Gestaltung Waldkiefer

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MPF
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Gestaltung Waldkiefer

Beitrag von MPF »

Hallo werte BFF´ler,

ich bin zwar schon eine ganze Weile (sprich rund ein Jahr) stiller Mitleser hier, doch nun habe ich mich angemeldet, da das einseitige Abgreifen von Informationen auf die Dauer langweilig und nun auch das gemeinsame Denken und Arbeiten mit euch in den Vordergrund rücken soll. Viele Bereiche kann man sich ja von extern garnicht anschauen und Schreiben und Fragen stellen oder Beantworten noch viel weniger.

Mein Name ist Markus, 30j. alt und war während der Schulzeit ein absoluter Bonsaiverrückter, der den elterlichen Garten nur so zugestellt hat mit den kleinen Bäumchen. Meist waren das Yamadoris, teilweise sehr schöne Sachen, doch aufgrund der damaligen Unwissenheit sind viele an Pflegefehlern (Gießen, Düngen, Erdzusammensetzungen) gestorben.

Seit zwei Jahren beschäftige ich mich wieder intensiver damit und im Zuge dessen möchte ich euch heute einen meiner Pflegefälle vorstellen und um Tips und Ratschläge zur Gestaltung bitten. Bei Nadelbäumen hab ich nämlich immer massive Probleme den richtigen Ansatz zu finden.

Der Baum ist eine Anfang der 90er Jahre in einem Kärtner Steinbruch geborgene Kiefer, die nun schon 20+/- Jahre alt ist und nun so langsam in ein Stadium kommt, wo sie optisch was hergibt/hergeben könnte, wenn ich mir mit der Gestaltung nicht so unsicher wäre. Der Baum ist rund 100cm hoch und 60cm breit.

:arrow: Ansicht 3 ist ganz sicher und ganz eindeutig die neue Vorderseite, da hier der Schwung des Stammes am ehesten zur Geltung kommt, allerdings stört mich das Astbild aufgrund der vielen auf gleicher Höhe entspringenden Äste sehr. Ich schleiche nun schon seit nem jahr immer mal wieder mit der Konkavzange um den Baum herum, kann mich aber nicht entscheiden. Vielleicht wißt ihr ja weiter und habt ne Idee welche Äste raus sollten und was mit den Verbleibenden dann passieren soll? Bin für Gestaltungshinweise jeder Art offen.

:arrow: Des weiteren kriege ich den Burschen trotz ständigem Auskerzen nicht zum Rückknospen, er wächst nur nach vorne und wird dadurch immer dünner in seinen Ästen. In einen Garten Einsenken zum Anfetten kann ich ihn leider nicht, einzig ne große Holzkiste könnte ich ihm anbieten. Was tun?

:arrow: Wenn die Ansicht drei die neue Vorderseite (Ja, ich weiß, dass laut Walter Pall reine Vorderseiten out sind, aber die Seite schaut einfach am Besten aus) werden sollte, so kommt sicherlich ein dicker Fels unter den Stammschwung um diesen mechanisch und optisch zu unterstützen und es kommt eine größere flachere Schale her. Das dann der Kieferumtopfregel nach allerdings erst im Herbst.

Ansicht 1:
Bild

Ansicht 2:
Bild

Ansicht 3:
Bild


Schnittvorschlägen, Virtuals, Rückknosp- und Schalentipps hervor, ich bin für alles Offen!
Zuletzt geändert von MPF am 16.03.2009, 22:18, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß,
Markus
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Stefan K.
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Re: Gestaltung Bergkiefer

Beitrag von Stefan K. »

Bist du sicher, dass das eine
Bergkiefer ist?
Meine Vermutung geht eher in Richtung Waldkiefer.

Das macht nämlich für das umtopfen einen grossen
Unterschied.

Für beide gut = Frühling
Für Waldkiefer gar nicht gut ist Herbst

Ich würde auf jeden Fall im Frühling umtopfen.


