vermutlich im Jahr 2000 habe ich in einer Baumschule einen merkwürdigen Wacholder entdeckt und gekauft.
Die Art kannte ich nicht, fand damals aber das panaschierte Laub ganz interessant und der für einen Wacholder recht dicke und alte Stamm war kurvig und für eine frei aufrechte Form prädestiniert.
Als ich dann fröhlich zu gestalten begann, schnitt ich einige dicke Äste ab, ganz normal. Dachte ich.
Dieser Wacholder (Juniperus davurica "Expansa Variegata", wie ich herausfand) nahm solche Maßnahmen äußerst übel. Die Saftbahnen trockneten weit zurück und fast der ganze obere Teil starb ab.
So viel zum Thema frei aufrecht, der Plan hatte sich damit erledigt.
Nun blieb als Notlösung nur noch eine Kaskadengestaltung übrig. Ein Jahr später wurde der Baum in einem anderen Winkel eingetopft.
Die Äste, die für die Kaskadengestaltung überflüssig waren, wurden über zwei Jahre langsam reduziert, ehe sie entfernt wurden.
Aus Schaden wird man klug...
Aber irgendwie konnte ich diesen Baum nicht mehr leiden. Außerdem gefiel mir das panaschierte Laub nicht mehr, da sich der eigenwillige Wacholder nie zwischen schuppigem und nadeligem Laub entscheiden konnte. Die weißen Teile wurden oft hässlich braun.
So führte dieser Wacholder ein Schattendasein in meinem Garten, wurde ab und zu eher lieblos gezupft oder kurz geschnitten, aber es passierte nichts damit.
Irgendwann zupfte ich einfach alles schuppige Laub und fast alles weiße ab, um wenigstens einigermaßen einheitliches Laub zu haben.
Dennoch überlegte ich hin und wieder heimlich, an welches Opfer ich den Wacholder mal verschenken könnte...
Dann kam es doch noch anders! Nach dem Besuch des Ginkgo-Awards trafen wir uns noch mit Erwin auf einer belgischen Tankstelle und stöberten seinen Kofferraum durch, der voller schöner Schalen aus seiner Produktion war.
Die Kaskadenschale, die Erwin auch schon hier im BFF (unter do it yourself) gezeigt hat, gefiel mir dann soooo gut, dass ich sie haben musste, auch wenn ich dafür keinen Baum hatte.
Zu Hause wurde mir dann klar, dass der ungeliebte zweifarbige Wacholder von der Größe her in das edle Gefäß passen würde.
So nahm ich den Burschen mit zum AK-Treffen am letzten Samstag, in der Hoffnung, dass jemand anders gute Ideen haben würde, um den Wacholder so zu verbessern, dass er der schönen Schale würdig werden könnte.
Ich selber war ideenlos und blockiert, was diesen Baum betraf, den ich jahrelang nur ärgerlich betrachtet hatte.
Tatsächlich hatten die Kameraden gute Ideen und vor allem Hendrik war so nett, einen großen Teil des Nachmittags mit mir gemeinsam an dem Projekt zu arbeiten.
Und was soll ich Euch sagen: endlich mag ich diesen Baum und freue mich darauf, ihn im Frühjahr umzutopfen. :D


