Wisteria floribunda mit hässlicher Pfropfstelle

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Suikinkutsu
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Wisteria floribunda mit hässlicher Pfropfstelle

Beitrag von Suikinkutsu »

Hallo zusammen,
gern würde ich versuchen, auch einen Blauregen als Bonsai zu gestalten. Scheinbar sind die zurzeit nicht so angesagt; in den Gartenmärkten fand ich einige wenige Sinensis und mal einen Floribunda alba. Ich hätte aber gern einen farbig blühenden Floribunda. Den habe ich dann schließlich online bestellt und folgendes Exemplar bekommen:

Wisteria floribunda "Domino"
Wisteria floribunda "Domino"
20250505_101548_resized.jpg (150.24 KiB) 3723 mal betrachtet

Soweit, so gut, leider ist die Veredelungsstelle nach meinem bisherigen Stand des Irrtums eine Katastrophe:

Detail Veredelung
Detail Veredelung
20250505_101416_resized.jpg (114.57 KiB) 3723 mal betrachtet

Am besten würde ich die Pflanze wohl abmoosen. In dem Artikel zu Blauregen als Bonsai in der Bonsai-Art Nr. 65 (leider vergriffen, Artikel dankenswerter Weise aber online zu lesen) steht, die beste Zeit daür sei im Mai.
Also jetzt.
Angeblich ist das auch eine der am einfachsten abzumoosenden Pflanzen - die Abmoosversuche, von denen ich hier im Forum las, waren aber keineswegs immer von Erfolg gekrönt. Das lässt mich genauso zögern, wie die Tatsache, dass mir das gut bleistiftstarke Pflänzchen dafür noch zu schwach erscheint. Und Abmoosen während die Pflanze in dem engen Verkaufspott steht, erscheint mir auch nicht das Wahre. Ich würde sie also in jedem Falle erstmal in einem großen Kübel mit normaler Blumenerde parken.

Was würdet ihr mir raten?
Direkt loslegen oder dort erstmal gut pflegen und nächstes Jahr abmoosen?
Schöne Grüße

Tim
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mydear
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Re: Wisteria floribunda mit hässlicher Pfropfstelle

Beitrag von mydear »

Suikinkutsu hat geschrieben: 05.05.2025, 12:09 Angeblich ist das auch eine der am einfachsten abzumoosenden Pflanzen - die Abmoosversuche, von denen ich hier im Forum las, waren aber keineswegs immer von Erfolg gekrönt. Das lässt mich genauso zögern, wie die Tatsache, dass mir das gut bleistiftstarke Pflänzchen dafür noch zu schwach erscheint. Und Abmoosen während die Pflanze in dem engen Verkaufspott steht, erscheint mir auch nicht das Wahre. Ich würde sie also in jedem Falle erstmal in einem großen Kübel mit normaler Blumenerde parken.

Was würdet ihr mir raten?
Direkt loslegen oder dort erstmal gut pflegen und nächstes Jahr abmoosen?
Hallo Tim,
du hast dir die Antwort ja schon selbst gegeben. Das kleine Pflänzlein abzumoosen halte ich nicht für zielführend.

Mein Tipp: frage doch bei Nachbarn oder Verwandten, ob du einen Ast an ihren alten Glycinien abmoosen darfst. So habe ich 2 Glycinien abgemoost. Beginn im Mai und Abtrennen Ende August. Es war in der Tat nicht so einfach. Beim ersten Mal war von 3 Versuchen nur einer erfolgreich. Beim zweiten Mal ist von 2 Versuchen einer bewurzelt. Warum hat es nicht besser funktioniert: das Substrat wurde im Nachbargarten lange nicht kontrolliert, ist schlicht im Hochsommer vertrocknet. Die Abmoos-Stellen liegen meistens in sonniger Exposition. Da muss gewährleistet sein, dass die Abmooskugel dauerfeucht bleibt.

Manchmal roden Nachbarn ihre viel üppig wachsenden Glycinien, sind froh, wenn man beim Ausgraben hilft. So bin ich zu einer schön blühenden Foribunda gekommen.

Noch ein Tipp: in Schale dauert es lange bis ein vernünftiges Stämmchen entsteht. Ich würde die ersten Jahre im Garten frei wachsen lassen.

Grüße, Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
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Suikinkutsu
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Re: Wisteria floribunda mit hässlicher Pfropfstelle

Beitrag von Suikinkutsu »

Hallo Rainer,
vielen Dank für Deinen Rat! Leider habe ich im Freundes- und Bekanntenkreis niemanden mit einer Glyzinie. Vielleicht sollte ich sie verschenken und in einigen Jahren nochmal fragen ;-).
Nachdem ich mir die Fotos nochmal angesehen habe, ist mir aufgefallen, dass ich es auch so versuchen könnte, wie bei den kürzlich erworbenen Prunus cerasifera: an der entsprechenden Stelle einen Drahtring anlegen und in einen größeren Kübel pflanzen: wäre der Mittelweg zwischen Schale und Auspflanzen... .
Ich werde nochmal in mich gehen.

