Friedhofsheckeneibe

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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jost
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Friedhofsheckeneibe

Beitrag von jost »

Hallo zusammen,

ich habe vor einigen Wochen beim Gassi Gehen mit dem Hund in der Haibuchenhecke unseres Friedhofs eine kleine Eibe entdeckt, die bei den jährlichen Schnittmaßnahmen regelmäßig stark gekappt wurde und als kleiner Besen dort stand.

In der letzten Woche habe ich die Pflanze dann mit Erlaubnis geborgen, in eine Trainingsschale gesetzt und grob vorgestaltet. Ich konnte einen schönen kompakten Ballen mit vielen Feinwurzeln bergen, sodass ich meiner Ungeduld, mit der Grobgestaltung zu beginnen nachgegeben habe. Außerdem wollte ich unbedingt sehen, was sich unter dem Besen verbarg.

Ich wurde angenehm überrascht: Anhand der Jahresringe ist die Pflanze 25-30 Jahre alt, an der Basis 10 cm breit und momentan 30 cm hoch. Die Bilder zeigen eine Ansicht von 4 Seiten vor Bearbeitung, die vorläufige Vorderseite sowie eine grobe Vision. Da sich 3 Hauptstämme gebildet hatten und die Pflanze bei Beibehaltung aller 3 oben sehr breit geworden wäre, habe ich den Vorderen als Hauptstamm auserkoren und werde die beiden Hinteren im nächsten Jahr zu glaubwürdigen Totholzbereichen umgestalten.

In den nächsten Monaten wird sie nun optimal gepflegt und gedüngt, mal sehen, wie sich das Bäumchen entwickelt!!
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Gruß, Joachim
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Rene'
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Beitrag von Rene' »

Da steckt eine Menge Potential drin !!! Du warst ja beim wegschneiden recht mutig , ich hätte zum anwachsen etwas mehr grün dran gelassen .
Bin mal gespannt ob Urikawa sich dazu äußert .

Rene'
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jost
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Beitrag von jost »

Hallo Rene,

ich glaube, dass ich mit dem Anwachsen keine Probleme haben werde, da ich sehr viel Feinwurzeln in einem kompakten Ballen bergen konnte.

Fast alle Zweige wuchsen steil nach oben, sie konnten weder gebogen noch anders bearbeitet werden, sodass ich sie entfernen mußte. Es blieben lediglich die wenigen stärkeren Äste, die auch geformt werden konnten. Wichtig ist das Grün in der Spitze, um den Saftfluß zu gewährleisten. Ich erwarte, dass die Eibe übers Jahr aus allen Knopflöchern treibt und noch einiges an Optionen anbietet.
Gruß, Joachim
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jost
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Beitrag von jost »

Rene' hat geschrieben:Bin mal gespannt ob Urikawa sich dazu äußert.
Das würde mich sehr freuen!!
Gruß, Joachim
jupp

Beitrag von jupp »

Du gehst da bestimmt einen guten Weg Joachim, da wird was Feines draus.
Grüße Jupp :wink:
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Joachim
Es könnte eine Säuleneibe sein.
Sollte sich im Laufe des Jahres kein Wachstum
in eher horizontaler Ausrichtung zeigen,
dürfte es schwierig werden.
mfG Dieter
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Rene'
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Beitrag von Rene' »

Ja den Verdacht auf Säuleneibe hatte ich auch schon . Aber egal , dann probierts mal wenigstens einer .
Wäre schon mal interessant.
Ich habe auch noch einige fette Säuleneiben rumzustehen , trau mich immer nicht ran und denke naja vieleicht nächstes Jahr.

Rene'
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jost
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Beitrag von jost »

zopf hat geschrieben:Hallo Joachim
Es könnte eine Säuleneibe sein.
Sollte sich im Laufe des Jahres kein Wachstum
in eher horizontaler Ausrichtung zeigen,
dürfte es schwierig werden.
mfG Dieter
Hatt ich anfänglich auch vermutet aber die relativ stumpfwinkligen Äste könnten dann doch auf normale Eibe hindeuten. Egal, irgendwas wird immer draus!!
Gruß, Joachim
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Gary
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Beitrag von Gary »

zopf hat geschrieben:Es könnte eine Säuleneibe sein.
Hallo Joachim,
auf den ersten Blick könnte man Dieter´s Befürchtung teilen.
Wäre es tatsächlich eine Säuleneibensorte strebe jeder Austrieb senkrecht nach oben, was eine unendliche Drahterei erfordere. Dieser Kampf ist meiner Erfahrung nach praktisch nicht zu gewinnen.

