Rot-Fichtengruppe gestaltet ! Ein Baum wirft Nadeln - HELP !

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
Benutzeravatar
Voodoowester
Beiträge: 281
Registriert: 12.05.2008, 00:54
Wohnort: Ruhrgebiet

Beitrag von Voodoowester »

Tja zwei Wochen nach dem Umtopfen sieht es so aus als wenn einer der Bäume langsam aber sicher ins Jenseits abdriftet. Seine frischen Triebe sind fast alle vertrocknet und vereinzelt (an schwachen alten Ästen) fallen bei Berührung bereits die Nadeln. Die kräftigeren Äste halten sie noch. Den anderen Fichten geht es "den Umständen entsprechend" gut.

Pflege war bislang folgende:
Halbschattig aufgestellt
Abends Nadeln besprüht
Erdreich feucht gehalten (vllt zu feucht ??)
1 mal Waldleben Kur
2 mal GK 365 Kur

Was kann ich machen um ihn zu retten ?
Benutzeravatar
neschek
Beiträge: 517
Registriert: 08.01.2008, 20:09
Wohnort: ganz im norden

Beitrag von neschek »

migo hat geschrieben:....
Nach meinem Geschmack wäre allerdings das (Foto) die Vorderansicht.
und evtl
noch 3 paar kleine links dazu...

ist aber jetzt schon echt schön dein wald.
gruß
neschek

"Wer Bäume setzt, obwohl er weiß, dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen den Sinn des Lebens zu begreifen."
Rabíndranáth Thákhur
Benutzeravatar
Niko
Beiträge: 519
Registriert: 25.01.2004, 17:49

Beitrag von Niko »

Voodoowester hat geschrieben:Tja zwei Wochen nach dem Umtopfen sieht es so aus als wenn einer der Bäume langsam aber sicher ins Jenseits abdriftet. Seine frischen Triebe sind fast alle vertrocknet und vereinzelt (an schwachen alten Ästen) fallen bei Berührung bereits die Nadeln. Die kräftigeren Äste halten sie noch. Den anderen Fichten geht es "den Umständen entsprechend" gut.

Pflege war bislang folgende:
Halbschattig aufgestellt
Abends Nadeln besprüht
Erdreich feucht gehalten (vllt zu feucht ??)
1 mal Waldleben Kur
2 mal GK 365 Kur

Was kann ich machen um ihn zu retten ?
Da erst zwei Wochen nach dem Umtopfen vergangen sind, schätze ich mal, dass die Wurzeln nicht genug Feuchtigkeit aufnehmen können (Wurzelfäule bzw. saugende "Viecher" deswegen ausgeschlossen).

Nicht im Erdreich düngen.

Den Baum wirklich mit Bedacht gießen. Auch das Übersprühen bringt Feuchtigkeit in der Erde ein - deswegen vorsichtig mit dem Sprühen umgehen. Abends Sprühen hilft da weniger, da nachts der Baum "kaum" Feuchtigkeit gegenüber dem Tag verliert, auch deswegen, weil abends die Feuchtkeit i.d.R. steigt.
Deswegen möglichst tagsüber dafür sorgen tragen, dass der Baum kaum Feuchtigkeit verliert. Am besten geht es mit eine durchsichtige Plastiktüte, die je nach Bedarf auch für kurze Zeit abgenommen werden kann. Die Tüte darf in der Zeit keine direkte Sonne bekommne und die Schale möglichst keinen Regen. Hin und wieder lüften, danach das Grün besprühen und wieder die Tüte drauf.

Oberhalb des Erdreichs keinen Schutz aufbringen, damit das Erdreich möglichst schnell trocknen kann. Entferne deswegen bitte das "Grünzeug" von der Oberfläche.
Nach dem Gießen stell die Schale für eine kurze Zeit (10-20min reichen) sehr steil auf. Durch die Erhöhung bleibt weniger Wassermase nach dem Gießen in der Erde. Teste es einfach mit einem anderen Baum, es klappt.



Ich wundere mich, dass du den Baum im August nicht nur umgetopft, sondern auch gestaltest hast. Beides zusammen ist für den Baum doppelt soviel Streß. Der Spruch hilft dir zwar jetzt nicht mehr weiter, ist aber für die Zukunft besser.

Viel Glück
gruß

Niko

Das Auge findet was es sucht.
Benutzeravatar
Voodoowester
Beiträge: 281
Registriert: 12.05.2008, 00:54
Wohnort: Ruhrgebiet

Beitrag von Voodoowester »

Hallo Niko

danke dir für die umfangreichen Tipps.


Das Erdreich wurde bislang noch nicht gedüngt (es sei den durch Tropfen von Waldleben und GK365).
Erdreich halte ich nach der ersten Wässerung nur durch regelmässiges sprühen feucht.
Der Trick mit der Tüte wird über Tag direkt in die Tat umgesetzt. Nachts würde ich dann die "Haube" wieder abnehmen !?
Wie lange zieht man eine solche Prozedure durch ?

OK, das Grünzeug ist eh nach zwei Tagen direkt im Müll gelandet. Lieber Moos selber anzüchten.

Der Umtopfzeitraum August sollte für Fichten angeblich ebenfalls ideal sein und gestaltet wurden sie vorher nicht.
Leider musste rigoros dank den Pfahlwurzeln ins Wurzelwerk eingegriefen werden.
Ich vermute, hier liegt der eigentliche Grund...der eine schafft es, der andere nicht.

