Bei meiner letzten Bestellung in Enger erhielt ich einen Prunus accolade gratis beigelegt.
Da der im Frühjahr blühen dürfte, stellte sich mir nun folgende Frage.
Wie eine Farbe gesehen und beschrieben wird ist oft sehr subjektiv.
Gibt es bei der Beschreibung von Blütenfarben, Rinden- und Astfarben einen Standard bzw. eine Referenz an Hand welcher dieser verglichen und korrekt bestimmt und beschrieben werden könnte?
korrekte Farbbestimmung
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berndschmidt
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Andreas Ludwig
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Das ist generell und überall ein Problem.
«Farbverarbeitende» Branchen haben ihre standardisierten Systeme. Lacke werden mit der RAL-Skala definiert, in der Druckbranche gibt es die Pantone-Mischfarben oder die Euroskala für Rastertöne aus cyan/magenta/yellow/black (CMYK). Bloss: Jedes dieser Systeme hat seinen «Farbraum» und der ist immer ein Teil der tatsächlich sichtbaren farben, da nicht alle auch wirklich gemischt werden können. Ein schönes «Mintgrün» kriegst du mit CMYK z.B. nicht hin, ein Pantone-orange ist niemals so intensiv wie echtes Zinnober und ein RAL-Weiss ist kein «physikalisches Weiss». Frag mal einen Lithografen, der Kunstkataloge macht - die werden dir was vorjammern.
Kommt dazu, dass man als allererstes ein standartisiertes Licht haben müsste, um eine solche Skala benützen zu können - wenn du deinen Baum im Morgenlicht anschaust und der andere abends unter einer Warmlichtglühbirne, sieht auch alles anders aus. Solche Lampen gibts, aber erwarten darf man die natürlich nicht im Bonsaibereich. Dass Bäume sich jahreszeitlich verändern, kommt dann bloss noch dazu.
Wenn du mich fragst, bringt ein solches Vorgehen nichts, denn Bestimmungsschlüssel für Pflanzen existieren längst, sind aber nicht primär auf Farben abgestützt. Dass es dazu auch technisch gesehen oft wirklich egal ist, ob man diese oder jene Varietät pflegt, darf man auch nicht vergessen.
«Farbverarbeitende» Branchen haben ihre standardisierten Systeme. Lacke werden mit der RAL-Skala definiert, in der Druckbranche gibt es die Pantone-Mischfarben oder die Euroskala für Rastertöne aus cyan/magenta/yellow/black (CMYK). Bloss: Jedes dieser Systeme hat seinen «Farbraum» und der ist immer ein Teil der tatsächlich sichtbaren farben, da nicht alle auch wirklich gemischt werden können. Ein schönes «Mintgrün» kriegst du mit CMYK z.B. nicht hin, ein Pantone-orange ist niemals so intensiv wie echtes Zinnober und ein RAL-Weiss ist kein «physikalisches Weiss». Frag mal einen Lithografen, der Kunstkataloge macht - die werden dir was vorjammern.
Kommt dazu, dass man als allererstes ein standartisiertes Licht haben müsste, um eine solche Skala benützen zu können - wenn du deinen Baum im Morgenlicht anschaust und der andere abends unter einer Warmlichtglühbirne, sieht auch alles anders aus. Solche Lampen gibts, aber erwarten darf man die natürlich nicht im Bonsaibereich. Dass Bäume sich jahreszeitlich verändern, kommt dann bloss noch dazu.
Wenn du mich fragst, bringt ein solches Vorgehen nichts, denn Bestimmungsschlüssel für Pflanzen existieren längst, sind aber nicht primär auf Farben abgestützt. Dass es dazu auch technisch gesehen oft wirklich egal ist, ob man diese oder jene Varietät pflegt, darf man auch nicht vergessen.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
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- der1
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Hallo Bernd,
den Ausführungen von Andreas ist kaum etwas hinzuzufügen. Das Einzige, was ich mal gesehen habe, sind Bezeichnungen für Blütenfarben, die ich irgendwo mal in einer Online-Gärtnerei gesehen habe. Da heißen dann die Farben "Rot III" oder so ähnlich. Ich glaube aber aus den von Andraes genannten Gründen kaum, dass diese aussagekräftig sind.
Natürlich könnte man Pflanzenteile unter einem Spektrometer ausmessen, was aber auch wenig helfen wird, da Pflanzen nunmal farblich nicht wirklich festgelegt sind.
