frage zur nudelsieb-methode

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
mensch

frage zur nudelsieb-methode

Beitrag von mensch » 20.10.2006, 15:45

ich hab, glaube ich im bereich gestaltung, von dieser nudelsieb-methode gelesen.

funkioniert das nur mit kiefern, oder nur mit koniferen, oder auch mit laubbäumen, speziell hainbuche und feldahorn?

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Anja M.
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Beitrag von Anja M. » 20.10.2006, 15:51

Das ist nicht an die Baumart gebunden. Mittlerweile muß der Absatz für Teichkörbe astronomische Höhen erreicht haben, da seit Monaten diese als optimale Anzuchttöpfe genutzt werden, wie auf unzähligen Bildern belegt ist.
73 Anja

mensch

Beitrag von mensch » 20.10.2006, 17:14

ist der effekt denn auch der gleiche oder zumindest ähnlich?

bonsi10
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Beitrag von bonsi10 » 20.10.2006, 17:25

Das ist nicht an die Baumart gebunden.
Es wächst selten was auf dem eigenen mist

mensch

Beitrag von mensch » 20.10.2006, 18:23

:D danke! :D

PeterS
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Beitrag von PeterS » 23.10.2006, 22:20

Hallo miteinander

Ich kenne das System der Teichkörbe noch nicht. Was gibt es da für Vorteile gegenüber herkömmlichen Töpfen. Ich kann mir vorstellen, dass man viel häufiger giessen muss mit diesen vielen Löchern und Schlitzen.

Also, wer kann mir etwas über Teichkörbe sagen.


Gruss Peter

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Reiner
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Beitrag von Reiner » 24.10.2006, 01:34

PeterS hat geschrieben: Also, wer kann mir etwas über Teichkörbe sagen.
Um die Jungpflanzenaufzucht deutlich zu beschleunigen, hat sich die von den Japanern eingeführte Nudelsiebaufzucht durchgesetzt. Um das Verfahren nun einmal selber auszuprobieren, muss man nicht gleich Nudelsiebe in großen Stückzahlen aufkaufen. Statt Nudelsiebe kann man auch normale Teichpflanzkörbe nehmen. Sie haben den Vorteil, dass sie sehr billig sind und in vielen unterschiedlichen Größen zu bekommen sind. Damit haben wir in der Bewurzelung von Yamadoris und der Jungpflanzenaufzucht schon beeindruckende Ergebnisse erzielt.
Warum ist das so?
Die Wurzeln einer Pflanze, die wir in einem normalen Tontopf pflanzen, wachsen immer in die Länge. Erreicht eine Wurzel den Rand des Topfes, wächst sie dort weiter und umschlingt ihren Wurzelballen. So entstehen wenige, sehr lange Wurzeln, die den Stamm nur mäßig verdicken.
Die perforierten Wände des Teichpflanzkorbes in Verbindung mit sehr grobem Substrat führt dazu, dass das Gießwasser sofort wieder aus dem Korb herausläuft.
Dabei wird mit jedem Gießen auch viel Luft an die Wurzeln gebracht. Sie werden dadurch zu Wachstum angeregt. Stoßen die Wurzeln an die perforierten Seitenwände des Korbes, können sie durch den Lichteinfall nicht weiterwachsen. Dadurch ist der Baum gezwungen wieder neue Wurzeln in Stammnähe wachsen zu lassen. So setzt sich das ständig fort und man hat nach einem Jahr einen dichten Wurzelballen mit sehr vielen, kürzeren Wurzeln.
Man kann sich nun vorstellen, dass diese Methode bei Jungpflanzen zu einer ordentlichen Stammverdickung in sehr viel kürzerer Zeit als bei allen sonst bekannten Aufzuchtsmethoden führt.
Wichtig hierbei ist natürlich eine konsequente Düngung, die ganze Wachstumsperiode hindurch. Geeignet sind alle Düngersorten, die in fester Form vorliegen. Flüssigdünger ist weniger geeignet, da er direkt wieder aus der Erde herausläuft.

Reiner

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Beitrag von PeterS » 24.10.2006, 21:07

Hallo Reiner

Besten Dank für die sehr aussführliche Information über die Nudelsiebmethode.
Aber, wie ist das den mit überwintern? Sind die Wurzeln nicht eher frostanfällig als in einem geschlossenen Topf?

