Aus Busch wurde Baum

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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crimson
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Beitrag von crimson »

Herbi hat geschrieben: Jetzt habe ich an diversen Orten gelesen, dass es besser sei die Buchenäste nicht zu drahten, sondern nur zu spannen, da sie sehr leicht verletzt werden durch die Drähte....

Hat jemand von Euch Erfahrung mit gedrahteten Buchen?
Ich habe gute Erfahrung mit dem Drahten von Buchen gemacht. Allerdings muss man höllisch aufpassen. Spätestens ab Juni muss man den Draht quasi täglich kontrollieren und lieber früher als zu spät entfernen und gegebenenfalls nachdrahten. Wunden die durch eingewachsenen Draht entstehen sollen Jahre lang nicht verschwinden und das glaube ich gerne. Deshalb ist, wie bei eigentlich allen Laubbäumen mit glatter Rinde, höchste Vorsicht geboten. Ich habe auch die Erfahrung gemacht dass eine Wachstumsperiode nicht immer ausreicht um Äste (besonders dickere) in die gewünschte Form zu bringen. Dann Drahte ich einfach nach.

Meine große Buche ist seit ihrer Erstgestaltung im März letzten Jahres durchgehend gedrahtet. Ich hoffe im Juni den Draht endgültig entfernen zu können und ab da nur noch mit schneiden und abspannen aus zu kommen.

Übrigens: Sehr schöner Baum. Ich würde diesen dünnen Spindelast links unten versuchen zu "begradigen" und dann erst mal ungehemmt wachsen lassen, auf dass er eine glaubhafte Dicke erreicht. Ich würde einige der Äste noch etwas einkürzen, vor allen wenn sie sehr dünn sind.

Viele Grüße
der André
I say, if your knees aren't green by the end of the day, you ought to seriously re-examine your life.
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Alien66
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Beitrag von Alien66 »

Herbi hat geschrieben:...So sieht sie von hinten aus...
Herbi,

schon besser!

Das mit dem Drahten würde ich nicht so eng sehen an Deiner Stelle. Wenn Du eine dauerhafte Ast-/Zweigkorrektur in adäquater Zeit erreichen möchtest, wirst Du ohne eine Drahtung, die auch etwas einwächst, nicht auskommen. Es ist richtig, wenn die Leute hier sagen, daß bei Buchen ein rasches Dickenwachstum erfolgt. Aber selbst wenn dabei der Draht etwas einwächst und Du ihn erst danach entfernst, wächst der Baum in gleicher Geschwindigkeit weiter, spätestens in der kommenden Wachstumsperiode...!

Im Allgemeinen würde ich mich Bodos Ansichten anschließen.
Viele Grüße, Chris.
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crimson
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Beitrag von crimson »

Alien66 hat geschrieben:Wenn Du eine dauerhafte Ast-/Zweigkorrektur in adäquater Zeit erreichen möchtest, wirst Du ohne eine Drahtung, die auch etwas einwächst, nicht auskommen.
Auch wenn das Dickenwachstum Anhält, bleiben die Narben, die durch eingewachsenen Draht entstehen, sehr lange sichtbar und vor allem unschön. Welchen Vorteil hätte das? Ich würde das in jedem Fall versuchen zu vermeiden!

Viele Grüße
der André
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Alien66
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Beitrag von Alien66 »

crimson hat geschrieben:...Welchen Vorteil hätte das? ...
André,

mit meiner Erfahrung kann ich sagen, daß Äste/Zweige, bei denen der Draht zumindest leicht einwächst, anch dem Entdrahten Ihre Form wesentlich besser halten. Beim Apspannen z.B. habe ich eher schelchte Erfahrungen gemacht, d.h. die geplante Form wurde nicht dauerhaft gehalten. Auch sehe ich dabei das Problem, daß man sich sehr schnell "Rundbögen" in den Ästen/Zweigen einhandelt, wenn man einen falschen Befestigungspunkt des Abspanndrahtes am Ast/Zweig wählt.

Ehrlich gsagt, kann ich nicht beurteilen, wie lange z.B. eine Buche wirklich benötigt, um Drahtwunden vollkommen auszugleichen. Dazu reicht meine Erfahrung nicht aus. In meiner vorherigen Stellungnahme bin ich nur von dem allg. starken Wachstum meiner Buche, oder anderer Pflanzen, ausgegangen und habe daraufhin eine Vermutung angestellt. Kannst Du dazu Angaben machen, die auf Deiner Erfahung basieren?
Viele Grüße, Chris.
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Köhler Rudolf
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Beitrag von Köhler Rudolf »

Hallo Herbi,

aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, daß ich meine Buchen gedrahtet habe und keine Probleme mit dem Einwachsen des Drahtes hatte. Du must nur, wie bereits mitgeteilt, locker drahten und den Draht immer kontrollieren.
In 2-3 Ausgaben der Bonsai Europe aus dem Jahr 2006 sind mehrere gute Berichte über dieses Thema (Buchen) veröffentlicht worden.

Grüße
R. Köhler
Grüße
Rudi K.
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bonsaiheiner
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Re: Aus Busch wurde Baum

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Herbi,
den Bemerkungen von Stefan aus der Zentralschweiz (gm´r) zum Drahten bei Buchen möchte ich nichts hinzufügen. Er hat damit alles gesagt und der Kollege weiss, wovon er redet. Seine geneigte Spitzenbuche dürfte im Forum bekannt sein.
Bodo.P. hat geschrieben:Hallo Herbi

Zu deinem schönen Baum,beim betrachten des Fotos kam mir der
Gedanke dem Baum oben diese verdickung zu nehmen.Darunter sind
zwei Äste auf einer Höhe,das währe eine Stelle zum einkürzen.
Das aufbauen einer neuen Spitze geht ja einfach.

mfg
Hier ist äusserste Vorsicht ratsam!! Rotbuchen sind sehr apikaldominant. Bei mir hat eine vor 15 Jahren dem Freiland entnommene und immer in flachen Schalen gepflegte Rotbuche mangelnde Verjüngung gezeigt. Deshalb entschloss ich mich vor 4/5 Jahren zur Entfernung der Spitze, um einen günstigen Ast im oberen Drittel als Spitze weiter zu formen. Die Sache ging gründlich schief, weil die Buche trotz überbetonter konkaver Vertiefung der Schnittstelle einen so starken Kallus bildete, dass von einer harmonischen Verjüngung keine Rede mehr sein konnte. Seitdem überlege ich mir 3x, ob ich bei Rotbuchen in Stammnähe oben grössere Schnittstellen zulasse.

Beste Grüsse,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
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Bonsai-Bene
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Re: Aus Busch wurde Baum

Beitrag von Bonsai-Bene »

Heiner ich will ja nix sagen aber der letzte Beitrag ist 5 Jahre her
MfG Benedict

Versuche nicht wie der Meister zu sein, sondern suche nachdem was der Meister sucht!
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Norbert Jäger
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Re: Aus Busch wurde Baum

Beitrag von Norbert Jäger »

Herbi ist hier nicht mehr aktiv, da er von ein paar Besserwissern gemobbt wurde...
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