen.
Die wesentliche Aufgabe der Wurzeln in einer Schale ist aber die Versorgung des Bäumchen mit Wasser und Nährstoffen.
Wasser ist dabei das Wichtigste, da ein Bäumchen ohne Nährstoffe zwar einen Kümmerwuchs zeigt,
es aber ein paar Jahr auch ohne überleben kann.
Ohne Wasser hingegen ist ein schneller Tod vorprogrammiert.
Für die Wasserversorgung sind die allerkleinsten "Wurzelhaare" zuständig,
die zwar immer wieder neu gebildet werden,
aber z.B. durch zu hohe Düngergaben oder zu wenig Wasser dauerhaft geschädigt werden können.
Laubbäume werden zumeist alle 2-3 Jahre umgetopft,
daher hat man die zeitlich wenigsten Eingriffmöglichkeiten.
Also sollte bei den Umtopfarbeiten nicht gehuddelt ,
sondern sollte mit größtmöglicher Sorgfalt gearbeitet werden.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
Re: Kein Plan - keine Vision
Hallo Dieter
wieder ein guter Bericht (verständlich erklärt) von dir. Dafür schon einmal danke,
ich würde den ersten Teil gerne ausdrucken . Und weiter geben wenn das für dich ok wäre.
Es kommt öfter vor das ich von Leuten auf unser Hobby angesprochen werde.
Meiner Meinung nach hätte man damit eine gute Anleitung, weil du auch darauf
hinweist das man alles schritt für schritt erlernen muss.
Ich werde den Faden weiterhin verfolgen, bis dahin
Gruß
Tete
wieder ein guter Bericht (verständlich erklärt) von dir. Dafür schon einmal danke,
ich würde den ersten Teil gerne ausdrucken . Und weiter geben wenn das für dich ok wäre.
Es kommt öfter vor das ich von Leuten auf unser Hobby angesprochen werde.
Meiner Meinung nach hätte man damit eine gute Anleitung, weil du auch darauf
hinweist das man alles schritt für schritt erlernen muss.
Ich werde den Faden weiterhin verfolgen, bis dahin
Gruß
Tete
Der Lohn des Künstlers ist der applaus.
Re: Kein Plan - keine Vision
Hallo
Ein dicker Stamm ist wohl ganz oben auf der Wunschliste.
Was hilft dem Stammwachstum ?
Ganz einfach - Wachstum
Also könnte man ja einfach viel Wurzelraum zur Verfügung geben,
stark düngen und nichts schneiden.
Wenn der Stamm aber viel an Dicke zunimmt wird das Bäumchen aber auch sehr groß.
Bonsai bedeutet auch die Suche nach dem kleinsten Baum im Baum.
Warum, kann man sich fragen ?
Nun, unsere kleinen Freunde wachsen jedes Jahr, werden trotz Schnitt, immer etwas größer.
Ich selbst bastle seit 35 Jahren an Bäumchen und trotz öfteren energischen Eingriffen,
werden Sie jedes Jahr etwas größer.
Aber zurück zum Stamm.
Lässt man das Bäumchen unkontrolliert wachsen, muß man stark zurückschneiden
und hat damit große Schnittstellen.
Damit diese großen Schnittstellen wieder zuwachsen, benötigt man viel Wachstum
und der Kreislauf beginnt von vorne.
Die andere Möglichkeit ist langsames Wachstum, kleine Schnittstellen, kleine Wunden
und, für mich ganz wesentlich, ein feineres Erscheinungsbild.
Eins der Hauptkriterien für einen "guten" Bonsai, ist Verjüngung.
Verjüngung bedeutet das der Stamm, auch die Äste, die Zweige, die Wurzeln
immer etwas dünner werden, sich halt verjüngen.
mfG Dieter
ps @Tete - Alles was ich öffentlich schreibe, kann einfach weiter verwendet werden.
Ein dicker Stamm ist wohl ganz oben auf der Wunschliste.
Was hilft dem Stammwachstum ?
Ganz einfach - Wachstum
Also könnte man ja einfach viel Wurzelraum zur Verfügung geben,
stark düngen und nichts schneiden.
Wenn der Stamm aber viel an Dicke zunimmt wird das Bäumchen aber auch sehr groß.
Bonsai bedeutet auch die Suche nach dem kleinsten Baum im Baum.
Warum, kann man sich fragen ?
Nun, unsere kleinen Freunde wachsen jedes Jahr, werden trotz Schnitt, immer etwas größer.
Ich selbst bastle seit 35 Jahren an Bäumchen und trotz öfteren energischen Eingriffen,
werden Sie jedes Jahr etwas größer.
Aber zurück zum Stamm.
Lässt man das Bäumchen unkontrolliert wachsen, muß man stark zurückschneiden
und hat damit große Schnittstellen.
Damit diese großen Schnittstellen wieder zuwachsen, benötigt man viel Wachstum
und der Kreislauf beginnt von vorne.
Die andere Möglichkeit ist langsames Wachstum, kleine Schnittstellen, kleine Wunden
und, für mich ganz wesentlich, ein feineres Erscheinungsbild.
