Hilfe - der Schnitt ist verrutscht - schwerer Schaden!

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MarionS
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Hilfe - der Schnitt ist verrutscht - schwerer Schaden!

Beitrag von MarionS »

Hi @all!

Ich bitte um Enschuldigung, ich habe gerade nicht die Ruhe oder Muße, groß zu suchen... ich weiß auch kaum, mit welchen Begriffen.
Bei der im Thema Amerikanische Roteiche "Loch Ness" behandelten Eiche habe ich mich entschieden, den Hauptstamm zu kappen und den bisherigen Nebenast neu hochzuziehen. Zuerst hatte ich den Stamm mit einer Rosenschere gekappt und wollte anschließend mit einer Ast-/Knospenzange sauber ausschneiden, damit die Stelle gut überwallt.
Dabei ist die Zange abgerutscht. :cry:
Um den neuen Stamm herum wurde die Rinde vom Holz gerissen. Ich weiß nicht, wie tief ins Holz die Zange gefahren ist. Aber es ist komplett rundum.
Als Erste Hilfe fiel mir ein, die ganze Stelle mit feuchtem Raffiabast zu wickeln und so zusammenzudrücken in der Hoffnung, daß es wieder zusammenwächst.

Was kann ich noch tun?
Eigentlich war umtopfen in einen TPK angesagt. Den Zustand des Wurzelballen kenne ich noch nicht, da sie vom Vorbesitzer vor dem Kauf 2007 noch umgetopft worden war. Ich hatte ihr in dem Sommer nur eine größere Schale mit mehr Platz gegeben. Sollte ich da jetzt noch drangehen? Ist ja viel weniger Baum zu versorgen. Oder lieber nicht?

Ich werde später auch in dem anderen Thread weiter berichten... nur für den Hilfeschrei mache ich lieber einen neuen auf.
Gruß,
MarionS

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sulrich
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Re: Hilfe - der Schnitt ist verrutscht - schwerer Schaden!

Beitrag von sulrich »

Hallo,
MarionS hat geschrieben:Um den neuen Stamm herum wurde die Rinde vom Holz gerissen. Ich weiß nicht, wie tief ins Holz die Zange gefahren ist. Aber es ist komplett rundum.
Als Erste Hilfe fiel mir ein, die ganze Stelle mit feuchtem Raffiabast zu wickeln und so zusammenzudrücken in der Hoffnung, daß es wieder zusammenwächst.
Ich kann mir nicht genau vorstellen, wie das aussieht - die Rinde ist ringsum entfert? Oder gibt es lose Rindenstreifen, die Du mit dem Raffia fixiert hast? Dann macht Raffia schon Sinn, anderenfalls würde ich eine solche Wunde eher mit Wundpaste versorgen, um sie vor Austrocknung zu schützen (ebenso geht z.B. Vaseline, gibt aber evtl. hässliche Fettflecken an der Borke). Im Grunde ist der Fall wohl vergleichbar mit dem, was wir hier schonmal diskutiert hatten:
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 26#p211226

Wenn die Stelle nicht vertrocknet, kann der Baum eine solche Wunde durchaus überwallen.

Umpflanzen würde ich in einem solchen Fall nicht, wenn das Substrat noch gut ist.
Viele Grüße,
Stefan

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cordel
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Re: Hilfe - der Schnitt ist verrutscht - schwerer Schaden!

Beitrag von cordel »

Raffiabast war schon okay. Wenn du so Wundknete zuhause hast, würde das damit vielleicht sogar besser gehen. Ich denke, das klappt schon. Immerhin sind einigen auch schon Äste/o.Ä. abgebrochen/angebrochen, die ohne weiteres wieder verwachsen sind.

Das Umtopfen in einen TPK halte ich besonders durch diesen Unfall für sehr sinnvoll. Wenn der alte Stamm doch nicht anwachsen sollte, kriegst du genug neue Triebe für einen neuen.
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MarionS
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Re: Hilfe - der Schnitt ist verrutscht - schwerer Schaden!

Beitrag von MarionS »

sulrich hat geschrieben:Ich kann mir nicht genau vorstellen, wie das aussieht - die Rinde ist ringsum entfert? Oder gibt es lose Rindenstreifen, die Du mit dem Raffia fixiert hast?
Es ist alles da, nichts fehlt. Es klafft nur immens (Wundknete bringt da wohl nichts).
Wie lange sollte der Verband draufbleiben?

Keine Ahnung vom Substrat. Ich habe es 2007 beim Umsetzen, wenn ich mich recht entsinne, nur mit Seramis und Hygroton ergänzt für mehr Wasserspeicher.

