Der naturalistische Stil

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus

Was ist der naturalistische Stil?

Der naturalistische Stil ist meiner Meinung nach, wenn man Baeume ohne besondere Gestaltungsmassnahmen auf natuerliche Weise in der Schale wachsen laesst.
3
4%
Das man kleine Baeume formal in verschiedene Stile einteilt finde ich grundsaetzlich quatsch.
4
5%
Der naturalistische Stil ist meiner Meinung nach ein gestalterisch aufwaendiger, gleichberechtigter Stil neben verschiedenen anderen Stilen.
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81%
Der naturalistische Stil ist meiner Meinung nach ein "Verlegenheitsstil" um z.B. aus Baeume mit natuerlichen markanten Maengeln oder gestalterischem Unvermoegen einen erklaerbaren Bonsai zu machen
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Ich bin mir nicht sicher was der naturalistische Stil ist bzw. habe noch nichts darueber gelesen, bin aber daran interessiert
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4%
Ich habe keine Meinung bzw. keine Ahnung und es interessiert mich nicht.
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mohan
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Der naturalistische Stil

Beitrag von mohan »

So, jetzt moechte ich es mal wissen. :wink:

Die meisten werden diesen Begiff hier schon mal mehr oder weniger zur Kenntnis genommen haben.

Was glaubt ihr, ist ein naturalistische Stil?
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der1
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Beitrag von der1 »

Huhu,

ich habe mich für diese Variante entschieden: "Der naturalistische Stil ist meiner Meinung nach ein gestalterisch aufwaendiger, gleichberechtigter Stil neben verschiedenen anderen Stilen."

Warum? Der naturalistische Stil bedeutet für mich (kleines Licht) ganz vereinfacht gesagt, dass man einen freigestellten Bonsai dieses Stils einfach in eine ganz normale Landschaftsszene montieren kann und am Ende wirklich das Gefühl hat, da stünde ein 30 Meter hoher Baum.

Dass solche Bäume in Schalen nicht einfach von alleine wachsen, dürfte sich von selbst verstehen.

Liebe Grüße

¹
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crimson
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Beitrag von crimson »

der1 hat geschrieben: Der naturalistische Stil bedeutet für mich (kleines Licht) ganz vereinfacht gesagt, dass man einen freigestellten Bonsai dieses Stils einfach in eine ganz normale Landschaftsszene montieren kann und am Ende wirklich das Gefühl hat, da stünde ein 30 Meter hoher Baum.
Siehte und ich dachte das wäre Bonsai. :shock: Sollte das nicht bei den "anderen" Stilen auch so sein? Sollte ein Windgepeitscher nicht genauso an einer Küste stehen. Oder ein Besen auf einer Kuhwiese? Stellt ein Yose Ue nicht einen kleinen Hain dar, der genauso in der Eifel oder sonst wo auf der Welt zu sehen ist?

Könnte es sein, dass ich da was falsch verstanden habe?

Monika für mich ist keine Antwort dabei :cry: Ist es nicht so, dass ein freiaufrechter Baum naturalistisch Gestaltet werden kann und trotzdem freiaufrecht bleibt? Bei den "traditionellen Stilen handelt es sich doch um "Grundformen". Grundformen bieten ein Gestaltungsspektrum an. Nicht ein richtig oder falsch. So sehe ich das zumindest. Die Dogmen entstehen doch nur dadurch dass einige Besitzer Ihre Bäume mit denen anderer messen möchten. Dabei muss nun mal nach bestimmten Richtlinien gerichtet werden, damit die entscheidung nachvollziehbar bleibt. Aber mit dem täglichen Gestalten und Pflegen von Bäumen hat das wenig gemein oder?

Viele verwirrte Grüße
der André
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mohan
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Beitrag von mohan »

Lieber Andre' ( Sorry finde das Apostroph auf meiner Tastatur nicht :oops: ),

bitte, bitte nimm es mir nicht krumm, aber ich denke, fuer dich ist, deiner Meinung nach, keine Antwort dabei, weil du den Unterschied zwischen Stil und Form noch nicht so richtig auf dem Schirm hast und du deshalb maechtig was durcheinander bringst. . :wink:

Windgepeitscht, Freiaufrecht, Wald sind keine Stile. Das sind alles Formen.
Wir versuchen hier ja schon seit laengerem die Sprachverwirrung ( meist durch die inhaltlich veraltete Literatur entstanden :!: ) zu entwirren 8) .

Alle Formen koennen in unterschiedlichen Stilen gestaltet werden.
Z.B. klassischer Wald :arrow: oder Literatenwald :arrow: oder ein moderner Wald .
Fuer deine Freiaufrecht-Form:
klassisch freiaufrecht :arrow: Literat freiaufrecht :arrow: modern freiaufrecht usw.!
Zuletzt geändert von mohan am 03.09.2007, 14:27, insgesamt 1-mal geändert.
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crimson
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Beitrag von crimson »

Danke Monika, nehme so schnell nix krumm, schon gar nicht konstruktive Antworten.

Kannst Du mir denn dann andere Stile benennen und vielleicht sogar anhand von Beispielen zeigen?

