Zuerst mal herzlichen Glückwunsch zu dem extrem hohen Niveau dieses Forums - so etwas gibt mir doch immer wieder Glauben an die neuen Medien.
Ich lese seit einiger Zeit mit großem Gewinn eure Beiträge, hätte mich aber als "Nicht-Intensiv"-Bonsaihalter nicht an eigenen Thread getraut, wenn es mir jetzt nicht um das Wohl eines bestimmten Baumes ginge.
Aus Norwegen (Höhe Trondheim) haben wir im Mitte Juni eine Kiefer mitgebracht, die mir beim Steinesammeln tatsächlich fast entgegenpurzelte - ich hob eine Platte aus wunderschönem, flechtenbewachsenen Fjäll-Granit an, und da lag die Wurzelmatte einer Kiefer frei (ich hatte angenommen, dass der Baum in einer Felsspalte hinter dieser Platte wurzeln würde). Ohne weitere - inzwischen weiß ich es ein bisschen besser- rechtliche oder technische Bedenken packte ich den Baum ein und nahm in der Hütte den ersten Gestaltungsschnitt vor (wenn man das mal so nennen will; letztlich ging es in erster Linie auch um den Platz in unserer Familienkutsche...).
Weil ich gleich nach dem Urlaub für zwei Wochen geschäftlich verreisen musste, und Südbayern in extremer Hitze und Trockenheit stöhnte, entschloss ich mich erstmal zum Auspflanzen der Kiefer.
Meine Bitte um Hilfe geht dahin, welche Maßnahmen ich eurer Meinung nach ergreifen kann, um das Leben des Baumes zu erhalten und sinnvolle Schritte zur weiteren Gestaltung vorzubereiten (ich wollte den Beitrag erst mal nicht unter "Gestaltung" stellen, weil der Pflegeaspekt wichtiger ist).
Und so siehts im Moment aus:
Der Baum steht in einem großzügig ausgehobenen Loch im recht lehmigen Gartenboden; auf den Seiten um den Ballen herum habe ich Granitkies mit dem Lehm etwas gemischt, unten liegt der Ballen auf Lehm auf. Gießen tue ich eher spärlich aus Angst vor Wurzelfäule.
Ich habe den Leitast bzw. -stamm sicher zu knapp am einzigen erhaltenen Ast - der jetzige "Stamm" - gekappt (habe erst hinterher erfahren, dass man das mit Kiefern nicht machen soll). Die Schnittfläche ist etwas uneben und nicht besonders gut konkav vertieft. Wundbehandlung habe ich nicht angewandt. Soll ich da noch was tun, behandeln, Schnittfläche verbessern ?
Ich besprühe die Äste fast jeden Tag früh und abends mit destilliertem Wasser und einem Dünger auf Algenbasis. Ältere Nadeln haben sich in den letzten Wochen braun gefärbt und sind abgefallen, die Kerzen sehen ganz gut aus. Allerdings werden die Nadeln nur sehr langsam länger, und die ca. einjährigen Nadeln haben z.T. etwas gelbliche Flecken bzw. Spitzen.
Ich finde den Baum mit seinem überlangen oberen und den unteren dicken Yin-Ästen reizvoll, und dass das Laub wie eine Schleppe "dreieckig" hängt, gibt dem Ganzen eine irgendwie "versöhnliche" oder "beschützende" Note... Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob das eine irgendwie ernstzunehmende Gestaltung ergeben könnte....?
Für sämtliche Spontanäußerungen, Tipps etc. bin ich sehr dankbar.
Herzlichen Gruß an das Forum,
Stefan
P.S. jetzt versuche ich mal, mit meiner Krücke von PC ein paar Bilder hochzuladen... (wird schon schiefgehen, wahrscheinlich habe ich zu stark verkleinert...)












