Citrofortunella mitis (Calamondin)

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Tobias
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Citrofortunella mitis (Calamondin)

Beitrag von Tobias »

Hallo liebe Bonsaianer.
Mir hat heute ein Freund eine kleine Calamondin (=Zwergorange) geschenkt.
Tipps für die richtige Pflege habe ich mir schon besorgt, bei Bedarf poste ich sie auch hier.
Allerdings gibt es ein Problem:
Anscheinend hat sich eine Maus entschlossen sich vom Stamm dieses Bäumchens zu ernähren. Dabei hat sie ein einigermaßen großes Stück abgefressen. so ist an einer Stelle nur noch 4mm Rinde vorhanden (AUf den Bildern gut zu sehen). Da die sich die gesamte Wasserversorgung nur über die Rinde vollzieht, wird es wahrscheinlich kritisch...
Zur Zeit macht das Bäumchen noch einen recht vitalen Eindruck, es scheint an nichts zu fehlen...
Da mich die jetzige Krone des Bäumchens anspricht, will ich versuchen sie zu erhalten.

Hier brauche ich Ratschläge von euch!
Wie würdet ihr mit dem Problem umgehen, was soll ich eurer Meinung nach tun? Bitte kommentiert meine geplante Vorgehensweise und gebt mir Tipps was ich tun / was ich lassen sollte. Lohnt es sich aus eurer Sicht, überhaupt zu versuchen das wieder hinzubekommen?
Soll ich die Früchte bzw. einen Teil des Blattwerks entfernen?

Ich denke ich werde erstmal alle Früchte abschneiden, da sie sehr viel Wasser benötigen. Außerdem besprühe ich die Pflanze morgens und mittags. Ich gieße wenn die obere Erdschicht (leicht) trocken ist und habe gestern ein bisschen Flüssigdünger hinzugegeben. (Algoflash für Zitruspflanzen). Zum Standort: Ca. 13-17°C, nahe an einem Fenster, leider auch in der Nähe einer Heizung. Morgen werde ich ihr einen Platz unter einem großen, hellen Fenster (Ohne Heizung in der Nähe) freiräumen und sie dort weiter pflegen.

Ich bin für jeden Tipp dankbar, hauptsache die Pflanze kommt durch!

Gruss Tobias
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Calamondin
Calamondin
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Hier die noch vorhandene Rinde.
Hier die noch vorhandene Rinde.
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Links: Vorhandene Rinde, Rechts: Abgefressener Stamm
Links: Vorhandene Rinde, Rechts: Abgefressener Stamm
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Nochmal der abgefressene Stamm
Nochmal der abgefressene Stamm
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Fruchtbeladene Äste (Früchte werde ich wahrscheinlich alle abschneiden)
Fruchtbeladene Äste (Früchte werde ich wahrscheinlich alle abschneiden)
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Früchte
Früchte
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Zuletzt geändert von Tobias am 04.02.2008, 00:25, insgesamt 1-mal geändert.
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MarionS
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Beitrag von MarionS »

Die Wasserversorgung von unten nach oben findet nicht unmittelbar unter der Rinde statt, sondern etwas tiefer. Unter der Rinde werden die Nährstoffe heruntertransportiert.
Ist nur die Rinde weg, oder gehts auch tiefer ins Holz?
Gruß,
MarionS

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Tobias
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Beitrag von Tobias »

Soweit ich erkennen kann hat die Maus sich darauf beschränkt die Rinde zu fressen. Am Holz sind zwar Bissspuren zu sehen, die aber nicht viel abgetragen haben.
Ne Freundin von dem Freund, der mir den Baum geschenkt hat, arbeitet in ner Pflanzenabteilung, inder sie zur Zeit solche Bäume verkaufen. Diese meinte zu ihm, dass bei diesen Calamondin die Wasserversorgung in der Rinde stattfindet. Mich hat das etwas irritiert, ich dachte immer das die Wasserversorgung tiefer von statten geht.
"Der Wassertransport wird in den Nadelgehölzen durch die Tracheiden, in den Laubbäumen durch die effektiveren Gefäße (Poren) bewerkstelligt. Letztere sind bei den Laubbäumen entweder zerstreut (z.B. bei Buche, Ahorn, Pappel) oder ringförmig (z.B. bei Eiche, Ulme, Esche) im Jahrring angeordnet" (Zitat Wikipedia)

Trotzdem frage ich mich weiterhin: Wie kann ich dem Bäumchen am besten helfen?
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Tropenfreak
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Beitrag von Tropenfreak »

Durch einen geeigneten "Verband" aus Spaghnummoos für ein feuchtes Klima sorgen, damit die Kallusbildung schneller von Statten geht. Zur Sicherheit würde ich die Krone einkürzen um die Verdunstung etwas herabzusenken. Nur eine Idee, hab ich noch nicht ausprobiert - sollte aber funktionieren.
Der Spirituelle Intellekt des Agrarökonomen steht in reziproker Relation zur Quantität seiner subterranen Knollengewächse ;-)

Mfg Roland
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Reiner
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Beitrag von Reiner »

Das ist so ein Beispiel um einmal zu sagen, wie wichtig Mausefallen im Winterquartier sind. Die Viehcher fressen sich ruckzuck durch eine ganze Sammlung, wenn der Winter härter wird. Pro Winter hole ich 30 - 40 Mäuse mit meinen Fallen aus dem Winterquartier.
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Tobias
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Beitrag von Tobias »

Hi Reiner, das mit den Mäusefallen werd ich ihm ausrichten, glaube aber er hat mittlerweile welche :lol:

Aber zurück zum Thema: Was kann/soll ich machen um dem Baum zu helfen?