So schlimm die Wunde ist, ich frage mich, ob sie für den Baum fast nichts anderes ist als ein normaler Baumschnitt und ich ganz normal den Wurzelballen reduzieren könnte... vielleicht doch etwas weniger...
Wenn sie nun aus dem ungekürzten Ballen in das Stämmchen schießt (immer vorausgesetzt, der Saft kommt noch vernünftig durch), wäre nicht starkes Dickenwachstum zu erwarten? Wäre der Verband da eventuell im Weg?
cordel hat geschrieben:Das Umtopfen in einen TPK halte ich besonders durch diesen Unfall für sehr sinnvoll. Wenn der alte Stamm doch nicht anwachsen sollte, kriegst du genug neue Triebe für einen neuen.
Da kommt er früher oder später eh hin. Der Baum ist so oder so Azubi und hat keine Schalenreife :)
Die Frage ist nur: diese Saison jetzt nach dem Unfall?

Danke für eure Hilfe!
Zuletzt geändert von MarionS am 05.04.2009, 15:04, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß,
MarionS

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cordel
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Re: Hilfe - der Schnitt ist verrutscht - schwerer Schaden!

Beitrag von cordel »

Wenn der Baum vorher bei voller Gesundheit war, wird ihn dieser Unfall nicht so schnell aus der Fassung bringen. Wenn du umtopfst, kannst du ja sonst einfach etwas weniger entfernen.
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sulrich
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Re: Hilfe - der Schnitt ist verrutscht - schwerer Schaden!

Beitrag von sulrich »

Hallo,
MarionS hat geschrieben:Wie lange sollte der Verband draufbleiben?
Wenn er einzuschneiden droht, kannst Du ihn vorsichtig abnehmen und den Zustand der Rinde kontrollieren.

Das Umtopfen ist wohl eine Glaubensfrage, in meinen Augen ist es immer ein wenig Stress für den Baum (besonders bei Eichen, die nicht soo starkes Wurzelwachstum haben), deswegen würde ich es vermeiden.
Viele Grüße,
Stefan

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Re: Hilfe - der Schnitt ist verrutscht - schwerer Schaden!

Beitrag von Lot-Ionan »

Hi

Die Rinde ist rundherum weg? Ich dachte immer, dort wird das Wasser transportiert. Rinde rundherum weg hört sich nach einem jetzigen Abmoosenfall an. Um die Wunde Spahgnum Moos herum und feucht halten. Dort treiben dann die neuen Wurzeln aus.

PS: Wie schreibt man eigentlich Spaghnum?? ;-)

Gruß Michael
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sulrich
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Re: Hilfe - der Schnitt ist verrutscht - schwerer Schaden!

Beitrag von sulrich »

Lot-Ionan hat geschrieben:Die Rinde ist rundherum weg? Ich dachte immer, dort wird das Wasser transportiert.
Falsch gedacht ;-)
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 26#p211226
PS: Wie schreibt man eigentlich Spaghnum?? ;-)
"Sphagnum" - aber wie spricht man es aus? "Sfagnum" oder "Schpagnum"? Ersteres müsste korrekt sein, klingt aber affig ;-)
Viele Grüße,
Stefan

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MarionS
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Re: Hilfe - der Schnitt ist verrutscht - schwerer Schaden!

Beitrag von MarionS »

Lot-Ionan hat geschrieben:Rinde rundherum weg hört sich nach einem jetzigen Abmoosenfall an.
Eher das Gegenteil: das Nebari ist erhaltenswürdig, das dürre Stämmchen kann im schlimmsten Fall auch weg.
Wenn die Schadensstelle weg müsste, wäre das allerdings schon ärgerlich, die ein-zwei Zentimeter fehlen dann deutlich.
PS: Wie schreibt man eigentlich Spaghnum?? ;-)
Da habe ich einen Trick: Tante Gugel fragen. Die richtige Schreibweise dürfte die meisten und besten Treffer einheimsen - oder es gibt auch gleich einen Vorschlag zur Schreibweise.
Gruß,
MarionS

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MrBigWednesday
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Re: Hilfe - der Schnitt ist verrutscht - schwerer Schaden!

Beitrag von MrBigWednesday »

hallo

ist mir auch schon passiert. das hast du meines erachtens 2 möglichkeiten:

- rinde, so gut es geht, wieder an ihren ursprungsort platzieren, anschliessend dünn, aber flächendeckend wundknete rundherum und anschliessend mit isolierband fest umwickeln. durch das band wird die knete noch mehr angedrückt und ebenso wird die gesamte stelle stabilisiert.
- oder wie gesagt abmoosen.

ich würde ebenfalls in eine tkp umtopfen. das heisst, vielmehr eher umsetzen (den ballen in ruhe lassen).

grüsse und viel glück us dr schwiiz
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