Bonsai im Sudan moeglich?

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Amidana
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Bonsai im Sudan moeglich?

Beitrag von Amidana »

Hallo an alle

Hier im Sudan ist es Heiss und Trocken, im Sommer gibt es Temperaturen bis 47 grad Celsius und hoeher.
Im Winter war das kaelteste bisher 14 grad in der Nacht.
Luftfeuchtigkeit ist im Sommer etwas hoeher als im Winter, aber dennoch weit unter 20% , so das mein Hydromether nie Luftfeuchtigkeit anzeigt, das misst erst ab 20 %.

Hier gibt es in den Gaerten viele Neem baeume, verschiedene Ficus Arten, Lemon Baeume,Guave, Mango,ein Baum wird hier Brasil genannt ich konnte ihn aber noch nicht beim googeln finden,Palmen,und weitere Fruchttragende Baeume deren Namen ich auf Deutsch noch nicht weiss.
Ich habe 3 kleine Leberwurstbaeume aus Samen gezogen, einer hat schon ca. 8 Blaetter und die beiden anderen haben 2 Keim- und 2normale Blaetter.
Ich versuche Fotos von einigen Baeumchen die ich habe einzustellen.

Ich habe einen Bonsai Versuch mit einer Guave gestartet, aber sie ist mir fast vertrocknet, da in dem kleinen Topf nicht viel Wasser ist.
Habe sie noch mal gerettet, sie ist jetzt 2 Jahre alt und wenn ihr das Foto davon seht bekommt ihr sicher einen schreck.

Viele Gruesse Amidana
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keine Ahnung was das ist, aber aus den kleinen Roten Beeren macht man leckeren Saft
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das kleine im vordergrund ist eine Mandariene, im Hitergrund das ist eine Dum Palme, mein Avatar zeigt eine ausgewachsene Dum Palme
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Brasil
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mohan
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Beitrag von mohan »

Hallo Amidana,

insgesamt ist das eine spannende Geschichte und du wirst sicher noch ein paar Antworten bekommen, deswegen nur kurz was ein paar Anmerkungen von mir :wink:.
Grundsätzlich kannst du andere, tiefere Gefäße benutzen, die Pflanzen müssen nicht in so flachen Schalen stehen.
Sie werden sich wahrscheinlich in Behältern mit mehr Erdvolumen schneller entwickeln.
Mit einheimischen Bäume/Sträucher kannst du durchaus guten Erfolg haben!

Und zu deiner Fragen nach Plamen (in deiner Vorstellung):
Ja, versuch es mit Palmen. So abwegig ist das gar nicht. In der Literatur habe ich schon etaws in dieser Richtung gesehen und ich selbst habe schon verschiedene Versuche unternommen.
Sie reagieren ganz ordentlich mit Verzweigung auf Kopfschnitte.
Nur für die Skeptiker, ist klar, dass man mit ihnen vielleicht nicht die Anmut einer japanischen Aprikose erlangt oder sie nicht wie Gebirgsyamadori aussehen werden :lol:.
Doch bin ich sicher, dass man sehr wohl hochinteressante Gestalten bekommen kann, also warum nicht?.
Viele Grüße
monika
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Georg
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Beitrag von Georg »

Hallo Amidana,
wenn ich die Temperaturspanne und die Luftfeuchtigkeit lese und mir meinen Ficus benjamini auf dem Balkon anschaue, der volle Sonne bis 50 Grad Celsius aushalten muß und tut, würde ichs mit dieser Pflanze versuchen. Aufgrund Deiner Verhältnisse empfehle ich Dir aber etwas tiefere Gefäße als üblich, da Du ja schon mit extremen Temperaturen rechnen mußt.
Kommst Du an Benjamini ran? damit könntest Du richtig gute Bonsais gestalten!
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
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Alien66
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Beitrag von Alien66 »

Guten Morgen zusammen,

ich glaube, hier muß ich etwas einwerfen.

Grundsätzlich stimme ich Georg mit seiner Empfehlung zu. Jedoch ist Ficus benjamina, egal ob die Stammform oder eine der Varietäten, eigentlich die Ficus-Art, welche tropisches Klima am meisten benötigt - d.h. dauerhafte Wärme und Feuchtigkeit! Tolleranter gegenüber klimatischen Schwankungen ist da z.B. Ficus microcarpa, bzw. Ficus microcarpa var. 'Retusa'. Diese können trocknere Umgebungen sowie auch tiefere Temperaturen besser kompensieren, was auch die Meinungen von Jerry Meislik (USA) und Leong Kwong (AUS) wiederspiegelt. Auch ist deren Blattwerk noch robuster.

Georg, selbst wenn Dein Ficus benjamina bei bis zu 50°C in der vollen Sonne steht, glaube ich nicht, daß dabei deutlich weniger als 20% Luftfeuchte herrschen. Hast Du die Möglichkeit, daß zu prüfen?

