Das typische Anfänger-Schicksal?

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Dilettant
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Das typische Anfänger-Schicksal?

Beitrag von Dilettant »

Hallo und habt Nachsicht mit mir!
War schon ein paar mal auf euren hilfreichen Seiten (auch in der 1. Hilfe), würde aber dennoch gerne von euren professionellen Ratschlägen profitieren, bevor mein "Bäumchen" ganz kahl dasteht.
Zu meinem (hübschen) Problemfall:
Ende vergangenen August geschenkt bekommen (Baumarktware), kurze Zeit danach zwei Bücher dazu gekauft (Kawollek: Bonsai für das Zimmer & Lesniewicz: Bonsai für die Wohnung).
Etikettiert wie folgt: Ginseng-Bonsai - Thailand Ficus ca. 50cm Schale / Höhe ca. 80 - 90 cm.
Tatsächliche Stammhöhe 40 cm, Durchmesser: wuchtige 6 cm!
Steht in einer Art Wintergarten (relativ warm, aber leider nicht sonderlich hell) ohne direkte Sonne.
Ich gieße ihn ca. alle 6 Tage mit ca. 1 L abgestandenem Leitungswasser - ungefähr alle 14 Tage erhält er "Gardol"-Bonsaidünger.
Wie man (hoffentlich) unschwer auf den Bildern erkennen kann, hat er mittlerweile mindestens die Hälfte aller Blätter verloren, die oberen Äste trocknen aus. Seit ca. 2 Wochen treibt er aber auch an wenigen (hauptsächlich)unteren Stellen schon neue Blätter aus.

edit: Habe gerade erfahren, dass es mir zurzeit unmöglich ist, Bilder einzufügen, da ich noch keine Ahnung habe, wie und wo ich diese auf einer Internet-Seite ablegen kann. Dies scheint ja Voraussetzung zu sein. Sende aber gerne Bilder zu!

Was mache ich falsch - kann ich dem Blattverlust Einhalt gebieten?
Muss das Bäumchen beschnitten werden - und wenn ja, wie?
Hatte in diesem Forum mal einige Bilder gesehen, auf denen ein Versierter Schnittstellen markierte, um derart Hilfe zu leisten. Vielleicht kann mir ja jemand von euch ähnlich gute Hilfe anbieten - ich wäre sehr dankbar.
Viele Grüße,
Ulli
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Wothan
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Beitrag von Wothan »

hallo ulli,

mit bildern wäre das einfacher.... etwas macht mir ein wenig sorgen. du gießt einmal die woche einen baum der im warmen steht? kommt mir etwas wenig vor. wie sieht die erde aus nach einer woche. ist sie trocken oder noch feucht? es könnte natürlich auch sein, dass deine wurzeln, wenn sie trocken sind und du dann dünger an sie schüttest, schaden nehmen.... ich würde auf jeden fall mal öfter gießen.

gruß
frank
Zuletzt geändert von Wothan am 10.02.2008, 20:03, insgesamt 1-mal geändert.
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achim73
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Beitrag von achim73 »

und das hier
relativ warm, aber leider nicht sonderlich hell
ist auch nicht gut. diese retusa-ficus brauchen in unseren wintern alles licht, was sie irgendwie kriegen können.
Gruss, Achim
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Dilettant
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Beitrag von Dilettant »

Jetzt kann ich das auch mit den Bildern ...:lol:


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MarionS
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Beitrag von MarionS »

Zum Gießen: festgelegte Zeitspannen und Literzahlen sind Unfug.
Man gießt dann, wenn die Erdoberläche trocken ist und so viel, daß das Wasser aus den Abzugslöchern sprudelt.

Je nach Temperatur, Luftfeuchte und Baumzustand ändert sich das nämlich gewaltig.
Gruß,
MarionS

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Dilettant
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Beitrag von Dilettant »

@ MarionS:
Nichts für ungut, aber ich hatte lediglich Circa-Angaben gemacht - um einen Hinweis zu geben, d.h., damit ich eventuell Ratschläge erhalten kann.
Was ist daran Unfug und wofür diese aggressive Unterton?
Aus "Abzugslöchern sprudelndes Wasser"? Davon habe ich noch nie etwas gehört.
Bisher hatte ich mein Bäumchen (ohne mich festlegen zu wollen) meistens ca. (!) einen Tag, nachdem die Oberfläche trocken war, gegossen, da ich davon ausgehe, dass in den tieferen Schichten noch genügend Feuchte vorhanden ist. Die meisten meiner bisherigen Zimmerpflanzen (nicht Bonsais!), die zugrunde gingen, litten unter Staunässe.
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achim73
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Beitrag von achim73 »

klingt ganz vernünftig. wie gesagt, höchstwahrscheinlich zuwenig licht. kannst ja mal die suchfunktion mit "pflanzenlampe" benutzen.
Gruss, Achim
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MarionS
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Beitrag von MarionS »

Ein agressiver Unterton war meinerseits nicht beabsichtigt, vergiss bitte nicht, daß du im Internet die Stimme des anderen nicht hören kannst und seine Mimik nicht siehst.

Cirka-Angaben oder nicht: du hast Angaben gemacht, und man kann nur versuchen aus den Angaben zu ersehen, auf welche Weise du gießt. Du hast es an einem Zeitraum und einer Mengenangabe festgemacht. Darauf bezog ich den "Unfug" und empfahl eine andere Vorgehensweise, nach der entschieden werden sollte, wann und wie gegossen wird.