Für das Rückknospen gibt es 4 Dinge die der Baum braucht:

durchlässiges Substrat
das maximum an Dünger
viel Wasser
viel viel Sonne
Ich hab Spass !
grüsse aus tirol stefan
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Re: Gestaltung Waldkiefer

Beitrag von MPF »

Hallo Stefan, vielen Dank schonmal, ich habe auf deinen Hinweis hin mal Nadeln und Rindenstruktur mit anderen Bildern (egal ob nun Bonsai oder nicht) verglichen und muss Dir recht geben :oops: ... Hab auch gleich mal den Threadtitel geändert. :D

Dein Tip mit dem Umtopfen ist schonmal klasse, den Unterschied hab ich hier bislang noch nicht rauslesen können. Da weiß ich ja, was ich die nächsten Tage tun kann.

Sonne hat der Baum mehr als genug, Wasser und durchlässiges Substrat ebenso. Bezüglich des Düngens stellt sich mir die Frage, ob wie sich das mit Nadelgröße vs. Rückknospen verhält? Bisher kenne ich nur Aussagen die behaupten, dass man während des Austriebs nur wenig düngen soll um Blätter/Nadeln nicht zu groß werden zu lassen. Finde das allerdings ehrlich gesagt etwas hahnebüchen, da ja genau beim Austrieb der Baum am meisten Kraft braucht. Für eine Knospenbildung würde ich im Spätsommer, dann wenn die Knospen angelegt werden kräftiger Düngen um genug Energie bereitzustellen. Liege ich (bzw. die sog. Experten) da falsch?
Gruß,
Markus
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Stefan K.
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Re: Gestaltung Waldkiefer

Beitrag von Stefan K. »

Düngen und lange Nadeln stimmt schon, aber bei deinem Baum ist die Nadellänge jetzt erstmal nebensächlich.
Du möchtest eine Rückknospung erreichen, dafür benötigt der Baum Energie,
die Nadellänge kann dann in ein paar Jahren zum Thema werden.

Das folgende weiss ich nicht ob es für Waldkiefern ebenfalls zutrifft, ich kenne das aber von Mugos und Fichten:
Ich dünge im Spätsommer bis in den Herbst (so bis Ende Oktober ca.) ziemlich kräftig mit
Stickstoff, was zur folge hat, dass in diesem Zeitraum teilweise viele Knospen im hinteren Bereich ansetzten.
Es scheint fast so als ob der Baum die zugführte Energie speichert, um im nächsten Frühjahr zu nutzen.
Ich hab Spass !
grüsse aus tirol stefan
MPF
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Re: Gestaltung Waldkiefer

Beitrag von MPF »

Da der Bursche das neulich angedrohte und auch vorgenommene Umtopfen (Die Schalenwahl war ein Kampf und ich bin froh, dass ich die ursprünglich gekaufte Schale nochmal umtauschen konnte.) ohne Blessuren überstanden hat und treibt wie Blöde, habe ich das Wochenende genutzt um mal Hand äääh Draht anzulegen.

Das Umtopfen geschah in die Hausbonsaierdenmischung des lokalen Bonsaicentrums, angereichert mit ein paar Händen groben Akadamas um eine noch bessere Durchlässigkeit zu erzeugen. Nun beim Austrieb sieht man auch entlang der Äste schon die ein oder andere Knospe entspringen, sodass das Auskerzen der vergangen Jahre Wirkung zeigt und es vielleicht in Zukunft etwas buschiger zu geht und nicht so stakelig. Gedüngt wird nun auch kräftig, Stefan hat mich überzeugt. Zuwachs geht vor Nadellänge.

Apropos, der untere Ast muss Rückknospen, so wies jetzt ist siehts peinlich aus. Die Ausrichtung der anderen Äste ist noch nicht ganz gar, da hab ich mich noch nicht komplett entschieden. Aber die Hauptfrage ist, ob im oberen Drittel vielleicht der ein oder andere Ast zu Gunsten eines Jins dran glauben muss. Selbst schuld, wenn da immer 3-4 Äste auf einer Höhe entspringen müssen. Wer also Ideen hat, welcher Ast dran glauben soll, nur zu! :D

Klick mich, ich bin ein bisschen größer :arrow: Bild
Gruß,
Markus
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