Demzufolge würde ich an Deiner Stelle, Amidana, bei Deinen extremen Wetterverhältnissen eher zu Ficus microcarpa oder dem sog. Ficus retusa greifen. Kannst Du denn mit Bestimmtheit sagen, welche Ficus-Art in den von Dir erwähnten Gärten wächst?
Viele Grüße, Chris.
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flu
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Beitrag von flu »

Chris,
laut ITIS sind Ficus retusa und F. microcarpa nurmehr Synonyme für Ficus thonningii. Es handelt sich also um ein und die selbe Art.
Jaja, ich weiß, die Systematik ist ja doch nur eine Parawissenschaft. ;o)

Mohan,
bist du sicher dass du Palmen meinst und nicht vielleicht Drachenbäume?
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mohan
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Beitrag von mohan »

flu hat geschrieben: Mohan,
bist du sicher dass du Palmen meinst und nicht vielleicht Drachenbäume?
Ist Yucca ein Drachenbaum?
Viele Grüße
monika
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flu
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Beitrag von flu »

Yucca ist ein Agavengewächs und nur auf höherer Ebene mit Palmen verwandt.
Beide gehören in die Klasse der Einkeimblättrigen (Liliopsida).
Mit Draceana teilt Yucca die Ordnung der Spargelartigen (Asparagales). Yucca und Dracaena sind also näher miteinander verwandt als mit Palmen.

Palmen sterben in den meisten Fällen ab, wenn man sie köpft.
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mohan
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Beitrag von mohan »

Nagut, dann beschränkt sich meine Erfahrunge eben auf spargelartige, palmenähnliche Gewächse.
Vielleicht tun es die aber auch im Sudan. :wink:
Viele Grüße
monika
Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

Käme ich in den Sudan und hätte Internet-Zugang, ich gäbe bei Google mal ein: «Sudan Vegetation».

So kriegte ich eine Vorstellung dessen, was natürlicherweise gedeiht im Sudan. Das müsste dann auch - sorgfältig ausgewählt - als Bonsai funktionieren.

- Oder ich hätte einen tollen Garten mit Schatten und Wasser und schenkte Tee aus den ganzen Tag an Besucher dieses Wunders? Wer weiss.
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Amidana
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Beitrag von Amidana »

Hallo
Ja, an Benjamini (ich glaube es ist Benjamini, wurde mir jedenfalls gesagt) komm ich dran, die wachsen hier wie richtige Baeume.
Hier gibt es auch Ficus benghalensis , geht der auch?
Granataepfel wachsen hier auch und Eucaliptus.
Das mit den tieferen Toepfen finde ich prima, werde so schnell wie moeglich versuchen welche zu bekommen.

Ich habe schon sehr viel ueber Sudan gegoogelt, aber konkretes ueber die Pflanzenwelt habe ich noch nicht gefunden.

Danke fuer alle Ratschlaege.
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flu
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Beitrag von flu »

Im Sudan wurden etwa 3 100 Pflanzenarten nachgewiesen.

Tamarisken, Akazien, Zypressen, Feigen, Johannisbrotbäume, Affenbrotbäume (Baobab), Kasuarina, Palisander, Jacaranda, Poinciana, Wandelröschen, Cassia und viele weitere heimische und eingeführte Ziergehölze wachsen im Süden des Sudans.

Einen Überblick über die Vegetation des Nordens gibt diese Seite.

Ich würde dir dringend raten, die Bäume abzuschattieren. So bleiben die Temperaturen erträglicher und die Verdunstungesrate wird gesenkt.
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Alien66
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Beitrag von Alien66 »

Ulf,

schön, mal wieder von Dir zu hören. Ich sehe, Du bist umgezogen... kommst mir immer näher :)

Danke für Deine Erklärungen und den Link. Ich wollte das eigentlich so rüberbringen, wie Du es formuliert hast, gebe aber zu, daß mein Text daraus eher zwei Arten macht.

Ich denke, ich bleibe bei "Microcarpa", klingt irgendwie nicht so abgelutscht, wie "Retusa"....
Viele Grüße, Chris.
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Alien66
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Beitrag von Alien66 »

Amidana hat geschrieben:...Ja, an Benjamini (ich glaube es ist Benjamini, wurde mir jedenfalls gesagt) komm ich dran, die wachsen hier wie richtige Baeume...
Ist ja interessant, wenn das stimmt. Hätte ich nicht gedacht bei der Trockenheit!
Viele Grüße, Chris.
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flu
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Beitrag von flu »

Im Süden des Sudan gibts ausgedehnte Feuchtgebiete.
Und Zier- oder Straßenbäume werden sicher auch unter der heißen Sonne des Sundan gewässert. 8)
Wild kommt F. benjamina in Afrika nicht vor.
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Alien66
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Beitrag von Alien66 »

flu hat geschrieben:Im Süden des Sudan gibts ausgedehnte Feuchtgebiete.
Und Zier- oder Straßenbäume werden sicher auch unter der heißen Sonne des Sundan gewässert. 8)
Wild kommt F. benjamina in Afrika nicht vor.
Na,

dann paßt's ja!
Viele Grüße, Chris.
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