Nun ist es aber schon in der Realität schwer genug zu bestimmen welche Eibensorte man vor sich hat, um so schwieriger von Fotos. Dennoch würde ich eher zu einer Bechereibe tendieren, eventuell Taxus media ´Hicksii´ oder ´Hillii´. Beides Sorten die mir "verwendbar" erscheinen.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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jost
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Beitrag von jost »

Danke Gary, Du machst mir Mut!

Die Vögel, die in der Hecke rasten und ihre Häufchen fallen lassen kommen halt viel rum und unterscheiden nicht :lol:

Der Sommer bringt hoffentlich Klarheit :)
Gruß, Joachim
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Urikawa
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Beitrag von Urikawa »

was eine unendliche Drahterei erfordere. Dieser Kampf ist meiner Erfahrung nach praktisch nicht zu gewinnen.
Gibt es überhaubt jemals einen Kampf zu gewinnen oder zu bestreiten wenn wir über die Bonsaikunst reden? Aber ich verstehe sehr gut was Sie damit sagen möchten.
Es handelt sich hier um eine SäulenEibe. Um die Primairen Ästen zu gestalten braucht mann ein wenig zeit. Dann sollte es sache sein das mann schneller als normalerweisse üblich den neuaustrieb zupfen.
Normaler weise sollte das treiben kein problem darstellen. Da dieser Baum einen dichten Würzelballen hatt werden viel Würzel eingehen. Sie haben nach diesen schweren schnitt keine funktion mehr. Mann sollte also vorsichtig sein mit Wasser.

Was mich im algemeinem immer wieder auffällt ist die art und weise wie die Eibe zuruckgeschnitten werden. An stellen wo einen neuen Ast zu wachsen versucht wird gleich nebenan einen Ast der nicht zu gebrauchen ist bis auf der Rinde des Stammes zuruckgeschnitten. Was passiert an solch eine stelle? An stellen wo keinen neuzuwachs erwunst ist lässt mann etwa 3 oder 4 cm stehen. Wieso beachtet mann nicht den Saftruckzug um denen die Eiben bekannt sind?
Den Eigentümmer sagt zum beispiel das der Leittrieb wichtig währe. Sieht mann die schnittstelle an dann frage ich mich immer wieder weshalb er oder sie das sagt.
Wenn die zeit gekommen ist Äste zu entfernen ist sie gekommen. Dies selbe gibt für reste von Äste die mann stehen lässt. Weshalb concentriert mann sich nicht aufs Grun und die Schnittstellen statt sich concentrieren zu wollen auf das aussehen dasjenige das mann "Baum" nennen will?

Kennt mann sein Ziel nicht ,wird mann niemals den Ausgang des Irgartens vinden und nur herumirren.
Zuletzt geändert von Urikawa am 22.03.2008, 15:05, insgesamt 1-mal geändert.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
rad(o)n
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Beitrag von rad(o)n »

danke urikawa, von dir können wir noch viel lernen, bezüglich eiben... 8)
grüsse

pascal
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jost
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Beitrag von jost »

Danke Urikawa, aus Deinen Ausführungen und aus den Reaktionen des Baumes kann ich viel lernen.

Es ist halt meine erste gesammelte Eibe und Fehler bei deren Behandlung kann ich nicht vermeiden. Aber daraus zu lernen, ist mein Ziel!!
Gruß, Joachim
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Heike_vG
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Beitrag von Heike_vG »

Hallo Joachim,

bitte halte uns auf jeden Fall auf dem Laufenden über diese Eibe! Ich würde sehr gerne sehen, wie der Baum sich jetzt verhält.

Auf Urikawas Urteil gebe ich viel, ich bin sehr gespannt, in wieweit sich seine Befürchtungen bewahrheiten.

Wir können hier alle wieder viel lernen, wenn wir teilhaben dürfen. :wink:

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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jost
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Beitrag von jost »

Werde ich machen, Heike.

Egal, wie das Ganze ausgeht!?!
Gruß, Joachim
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