Eschenahorn - lohnt sich das buddeln?

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
wenn Du selbst KEINE ANTWORT GEFUNDEN hast
Antworten
Benutzeravatar
_momo
Beiträge: 466
Registriert: 26.04.2007, 15:42
Wohnort: Stahnsdorf

Eschenahorn - lohnt sich das buddeln?

Beitrag von _momo »

Hallo alle miteinander!

Bei uns steht seit ein paar Jahren ein Eschenahorn direkt neben der Hauswand. Vor zwei Jahren hab ich ihn mal radikal gekappt (von mehr als 2m auf geschätzte 50cm). Letztes Jahr habe ich wiederum die neuen Triebe stark zurückgenommen.

Da das ganze nun schon etwas Bonsai-ähnlich aussieht, hab ich diese Woche versucht das gute Stück auszubuddeln. Umstechen war nicht das Problem, aber leider scheint der Ahorn eine nette Pfahlwurzel zu haben.
Daher nun zu meiner Frage: Meint ihr es lohnt sich das Teil doch komplett auszugraben oder sollte ich ihn lieber an Ort und Stelle weiter zu einem schönen Strauch entwickeln???

Bild

Bild

Bild

Der Stamm ist halt nahezu schnurgerade, was diesen Baum wohl nicht gerade zum besten Rohmaterial macht. Aber wie man auf dem dritten Foto sehen kann, treibt der Ahorn sowohl an den Ästen als auch am Stamm viele neue Knospen.

Wär echt klasse, wenn ihr mir da weiterhelfen könnt! Mehr Fotos sind auf Anfrage gerne machbar.

LG Tine
Benutzeravatar
Wothan
Beiträge: 1150
Registriert: 20.01.2008, 12:56
Wohnort: Leimersheim

Beitrag von Wothan »

hallo tine,

einerseits hat er nicht wirklich viel potetial. der gerade stamm und auch die astanordnung sind nicht gerade das was man von gutem rohmaterial erwartet. andererseits wäre der baum für mich eine herausforderung um zu beweisen, dass selbst aus so "unmöglichem" ausgangsmaterial etwas schönes entstehen kann. ich für meinen teil würde ihn ausgraben und mich an ihm versuchen. egal wie sich die ganze sache entwickelt, du kannst nur dabei lernen.

gruß
frank
Benutzeravatar
Martin_S
Beiträge: 11766
Registriert: 05.01.2004, 20:26
Wohnort: Linker Niederrhein, da wo et geil is'

Beitrag von Martin_S »

Kleine Geschichte:

auf dem Balkon im Blumenkasten meiner alten Wohnung waren immer wieder Samen eines Eschenahorns der neben dem Haus stand aufgegangen. Ich war jung und hatte (so wie heute auch) keine echte Ahnung. Viel angelesen aber nix selbst probiert. Es gab da noch kein Internet so wie heute.
Meine Schwester bekam damals meinen Neffen und ich hielt es für eine gute Idee einen Samen für den Jungen groß zu ziehen. Mit der Überlegung, wenn der mal 18 ist, kannst du ihm dann einen Baum schenken der genau so alt wie er selber ist.

Zwei Jahre später kam meine Nichte. Auch für sie sammelte ich einen der zahlreichen Sämlinge aus dem Balkonkasten und pflegte diesen.

Im Jahr 2004 wurden mir dann beide "Bäume" gestohlen und da war es vorbei mit der "Wenn die mal 18 sind bekommen die...."-Geschichte :cry:

Heute(!) bin ich froh das daraus nix wurde. Warum? Es gibt neben dem Spitz und dem Bergahron keinen ungeeigneteren Baum für die Bonsaigestaltung wie den Eschenahorn. Er behält seine riesigen Blätter auch nach zahlreichen Blattschnitten und in engsten Töpfchen und neigt wie der Feldahorn zum Befall mit Mehltau. Den Baum für den Neffen habe ich in der zeit wo ich ihn pflegte mindestens fünfmal umgestaltet, weil die Verzweigungsdichte nicht zunehmen wollte.

Wenn ich dir also einen rat geben darf: laß den Baum stehen wo er steht und konzentriere dich lieber auf besser geeignetes Material.



