Buche ausgraben oder nicht??

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Philipp
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Buche ausgraben oder nicht??

Beitrag von Philipp »

Hallo,
da hier um Karlsruhe herum heute super schönes Wetter war, war ich mal wieder nach Bäumen suchen und das Mitte Januar bei 15° und Sonnenschein!
Anfangs habe ich zwar waghalsig alle möglichen Felsabbrüche abgesucht aber leider nix spannendes gefunden.
Nachdem ich aber einem Wildwechselpfad gefolgt bin, bin ich auf eine anhöhe gekommen, deren Kamm mit Felsen bedekt war und auf diesen einige Buchen standen. Die Erde über den Feldsen ist etwa 15cm tief und dort stand sie... eine "noch" 3m hohe Rotbuche.
So hab mich dann Ruhe suchend an den Baumgelehnt und siehe da die erde unter mir bewegt sich und der Baum lässt sich fast anheben... müsste also genau auf diesem Plateuau sitzen und nicht tef verwurtzelt sein.

Aus diesem Grund habe ich mir mal das Nebari genauer angesehen. Was ich fand war super, etwa 5 fingerdicke Wurzeln gehen sternförumig weg.

Die Basis ist satte 15 cm dick.

Da der baum aber 3m hoch ist, müsste ich ihn an einen kräftigen Trieb absägen und an dieser Stelle ist der Stamm noch so 10 cm dick. Es würde also eine sehr große schräge Wunde entstehen, ist das möglich??
Was mir noch gefällt, sind die sehr tief ansetzenden ersten Äste die schön sehr schön verzweigt sind.

Anbei ein paar Bilder,

Gruß
Philipp
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Stefan K.
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Beitrag von Stefan K. »

Er hat halt überhaupt keine Stammverjüngung
Ich hab Spass !
grüsse aus tirol stefan
bonsi10
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Beitrag von bonsi10 »

hallo
das mit dem wegsägen geht schon. allerdings gibt das, auch wenn es mal verwachsen ist eine sehr grosse narbe am baum, die man allerdings etwas mit der gestalltung kaschieren kann. wenn du sägst dann etwa 45 grad schräg nach unten/hinten vor einem brauchbaren ast, den du als neue spitze einsetzen kannst, und mit etwas geduld wird das in ein paar jahren ein superteil.
übrigens sieht man das auch bei sehr teuren importbäumen die auf diese art aufgebaut wurden
gruss daniel
Es wächst selten was auf dem eigenen mist
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Philipp
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Beitrag von Philipp »

Hallo
das mit der Verjüngung sehe ich ja auch, ist auch ein Punkt der definitiv gegen das Ausgraben spricht. Aber das Nebari is halt echt klasse.
Kann man mit einem 45° Schnitt und nem Ast als "Spitze ne glaubhafte Verjüngung erreichen?
Gruß Philipp
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Alien66
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Beitrag von Alien66 »

[quote="Philipp]...das mit der Verjüngung sehe ich ja auch, ist auch ein Punkt der definitiv gegen das Ausgraben spricht...[/quote]

Demzufolge würde auch ich es lassen!

Philipp, hast Du den zweiten Band von John Y. Naka gelesen? Dort beschreibt er, wie bei einem Baum (-stamm), der keine Verfüngung aufweist, eine solche aufgebaut werden kann. Hierzu ist in erster Linie wichtig, daß Du möglichst weit unten einen kräftigen Trieb hast, den Du nach oben drahten kannst - ob das bei Deinem Baum der Fall ist, kann ich anhand der Fotos nicht beurteilen. Hast Du keinen Trieb zur Verfügung, kannst Du natürlich trotzdem einen entsprechenden Schnitt setzen und beide Daumen drücken...

Wie auch immer, es wird Jahre dauern, bis Du eine glaubhafte Verfüngung hinbekommst.

Grüße, Chris.
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sulrich
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Beitrag von sulrich »

Sorry, aber ich sehe hier auch kein tolles Nebari, sondern 3 riesige, nicht verzweigte Wurzeln, die in verschiedenen Richtungen vom Baum wegstreben; bei einem wirklich guten Nebari wären dazwischen noch ein paar mehr Wurzeln, die dem ganzen mehr Volumen geben.

Das Integrieren einer so großen Schnittstelle in eine Gestaltung fände ich nur plausibel, wenn der Stamm darunter auch relativ "wild" aussehen würde, nicht wie ein gerader Stecken.

Bliebe also nur die schon angesprochene Kompromißlösung "streng aufrecht" mit einer hochgedrahteten Stammfortsetzung, aber ich denke, das würde nur bei einem kleineren Stammdurchmesser funktionieren oder bei einem Baum, der schneller wächst als eine Buche - das würde keine Jahre, sondern eher Jahrzehnte dauern ...
Viele Grüße,
Stefan

Whenever there is any doubt, there is no doubt. - Sam in 'Ronin'
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Philipp
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Beitrag von Philipp »

.... ja .... ich weiss, aber das Nebari hat neben den großen Wurzeln auch noch feinere die sich sicherlich entwickeln würden.
Spontan ist mir dies hier eingefallen:
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... t=abmoosen
Also vieleicht doch graben und dann ins Feld und ein zwei jahre kräftig durchwachsen lassen?
Muss mich eh erst noch mit dem zuständigen Förster unterhalten, aber ich hoffe das dieser Baum wenig Forstwirtschaftlichen Wert hat.

Gruß#
Philipp
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MartinRedlich
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Beitrag von MartinRedlich »

schneide das ding mal ab

im 45 grad winkel ziemlich weit unten
alle seitenäste die du nicht haben willst weg
und vielleicht auch die langen wurzeln alle 3 stark einkürzen
dann
mal 5 jahre nichts drann machen und dann nochmal überlegen

mfg martin
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

yamadori hat geschrieben:schneide das ding mal ab

im 45 grad winkel ziemlich weit unten
alle seitenäste die du nicht haben willst weg
und vielleicht auch die langen wurzeln alle 3 stark einkürzen
dann
mal 5 jahre nichts drann machen und dann nochmal überlegen

mfg martin
1. Das ist kein DING. :?
2. Was wäre, wenn jeder in der Natur einfach Bäume zurück schneidet, weil er sie vielleicht irgend wann mal ausgraben will oder auch nicht :?: (glaubst du, das Zurückschneiden bemerkt keiner??)
3. Bitte das zu überdenken ........ :roll:
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MartinRedlich
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Beitrag von MartinRedlich »

mei wolfgang heute nimmst es aber wieder mal genau:)


das ist irgendeine buche
und siehe oben wegen der frage an den förster

also was bitte spricht dagegen??


martin
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Philipp
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Beitrag von Philipp »

hm,

je mehr ich die Bilder und die 5 weiteren die ich gemacht habe anschaue, desto unsicherer werde ich ob sich der Aufwand lohnen würde. glaub ich muss da nochmal hin und das mir nochmal live ansehen. Zum Glück gehts heute eh wieder klettern und dann schau ich vieleicht nochmal vorbei oder find was VIEL besseres.

Also danke für die Antworten,
Philipp
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