Idee für Stecklingssubstrat

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der1
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Idee für Stecklingssubstrat

Beitrag von der1 »

Hallihallo,

ich habe da grad so ne Idee und bin auch dabei, diese auszuprobieren. Von Sphagnum-Moos heißt es ja, es rege das Wurzelwachstum an und es wird in der Hinsicht öfter mal empfohlen, Wurzeln darin einzupacken. Das hat mich darauf gebracht, Sphagnum als Zugabe für ein Stecklingssubstrat zu verwenden.

Ich habe dazu das Moos kleingeschnippelt und mit sehr feiner Erde, Blähton und Quarzkies vermischt (2:1:1:1). Darin stehen nun diverse Stecklinge rum, vorwiegend kleinblättrige Rhododendren (einer davon so schön augenkrebserzeugend quietschepink, der musste einfach sein :lol:).

Vergleichsweise habe ich für diesen Versuch ein zweites Substrat ohne Sphagnum zusammengemischt (Erde, Blähton, Kies 3:1:1) und die Stecklinge jeweils 50:50 verteilt.

Was meint ihr? Ist die Idee mit dem zerschnippelten Sphagnum für die Tonne, oder könnte das tatsächlich was bringen?

Liebe Grüße

¹
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Martin_S
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Beitrag von Martin_S »

*grins*
Das mit dem schnibbeln und mischen habe ich auch gemacht. Allerdings nicht für Stecklingen sondern für den ein oder anderen Baum der bereits in der Schale stand. Das erst was mir auffällt ist, dass sich schnell Moos auf der Oberfläche gebildet hat. Das zweite das es den so eingetopfeten Bäumen scheints sehr gut geht. Das ist allerdings bei den anderen Bäumen meiner Sammlung die umgetopft wurden auch der Fall.
Test' mal an!
Martin S
Beste Grüße
Martin

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christophII
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Beitrag von christophII »

wird nicht so verkehrt sein.

http://www.shohin-europe.com/articles-s ... ients.html

gruss

Christoph
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flu
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Beitrag von flu »

Immer wieder entsteht in mir der Verdacht, dass der Begriff Sphagnum hier für alle möglichen Moosarten synonym gebraucht wird.
Bei Sphagnum handelt es sich jedoch um eine Moosgattung, nämlich die der Torfmoose, und nicht um Moos im Allgemein.

Eine wurzelfördernde Wirkung ist mir persönlich nur bei Sphagnum bekannt und das auch nur aufgrund seiner hohen Wasserhaltekapazität (begründet durch seine spezielle Phylloid-Morphologie) bzw. seiner antibakteriellen und pH-absenkenden Wirkung.

In Gärtnereien werden dann auch nur Sphagnum-Arten für Kulturzwecke verwendet und nicht irgendwelche Moosarten, wie sie z.B. beim Vertikulieren von Rasenflächen anfallen - mit den entsprechenden negativen Folgen für Moore durch deren großflächigen Abbau.

Bild
Sphagnum sp.
BildBildBild
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Martin Sch.
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Beitrag von Martin Sch. »

Ich ziehe Zeit Jahren Sphagnum sp. im Moorbeet selber. Und habe es somit immer frisch zu verfügung.
Das wichtigste bei Sphagnum ist wohl die pilzhemmend und antibakterielle. Wirkung. Vo allem für empfindliche Pflanzen Arten wie Orchideen oder Karnivoren findet Sphagnum Moos verwendung.
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der1
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Beitrag von der1 »

Danke, Christoph, für den Link.

Danke, Ulf, für die aufklärende Anmerkung. Ich weiß leider selbst nicht, was in der Tüte drin ist. Drauf steht allerdings "Sphagnum", "Torfmoos", "Peat moss" und so.

Danke, Martin, deine Anmerkung macht mich neugierig! Erzähl mal ein bisschen mehr bitte.

Liebe Grüße

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der1
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Beitrag von der1 »

Hier mal ein Bild von den Stecklingen.
Dateianhänge
Die quietschepinke "Mutterpflanze"
Die quietschepinke "Mutterpflanze"
Rhododendron quietschepink.jpg (68.17 KiB) 943 mal betrachtet
Die oberen beiden Reihen sind mit dem Sphagnumsubstrat. Von links: 2x Rhodo obtusum(?) mit rosavioletten Blüten, Weigelie (sagt Mama jedenfalls ;)), Rhodo impetum blauviolett, Rhodo obtusum(?) "quietschepink"
Die oberen beiden Reihen sind mit dem Sphagnumsubstrat. Von links: 2x Rhodo obtusum(?) mit rosavioletten Blüten, Weigelie (sagt Mama jedenfalls ;)), Rhodo impetum blauviolett, Rhodo obtusum(?) "quietschepink"
Stecklinge Sphagnumvergleich.jpg (68.69 KiB) 943 mal betrachtet
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Rene'
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Beitrag von Rene' »

Hallo Martin ,
Spagnummoos selber kultivieren würde mich sehr interessieren , kannst Du da mal bitte eine kurze Kulturanleitung geben ??

Vielen Dank,
Rene'
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Martin Sch.
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Beitrag von Martin Sch. »

Ja gut, eigentlich gibt es da nicht viel zu sagen !
Torfmoos-Arten wollen es feucht und wachsen im Schatten wie in der Sonne.
Das größte Problem ist wohl an frischen Toorfmoos zu kommen. Ich hatte da Glück.
Ich ziehe mein Torfmoos in einen 60 cm hohen Wasserdichten Trog 1x1 Meter
30cm hohe Kiesschicht, 30cm hohe Torfschicht darauf das Toorfmoos das ständig feucht gehalten wird. Das Moos darf auch im Wasser stehen wächst trotzdem.
Früher stand im Sphagnum noch der Rundblättrige Sonnentau (Dosera rotundifoli) der Mittlere Sonnentau (D. intermedia) die Schlauchpflanze (Saracenia purpurea) und Drosera binata wie die Venusfliegenfalle die beide Winterhart sind, was viele aber nicht wissen.
Zwischen dem lebenden Torfmoos erhält der Sonnentau optimale Luftfeuchtigkeit.
In den Sumpfmoosrasen gelingt es ihm verhältnismäßig gut, mit gestauchten Erneuerungdknospen zu überwintern.
Das ging viele Jahre gut, bis auf einen Winter über -23° da habe ich alle Pflanzen verloren. :cry:
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der1
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Beitrag von der1 »

Sorry, aber ich muss erwähnen, dass DIESE Stecklinge einen Hitzetod gefunden haben... Ich hab aber neue gemacht und lasse den Deckel lieber ab... :oops:
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