Eins der Hauptkriterien für einen "guten" Bonsai, ist Verjüngung.
Verjüngung bedeutet das der Stamm, auch die Äste, die Zweige, die Wurzeln
immer etwas dünner werden, sich halt verjüngen.
mfG Dieter
ps @Tete - Alles was ich öffentlich schreibe, kann einfach weiter verwendet werden.
grüsse an die bewohner von melmac
Re: Kein Plan - keine Vision
Hallo
Wenn ich von "Lernen" schreibe meine ich lernen im Sinne von verstehen,
nicht von auswendig lernen.
Sollte etwas mal nicht so wie gewünscht laufen,
hilft auswendig lernen meist nicht,
hat man hingegen etwas verstanden, kann man der Ursache des Problems leichter auf die Spur kommen.
Nehmen wir als Beispiel die Düngung, hier gibt es organischen und mineralischen Dünger.
Beides in fester oder flüssiger Form.
Feste organische Dünger wie z.B. Biogold oder Saidung liefern dem Baum, über einen bestimmten Zeitraum,
die meisten benötigten Mineralien, und sind die wohl sicherste Art der Düngung.
Ihre Wirkung ist zeitversetzt.
Wenn man es nicht mit der Düngermenge übertreibt, reichen Sie für ein langes und meist gesundes Wachstum aus.
SIe zersetzen sich, abhängig von der Temperatur, langsam und sind für Anfänger der wohl beste Weg.
Aber, erstens wird der Dünger nur ab bestimmten Temperaturen für die Pflanze verfügbar
und die Düngerreste verschlammen das Substrat.
Feste mineralisch Dünger hingegen sind zumeist nicht abhängig von der Temperatur,
sondern von den Wassergaben, die die Nährstoffe aus dem Dünger lösen.
Sie wirken schneller und sind in Ihrer Wirkung "agressiver".
Da SIe bei ihrer Abgabe vom Wasser abhängig sind, werden in Regenperioden oft größere Mengen freigesetzt
und können durch Überdüngung (zu hohe Salzkonzentration) Wurzelschäden hervorrufen.
Bei Flüssigdüngung kann ich nur von mineralischen Düngern schreiben,
da ich keine Erfahrungen mit flüssigen organischen Düngern habe.
Mineralische Flüssigdünger wirken schnell und sind durch die Wasser/Düngergabe selektiv einsetzbar.
z.B. man hat ein paar Bäumchen, bis auf Einen, der einen Nährstoffmangel hat, geht es allen gut.
Hier kann jetzt eine Zusatzdüngung mit flüssigem mineralischen Dünger erfolgen.
Einer der gefährlichsten Punkte bei mineralischem Dünger ist die Dosierung.
Man sollte sich immer an die Dosierungsanleitung des Herstellers halten (im Zweifel etwas schwächer),
da eine Überdosierung zu schweren Planzenschäden führen kann.
Obiges eröffnet einen großen Fragenkatalog.
Wann fängt man an zu düngen ?
Womit fängt man an zu düngen ?
Wie düngt man bei geplanten Draht- oder Blattschnittarbeiten ?
WIe oft düngt man ?
Um es ganz kompliziert zu machen;
Inwieweit hängen Dünger und Wasser vom verwendeten Substrat ab ?
mfG Dieter
Wenn ich von "Lernen" schreibe meine ich lernen im Sinne von verstehen,
nicht von auswendig lernen.
Sollte etwas mal nicht so wie gewünscht laufen,
hilft auswendig lernen meist nicht,
hat man hingegen etwas verstanden, kann man der Ursache des Problems leichter auf die Spur kommen.
Nehmen wir als Beispiel die Düngung, hier gibt es organischen und mineralischen Dünger.
Beides in fester oder flüssiger Form.
Feste organische Dünger wie z.B. Biogold oder Saidung liefern dem Baum, über einen bestimmten Zeitraum,
die meisten benötigten Mineralien, und sind die wohl sicherste Art der Düngung.
Ihre Wirkung ist zeitversetzt.
Wenn man es nicht mit der Düngermenge übertreibt, reichen Sie für ein langes und meist gesundes Wachstum aus.
SIe zersetzen sich, abhängig von der Temperatur, langsam und sind für Anfänger der wohl beste Weg.
Aber, erstens wird der Dünger nur ab bestimmten Temperaturen für die Pflanze verfügbar
und die Düngerreste verschlammen das Substrat.
Feste mineralisch Dünger hingegen sind zumeist nicht abhängig von der Temperatur,
sondern von den Wassergaben, die die Nährstoffe aus dem Dünger lösen.
Sie wirken schneller und sind in Ihrer Wirkung "agressiver".
Da SIe bei ihrer Abgabe vom Wasser abhängig sind, werden in Regenperioden oft größere Mengen freigesetzt
und können durch Überdüngung (zu hohe Salzkonzentration) Wurzelschäden hervorrufen.
Bei Flüssigdüngung kann ich nur von mineralischen Düngern schreiben,
da ich keine Erfahrungen mit flüssigen organischen Düngern habe.