Staunässe entsteht, wenn die Schale im Boden eben kein Loch ("Abzugsloch") hat, damit das überschüssige Wasser ablaufen kann.
Kippt man einer Pflanze Wasser hinter die Binde, wird es zudem nicht vollständig aufgebraucht, es bleiben immer Rückstände, die sich anreichern. Tränkt man eine Pflanze nun so ausgiebig, daß das Wasser aus dem Abzugsloch sprudelt, werden sie ausgespült. Einige Pflanzen brauchen das (z.B. meine Blutbuche, die salzempfindlich ist).

Vorsichtige Frage... hat die Schale kein Abzugsloch?
Gruß,
MarionS

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Beitrag von rad(o)n »

ich mache das genauso, wie es marion sagt und kann auch keinen aggressiven unterton heraus"hören" oder lesen.

ab und zu stelle ich meine "indoors" für ca. (!) 1 stunde ins wasser, damit sich der zuvor leicht angetrocknete wurzelballen aufsaugen kann. aber eben, nur etwa alle 2 wochen. dazwischen giesse ich, sobald sich die oberste schicht des substrates trocken anfühlt (mit daumen kontrollieren, nenne ich *daumen-trick*)

so haben es alle meine indoors gerne und wachsen wie wild. :wink:
grüsse

pascal
Dilettant
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Beitrag von Dilettant »

Wie auch immer: Ich fühlte mich etwas "auf den Schlips getreten" mit dem "Unfug". Vielleicht bin ich etwas dünnhäutig heute. Aber nun: Lasst Frieden auf der Welt einkehren und jetzt zum Problemfall zurück:
Die Schale hat zwei Abflussöffnungen; durch diese ist jedoch noch nie Wasser herausgetreten. Der "Daumentrick" ist mir geläufig und wird von mir gelegentlich auch verwendet.
Soweit ich euer Feedback bisher zusammenfassen kann, lautet der Befund für den Patienten also: Eine Mischung aus zu dunkel und zu trocken. Richtig?
Grüße,
Ulli
rad(o)n
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Beitrag von rad(o)n »

ich würde auf staunässe tippen und dadurch kann oft wurzelfäule auftreten. dies würde auch erklären, dass nur einige partien kein laub haben, weil nur ein teil wurzeln am verfaulen sind. man muss sich das wie ein gehirn vorstellen: wenn ein teil des hirns kaputt ist, funktionieren die entsprechenden körperteile nicht mehr richtig. (in diesem fall beschreiben die wurzeln des baumes das hirn, wie ich mir das pflanzenphysiologisch vorstelle)

aus den abzugslöchern MUSS es zwingend bei jedem giessen sprudeln, ansonsten sagt das, dass das substrat zu wenig durchlässig ist und wie oben beschrieben ist, die wurzeln zu faulen beginnen und absterben.

wenn man pech hat, merkt man das zu spät und der gesamte wurzelballen ist schon verfault :?

was ich natürlich nicht hoffe.

was meinen die mehr versierten "biologen" unter uns? :wink:
grüsse

pascal
Dilettant
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Beitrag von Dilettant »

Die Abmessungen der Pflanzschale betragen 45 x 30 cm. Wenn ich hier ca. einen halben bis 3/4 Liter Wasser gegeben habe, muss ich schon ein Weilchen warten, bevor ich noch nachgießen kann, weil es sonst über die Ränder läuft. Dafür ist die Pflanzerde einfach zu komprimiert. Sollte ich diese vielleicht einmal austauschen und die Schale lockerer befüllen?
rad(o)n
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Beitrag von rad(o)n »

genau das ist das problem.

es sollte ca. 30 sekunden nach dem beginn des giessens wasser zu den löchern rauskommen. falls nicht, oder erst viel später, sollte in lockereres, durchlässigeres substrat umgetopft werden.

es gibt hierzu kein "richtiges" substrat, sondern vielmehr einige mischungen, die ficusse sehr gut vertragen. genaueres kann ich dazu aber nicht sagen.

genaueres kann ich aber über die konsistenz sagen: diese sollte locker und durchlässig sein. um dies zu erreichen kann man einiges tun. ich selber gebe als unterste schicht bei grösseren pflanzen gerne kleine tonkügelchen in die schale. manchmal mische ich auch noch welche ins substrat oder benutze andere materialien, um die erde luftig zu erhalten.

such mal über die suchfunktion nach erdmischungen oder ähnlichem, sollte was zu finden sein.
grüsse

pascal
Lindwurm
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Beitrag von Lindwurm »

rad(o)n hat geschrieben: es sollte ca. 30 sekunden nach dem beginn des giessens wasser zu den löchern rauskommen. .
also 30sec. ist doch schon viel zu lange!
:shock: :shock:

ich hab bäume in praktisch reinem coco stehen und selbst da geht das "sofort"....

ich tippe bei dem baum mal auf "schrott" substrat als fehler quelle.
schlechte substrat eigenschaften kann man nicht durch angepasstes giessen ausgleichen...die erde bleibt zu lange zu nass....
rad(o)n
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Beitrag von rad(o)n »

ja, es geht meistens viel schneller, aber nicht zu vernachlässigen ist die giessgeschwindigkeit :wink:

30 sekunden waren ein "wenig" übertrieben, es geht auch schneller bei mir. 8) ich bin selber noch ein "dilettant" mit meinen 3 jahren bonsaierfahrung, ich habe selber meine erdmischung noch nicht optimiert, bin aber fleissig daran :wink:
grüsse

pascal
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