Peter

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flu
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Beitrag von flu » 24.10.2006, 22:42

Ich warte immer noch auf das Genie, das dei erste ästhetisch ansprechende Nudelsieb-Bonsaischale entwirft. ;)
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Beitrag von Reiner » 25.10.2006, 05:05

PeterS hat geschrieben: Aber, wie ist das den mit überwintern? Sind die Wurzeln nicht eher frostanfällig als in einem geschlossenen Topf?

Peter
Hallo Peter,
die winterharten Arten kann man mit dem Teichpflanzkorb einfach im Garten in ein Beet eingraben. Dort können sie dann bis zum Frühjahr bleiben. Dann müßen sie eh umgetopft werden, damit die beabsichtigte Stammverdickung mit einem verringerten Wurzelballen weiter entwickelt werden kann. Wenn die Pflanze nicht winterhart ist, muß man sie sowieso in ein Gewächshaus oder ähnliches überwintern. Dort gießt man dann weiter wie bisher.
Reiner

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Beitrag von Georg » 25.10.2006, 09:42

Um Reiners Antwort noch zu ergänzen:
Pflanzen im Nudelsieb sollten unbedingt zum Überwintern eingepflanzt werden. Ansonsten ist die Kombination Kälte/Trockenheit im nicht eingepflanzten Nudelsieb tendenziell tödlich! In der Schale dagegen bei richtigem Standort eher selten.
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)

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Beitrag von KHarry » 25.10.2006, 10:23

Mit Folie umwickeln müsste es ersatzweise wohl auch tun? Die seitlichte Verdunstung incl. -kälte hätte man damit ja auch vermieden.

PeterS
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Beitrag von PeterS » 25.10.2006, 21:58

Hallo Reiner, Hallo Georg

Vielen Dank für die prompten Antworten. Wirklich sehr nett. Das mit dem überwintern ist bei mir halt so eine Sache. Ich kann meine Bäume nur in einer überdimensinalen Holzkiste, so etwa Sarg ähnlich überwintern. Die Kiste fülle ich mit Holzschnitzeln. Könnte ich auch so einen Teichkorb eventuell in die Kiste legen, ohne dass der Baum erfriert? Hatt da jemand vielleicht schon Erfahrungen gemacht.

gruss Peter

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Beitrag von Heike_vG » 25.10.2006, 22:30

Hallo, Ihr Lieben,

bei mir sind etlicheTeichkörbe verschiedener Größen und mit verschiedenen Baumarten im Einsatz - mit ausgezeichneten Zuwächsen. *daumen_new*

Auch ich habe mal die Frage gestellt, ob die Pflanzen darin besonderen Winterschutz bräuchten und ich habe damals die gegenteilige Antwort bekommen. Es hieß, sie bräuchten noch weniger dringend einen Schutz als Bonsai in Schalen.
Dadurch, dass das Wasser so gut abläuft, bildet sich auch kein besonderer Eisklumpen. Aber die Feuchtigkeit muss man im Auge behalten.

Meine Pflanzen haben alle auch den sehr harten, kalten, langen letzten Winter bestens überstanden, ohne jeden zusätzlichen Schutz (nur unter dem Dachüberstand vor zuviel Niederschlag geschützt), genau wie alle anderen Bäume in Schalen oder Kübeln.

In Teichkörben waren folgende Pflanzen: Prunus mume (2 Stück), Castanea sativa (3 Stück), Lonicera nitida, Acer platanoides, Fagus sylvatica, Acer buergerianum, Ginkgo biloba, Ulmus carpinifolia "Wredei", Malus "Red Sentinel" und Cydonia oblonga.

Viele Grüße,

Heike
Zuletzt geändert von Heike_vG am 26.10.2006, 10:13, insgesamt 1-mal geändert.
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland

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Reiner
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Beitrag von Reiner » 26.10.2006, 02:44

Was Heike da schreibt ist absolut korrekt. Meine Teichpflanzkörbe stehen schön nebeneinander den ganzen Winter unter einer überdachten Terasse. Da gibt es nur Sonnen- und Windschutz. Erfroren ist da noch nichts. Man kann aber bedenkenlos seine Teichpflanzkörbe in ein Beet einsenken, schadet absolut überhaupt nichts.
Reiner

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