Mineralische Flüssigdünger wirken schnell und sind durch die Wasser/Düngergabe selektiv einsetzbar.
z.B. man hat ein paar Bäumchen, bis auf Einen, der einen Nährstoffmangel hat, geht es allen gut.
Hier kann jetzt eine Zusatzdüngung mit flüssigem mineralischen Dünger erfolgen.
Einer der gefährlichsten Punkte bei mineralischem Dünger ist die Dosierung.
Man sollte sich immer an die Dosierungsanleitung des Herstellers halten (im Zweifel etwas schwächer),
da eine Überdosierung zu schweren Planzenschäden führen kann.
Obiges eröffnet einen großen Fragenkatalog.
Wann fängt man an zu düngen ?
Womit fängt man an zu düngen ?
Wie düngt man bei geplanten Draht- oder Blattschnittarbeiten ?
WIe oft düngt man ?
Um es ganz kompliziert zu machen;
Inwieweit hängen Dünger und Wasser vom verwendeten Substrat ab ?
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
Re: Kein Plan - keine Vision
Hallo
Eine der einfachsten (im Sinne von zu erlernenden) Gestaltungsarten ist;
Cut and Grow (wachsenlassen und schneiden)
Dies gilt allerdings nur für Laubbäume und ist wohl eine der ältesten Gestaltungsarten.
Viel hervorragende Laubbäume sind so entstanden und diese Art wird noch immer, für hochwertige Bonsai, praktiziert.
Das Verfahren ist eigentlich simpel,
im Frühjahr lässt man die Bäumchen wachsen und ca Mitte Juni werden Sie zurückgeschnitten.
Hiermit und mit dem Winterschnitt (nach Abwurf der Blätter) hat man 2 mal die Möglichkeit
auf das Wuchsverhalten der Bäumchen Einfluss zu nehmen.
Bonsai bedeutet im "technischen Sinne" die Steuerung des Wuchsverhaltens.
Doch was schneidet man ?
Alle Zweige die streng nach oben oder nach unten wachsen.
Alle Äste /Zweige die ins Bauminnere wachsen.
Wie weit schneidet man ?
Im Juni den Ast/Zweig bis zum Stamm/Ast und beim WInterschnitt belässt man einen kleinen Stummel.
Auch hier sollten alle Wunden die größer als 2-3mm sind mit Wundpaste verschlossen werden
Ich hatte schon geschrieben das eins der wichtigsten Kriterien die Verjüngung ist.
Verjüngung nicht nur im Sinne von dünner werdendem Stamm und Ästen/Zweigen,
auch die Internodienlänge (der Abstand zwischen 2 Wachstumsknoten) sollte nach Aussen immer kleiner werden.
Wobei man kleinere Unregelmäßigkeiten ohne Schwierigkeiten tolerieren kann,
aber ansonsten (ausser bei Trieben die der Wundheilung oder der Verdickung dienen) sollte man zur Zange/Schere greifen.
mfG Dieter
Eine der einfachsten (im Sinne von zu erlernenden) Gestaltungsarten ist;
Cut and Grow (wachsenlassen und schneiden)
Dies gilt allerdings nur für Laubbäume und ist wohl eine der ältesten Gestaltungsarten.
Viel hervorragende Laubbäume sind so entstanden und diese Art wird noch immer, für hochwertige Bonsai, praktiziert.
Das Verfahren ist eigentlich simpel,
im Frühjahr lässt man die Bäumchen wachsen und ca Mitte Juni werden Sie zurückgeschnitten.
Hiermit und mit dem Winterschnitt (nach Abwurf der Blätter) hat man 2 mal die Möglichkeit
auf das Wuchsverhalten der Bäumchen Einfluss zu nehmen.
Bonsai bedeutet im "technischen Sinne" die Steuerung des Wuchsverhaltens.
Doch was schneidet man ?
Alle Zweige die streng nach oben oder nach unten wachsen.
Alle Äste /Zweige die ins Bauminnere wachsen.
Wie weit schneidet man ?
Im Juni den Ast/Zweig bis zum Stamm/Ast und beim WInterschnitt belässt man einen kleinen Stummel.
Auch hier sollten alle Wunden die größer als 2-3mm sind mit Wundpaste verschlossen werden
Ich hatte schon geschrieben das eins der wichtigsten Kriterien die Verjüngung ist.
Verjüngung nicht nur im Sinne von dünner werdendem Stamm und Ästen/Zweigen,
auch die Internodienlänge (der Abstand zwischen 2 Wachstumsknoten) sollte nach Aussen immer kleiner werden.
Wobei man kleinere Unregelmäßigkeiten ohne Schwierigkeiten tolerieren kann,
aber ansonsten (ausser bei Trieben die der Wundheilung oder der Verdickung dienen) sollte man zur Zange/Schere greifen.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
Re: Kein Plan - keine Vision
Hallo
Warum schreibe ich nur über Laub- und nicht über Nadelbäume ?
Das Arbeiten mit unseren kleinen Freunden benötigt 2 grundlegende, handwerkliche Fähigkeiten,
das Schneiden und das Drahten.