Gruß
Martin S
Beste Grüße
Martin

Lieber Querlüften als Querdenken!
Eva Warthemann
Beiträge: 3378
Registriert: 11.01.2004, 18:10
Wohnort: Kleinstadt in Sachsen/Anhalt
Kontaktdaten:

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Tine!
Ich habe einen Eschenahorn negundo
Entscheide selbst.
Viele Grüße Eva Warthemann
Dateianhänge
FO (863).JPG
FO (863).JPG (42.16 KiB) 1981 mal betrachtet
bonsi10
Beiträge: 1060
Registriert: 01.04.2005, 21:35
Wohnort: Schweiz

Beitrag von bonsi10 »

hallo
hatte auch mal ein projekt am laufen, jedoch nach 3 jahren habe ich den versuch abgebrochen infolge zu stacksigem wachstum megalange internodien und viel zu grosse blätter, der baum entwicklete in einem jahr äste von über einem meter länge und über 1 cm. dick, das nebari war um die 20 cm. im durchmesser jedoch nicht mal das hielt mich davon ab das projekt zu benden
gruss daniel
( das einzige was wirklich schön ist, sind die farben der blätter )
Es wächst selten was auf dem eigenen mist
Benutzeravatar
_momo
Beiträge: 466
Registriert: 26.04.2007, 15:42
Wohnort: Stahnsdorf

Beitrag von _momo »

Außer dem Beispiel von Eva klingt das ja nicht so vielversprechend.

Wie groß ist denn dein Bäumchen Eva???

Danke und Gruß
Tine
Eva Warthemann
Beiträge: 3378
Registriert: 11.01.2004, 18:10
Wohnort: Kleinstadt in Sachsen/Anhalt
Kontaktdaten:

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Tine!
Der negundo ist ca. 35cm hoch. Ich habe ihn zwischen Weihnachten und Neujahr im Ausverkauf gekauft für :lol: 3,-DM :lol: .
Viele Grüße Eva Warthemann
Benutzeravatar
_momo
Beiträge: 466
Registriert: 26.04.2007, 15:42
Wohnort: Stahnsdorf

Re: Eschenahorn - lohnt sich das buddeln?

Beitrag von _momo »

*updated*

Ich konnte es nicht lassen! Im zeitigen Frühjahr hab ich den Eschenahorn aus der Erde geholt. Leider hatte er bis auf eine dicke Pfahlwurzel (die ich natürlich irgendwo kappen musste) tatsächlich kaum Wurzeln. Er hat es aber überlebt!
Seht selbst:
Bild
(sorry für das schlechte Bild, hatte grad keinen mobilen Hintergrund in der Größe parat)

Mal sehen, wie's nun weitergeht...

LG Tine
Clemenzo
Beiträge: 1
Registriert: 03.07.2009, 11:40
Wohnort: Prenzlauer Berg

Re: Eschenahorn - lohnt sich das buddeln?

Beitrag von Clemenzo »

Sehr schön! Hast du inzwischen vielleicht ein aktuelleres Foto? Bin gespannt, wie der jetzt in vollem Saft aussieht! (Übrigens: laut Literatur soll negundo ja nicht unter 80/90 cm angelegt werden, besser sogar über 120 cm - aber das haben die meisten sicher schon gelesen...)

Ich habe seit frühestem Frühjahr eine kleine Anzuchtplantage (wirklich klein! - Balkonkästen) mit verschiedenen Ahörnchen (Fotos in Kürze). Zunächst auf der Fensterbank im Zimmer, seit einiger Zeit auf dem Südbalkon (beschattet mit Schattiernetz von HORNBACH!). In der Tat sind die negundos die Sämlinge mit den schon jetzt längsten Blattstielen, dicht gefolgt von Spitz- und Berghörnchen. Bin gespannt auf meine weiteren Erfahrungen, das einzudämmen.

Mehltau ist akut, da rundherum im sehr grünen Hinterhof (Berlin...) jede Menge Ahorn gedeiht. Besser halten sich die campestre und tataricum (bei Ersterem habe ich die Chlorose noch nicht durch Eisengabe (Compo Fetrilon 13%) verringern können, evtl. liegts an was anderem oder ich muss mich einfach gedulden).
Benutzeravatar
_momo
Beiträge: 466
Registriert: 26.04.2007, 15:42
Wohnort: Stahnsdorf

Re: Eschenahorn - lohnt sich das buddeln?

Beitrag von _momo »

Tag schön!

Der Ahorn hat richtig gut ausgebtrieben. Nur leider steht er etwas zu dunkel (hab die Wuchsleistung des Flieders, der dahinter steht unterschätzt). Daher ist er glaub ich nicht 100%-ig fit. Die Blätter sind irgendwie fleckig, aber Mehltau hat er nicht.

Guckst du:
Bild

LG Tine
jupp

Re: Eschenahorn - lohnt sich das buddeln?

Beitrag von jupp »

Warum sollte sich das nicht lohnen? Diesen habe ich 2006 ausgebuddelt und damals allerdings gleich stark zurück geschnitten. Wenn auch noch in einer I..a Kiste kann man ihn trotzdem hier einmal zeigen. Alles Weitere kommt mit der Zeit.
Dateianhänge
DSC_1091.JPG
DSC_1091.JPG (28.92 KiB) 1037 mal betrachtet
Benutzeravatar
_momo
Beiträge: 466
Registriert: 26.04.2007, 15:42
Wohnort: Stahnsdorf

Re: Eschenahorn - lohnt sich das buddeln?

Beitrag von _momo »

Danke jupp! Das macht Mut.
Antworten