Wie wird eine gute Bonsaierde zusammen gesetzt?

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Norbert Jäger
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Erde mischen

Beitrag von Norbert Jäger »

Hy mams,

sorry ich hatte vergessen, dass Du unter der Rubrik "Bonsaipflege"
nachschauen musst.

Gruß

Norbert
mams
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Beitrag von mams »

danke für den link

aber auf allen 7 seiten wird lang und breit über akadama geredet …über dessen vor- und nachteitle.
klar kommt irgendwo mal das wort torf vor, auch humus hab ich glaub ich irgendwo gesehen.

aber es klärt nicht die frage, ob nun torf aufgrund seines hohen huminsäurengehalts "schlecht" für erdmischungen ist, und ob demzufolge nicht wie von zb stahl dem humus der vozug gegeben werden sollte, und natürlich das "warum" auch noch dazu und erfahrungswerte :shock:

in diesem sinne
grüße ausm süden
mams
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achim73
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Beitrag von achim73 »

klare antwort : NEIN, torf ist nicht zu sauer. wenn du humus kriegen kannst, nimm humus. oder kokosfasern. aber torf, möglichst grob, geht genauso.
in einem vernünftigen substrat hat das ja max. den anteil von 30-40 prozent.
Gruss, Achim
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MarkusBCS
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Beitrag von MarkusBCS »

Hallo,

da muss ich mich jetzt auch noch mal kurz reinhängen. :wink:

Ich finde die Sache mit dem "Torf" bzw. "Humus" auch immer sehr verwirrend. Vor allem in der Fachliteratur. Mal ist von Rindentorf die Rede, dann wieder von Rindenhumus, dann mal nur Torf oder nur Humus. Gerade die Bezeichnung "Humus" ist für mich einfach zu allgemein. Ist das die ganz normale Erde im Garten? Oder die vom Komposthaufen?

Verwirrte Grüße *confused*
Markus
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Markus
Torf ist ein "Substrat" das durch langsame Zersetzung
aus Spaghnum-Moos in Mooren entsteht.
Rindenhumus ist ein Substrat das durch Kompostierung
von Rinden (Resteverwertung der Holz-Industrie) entsteht.
Humus ist das "normale" Zersetzungsprodukt der abfallenden
Nadeln, Blätter, Äste, Zweige usw.
Torf und Humus sind ohne Einwirkung von Aussen entstehende
Stoffe des großen Naturkreislaufes.
Rindenhumus ist ein "Kunst-Produkt".
Rindentorf ist die glorreiche Wortschöpfung
eines Werbefuzzi´s. (oder eine Falsche Übersetzung)
mfG Dieter
mams
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Beitrag von mams »

hi,
also stahl spricht vom gartenhumus, dem aus dem haus(garten-)eigenen komposter.
mein "problem" ist, ich hätt beides, bin aber jezz - vor allem als blutiger laie und anfänger und immer auf solche infos angewiesen - naturgemäss ein wenig verunsichert.
ABER - die aussage, dass beides geht, dass also der "tod" des bäumchens ja nicht vorprogrammiert ist bei der verwendung eines dieser substrate (seeeehr krass ausgedrückt) ist für mich schon so quasi genug, denn ab nun kann ich experimentieren und daraus meine schlüsse ziehen.
vielen dank also
und grüße ausm süden
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MarkusBCS
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Beitrag von MarkusBCS »

Hallo Dieter,

danke für deine Erklärung, so langsam kommt Licht ins Dunkel. :wink:
Damits endlich richtig hell wird, nur noch ein paar Fragen:

1. Entsteht Torf wirklich nur also außschließlich aus Spaghnum-Moos? Ich dachte das kommt aus Neuseeland und bei der Menge die davon weltweit verbraucht wird, müsste ja ganz Neuseeland aus Moos bestehen. :lol:

2. Welches der 3 Substrate ist denn nun am geeignetsten? Da du Rindentorf als "Kunstprodukt" bezeichnest, gehe ich davon aus, das es nicht die Erste Wahl ist.

3. Um mams Vorhaben nochmal aufzugreifen: Kann ich die Erde vom Komposthaufen uneingeschränkt verwenden? Unsere Erde scheint mir dafür erhrlich gesagt zu fein und lehmig, dh. ich befürchte Sie verschlämmt. (Habe aber auch noch keine ausgesiebt)