Alle anderen Bäumchen zeigen bisher Wachstum an den vorher vorhandenen Austrieben.

Mal hoffen das die Tütentechnik ein Wunder vollbringt *pray*
Die Gruppe seh im wahrsten Sinne des Wortes "Scheiße" aus wenn einer fehlen würde.

Sollte ich eigentlich weiter mit GK365 oder Waldleben (und wenn in welchem Intervall) behandeln oder eher absetzten ??
Benutzeravatar
Niko
Beiträge: 519
Registriert: 25.01.2004, 17:49

Beitrag von Niko »

Voodoowester hat geschrieben:Hallo Niko

................

Der Umtopfzeitraum August sollte für Fichten angeblich ebenfalls ideal sein und gestaltet wurden sie vorher nicht.
.............
Hallo Voodoowester.

Ebenfalls ideal gibt es nicht, entweder ist Augsust der idealste Zeitpunkt für das Umtopfen oder nicht.

Der beste Zeitpunkt m.E. für das Umtopfen ist es, wenn die Wurzeln anfangen zu wachsen und genug Zeit haben, um sich und den Baum zu stärken und das tun die Bäume i.d.R im Frühjahr am liebsten :wink: und das auch für alle sichtbar (Profis wie Anfänger).


Wenn du die Erdoberfläche durch Sprühen feucht hälst, pass auf, dass im Kern der Ballen nicht austrocknet, dass fällt nämlich kaum auf.

Die Tütentechnik wird solange umgesetzt, bis Besserung in Sicht ist.
Es steht nicht gut um den Baum, so wie du in beschreibst. Mach dir deshalb nicht viel Hoffnung, auch deswegen, weil es eine Fichte und z.B. keine Eibe ist. Der Verlust eines Stammes wäre hier das aller kleinste Problem, ehrlich.

Sollte der Zeitpunkt für das Umtopfen nicht eher durch das Wetter, als durch den Monat (z.B. Augsust) vorgegeben werden?
gruß

Niko

Das Auge findet was es sucht.
Benutzeravatar
Voodoowester
Beiträge: 281
Registriert: 12.05.2008, 00:54
Wohnort: Ruhrgebiet

Beitrag von Voodoowester »

Um eine Vorstellung vom Zustand des schwächelnden Kandidaten zu bekommen ein paar Bilder.

Man erkennt gut, dass seine Triebe austrocken während die der anderen Bäume schon wieder anfangen zu wachsen.

Und ... ??

Bild

Bild

Bild
Benutzeravatar
Niko
Beiträge: 519
Registriert: 25.01.2004, 17:49

Beitrag von Niko »

:oops: Sorry,
ich dachte die ganze Zeit, dass der gesamte Baum schwächelt, hätte genauer deine Antwort lesen sollen.

Der Stamm ist hin, leider. Mit der Tüte wirst du nichts mehr erreichen können. Du hast wahrscheinlich beim Umtopfen die Wurzeln für die Versorgung des einen Stammes gekappt.
gruß

Niko

Das Auge findet was es sucht.
Benutzeravatar
zopf
Mentor
Beiträge: 6711
Registriert: 19.05.2005, 14:18
Wohnort: Bergisches Land

Beitrag von zopf »

Auf dem Bild sind die verschiedenen
Knospenstadien rot und blau markiert.
Bei Wald oder Gruppenpflanzungen
empfiehlt sich deswegen das Frühjahr für Wurzelarbeiten,
da dann die Entwicklung ausgeglichener ist.
Vieles geht, vieles ist machbar,
aber in den Anfangsjahren sollte immer im Frühjahr getopft werden.
mfG Dieter

Stell die Gruppe einfach in den Schatten/Halbschatten
und kümmere Dich nicht weiter drum,
vielleicht kommt noch ein Altweibersommer,
oder der Frühling bringt neues Leben.
cogito ergo pups
Benutzeravatar
Voodoowester
Beiträge: 281
Registriert: 12.05.2008, 00:54
Wohnort: Ruhrgebiet

Beitrag von Voodoowester »

Naja mal sehen, die Hoffnung stirbt immer erst nach dem Baum.
"Kondomtechnik" wird erstmal weiter angewendet... vllt. bekommt er ja noch die Kurve. Wenn nicht musste "Mann" wieder schmerzlich etwas dazu lernen.

Wobei es mir ein Trost sein sollte, dass genau jenes auch im Frühjahr passieren kann, wenn man gezwungen ist Pfahlwurzeln zu muss.
Ist halt immer risikobehaftet.
Benutzeravatar
achim73
Moderator
Beiträge: 10415
Registriert: 30.07.2006, 00:53
Wohnort: bochum
Kontaktdaten:

Beitrag von achim73 »

und davon abgesehen, wirst du mit etwas forumssuche feststellen, dass es so einige leute gibt, die den grund für ihre wiederholten fichten-abgänge auch nach jahren noch nicht sagen können....

p.s. generell ist von gleichzeitigem umtopfen und gestalten abzuraten. sicherer ist es, den bäumen eine vegetationsperiode zeit zu geben. die "alten hasen" lassen ihre yamadoris nach dem sammeln sogar meist 2-3 jahre in ruhe. jedenfalls mindestens, bis sich gesundes wachstum zeigt.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
Antworten