Alles über Patina Nr. 2

.... und Peter Krebs antwortet.
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peter krebs
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Alles über Patina Nr. 2

Beitrag von peter krebs » 01.05.2009, 05:54

Hallo Schalenfreaks,

hier noch einmal ausführlich alles über Schalenpatina zusammengefasst.

Der Wert einer Schale steigt in dem Maße, wie sich die Patina auf ihr entwickelt.
Es dürfen sogar auch kleinere Verletzungen auf ihr sichtbar sein, es sind die Narben der Zeit.

Die hier eingestellten Schalen haben alle solche Merkmale, und sind zum Teil schon über drei Generationen hinweg benutzt, gehegt und gepflegt worden. :lol:

Für uns sind sie Anschauungs- Kunst- und Vorbildsobjekte. :lol: :lol:

http://www.bonsaischalen.info/index.php ... en-schalen

Jede, jede Schale kann solch eine Patina bekommen!!! :lol: :lol: :lol:

Ich wünsche Euch ganz viel Spaß und Anregung beim Betrachten der Schalen

Viele Grüße

Peter.

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Lioth
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Re: Alles über Patina Nr. 2

Beitrag von Lioth » 01.05.2009, 07:06

...traumhaft schöne Schalen!

Und wieder einmal ein ganz großes Dankeschön für die Mühe und Arbeit, die Du Dir mit diesen Berichten machst!!
Gott schuf die Zeit, von Eile hat er nichts gesagt...!

Allegra
Gerd
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sulrich
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Re: Alles über Patina Nr. 2

Beitrag von sulrich » 01.05.2009, 10:00

peter krebs hat geschrieben:Der Wert einer Schale steigt in dem Maße, wie sich die Patina auf ihr entwickelt.
Wie wenig sich diese Auffassung bei uns herumgesprochen hat, sieht man übrigens immer wieder auf Ebay: "Tokoname Bonsai-Schale, wie neu" ;-)

Vielen Dank für die wunderbaren Bilder!
Viele Grüße,
Stefan

Whenever there is any doubt, there is no doubt. - Sam in 'Ronin'

Britta
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Re: Alles über Patina Nr. 2

Beitrag von Britta » 01.05.2009, 12:33

Es gibt unzählige Beispiele hierfür, dass wertvolle alte, naturpatinierte Schalen ursprünglich aus einer Massenproduktion stammen.
Was vielleicht auch daran liegt, dass man bei diesen Schalen aus der Massenproduktion nicht so vorsichtig ist wie bei einer, für die man viel Geld bezahlt hat. Man fasst sie halt täglich an, ganz unbedarft, ohne darüber nachzudenken, während die andere womöglich nur im Schrank steht, aus lauter Angst, etwas so Wertvolles kaputt zu machen. (So ging es meinen Eltern jedenfalls mal mit einer Vase, die sie geerbt hatten, die ständig benutzt wurde, bis sie genau so eine einmal zufällig in einem Antiquitätenkatalog entdeckten und beim Preis fast hintenüber fielen. Seitdem steht sie nur noch in der Vitrine.)
Einmal in der Woche mit Öl, wie oben beschrieben, ganz sparsam einreiben.
Das hat mich jetzt doch überrascht. So oft?! Das hätte ich mich gar nicht getraut, aus Angst, die Schalenporen zu verstopfen, selbst mit einem flüchtigen Öl. Aber gleich Morgen kaufe ich mir Babyöl! :)

Die Bilder sind wie immer traumhaft, um das nicht unerwähnt zu lassen. *schmacht*

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der1
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Re: Alles über Patina Nr. 2

Beitrag von der1 » 01.05.2009, 12:59

Britta hat geschrieben:...Was vielleicht auch daran liegt, dass man bei diesen Schalen aus der Massenproduktion nicht so vorsichtig ist wie bei einer, für die man viel Geld bezahlt hat. Man fasst sie halt täglich an, ganz unbedarft, ohne darüber nachzudenken, während die andere womöglich nur im Schrank steht, aus lauter Angst, etwas so Wertvolles kaputt zu machen...
Was nutzt mir ein teurer Gebrauchsgegenstand, den ich nie "gebrauche"? Ich kann auch die Leute nicht verstehen, die Zippos sammeln, um sie in einer Vitrine stehen zu haben. Auf der anderen Seite gibt es auch Zippos mit künstlicher "Patina". Das nennt sich dann "pre-scratched". Bah.

Neenee, es geht nichts über den echten "Glanz des Alten".