@ Roland, ist der Spaghnummoosverband nicht dazu gut abzumoosen?
Wenn ich das mit Spaghnummoos umhülle und das ständig feucht halte, führt das nicht zur Wurzelbildung?

Ich freue mich über jeden Tipp der irgendwie weiterhilft, bitte postet was ihr machen würdet!

Gruss Tobias
Zuletzt geändert von Tobias am 05.02.2008, 11:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Norbert Jäger
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Beitrag von Norbert Jäger »

Hallo Reiner,

welche Art von Winterquartier hast Du?
Meine stehen in einem geschlossenen mit zwei großen Fenstern versehenem Gartenhaus - da sind an den Dachsparren schon kleine Schlitze vorhanden, bislang konnt ich keine Fraßspuren entdecken. Der Komposter steht direkt neben dem hölzernen Gartenhaus (wird in den Abendstunden beleuchtet und ggfls. mit Frostwächter beheizt).
Da bekomm ich schon ein wenig Bammel. Mäusefallen kosten ja nicht alle Welt. Es gibt ja auch Lebendfallen...

Gruß
Norbert
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Tropenfreak
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Beitrag von Tropenfreak »

@ Tobias

Klar besteht die Möglichkeit, dass sich an der Stelle auch wurzeln bilden. Kallus ist Narbengewebe. Aus diesem Narbengewebe können sich ähnlich wie aus Stammzellen sämtliche Pflanzenteile entwickeln (Wurzeln, Triebe..)
Wichtig ist aber nur die Tatsache, dass der Kallus unter feuchtem Klima wesentlich schneller die Schadstelle überwallt. Da ja noch ein Steg stehengeblieben ist und der Saftfluss nicht gänzlich blockiert ist, ist die Gefahr, dass sich Wurzeln bilden nicht so hoch. Viel wahrscheinlicher ist es, dass der Kallus schnell die gesamte Schadstelle überwallt und einen ungehinderten Saftfluss ermöglicht. Sollten sich dennoch Wurzeln bilden kannst du die jedoch ganz einfach entfernen, solange sie noch weiß und empfindlich sind.
Der Spirituelle Intellekt des Agrarökonomen steht in reziproker Relation zur Quantität seiner subterranen Knollengewächse ;-)

Mfg Roland
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Reiner
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Beitrag von Reiner »

Hallo Tobias,
es sieht ja so aus, als hätte die Maus einen kleinen Steg Rinde stehen gelassen. Du mußt nur sehen, dass die Wunde nicht autrocknet, weil sonst dieser Steg ebenfalls austrocknen kann. Also entweder mit Wundknete abdecken oder, wie schon gesagt, mit Moos.

Hallo Norbert,
mein Winterquartier ist ein Schuppen im Garten. Dieser steht auf einer Pflasterung. Der Komposter ist dort auch nicht weit entfernt. Die Mäuse dringen durch die kleinen Ritzen, die zwischen den Pflastersteinen und der Schuppenwand sind, ein. Leider bleibt meine Tierfreundlichkeit dort auf der Strecke, ich verwende Schnappfallen.
Eine Katze würde helfen. Früher hatten wir eine Katze und keine Mäuse. Dafür hatte ich oft zerkratzte Borke an meinen Bäumen. Das war im Endeffekt der gleiche Schaden. Deshalb, keine Katze mehr :roll: .
Reiner
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Tobias
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Beitrag von Tobias »

Hallo Roland, deinen Tipp mit dem Moosverband habe ich umgesetzt. Was meinst du wielang er draufbleiben soll und in welchen Abständen ich nachschauen soll?
Ich halte ich ständig feucht, besprühe ihn morgens, mittags und abends.
Wundknete habe ich zwar auch da, allerdings würde die keine weitere Feuchtigkeit an den Stamm lassen.
Vielen Dank für eure Tipps, ich hoffe es folgen noch weitere :D

Heute hat der Baum 1 Blatt verloren. Ich weiß das an sich ist nicht schlimm und kann immer passieren, was mich beunruhigt ist, das das Blatt völlig gesung aussieht, außer das es an keinem Baum mehr dranhängt ;)
Ich denke ich werde heute mal den Großteil der Früchte (hauptsächlich die noch grün sind) entfernen.
Ansonsten macht der Baum einen vitalen Eindruck und einige der Früchte reifen weiterhin.

Gruss Tobias
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Tropenfreak
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Beitrag von Tropenfreak »

Das dauert schon ein wenig. Wie lange hängt von sehr vielen Einflussfaktoren ab. Du kannst nur von Zeit zu Zeit nachsehen wie weit die Kallusbildung fortgeschritten ist. Beim Abmoosen sollte man idR nicht zu oft nachsehen, da man sonst leicht eventuell schon vorhandene Wurzeln beschädigt. Da du ja eh keine Wurzelbildung willst kannst du auch nix falsch machen. Ich würde den Verband aber mindestens 1 Monat in ruhe lassen bevor ich zum ersten mal nachsehe. Dann muss auf alle Fälle deutliche Kallusbildung zu sehen sein. Dann kannst du auch in etwa abschätzen wie lange der Verband noch dranbleiben muss, bis die Stelle komplett überwallt ist. Wichtig ist nur, dass der Moosverband nicht klatschnass, sondern nur feucht gehalten wird, um Fäulnis zu vermeiden - darauf solltest du achten.
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Mfg Roland
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