Das Ding über dem e heißt accent aigu und befindet sich zwischen dem ? und der Backspacetaste. Zuerst diese Taste und dann das e und dann klappst auch auch mit dem André oder dem René oder dem Voilà :wink:
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mohan
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Beitrag von mohan »

Hi Andre, bitte lies doch einfach mal das "Kunstgeschwafel" im Fachwissen.
Wollte eigentlich vermeiden das hier zu nennen und zu verlinken, weil ich ja dann die Umfrage nicht machen braeuchte. 8)

Ich schaetze, dir wird eine ganze Stadionbeleuchtung aufgehen :idea: , wenn du dir die Texte ( besonders "ueber Stile und Formen") zu Gemuete fuehrst! :lol: Berichte doch mal ob es dir zum besseren Verstaendnis was gebracht hat ,auch wenn es eben ein paar Tage dauert, bitte! :D


( Ich habe eine englische Tastatur - soll heissen ich habs immer noch nicht gefunden :oops: )
Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

crimson - vielleicht hilft dir das etwas weiter: Du hast sicher auch schon in irgendeiner Form Gestaltungen von Nick Lenz gesehen oder davon gehört. Zum Beispiel der Tonkopf, aus dem eine Azalee als herausgestreckte Zunge wächst. Oder die berühmte Penelope. Das ist ein anderer Stil. Es geht zwar auf den klassischen Formenkanon der Japaner zurück - die Penelope-Lärche ist, technisch gesehen, ein (sehr) frei aufrechter Baum mit Wurzeln über dem Stein, aber der Ansatz ist ein komplett anderer. Man könnte es am ehesten «concept tree» nennen. Da wird eine Geschichte erzählt, die zwar vielschichtig interpretierbar ist, aber sicher nichts mit der klassischen Vorstellung von Bonsai zu tun hat.
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Karl T.
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Beitrag von Karl T. »

Also eigentlich würde ich Nr. 3 sagen, was mir allerdings dabei nicht so gefällt ist das "aufwendiger". Wenn man nicht gestalten kann dann kann auch der klassische Stil aufwendig oder schwer sein, ansonst würde ich es unterschreiben. Das größte Problem an dem naturalistischen Stil ist dass viele ihn nicht als Stil verstehen und daher mit dem natürlichen Stil verwechseln, dabei hat er damit nichts zu tun. Von da her Monika könnte man es im Vergleich zum natürlichen als aufwendiger bezeichnen. :roll: :wink:
Herzliche Grüße aus Wien!
Ihr seit gerne eingeladen in meine http://www.bonsaiwerkstatt.at/
Karl Thier
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crimson
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Beitrag von crimson »

mohan hat geschrieben:Hi Andre, bitte lies doch einfach mal das "Kunstgeschwafel" im Fachwissen.

( Ich habe eine englische Tastatur - soll heissen ich habs immer noch nicht gefunden :oops: )
Uiuiui. Werd ich machen. Ich berichte nach meinem Urlaub :wink:

Auf einer englischen Tastaturbelegung wirst es auch kaum finden, fürchte ich.
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mohan
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Beitrag von mohan »

Karl, das "aufwaendiger" sollte auch nur verdeutlichen, dass mindestens soviel gestalterische Arbeit notwendig ist, wie bei anderen Gestaltungs-Stilen auch. :wink:
(Im Gegensatz zum natuerlichen wachsen lassen eben 8) )
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der1
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Beitrag von der1 »

Wobei ja die Option zum Ankreuzen ja nicht besagt, dass der naturalistische Stil aufwendiger ist als andere, sondern "nur" so aufwendig, wie eben andere Stile auch und damit gleichberechtigt.
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crimson
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Beitrag von crimson »

Sehr schön Monika. Wirklich interessant! Nicht dass mich das ernsthaft tangiert, da ich noch weit entfernt vom ernsthaften Gestalten bin. Aber zumindest weiß ich jetzt, das ich unbewusst eher zum naturalistischen Gestaltungen neige. Vielleicht ja auch weil ich Laubbäume bevorzuge.

Ich halte mich auf jeden Fall weiterhin bis auf weiteres aus solchen Diskussionen raus. Frei nach Dieter Nuhr: "Wenn man keine Ahnung hat... " :lol:

Viele Grüße
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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

Das wäre dann aber schade, crimson. Übung macht den Meister und bei allen, die tuten und blasen, hats am Anfang gequietscht.

Wenn dir der naturalistische Stil und die Laubbäume liegen, wäre es für dich vielleicht interessant, die Diskussion um die «freie Besenform» mitzuverfolgen. Die findet in der westlichen Welt seit einiger Zeit statt, die Englischsprachigen bezeichnen es als «informal broom» und es ist nichts als die Erkenntnis, dass unser Lebensraum (und damit unsere Vorstellungswelt) von Bäumen geprägt ist, die zwischen den japanischen Formen «frei aufrecht» und «Besen» liegen. Google mal. Hier hats ein paar Artikel zu solchen Themen.

Du siehst, da ist schon was dran an diesem abgehobenen Gefasel - nicht nur Theorie und warme Luft.
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crimson
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Beitrag von crimson »

Hallo Andreas,

schon klar, üben werd ich fleißig vor allem aber "pflegen". Lesen werd ich auch weiter. Danke für den Tipp: Ich werde mir das mal zu Gemüte führen. Das das "gehobene Gefasel" seine Berechtigung hat, ist mir schon klar. Ich bin zwar nicht unbedingt der klassiche Schöngeist aber sicher auch kein totaler Holzkopf ;-)

Viele Grüße
der André
(Monika, Du kannst es ja einfach hier --> é <-- raus kopieren. Ich kann Dir auch ne kleine Liste machen: éèê,áà... hehe) 8)
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Lindwurm
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Beitrag von Lindwurm »

bei alle anklickbaren möglichkeiten stört mich ein wort...

ich würde sagen:

"Der naturalistische Stil ist meiner Meinung nach ein Weg um z.B. aus Baeume mit natuerlichen markanten Maengeln oder gestalterischem Unvermoegen einen erklaerbaren Bonsai zu machen"
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