Liebe Grüße

Christian
Und wenn wir jetz so zusammen liegen / Ich wollt es sagen, aber hab mich nie getraut
Immer öfter, wenn wir uns berühren / Spür ich den leeren Raum zwischen unsrer Haut.
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Re: Alles über Patina Nr. 2

Beitrag von Britta » 03.05.2009, 09:18

Lieber Peter,

ich habe noch eine Frage zu Schalen, die anscheinend eine mehr oder minder dicke Schicht von sowas wie Klarlack über der Farbschicht haben. Bei denen hat man wohl keine Chance, Patina zu entwickeln, oder? Das Öl, mit denen ich sie gestern behandelt habe, liegt jedenfalls immer noch wie ein Film drauf, während bei den Schalen ohne diese Schicht es sich schon nicht mehr so glatt anfühlt.

---

Mir ist außerdem - ganz anderes Thema - aufgefallen, dass es in keinem einzigen der Bücher zum Thema Bonsai, die ich kenne, auch nur einen Satz zur Schalenpflege gibt! (Höchstens, wie man Kalkränder entfernt - das ist ja wenigstens schon mal was ...)

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peter krebs
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Re: Alles über Patina Nr. 2

Beitrag von peter krebs » 03.05.2009, 18:13

Hallo Schalenfreaks,

vielen Dank für die rege Beteiligung. :lol:
Natürlich ist es schön, wenn man ein Lob bekommt, aber es ist viel, viel, viel schöner, wenn man mit Gleichgesinnten und Interessierten zusammen ist und die (fasst) schönsten Dinge des Lebens zusammen genießt. :lol: :lol: :lol: Sich in einem kleinen Kreis mit Freaks zu freuen ist viel schöner als alleine.

Hallo liebe Britta,

wenn Du jene Schalen meinst, die neu patiniert werden, das heißt, mit einem Überzug versehen werden der einer Patina ähnlich ist, auch diese Schalen bekommen eine zusätzliche Patina. (praktisch im Eilverfahren)
Grundsätzlich bekommt jede Schale, die im Gebrauch ist und je nach Pflege, eine Patina.

Du kannst alle Schalen, ob glasiert oder unglasiert, mit der gleichen Pflege verwöhnen.
Eine Ausnahme sind die engobierten Schalen, (fühlen sich etwas sammtisch an und sind meisten beige gelblich), die müssen etwas anders gepflegt werden. Handfett hierauf ist ok., sonst nur mit klarem, lauwarmen Wasser abwischen, kein Öl!

Wenn ein Film von Öl über den vorherbeschriebenen Schalen liegt, kannst Du diesen mit einem Tuch abwischen. Das, was jetzt noch haftet, ist genau das worauf sich eine optimale Patina aufbaut.

Zu den Bonsaibüchern möchte ich mich nicht so gerne äußern, aber es ist so wie Du sagst.
Das Thema Schalen wird meist inhaltlich so beschrieben, dass es auch Bonsaischalen gibt und man sie zum Bepflanzen verwenden kann. (au weia, jetzt gibt’s Schläge) *fecht*

Viele Grüße

Peter

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Re: Alles über Patina Nr. 2

Beitrag von Andreas Ludwig » 03.05.2009, 18:23

Britta - könnte es sein, dass du hochglänzende, glatte Glasuren meinst? Die wirken tatsächlich wie ein Lack, wie eine «Verglasung» eben. Was die Wertschätzung angeht: Da gibt es Leute, die gehen umgekehrt vor. Die haben eine so schöne Schale, dass sie lange nach dem passenden Baum dafür suchen. So einen habe ich mal gefragt, ob er keine Angst hat um die Schalen. «Was soll sein? Ich bin ja immer da.» war die Antwort...

Peter - wie kannst du..? Die meisten Bonsaiautoren sind sehr differenziert, können sogar Tokoname von Tokonoma unterscheiden...
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Re: Alles über Patina Nr. 2

Beitrag von Heike_vG » 04.05.2009, 10:57

Lieber Peter,

vielen Dank für den schönen Artikel und die wunderbaren Fotobeispiele in Sachen Patina!
Nachher muss ich unbedingt wieder mit dem Ölläppchen draußen herumlaufen und Schalen pflegen.
:D
Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Re: Alles über Patina Nr. 2

Beitrag von Carmen_G. » 04.05.2009, 14:39

Hallo lieber Peter,

ein wunderbarer Artikel, interessant und eine Freude die einmalig feinen Schalen anzusehen. Vor allem, weil ich ja kürzlich die Möglichkeit hatte das nicht nur auf Fotos sondern richtig live erleben und begreifenzu können und solche Kostbarkeiten sogar in die Hand nehmen durfte!
Sehr beeindruckend finde ich auch, wie z.B. auch die gelben Schalen mit Patina gleich ein total edles und ehrwürdiges Aussehen erhalten!

