Theoretische Überlegung: Nebari bei Abmoosungen

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DenisM
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Theoretische Überlegung: Nebari bei Abmoosungen

Beitrag von DenisM »

Hi @ll!

Heute bin ich beim Spaziergang durch den Garten an einem Fliederbaum vorbeigekommen, in dem mitten in einem Ast ein vergessenes Stück Draht eingewachsen ist und der Ast an dieser Stelle ca. doppelt so dick ist.

Nun ist mir folgender Gedanke gekommen:
Die Methode der Stammverdickung mit Hilfe des Einwachsens von Draht gilt ja als "verpönt". Jedoch dachte ich mir, wäre diese Methode zum Abmoosen doch ganz nützlich, um direkt ein dickes Nebari zu erhalten:

Man wähle einen Ast, den man abmoosen will, legt einen Draht an, lässt ihn einwachsen, wodurch der bekannte "Wulst" entsteht. Nun lässt man diesen Wulst bis zur gewünschten Dicke des Nebaris einwachsen. Anschließend entrindet man den Ast ab der Mitte der Verdickung und legt die Materialien zum Abmoosen an.

Das Ergebnis nach dem Abmoosen müsste doch ein schöner, dicker Stammansatz sein, oder?

Nachteil der Methode: Mehrjährige Planung, da der "Einwachsprozess" auch ein paar Jahre verschlingt, bevor man überhaupt mit dem Abmoosen beginnen kann.

Was haltet ihr von der Idee? Praktikabel oder eher nicht? Würde das Ergebnis ansprechend aussehen oder nicht?

Gruss
DenisM
Gruss
DenisM
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achim73
Moderator
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Beitrag von achim73 »

ist nicht nur praktikabel, sondern wird meines wissens sogar oft so gemacht. :) neulich hat das hier irgendwer beschrieben...wenn ich nur noch wüsste, wer das war... *kopfkratz*
Gruss, Achim
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neschek
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Beitrag von neschek »

wurde mal in der b a mit jungen zelkoven gezeigt.
gibt einen schön natürlichen eindruck.
und da es junge waren, dauerte es nicht länger.
irgendwann würde der draht überwallt, oder?

ich bin aber erst beim normal abmoosen üben :wink:
werde es aber auch mal testen.
gruß
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neschek

"Wer Bäume setzt, obwohl er weiß, dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen den Sinn des Lebens zu begreifen."
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Tobias
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Beitrag von Tobias »

Im Bereich Fachwissen beschreibt Walter pall die Methode mit dem Draht.
Zwar nicht an einem Ast, sondern am Stamm des Baumes selbst, aber das Ergebnis ist dasselbe.
Hier der Link: http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic?f=54&t=20132
Ist, laut W.P. eine häufig praktizierte Methode.

Gruss Tobias
Grüsse aus Wehrheim, dem offiziellen Apfeldorf ;)
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