Pinus sylvestris

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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gunter

Pinus sylvestris

Beitrag von gunter »

Liebe Forumsleser,

ich bitte mal wieder um Gestaltungshilfe. Es ist zwar noch Zeit bis zum Frühjahr, aber vielleicht liest es ja jetzt jemand und in 4 Wochen sieht er ein Bild, das mir helfen könnte und erinnert sich. Antworten sind auch dann noch sehr willkommen.

Die kleine Waldkiefer ( Höhe 50cm ) stammt von der Abraumhalde eines vor vielleicht 150 oder 200 Jahren aufgegebenen alpinen Kupferbergwerks, die relativ steil ist und wohl deshalb noch kaum bewachsen. Ich habe den Baum gleich vor Ort in eine Blumenschale gepflanzt und darin steht er jetzt seit 1,5 Jahren. Es scheint ihm nicht schlecht zu gehen. Jedenfalls sind die neuen Nadeln doppelt so lang wie die ursprünglichen und er hat schon viel mehr.

Ich habe den Baum ausgegraben, weil mir die dicke Borke gefällt, die ungefähr die Hälfte der Stammdicke einnimmt. Und auch den Schwung des Stammes finde ich akzeptabel. Nebari gibt es nicht. Und das Astwerk macht mich etwas ratlos, denn an den Hauptästen ist auf den ersten 20cm nichts. Ich denke, es wird noch eine Zeitlang dauern, bis daraus ein Bonsai wird.

Meine Fragen/Bitten:
1. Was soll ich im Frühjahr machen? Nur zurückschneiden, soweit es geht und darauf warten, daß der Baum dichter wird? Oder schon mit einer Gestaltung beginnen? Wie animiert man den Baum am besten zum Rücktreiben?
2. Kann ich hoffen, eine kompaktere Form nur durch Rückschnitt zu erreichen? Der stammnahe Teil der Hauptäste hat bereits grobe Borke. Oder muß ich entferntere Nadelbüschel zurückbiegen?
3. Wie könnte der Endzustand mal aussehen? Ein grobes Virtual oder eine Schemazeichnung würden mir helfen. Es nützt nicht viel, wenn ich mir selbst was ausmale, weil ich keine Erfahrung habe, was realistisch ist. Ich stelle mir eigentlich einen ganz traditionellen Moyogi mit wenigen Ästen vor. Aber vielleicht hat jemand eine bessere Idee.

Ich hoffe, daß an den Weihnachtstagen noch etwas Zeit zum Nachdenken über meinen Baum bleibt und wünsche allen Lesern ein gesegnetes Fest.
Gunter Lind
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thomas_s
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Beitrag von thomas_s »

hallo gunter,

ich würde folgendermassen vorgehen:da du geschrieben hast,das du den baum vor ort eingetopft hast,gehe ich davon aus,das er in original abraumhalde erde steht.topf den baum im frühjar in richtig gute erde und pfleg ihn das nächste jahr über optimal,damit er noch ein bisschen an masse zulegt.
im jahr darauf kannst du dich bei einem workshop anmelden und den baum unter fachmännischer hilfe gestalten.(ich weiss ja ncht wie erfahren du im gestalten bist,aber so ein bisschen meisterliche inspiration kann nie schaden :wink: )
die günstigere variante ist natürlich,bei dir in der umgebung einem arbeitskreis beizutreten und dir dort tips und tricks zu holen.
Gruß aus Rheinhessen !!!
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Thomas Sch.
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wow

Beitrag von Thomas Sch. »

Hallo Gunter,

wow, wirklich toller Baum mit viel viel Potential.

Ich habe mal ein (professionelles) Virtual gemacht.

MfG,
- Thomas
MfG,
-Thomas
Joerg

Beitrag von Joerg »

Hallo Gunter,

glückwunsch zu diesem Baum, das sind so in etwa genau die Teile, die ich auch regelmäßig sammle und gestalte. Da brauchst du nicht länger warten, mit der Rückknospung das wird eh nicht so weit gehen wie du es gerne hättest. Allerdings stand ich damals mit meinen ersten Teilen ähnlich da wie du und da hat mir eigentlich, wie es schon erwähnt wurde, ein Workshop geholfen. Besser gesagt 3. Einer bei Jürgen Zaar, einer bei Ditmar Ansorge und der letzte beim Horst Krekeler. Inzwischen weiss ich in etwa wie es mit den Kiefern läuft. Das ist nur eine Frage der Technik beim positionieren der Äste. Erklären lässt sich sowas schwer, das mus man einfach mal praktisch gesehen haben.
Ein paar solcher Bäume siehst du hier:
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?t=1095
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?p=12776
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?p=19164
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Björn
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Beitrag von Björn »

Hallo Gunther

Hier mal ein kleiner Vorschlag

Schöne Weihnachten
Grüße aus dem Norden
Björn

Hier findet ihr interessantes über den Wald: www.waldschrat.net

und für alle die eventuell auch gern paddeln: www.liquidmedicine.de
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Ralla
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Halli Hallo

Beitrag von Ralla »

Hier mal ein schneller Vorschlag.
Mal ohne viel Äste abzuschneiden.