Vielen lieben Dank, daß Du uns die Möglichkeit gibst, hier tiefere Einblicke zu erhalten und so die Faszination welche von Schalen ausgeht erfassen zu können.

Jetzt hätte ich auch noch eine Frage:
Neulich habe ich gehört, daß manche Leute Schalen z.B. in einen frischen Misthaufen eingraben um durch die Säuren und Stoffe die Bildung von Patina zu beschleunigen und zu fördern.
Pferdemist soll sich da besonders gut dafür eignen. Was würdest Du davon halten?
Bei glasierten Schalen könnte ich mir nur vorstellen, daß die oberste Glasurschicht etwas angegriffen wird, evtl. so wie das auch herkömmlicher Dünger bewirkt und sich anschließend da leichter Patina festsetzen kann. Oder was gäbe es da für eine andere Erklärung?

viele liebe Grüße
Carmen
Liebe Grüße
Carmen

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Re: Alles über Patina Nr. 2

Beitrag von Stefan K. » 04.05.2009, 15:33

Ich kenne Leute, die haben wunderschöne, teure Schalen, aber momentan keinen passenden Baum dafür, die Schalen sind aber zum teil trotzdem bepflanzt, weil irgendwann ist der richtige Baum da, dann muss die Schale die richtige "Reife" haben.
Ich hab Spass !
grüsse aus tirol stefan

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Re: Alles über Patina Nr. 2

Beitrag von peter krebs » 04.05.2009, 17:12

Hallo Schalenfreaks,

nochmals vielen Dank für die rege Beteiligung,
und schönen Feedbacks.

Und Du, Carmen, hast völlig recht, das ist so mit dem Mist, gibt eine tolle Patina.
Aber bitte nicht vergessen, einmal dann in der Woche auch mit der Hand drüber streicheln.

Und dann ist da noch was: einfachere Leute nehmen Hühnermist, ! :oops:
die etwas Bessergestellten benutzen Pferdemist ! :lol: :lol: :lol:

Viele Grüße

Peter

P.S. Für Krebsschalen nimmt man nur Tibetanischen Tempeleichhörnchenmist. *nenene*
Nochmal P.S. Du kannst mir für diesen respektlosen Text am Samstag die Ohren langziehen !!! *zenzi*
Zuletzt geändert von peter krebs am 05.05.2009, 16:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Alles über Patina Nr. 2

Beitrag von Carmen_G. » 05.05.2009, 08:14

Hallo Peter,

neeeneeeeee, Du gefällst mir mit Deinen Ohren so besser wie sie sind. :mrgreen:
Wenn, dann bringe ich Dir höchstens reinen Spezial-Bio-Pferdemist ohne Streubeimengung aus hofeigener Produktion meiner 4-beinigen Mitarbeiter, gereift an guter Luft aus dem bayrischen Wald mit, falls Dir die tibetanischen Tempel-Eichhörnchen bei Deiner Menge an Schalen ausgehen. *undwech* :lol:

liebe Grüße
Carmen
Liebe Grüße
Carmen

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Re: Alles über Patina Nr. 2

Beitrag von Britta » 05.05.2009, 10:05

Danke, Peter, für die ausführliche Antwort! Aber ich hatte tatsächlich nicht die Überzüge gemeint, die schon wie Patina aussehen, sondern ganz im Gegenteil das, was Andreas beschreibt:
Andreas Ludwig hat geschrieben:Britta - könnte es sein, dass du hochglänzende, glatte Glasuren meinst? Die wirken tatsächlich wie ein Lack, wie eine «Verglasung» eben.
Das sieht aus, als wenn es tausend Jahre so glänzend und "unangetastet" bleiben wird.

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Re: Alles über Patina Nr. 2

Beitrag von Andreas Ludwig » 05.05.2009, 11:24

Oh, das werden die nicht, Britta.

Erst wird das unterschiedliche physikalische verhalten von Ton und Glasur wirksam, es entsteht ein «Craquelée», diese kleinen Risse, die man auf alten ellern auch sieht. In diesen Rissen wird sich Patina absetzenm ebenso am Rand, in Vertiefungen etc. Es dauert halt.
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(Thoreau)

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