Da man bei Laubbäumen sehr viel mit dem Schnitt erreichen kann
und drahten meist nur für kleinere Korrekturen benötigt werden,
muss man bei Nadelbäumen zumeist sehr viel drahten.
Schnipp schnapp ab - ist doch einfach, meint man zumindest.
Aber mal als Beispiel das zurückschneiden beim Winterschnitt.
- Schneidet man zu kurz, kann die darunter liegende Knosp vertrocknen.
- Schneidet man zu lang, ist die Gefahr einer Pilzinfektion größer.
- Schneidet man im falschen Winkel (die Schnittfläche neigt sich zur Knospe)
kann die dort liegende Knospe dauerfeucht sein, was widerum nicht die sicherste Art ist.
Ihr solltet auch immer im Kopf behalten das jeder Schnitt eine Verletzung, ein Wunde darstellt.
Jede Wunde (zumindest bei größeren Schnittstellen) erfordert vom Bäumchen zusätzliche Energie
und ist möglicher EIntrittsort für eine Schädigung.
Zwar verfügt ein Baum über Abwehr/Schutzmechanismen (Codit),
aber wir verletzen, aus gestalterischer Absicht, teilweise dies Schutzzonen.
(Der Schnitt auf Astkragen ist aus baumpflegerischer Sicht der Beste)
Kurz noch ein paar Worte zum Totholz.
Man unterscheidet in Shari (Totholzbereich am Stamm)
in Uro (Loch, tiefe Höhlung im Stamm)
und Jin (toter Ast ohne Rinde).
In der (älteren japanischen) Ästhetik sind wohl nur Totholzbereiche bei Hainbuchen und Aprikosen erlaubt,
( Habe ich so in der Scuola d`Arte gelernt)
stehe dem aber wesentlich offener gegenüber.
Mich interessiert nur die Härte und damit die Haltberkeit des Holzes.
Eichen, Cornus nur um 2 zu nennen haben recht hartes Holz
und unsere teilweise uralten Linden sind ohne Shari und Uro kaum zu sehen.
Vielleicht etwas schwieriger zu verstehen, das Weniger und das Mehr.
Ein Bäumchen ohne Totholz gehört zum Mehr, da man ohne Schwierigkeiten künstlich Totholz "erschaffen" kann.
Ein Bäumchen mit z.B. Shari gehört zum Weniger,
da sich eine große Wunde am Stamm sich nur unter größten Schwierigkeiten wieder schliessen lässt.
mfG Dieter
Warum schreibe ich nur über Laub- und nicht über Nadelbäume ?
Das Arbeiten mit unseren kleinen Freunden benötigt 2 grundlegende, handwerkliche Fähigkeiten,
das Schneiden und das Drahten.
Da man bei Laubbäumen sehr viel mit dem Schnitt erreichen kann
und drahten meist nur für kleinere Korrekturen benötigt werden,
muss man bei Nadelbäumen zumeist sehr viel drahten.
Schnipp schnapp ab - ist doch einfach, meint man zumindest.
Aber mal als Beispiel das zurückschneiden beim Winterschnitt.
- Schneidet man zu kurz, kann die darunter liegende Knosp vertrocknen.
- Schneidet man zu lang, ist die Gefahr einer Pilzinfektion größer.
- Schneidet man im falschen Winkel (die Schnittfläche neigt sich zur Knospe)
kann die dort liegende Knospe dauerfeucht sein, was widerum nicht die sicherste Art ist.
Ihr solltet auch immer im Kopf behalten das jeder Schnitt eine Verletzung, ein Wunde darstellt.
Jede Wunde (zumindest bei größeren Schnittstellen) erfordert vom Bäumchen zusätzliche Energie
und ist möglicher EIntrittsort für eine Schädigung.
Zwar verfügt ein Baum über Abwehr/Schutzmechanismen (Codit),
aber wir verletzen, aus gestalterischer Absicht, teilweise dies Schutzzonen.
(Der Schnitt auf Astkragen ist aus baumpflegerischer Sicht der Beste)
Kurz noch ein paar Worte zum Totholz.
Man unterscheidet in Shari (Totholzbereich am Stamm)
in Uro (Loch, tiefe Höhlung im Stamm)
und Jin (toter Ast ohne Rinde).
In der (älteren japanischen) Ästhetik sind wohl nur Totholzbereiche bei Hainbuchen und Aprikosen erlaubt,
( Habe ich so in der Scuola d`Arte gelernt)
stehe dem aber wesentlich offener gegenüber.
Mich interessiert nur die Härte und damit die Haltberkeit des Holzes.
Eichen, Cornus nur um 2 zu nennen haben recht hartes Holz
und unsere teilweise uralten Linden sind ohne Shari und Uro kaum zu sehen.
Vielleicht etwas schwieriger zu verstehen, das Weniger und das Mehr.
Ein Bäumchen ohne Totholz gehört zum Mehr, da man ohne Schwierigkeiten künstlich Totholz "erschaffen" kann.