Liebe Grüße
Christian
den Ausführungen von Andreas ist kaum etwas hinzuzufügen. Das Einzige, was ich mal gesehen habe, sind Bezeichnungen für Blütenfarben, die ich irgendwo mal in einer Online-Gärtnerei gesehen habe. Da heißen dann die Farben "Rot III" oder so ähnlich. Ich glaube aber aus den von Andraes genannten Gründen kaum, dass diese aussagekräftig sind.
Natürlich könnte man Pflanzenteile unter einem Spektrometer ausmessen, was aber auch wenig helfen wird, da Pflanzen nunmal farblich nicht wirklich festgelegt sind.
Liebe Grüße
Christian
Und wenn wir jetz so zusammen liegen / Ich wollt es sagen, aber hab mich nie getraut
Immer öfter, wenn wir uns berühren / Spür ich den leeren Raum zwischen unsrer Haut.
Lichter - Leerer Raum (Video und mp3)
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berndschmidt
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Danke für die Infos. Das es in manchen Bereichen wie Industrie, Druck etc. Farbtafeln und Standards gibt ist mir bekannt. Deswegen kam mir ja auch der Gedanke wie beschreibt man bzw. gibt man eine Farbe korrekt wieder.
Inzwischen bin ich über ein paar alte Hefte über die Kakteenzucht (Hybridenjournal) fündig geworden und habe auch durch googeln ein paar aktuelle Bezugsmöglichkeit gefunden.
Beim Verlag Muster-Schmidt gibt es einen Pflanzenfarben-Atlas nach DIN 6164 http://www.muster-schmidt.de/index.php? ... tm&frame=0
Allerdings relativ teuer und nur direkt ab Verlag zu bekommen.
Alternativ fand ich noch einen RHS-Farbfächer bei Kakteen-Haage http://www.kakteen-haage.de/shop/oxid.p ... tenfarben/
Ich denke der wird mir erst mal ausreichen, auch da er durch seine Handlichkeit besser in der Anwendung sein dürfte.
Inzwischen bin ich über ein paar alte Hefte über die Kakteenzucht (Hybridenjournal) fündig geworden und habe auch durch googeln ein paar aktuelle Bezugsmöglichkeit gefunden.
Beim Verlag Muster-Schmidt gibt es einen Pflanzenfarben-Atlas nach DIN 6164 http://www.muster-schmidt.de/index.php? ... tm&frame=0
Allerdings relativ teuer und nur direkt ab Verlag zu bekommen.
Alternativ fand ich noch einen RHS-Farbfächer bei Kakteen-Haage http://www.kakteen-haage.de/shop/oxid.p ... tenfarben/
Ich denke der wird mir erst mal ausreichen, auch da er durch seine Handlichkeit besser in der Anwendung sein dürfte.
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Andreas Ludwig
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Jetzt ist die Frage nur, ob der jeweils andere auch diesen Atlas zur Hand hat - eine Kommunikation über ein Medium taugt nun mal nur dann etwas, wenn der Empfänger die Information decodieren kann...
Spricht denn etwas gegen die Bestimmungschlüssel der Botaniker? Ich meine - warum eigentlich Farbe?
Spricht denn etwas gegen die Bestimmungschlüssel der Botaniker? Ich meine - warum eigentlich Farbe?
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(Thoreau)
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Re: korrekte Farbbestimmung
Du hast es eigentlich schon selbst gesagt. Der Farbeindruck ist subjektiv. Du siehst rosa anders als ich, ebenso alle anderen Farben.berndschmidt hat geschrieben:
Wie eine Farbe gesehen und beschrieben wird ist oft sehr subjektiv.
Gibt es bei der Beschreibung von Blütenfarben, Rinden- und Astfarben einen Standard bzw. eine Referenz an Hand welcher dieser verglichen und korrekt bestimmt und beschrieben werden könnte?
Mir ist jetzt nun nicht ganz klar, ob Du anhand der Blütenfarbe Bäume bestimmen willst oder anhand der Blütenfarbe das passende für Dich aussuchen möchtest.
Für die Bestimmung ist die Blütenfarbe meist recht schlecht geeignet, wie überigens fast alle Merkmale alleine für sich irreführend sind und sobald es in die Sortenbestimmung geht, nur mehrere Merkmale (u.a. auch Blütenfarbe) eindeutige Ergebnisse hervorbringen.
Die Baumbestimmung ist eine Kombination aus allen Merkmalen, die man quasi automatisiert abgrast: Habitus, Knospe, Blatt, Blüte, Rinde
Für Farbauswahlen sollten Angaben wie rosa, rot, rosalila oder lilarosa ausreichen....
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
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Eine weitere Frage wäre, ob nicht die Blütenfarbe je nach Düngung oder Bodenbeschaffenheit variieren kann, wie z. B. bei der Hortensie 
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www.misimiez.eu
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