1:oberer linker Ast
2:Spitzenast
3:hinterer Ast(oben)
4:erster rechter Ast
5:erster linker Ast
6:möglicher hinterer Ast(man muß die Wirkung testen)

Im Bereich der Spitze(1:,2:) muß der Stamm etwas gebogen werden damit damit der Astansatz von 1: in eine Abwärtzbewegung kommt

Es wird ein schlanker Baum werden

Frohe Weihnachten

Gruß aus NRW
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Gunter,

dem Ralla kann ich mcih nur anschließen. Genau das hätte ich auch gesagt. Gutes Material!
gunter

Beitrag von gunter »

Danke für die Hilfen. In der Tat sollte ich mal an workshops teilnehmen. Hier oben sind die Möglichkeiten nicht groß, aber im Februar ist Horst Krekeler hier und ich habe mich angemeldet. Es sind übrigens noch Plätze frei. Vielleicht ist ja auch jemand von außerhalb der Region interessiert. Ich wollte dann allerdings nicht diesen Baum gestalten. Ich denke mir, Bäume, die sich gut im Photo beurteilen lassen, stelle ich hier im Forum ein und hoffe, daß ich Hilfe bekomme. Und zum workshop nehme ich einen mit, den man vom Photo kaum beurteilen kann. Vielleicht eine Zirbe.

Danke für die Virtuals. Björn, wenn Du das so gut kannst, könnten wir im Gesprächskreis doch eigentlich mal ein Seminar darüber machen. Es gäbe sicher einige Interessenten. Dein Vorschlag würde sich in einem Punkt nicht realisieren lassen. Der rechte untere Ast ist mickrig und hat keine Knospen angesetzt. Er wird wohl absterben.

Rallas Vorschlag, möglichst viel von dem Baum zu verwenden, trifft meine Intention und ich habe mal in meinen Unterlagen gesucht, ob ich eine Abbildung eines ähnlichen Baumes finde. Und siehe da- ich hatte eine. Und woher wohl?? Natürlich aus unserem hervorragenden Bonsai-Fachforum. Ich finde die Stelle im Forum allerdings so schnell nicht wieder. ( Ein kleiner Mangel des ansonsten so praktisch konstruierten Forums: man kann nicht nach Abbildungen suchen. Und alle Einträge mit "Kiefer" durchzusehen, hatte ich keine Lust.) Deshalb gebe ich das Bild nochmal mit, in seitenverkehrter Fassung. Der Autor möge mir verzeihen, wenn ich ihn nicht zitiere. Man muß sich den hinteren unteren Ast ( Nr. 6 bei Ralla ) hinzudenken und die Spitze würde evtl. etwas anders. Aber im Wesentlichen stimmt es.

Ich weiß also, was ich im Frühjahr zu tun habe:
1. Umtopfen. Der Baum sitzt zwar in guter Erde, aber er sollte in eine Schale, solange die jetzt separaten Wurzelstränge noch nicht ineinander gewachsen sind und sich "verlegen" lassen, ohne daß ich was abschneiden muß.
2.Grob Positionieren der Äste, Überflüssiges entfernen und den Rest etwas zurückschneiden.
3. Düngen und hoffen.

Das Hauptproblem der zu langen Äste verschiebe ich nochmal. Vielleicht treibt er ja noch irgendwo zurück. Ansonsten bitte ich herzlich noch um Hinweise hierzu.
a) Jörg hat auf eine Seite verwiesen, auf der von Michael T. das Ablaktieren empfohlen wird. Wer hat Erfahrungen speziell mit Kiefern? Und insbesondere negative Erfahrungen?
b) Gibt es Bilder, auf denen man sehen kann, wie man dünne Äste phantasievoll zurückführt/umlenkt? Es sieht ja nicht gerade gut aus, wenn ich da Mäander reinlege. Und einfach drahten und probieren möchte ich nicht. Ich schätze, nach dem zehnten Verbiegen nimmt der Ast das übel.

Viele Grüße von Gunter Lind
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Michael T.
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Beitrag von Michael T. »

gunter hat geschrieben:a) Jörg hat auf eine Seite verwiesen, auf der von Michael T. das Ablaktieren empfohlen wird. Wer hat Erfahrungen speziell mit Kiefern? Und insbesondere negative Erfahrungen?
Hi Gunter,

das Ablaktieren an meiner Fichte scheint mitlerweile funktioniert zu haben der Kallus ist fest miteinander verwachsen, ich lassees aber sicherheitshalber noch ein Jahr wie es ist bevor ich die Schlaufe abschneide.
Bei Kiefern habe ich das noch nicht probiert, denke aber, daß es gut funktionieren dürfte. Schlechte Erfahrungen habe ich bei einer Kiefer allerdings schon mit Pfropfen gemacht, werde es aber nächstes Jahr nochmal probieren.
Ich denke, daß besonders beim Pfropfen vor allem wichtig ist, daß genügend Grünmasse an dem Zweig vorhanden ist, an den man etwas Pfropfen will. Sonst dauert die Kallusbildung zu lange.
Viele Grüße aus dem Sauerland,
Michael
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