Edit: typo
Zuletzt geändert von Suikinkutsu am 11.05.2025, 15:51, insgesamt 1-mal geändert.
Schöne Grüße

Tim
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Suikinkutsu
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Re: Wisteria floribunda mit hässlicher Pfropfstelle

Beitrag von Suikinkutsu »

Heute habe ich den japanischen Blauregen auf den Weg gebracht. Dazu habe ich zunächst den vertrockneten Rest vom Edelreis und auch die Pfropfunterlage etwas zurückgeschnitten und die Stelle, an der ich den Draht angelegt habe, so gut wie möglich vom Parafin befreit.
Der Draht liegt relativ fest an, schneidet aber (noch) nicht ein. Die Jungpflanze kann so noch etwas hinein wachsen. Ich hoffe, das klappt.

Versorgte Schnitte und Drahtschlinge
Versorgte Schnitte und Drahtschlinge
Wisteria Domino 1 2025-05-11.1.jpg (103.45 KiB) 3161 mal betrachtet

Versorgte Schnitte und Drahtschlinge
Versorgte Schnitte und Drahtschlinge
Wisteria Domino 1 2025-05-11.2.jpg (98.57 KiB) 3161 mal betrachtet

Da die Pflanze sehr lang und dünn war, hatte ich Sorge, dass ich sie beim Handhaben beschädige. Vor allem deshalb habe ich sie eingekürzt. Das hat leider einen Großteil der Blätter gekostet. Andererseits muss sie erst wieder einwurzeln und es ist hier schon ganz schön warm. Ist also vielleicht auch vor dem Hintergrund besser, die Blattmasse und damit die Verdunstung zu reduzieren.
Danach habe ich so vorsichtig wie möglich aber ohne zu Trödeln die Wurzel von der Erde befreit. Davon also kein Foto. Geschnitten habe ich nichts.
Gepflanzt habe ich in fast reines Seramis, aus dem alles < 2mm ausgesiebt und -gespült wurde. Im mittleren Drittel ist für meinen inneren Monk eine Handvoll Pinienrinde untergemischt, oben und unten ist reines Seramis.
Füllstand etwa 3cm über dem Draht (s. Knospen).

Gesamtansicht nach Umtopfen
Gesamtansicht nach Umtopfen
Wisteria Domino 1 2025-05-11.4.jpg (233.57 KiB) 3161 mal betrachtet

Füllstand Substrat nach Umtopfen
Füllstand Substrat nach Umtopfen
Wisteria Domino 1 2025-05-11.3.jpg (198.51 KiB) 3161 mal betrachtet

Der Plan ist, die Pflanze nun für 1-2 Wochen eher schattig zu stellen, dann über 2 Wochen in den Halbschatten und dann in die volle Sonne. Sobald sich oberirdisch was (Positives) tut, würde ich anfangen, zu düngen.
Danach will ich die Pflanze vor einer Rankmöglichkeit in die Sonne stellen und die nächsten zwei, drei Jahre so zu verfahren, wie Norbert_S das 2012 beschrieben hat. In zwei Jahren würde ich mal nachschauen, ob sich, wie gewünscht, über dem Draht ein schöner, neuer Wurzelansatz gebildet hat.
Über Kommentare (natürlich auch kritische) würde ich mich freuen.

Mit dem abgeschnittenen oberen Teil habe ich noch ein Experiment begonnen.

Abgeschnittene Spitze in Wasser gestellt
Abgeschnittene Spitze in Wasser gestellt
Wisteria Domino 1 2025-05-11.5.jpg (153.06 KiB) 3161 mal betrachtet

Die untersten Zweige habe ich vorsichtig ausgebrochen und mit einem sauberen, scharfen Messer auf einem Holzbrett direkt durchs Nodium geschnitten.

Detail der Schnittstelle
Detail der Schnittstelle
Wisteria Domino 1 2025-05-11.6.jpg (58.77 KiB) 3161 mal betrachtet

Wird wohl nichts werden aber Versuch macht kluch und auf den Kompost kann es ja immer noch wandern....
Schöne Grüße

Tim
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Suikinkutsu
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Re: Wisteria floribunda mit hässlicher Pfropfstelle

Beitrag von Suikinkutsu »

Auch von der Domino ein kleines Lebenszeichen:

Wisteria Domino 2026-05-01.jpg
Wisteria Domino 2026-05-01.jpg (211.62 KiB) 165 mal betrachtet

Sie hat im letzten Jahr schöne Langtriebe gemacht und der ehemals knapp bleistiftdicke Stamm hat schon ein bisschen zugelegt. Vor dem Einwintern habe ich sie grob zurückgestutzt, in ein, zwei Wochen werde ich mal schauen, ob ich noch den einen oder anderen Schnitt mache. Dann darf sie den Rest des Jahres wieder frei wachsen.
Wie es mit dem Abschnüren der hässlichen Veredelungsstelle klappt, ist schwer zu beurteilen: Da will ich mich noch bis nächstes Jahr gedulden, bevor ich nachschaue.

PS: der ins Wasser gestellte Abschnitt hat erstaunlich lange durchgehalten, hat aber leider keine Wurzeln gebildet und ist irgendwann eingegangen.
Schöne Grüße

Tim
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