Ein Bäumchen mit z.B. Shari gehört zum Weniger,
da sich eine große Wunde am Stamm sich nur unter größten Schwierigkeiten wieder schliessen lässt.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
Re: Kein Plan - keine Vision
Hallo
Anbei 2 Photos von "Stammfüßen" (Tachiagari);
orientalische Hainbuche Eiche Egal ob Ihr ein Bäumchen für die belaubte oder unbelaubte Ansicht erziehen wollt,
der Stammfuß ist bei Beiden gut sichtbar
und stellt ein wesentliches Qualitätskriterium bei der "Beurteilung" der Qualität eines Bonsai dar.
Daher sollte unser Ziel bei jeder Wurzelbearbeitung nicht nur die Leistungsfähigkeit des Wurzelapparats,
sondern auch der gestalterisch wichtige Stammfuß immer weiter verbessert werden.
mfG Dieter
Anbei 2 Photos von "Stammfüßen" (Tachiagari);
orientalische Hainbuche Eiche Egal ob Ihr ein Bäumchen für die belaubte oder unbelaubte Ansicht erziehen wollt,
der Stammfuß ist bei Beiden gut sichtbar
und stellt ein wesentliches Qualitätskriterium bei der "Beurteilung" der Qualität eines Bonsai dar.
Daher sollte unser Ziel bei jeder Wurzelbearbeitung nicht nur die Leistungsfähigkeit des Wurzelapparats,
sondern auch der gestalterisch wichtige Stammfuß immer weiter verbessert werden.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
Re: Kein Plan - keine Vision
Hallo
Mit welchen Bäumchen sollte man arbeiten/anfangen ?
Eigentlich ganz einfach, mit nordeuropäischen Laubbäumen,
Feuer- oder Feldahorn, Linde (wenn Platz vorhanden ist), Zierapfel, Berg- oder Feldulme, Eiche, Buche, Hainbuche,
nur um einige der wichtigsten zu nennen.
Wenn ich 2 persönliche Favoriten nennen müsste, wären es Linde (Winterlinde) und orientalische Hainbuche.
Warum ?
Sie benötigen keinen WInterschutz, sie reagieren gut auf Blatt- und Rückschnitt,
ihr Holz ist hart und dauerhaft, sie knospen gut zurück, kaum Schädlingsbefall, recht gute Kallusbildung,
um nur die Hauptpunkte zu nennen.
Hier ein Beispiel von unserem Sponsor
https://bonsaischule.de/bonsai/bonsai-o ... nala?c=111
Die Anfangsinvestition ist niedrig, man bekommt einen gesunden Baum
und hat die Möglichkeit ganz von vorne zu beginnen.
Wenn man mit so einem kleinen Steccken anfängt, ist die eigentliche Hauptaufgabe nur das Umtopfen.
Nur das Umtopfen, nein nicht nur, Wurzelarbeiten -saubere Wurzelarbeiten,
gehören mit zu den schwierigsten zu erlernenden Tätigkeiten.
Hierbei geht es hauptsächlich um 2 verschiedene Punkte,
- den Schnitt der nach unten wachsenden Wurzeln
- der Ausbreiten der Wurzeln um ein ansprechenden Wurzelfuss zu erreichen.
Sämlinge haben meist eine senkrecht nach unten wachsende Wurzel.
Hierbei hat man verschiedene Möglichkeiten
- einfach abschneiden
- einen dickeren (2mm) Draht um die Hauptwurzel legen und verdrillen
- ein Loch in eine Platte bohren und die Hauptwurzel hindurchführen
Methode 2 und 3 haben den Nachteil, das das ganze Substrat entfernt werden muss,
was viel Geduld und Feingefühl erfordert und immer mit einem Risiko verbunden ist.
Aber beide Methoden haben den Vorteil das der Stamm erst mal kräftig weiter wächst (an Dicke zunimmt).
Methode 3 hat hingegen noch den Vorteil das die auf der Platt liegenden Wurzel
schon den Grundstock für für einen schönen Wurzelfuss (Nebari) bildet.
Schale (runde Anzuchtschale) hatt ich schon geschrieben
und beim Substrat würde ich komplett auf irgend etwas selbst gemischtes verzichten
und das, bei einem Bonsaihändler (z.B. Sponsor) zu erwerbende, passende Substrat verwenden.
mfG Dieter
Mit welchen Bäumchen sollte man arbeiten/anfangen ?
Eigentlich ganz einfach, mit nordeuropäischen Laubbäumen,
Feuer- oder Feldahorn, Linde (wenn Platz vorhanden ist), Zierapfel, Berg- oder Feldulme, Eiche, Buche, Hainbuche,
nur um einige der wichtigsten zu nennen.
Wenn ich 2 persönliche Favoriten nennen müsste, wären es Linde (Winterlinde) und orientalische Hainbuche.
Warum ?
Sie benötigen keinen WInterschutz, sie reagieren gut auf Blatt- und Rückschnitt,
ihr Holz ist hart und dauerhaft, sie knospen gut zurück, kaum Schädlingsbefall, recht gute Kallusbildung,
um nur die Hauptpunkte zu nennen.
Hier ein Beispiel von unserem Sponsor
https://bonsaischule.de/bonsai/bonsai-o ... nala?c=111
Die Anfangsinvestition ist niedrig, man bekommt einen gesunden Baum
und hat die Möglichkeit ganz von vorne zu beginnen.
