acer palmatum atropurpureum

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Gary
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Beitrag von Gary »

Andre K. hat geschrieben:Entschuldigt, aber ich lese immer wieder "Schön wachsen lassen und im nächsten Jahr Äste aussuchen...".
Macht Ihr damit immer gute Erfahrungen? Warum nicht jetzt (oder frühzeitig) Äste aussuchen und drahten und dann wachsen lassen. Dabei den Draht immer wieder kontrollieren und rechtzeitig entfernen. Zumal der Stress jetzt wesentlich geringer ist.
Ich finde, gerade Anfänger laufen Gefahr, die 70°-Äste nicht wieder herunter zu bekommen.
Hallo Andre,

Gratulation zu Deiner Beobachtung, daraus resultierenden Erkenntnis und den wahren, gesprochenen Worten.

Nur konsequentestes Vorgehen wird die besten Ergebnisse bringen.
Damit kann man nicht früh genug anfangen.
Einzig die Einsicht dessen, stetige Umsetzung und das Durchhalten lassen meist zu wünschen übrig.
(=> "Der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach.")

Gerade die Beobachtung von Anfängern im Hobby hat mich in den letzten 20 Jahren gelehrt, dass sie meist die ersten 10 Jahre mit der Anforderung "konsequentes Vorgehen" total überfordert sind. :wink:
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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achim73
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Beitrag von achim73 »

sorry, mein fehler. da habe ich mich falsch ausgedrückt. ich bin davon ausgegangen, dass der baum (wenn er nicht superschnellwüchsig ist) im laufe des restlichen jahres lediglich triebe ausbildet, die man im nächsten jahr problemlos drahten kann. es ist ja anfangs recht schwierig, den richtigen zeitpunkt zu bestimmen. wenn man die triebe zu früh formt, neigen sie leicht dazu, abzubrechen. aber wenn der baum schneller soweit ist, kann und sollte man das natürlich dieses jahr schon machen. soweit ich mich erinnere, empfiehlt adams, die zweige ab einer länge von 4-5 blattpaaren zu drahten und dann auch direkt einzukürzen. aber man muss eben ein gefühl dafür entwickeln, was der zweig so mitmacht. :)
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
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Gary
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Beitrag von Gary »

achim73 hat geschrieben:sorry, mein fehler. da habe ich mich falsch ausgedrückt.
Hallo Achim,
wieso Fehler? So habe ich das jedenfalls nicht verstanden.
achim73 hat geschrieben:soweit ich mich erinnere, empfiehlt adams, die zweige ab einer länge von 4-5 blattpaaren zu drahten und dann auch direkt einzukürzen. aber man muss eben ein gefühl dafür entwickeln, was der zweig so mitmacht. :)
Exakt.
Kein Forum und kein Buch sondern nur persönliche Praxiserfahrung wird einem das lehren.
Also geht's an!
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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ChristianP
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Beitrag von ChristianP »

Also von langsam wachsen kann bei dieser Sorte nicht die Rede sein wie viele behaupten.

Mein Bäumchen hat an dem einen Ast in nur knapp einer Woche jetzt schon seit 5Blattpaar und die anderen Knospen sind auch alle auf und wachsen wie verrückt.

Ich persönlich find es toll :D , da kann man bald beginnen mit dem Drahten der Äste um dem Baum schonmal die Grundstruktur zu geben. :D

Mit der Verzweigung wird noch ein wenig dauern, aber die Jahre werden es schon zeigen ob ich dann Fehler gemacht habe oder nicht :o .

Ps: danke für eure Unterstützung und mutzusprechungen was meinen Fächerahorn angeht.


Grüße Christian
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Andre K.
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Beitrag von Andre K. »

Bleiben wir mal bei dem Beispiel und haben die Astansätze gedrahtet.
Was folgt als Nächstes? : Äste. Und die sollten dick sein.
Gerade die unteren, oben soll es ja dann dünner (jünger) ausfallen.
Was bedeutet das? Wieder wachsen lassen, und zwar bis die Dicke (fast) erreicht ist. (Es kommt ja im Laufe der Jahre auch noch Zuwachs).
Auch wenn in Büchern anderes steht. (Wobei man immer sehen muß, auf welches Gestaltungsstadium sich so ein Ratschlag bezieht.)
Schneiden (egal nach wieviel Blattpaaren) jedenfalls bringt Seitenverzweigung und die ist jetzt nicht das Ziel.

Danach kann man auf entsprechende Längen einkürzen und dann Verzweigung aufbauen.

Ich finde, mit solch einfacher Fragestellung und der Formulierung eines entsprechenden Etappenzieles kann man selbst sehr gut Entscheidungen treffen und das Richtige tun.

Ein Beispiel wäre das Umtopfen.
Was soll erreicht werden?
Der Baum soll anwachsen und Wurzeln bilden.
Was braucht er dafür und ist jetzt das Ziel?
Richtig, Gießen, Düngen und Wachsenlassen!
(Es fällt mir auch immer schwer, nicht zu schneiden, weil das Auge einfach beleidigt ist, aber es funktioniert so am Besten.)
LG Andre

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