Gruß
Markus
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Markus
Die in Hunderten, Tausenden, Zehntausenden Jahren entstandenen Torfschichten sind viele Meter dick. Durch den rapiden Abbau
und die sehr langsame Neuentwicklung verringern wir die
Ressourcen in geschwindem Galopp, daher sollte man den
Torffverbrauch auf das Nötigste reduzieren.
Abgebaut wird in allen Ländern wo Moore existieren
und das Gebiet nicht unter Schutz gestellt wurde.
Auch in Deutschland gibt es noch Abbaugebiete,
trotz aller berechtigten Proteste.
Die von Dir beschriebene Komposterde, ist wohl keine,
da Komposterde organisch und Lehm anorganisch ist.
Komposterde würde ich im Normalfall nicht verwenden,
da Du nicht weisst ob Du Freund oder Feind in die
behagliche Schale einziehen lässt.
Steriliseren im Backofen, dämpfen oder mit Formaldeyd
keimfrei machen ist auch nicht gerade der beste Weg.
Empfehlungen gebe ich keine, da sehr vieles machbar
es aber immer von der Art der Pflege abhängig ist
ob diese Empfehlung Sinn macht.
Im Nachzuchtbereich verwende ich das was gerade da ist
und passe meine Pflege dem Substrat an.

Es gibt hier im Forum ein paar bewährte Rezepte,
auf diese sollte man zurückgreifen.
Man macht sich das Leben unnötig schwer,
wenn man um ein paar Cent zu sparen,
experimentiert ohne die Erfahrung zur Beurteilung
und als Unterstützung die nötigen Messgeräte hat.

mfG Dieter
mams
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Beitrag von mams »

hallo nochmal,
nachdem ich da jetzt keinen neuen thread aufmachen will, frag ich zu dem thema hier nochmal schnell nach:
irgendwo habe ich gelesen, dass wenn man nicht täglich 2 oder mehr mals seine bäumchen bezüglich wässerung begutachten kann, dann sollte man ein wenig "mehr" torf o.ä. nehmen, bzw nicht ein zuuu durchlässiges gemisch verwenden. stimmt das so ?? kann ich davon ausgehen ?? bäumchen im büro nämlich das kann ich max 1x täglich kontrollieren, am woe aber gar nicht.
wenn ich da dann mehr torf und zb akadama oder maxith nehme könnt sich das ausgehen ??
vielen dank im voraus
mams
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achim73
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Beitrag von achim73 »

kommt auch auf die grösse der schale und natürlich das raumklima an. aber über 50% anteil würde ich nicht gehen. das sollte absolut ausreichen bei normaler schalengrösse.
Gruss, Achim
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mams
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Beitrag von mams »

danke für die rasche antwort, schalengröße sollte imho passen, also werde ich es wohl so machen :D
grüße ausm süden
mams
Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

Vergiss auch nicht, dass die Sonneneinstrahlung einen wesentlichen Anteil ausmacht - übers Wochenende etwas abschatten bringt viel. Denn mit dem Torf habe ich es wie zopf: Das verwendet man nicht. Punkt.
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der1
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Beitrag von der1 »

Zumal es ja auch Alternativen gibt, wie z.B. Cocohum oder Rindenhumus. Da fällt mir eine Frage ein: Hat eigentlich schon mal jemand Kokoschips oder -granulat ausprobiert (hab ich mal als Einstreu für Echsen gesehen oder auch bei einem bekannten Pflanzenzubehörladen)? Das wollte ich nämlich mal machen.

Selbst hab ich mal Strohpellets (Einstreu für Nager) probiert mit keinem guten Ergebnis. Mir war durchaus bewusst, dass die Pellets auseinanderfallen, aber die kurzen Strohfasern ergaben anfangs eine schön lockere Struktur. Leider verdichtet das Zeug aber wie Hulle und der Birke da drin gehts auch nicht wirklich gut.
Und wenn wir jetz so zusammen liegen / Ich wollt es sagen, aber hab mich nie getraut
Immer öfter, wenn wir uns berühren / Spür ich den leeren Raum zwischen unsrer Haut.
Lichter - Leerer Raum (Video und mp3)
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achim73
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Beitrag von achim73 »

ich kann mir nicht vorstellen, dass die kokoschips ausreichend wasser speichern.
Gruss, Achim
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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

der1 hat geschrieben:Da fällt mir eine Frage ein: Hat eigentlich schon mal jemand Kokoschips oder -granulat ausprobiert [...]

[Strohpellets] Leider verdichtet das Zeug aber wie Hulle und der Birke da drin gehts auch nicht wirklich gut.
a) Teuer. Dieselbe Frage: Wie skrupellos, auch sich selbst gegenüber, soll man als Bonsaifreak sein?

b) Nein, Stroh geht nicht. Da muss ja auch noch der ganze Zerfallsprozess von Gärung bis Abbau durch Saprophyten und Mikroorganismen drüber. Kommt nicht gut, sowas...

Ich nehme grob gesiebte «Universalerde», was nichts anderes ist als Komposterde. Dazu gibts je nach Baum Akadama, Lava, Sand, Seramis, «bautechnisches Schüttgut» etc., alles grob nach Anzahl Schaufeln in einem Maurerkessel gemischt.
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