Wenn man mit so einem kleinen Steccken anfängt, ist die eigentliche Hauptaufgabe nur das Umtopfen.
Nur das Umtopfen, nein nicht nur, Wurzelarbeiten -saubere Wurzelarbeiten,
gehören mit zu den schwierigsten zu erlernenden Tätigkeiten.
Hierbei geht es hauptsächlich um 2 verschiedene Punkte,
- den Schnitt der nach unten wachsenden Wurzeln
- der Ausbreiten der Wurzeln um ein ansprechenden Wurzelfuss zu erreichen.
Sämlinge haben meist eine senkrecht nach unten wachsende Wurzel.
Hierbei hat man verschiedene Möglichkeiten
- einfach abschneiden
- einen dickeren (2mm) Draht um die Hauptwurzel legen und verdrillen
- ein Loch in eine Platte bohren und die Hauptwurzel hindurchführen
Methode 2 und 3 haben den Nachteil, das das ganze Substrat entfernt werden muss,
was viel Geduld und Feingefühl erfordert und immer mit einem Risiko verbunden ist.
Aber beide Methoden haben den Vorteil das der Stamm erst mal kräftig weiter wächst (an Dicke zunimmt).
Methode 3 hat hingegen noch den Vorteil das die auf der Platt liegenden Wurzel
schon den Grundstock für für einen schönen Wurzelfuss (Nebari) bildet.
Schale (runde Anzuchtschale) hatt ich schon geschrieben
und beim Substrat würde ich komplett auf irgend etwas selbst gemischtes verzichten
und das, bei einem Bonsaihändler (z.B. Sponsor) zu erwerbende, passende Substrat verwenden.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
Re: Kein Plan - keine Vision
Fehler
Zuletzt geändert von zopf am 13.11.2025, 08:50, insgesamt 1-mal geändert.
grüsse an die bewohner von melmac
Re: Kein Plan - keine Vision
Hallo
Hier als Beispiel eine Zelkowe von Alexander

Da der Aufbau/ die Entwicklung eines Bäumchens immer von unten (Wurzeln) nach oben geschehen sollte,
hat man mit sogenannter Ballenware eine weitere gute Möglichkeit an Bäumchen zu arbeiten.
Bei Sämlingen/Stecklingen hat man die Möglichkeit durch abwechselnde Schalen - Freiland/Holzkiste Kultur,
Wurzeln und Stamm von Anfang an "fein" zu entwickeln.
Bei Ballenware hingegen ist der Stamm schon recht "dick", aber an den Wurzeln gibt es noch eine Menge zu tun.
Sozusagen wurde der zweite Schritt (Stamm) vor dem Ersten (Wurzeln) gemacht.
Auch hier sollte beim ersten Topfen eine runde Anzuchtschale gewählt werden,
aber mit dem Unterschied, das jetzt schon erste Entscheidungen anstehen könnten/sollten.
Diese, erste Entscheidung betrifft eine oder die mögliche Vorderseite.
Nachdem die vorhandene Erde (meist Lehmerde) sogut wie möglich entfernt wurde
(gründliches Ausspülen der Wurzeln) sollte man das nackte Bäumchen von allen Seiten betrachten.
Es gibt 2 Hauptkriterien zur Auswahl der Vorderseite, die sichtbaren Wurzeln und der Stammansatz.
Es sollten kein dicken Wurzeln nach vorne zeigen
und der untere Teil des Stammes sollte nach hinten oder der Seite zeigen.
Die Äste/Astansätze sollten wenn möglich um das Bäumchen herum verteilt sein.
Da die Bäumchen aus dem Feld (Ballenware) sehr viel "Energie" im Stamm gespeichert haben,
sind beherztere Arbeitsschritte möglich.
Das Kappen der nach unten zeigenden Wurzeln (möglichst glatt und waagerecht schneiden)
und der Schnitt des untersten Astes,der nach vorn zeigt (wenn er im unteren Drittel des Bäumchens ist).
Da Bäume apikaldominant sind (das stärkste Wachstum findet oben statt)
ist die Wundheilung im unteren Stammbereich am schwächsten.
Das untere Drittel der Bäumchen sollte Astfrei sein um den Blick des Betrachters in das Bäumchen zu lenken.
Zeigt der unterste Teil des Stammes nach vorne (Taubenbrust) wirkt das auf den Betrachter eher abweisend als einladend.
Zeigt im unteren Teil des Stammes ein Ast nach vorne (Augenstecher) wirkt dies auch eher abweisend.
mfg Dieter
ps Bei Wurzeln die steil nach unten wachsen gibt es z.B. folgende Möglichkei Die Wurzel bei rot waagerecht abschneiden und mit z.B. Lacbalsam versiegeln,
der grüne Bereich wird leicht schräg geschnitten und wird nicht versiegelt.
Dies kann dazu dienen das nur aus dem grünen Bereich neue Wurzeln wachsen
Hier als Beispiel eine Zelkowe von Alexander
Da der Aufbau/ die Entwicklung eines Bäumchens immer von unten (Wurzeln) nach oben geschehen sollte,
hat man mit sogenannter Ballenware eine weitere gute Möglichkeit an Bäumchen zu arbeiten.
Bei Sämlingen/Stecklingen hat man die Möglichkeit durch abwechselnde Schalen - Freiland/Holzkiste Kultur,
Wurzeln und Stamm von Anfang an "fein" zu entwickeln.
Bei Ballenware hingegen ist der Stamm schon recht "dick", aber an den Wurzeln gibt es noch eine Menge zu tun.
Sozusagen wurde der zweite Schritt (Stamm) vor dem Ersten (Wurzeln) gemacht.
Auch hier sollte beim ersten Topfen eine runde Anzuchtschale gewählt werden,
aber mit dem Unterschied, das jetzt schon erste Entscheidungen anstehen könnten/sollten.
Diese, erste Entscheidung betrifft eine oder die mögliche Vorderseite.
Nachdem die vorhandene Erde (meist Lehmerde) sogut wie möglich entfernt wurde
(gründliches Ausspülen der Wurzeln) sollte man das nackte Bäumchen von allen Seiten betrachten.
Es gibt 2 Hauptkriterien zur Auswahl der Vorderseite, die sichtbaren Wurzeln und der Stammansatz.
Es sollten kein dicken Wurzeln nach vorne zeigen
und der untere Teil des Stammes sollte nach hinten oder der Seite zeigen.
Die Äste/Astansätze sollten wenn möglich um das Bäumchen herum verteilt sein.
Da die Bäumchen aus dem Feld (Ballenware) sehr viel "Energie" im Stamm gespeichert haben,
sind beherztere Arbeitsschritte möglich.
Das Kappen der nach unten zeigenden Wurzeln (möglichst glatt und waagerecht schneiden)
und der Schnitt des untersten Astes,der nach vorn zeigt (wenn er im unteren Drittel des Bäumchens ist).
Da Bäume apikaldominant sind (das stärkste Wachstum findet oben statt)
ist die Wundheilung im unteren Stammbereich am schwächsten.
Das untere Drittel der Bäumchen sollte Astfrei sein um den Blick des Betrachters in das Bäumchen zu lenken.
Zeigt der unterste Teil des Stammes nach vorne (Taubenbrust) wirkt das auf den Betrachter eher abweisend als einladend.
Zeigt im unteren Teil des Stammes ein Ast nach vorne (Augenstecher) wirkt dies auch eher abweisend.
mfg Dieter
ps Bei Wurzeln die steil nach unten wachsen gibt es z.B. folgende Möglichkei Die Wurzel bei rot waagerecht abschneiden und mit z.B. Lacbalsam versiegeln,
der grüne Bereich wird leicht schräg geschnitten und wird nicht versiegelt.
Dies kann dazu dienen das nur aus dem grünen Bereich neue Wurzeln wachsen
grüsse an die bewohner von melmac
Re: Kein Plan - keine Vision
Hallo
Hier mal ein Bäumchen (Sorte unbekannt, Bild freundlicher Weise von Uwe (Bonsai Linda) zur Verfügung gestellt)
wo ich exemplarisch erste Schritte zeigen kann.
Wenn ich schreibe Sorte unbekannt, gehe ich davon aus;
Alle Bäumchen sind gleich - aber jedes Bäumchen ist anders. Nun zum Bäumchen, die Vorderseite ist festgelegt, und erste Schnitte können gemacht werden. Auf der linken Seite können die meisten Triebe entfernt werden,
allerdings lässt man 2 kleinere (damit die spätere Schnittstelle auch kleiner ist) Äste stehen.
Diese dienen der Weiterentwicklung des Wurzelansatzes.
Der mittlere dicke Substamm (oder Ast) kommt einem direkt entgegen,
daher sollte er geschnitten werden.
Die Schnittstelle sollte tropfenförmig (rot) und glatt sein.
Um so sauberer Ihr die Schnittstelle nacharbeitet (in den meisten Fällen sollte Sie bündig mit dem Stamm sein)
umso schneller und "unauffällig" wird SIe später sein.
Die blauen Pfeile sollen den "Saftstrom" darstellen;
- der rechte Stamm sorgt dafür, das sich die Wunde von oben schliesst
- die unteren beiden Zweige sorgen dafür das, sich die Schnittstelle nicht nach unten ausweitet
Diese große Schnittstelle muß abgedeckt werden, wobei es 3 verschiedene Möglichkeiten gibt
- Wundpaste, hier allerdings nicht zu empfehlen, da Sie später kaum zu entfernen ist
- Wundknete, würde hier gehen
- aber selbstklebende Alufolie dürfte hier die beste Möglichkeit darstellen
Sollte dies soweit geschehen sein, ruhig und bedacht arbeiten,
geht es um die Frage wie es darüber weiter geht.
Nur ein Stamm ?
Aber Welcher soll bleiben, der Rechte oder der Linke ?
Oder sollen gar Beide bleiben ?
Hierbei geht es um die Stammlinie, die Bewegungsrichtung.
mfG Dieter
Hier mal ein Bäumchen (Sorte unbekannt, Bild freundlicher Weise von Uwe (Bonsai Linda) zur Verfügung gestellt)
wo ich exemplarisch erste Schritte zeigen kann.
Wenn ich schreibe Sorte unbekannt, gehe ich davon aus;
Alle Bäumchen sind gleich - aber jedes Bäumchen ist anders. Nun zum Bäumchen, die Vorderseite ist festgelegt, und erste Schnitte können gemacht werden. Auf der linken Seite können die meisten Triebe entfernt werden,
allerdings lässt man 2 kleinere (damit die spätere Schnittstelle auch kleiner ist) Äste stehen.
Diese dienen der Weiterentwicklung des Wurzelansatzes.
Der mittlere dicke Substamm (oder Ast) kommt einem direkt entgegen,
daher sollte er geschnitten werden.
Die Schnittstelle sollte tropfenförmig (rot) und glatt sein.
Um so sauberer Ihr die Schnittstelle nacharbeitet (in den meisten Fällen sollte Sie bündig mit dem Stamm sein)
umso schneller und "unauffällig" wird SIe später sein.
Die blauen Pfeile sollen den "Saftstrom" darstellen;
- der rechte Stamm sorgt dafür, das sich die Wunde von oben schliesst
- die unteren beiden Zweige sorgen dafür das, sich die Schnittstelle nicht nach unten ausweitet
Diese große Schnittstelle muß abgedeckt werden, wobei es 3 verschiedene Möglichkeiten gibt
- Wundpaste, hier allerdings nicht zu empfehlen, da Sie später kaum zu entfernen ist
- Wundknete, würde hier gehen
- aber selbstklebende Alufolie dürfte hier die beste Möglichkeit darstellen
Sollte dies soweit geschehen sein, ruhig und bedacht arbeiten,
geht es um die Frage wie es darüber weiter geht.
Nur ein Stamm ?
Aber Welcher soll bleiben, der Rechte oder der Linke ?
Oder sollen gar Beide bleiben ?
Hierbei geht es um die Stammlinie, die Bewegungsrichtung.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
Re: Kein Plan - keine Vision
Hallo
Im letzten Post hatte ich Stammlinie, Bewegungsrichtung als Punkte genannt.
Um die Begriffe etwas leichter verständlich zu machen mal als Beispiel ein Baum von Barbara,
den Sie freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.
Hier die Linde im Originalzustand Gelb ist die Stammlinie die ungefähr durch die Mitte des Stammes geht.
Rot ist die Bewegungrichtung (hier senkrecht) und grün ein ungefähres Kronenvolumen
Hier die Linde mit einer Bewegungsrichtung nach rechts Die Bewgungsrichtung (rot) wird durch die aussermittige Pflanzposition,
den untersten Ast (auf welcher Seite) und einen nicht geschlossenen Umriss verstärkt.
Nicht geschlossener Umriß bedeutet das die Beastung auf der rechten Seite lichter ist
und es mehr Leeräume gibt.
Hier noch mal die Linde mit einer Bewegungrichtung nach links Die Linde ist im Original leicht nach links gepflanzt.
Dies wird durch den ersten, untersten Ast links unterstützt.
Auch die Wurzel links verstärkt diesen Ansatz
Warum das Ganze ?
Euer Bäumchen ist nun getopft und, bei gutem Wachstum, stehen erst Schnitte an.
Dabei geht es meist um den Stamm,
Wo schneiden ?
In welche Richtung soll das Bäumchen wachsen ?
Wenn Ihr für Euch eine Bewegungsrichtung festgelegt habt, ist der weitere Aufbau einfacher.
mfG Dieter
Im letzten Post hatte ich Stammlinie, Bewegungsrichtung als Punkte genannt.
Um die Begriffe etwas leichter verständlich zu machen mal als Beispiel ein Baum von Barbara,
den Sie freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.
Hier die Linde im Originalzustand Gelb ist die Stammlinie die ungefähr durch die Mitte des Stammes geht.
Rot ist die Bewegungrichtung (hier senkrecht) und grün ein ungefähres Kronenvolumen
Hier die Linde mit einer Bewegungsrichtung nach rechts Die Bewgungsrichtung (rot) wird durch die aussermittige Pflanzposition,
den untersten Ast (auf welcher Seite) und einen nicht geschlossenen Umriss verstärkt.
Nicht geschlossener Umriß bedeutet das die Beastung auf der rechten Seite lichter ist
und es mehr Leeräume gibt.
Hier noch mal die Linde mit einer Bewegungrichtung nach links Die Linde ist im Original leicht nach links gepflanzt.
Dies wird durch den ersten, untersten Ast links unterstützt.
Auch die Wurzel links verstärkt diesen Ansatz
Warum das Ganze ?
Euer Bäumchen ist nun getopft und, bei gutem Wachstum, stehen erst Schnitte an.
Dabei geht es meist um den Stamm,
Wo schneiden ?
In welche Richtung soll das Bäumchen wachsen ?
Wenn Ihr für Euch eine Bewegungsrichtung festgelegt habt, ist der weitere Aufbau einfacher.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
