kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
Hallo zusammen,
ich habe erneut ein kleines Bäumchen gefunden, das ich gern als Bonsai halten möchte. Diesmal ein kleiner ca. 50cm hoher Ahorn (genaue Art kann ich noch nicht sagen). die Wurzel war ca. 30 cm lang. Um sie einzutopfen habe ich eine kleiner Gabelung der Wurzel entfernt. Jedoch ist sie fast senkrecht nach unten gewachsen, so dass ich sie dennoch ein bisschen schräg einpflanzen musste.
Obwohl es eigentlich (laut Sachbuch) noch nicht die richtige Zeit dafür ist, habe ich dies mit einer Art Fixierung 'korrigiert'.
Ich habe den Baum inklusive der ziemlich sandigen Erde in der er gewachsen war umgetopft, in dem Glauben, dass diese Erde ja für diesen Baum geeignet sein müsste.
Jetzt steht er seit einem Tag auf der Terrasse (südwestlich; d.h. er bekommt Mittags- und Abendsonne fast ohne Schatten). Die letzten Tage waren aber keineswegs sonnig.
Jetzt sieht es aber leider so aus, als würde er eingehen. Blätter (Zweige hat er noch nicht) fallen zusammen (werden nicht braun) und hängen kraftlos hinunter.
Habe ihn nach de Umtopfen mit einem ziemlich bescheidenen Flüssigdünger gegossen.
Sollte ich die Fixierung besser wieder lösen und ihn erstmal ein Jahr an seine neue 'Umgebung' gewöhnen lassen? Kann die Wurzel so bleiben, oder kann sie weiter gekürzt werden? Muss ich beim Ahorn auf irgendwas besonderes achten - oder generell beim Ausgraben und Eintopfen?
MfG
ich habe erneut ein kleines Bäumchen gefunden, das ich gern als Bonsai halten möchte. Diesmal ein kleiner ca. 50cm hoher Ahorn (genaue Art kann ich noch nicht sagen). die Wurzel war ca. 30 cm lang. Um sie einzutopfen habe ich eine kleiner Gabelung der Wurzel entfernt. Jedoch ist sie fast senkrecht nach unten gewachsen, so dass ich sie dennoch ein bisschen schräg einpflanzen musste.
Obwohl es eigentlich (laut Sachbuch) noch nicht die richtige Zeit dafür ist, habe ich dies mit einer Art Fixierung 'korrigiert'.
Ich habe den Baum inklusive der ziemlich sandigen Erde in der er gewachsen war umgetopft, in dem Glauben, dass diese Erde ja für diesen Baum geeignet sein müsste.
Jetzt steht er seit einem Tag auf der Terrasse (südwestlich; d.h. er bekommt Mittags- und Abendsonne fast ohne Schatten). Die letzten Tage waren aber keineswegs sonnig.
Jetzt sieht es aber leider so aus, als würde er eingehen. Blätter (Zweige hat er noch nicht) fallen zusammen (werden nicht braun) und hängen kraftlos hinunter.
Habe ihn nach de Umtopfen mit einem ziemlich bescheidenen Flüssigdünger gegossen.
Sollte ich die Fixierung besser wieder lösen und ihn erstmal ein Jahr an seine neue 'Umgebung' gewöhnen lassen? Kann die Wurzel so bleiben, oder kann sie weiter gekürzt werden? Muss ich beim Ahorn auf irgendwas besonderes achten - oder generell beim Ausgraben und Eintopfen?
MfG
Re: kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
Bei bereits belaubten Bäumen ist es immer ein Wagnis, überhaupt etwas an den Wurzeln zu machen. Wenn der Baum das Laub versorgen muss und plötzlich nicht mehr genügend Wurzeln hat, weil sie abgeschnitten wurden, gehen die Blätter natürlich ein.
Und gedüngt werden sollte frisch nach dem Ausgraben sowieso nicht, da der Baum neue Wurzeln bildet, indem er im Boden nach Nährstoffen sucht.
Zum Umtopfen gäbe es jetzt noch viel zu sagen, aber das wurde alles schon mehrfach niedergeschrieben.
Und gedüngt werden sollte frisch nach dem Ausgraben sowieso nicht, da der Baum neue Wurzeln bildet, indem er im Boden nach Nährstoffen sucht.
Zum Umtopfen gäbe es jetzt noch viel zu sagen, aber das wurde alles schon mehrfach niedergeschrieben.
Du musst den Asphalt deiner Annehmlichkeiten verlassen
und dich in die Wildnis deiner Intuition begeben...
Was es dort für dich zu entdecken gibt,
ist etwas Wunderbares - nämlich dich selbst.
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Re: kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
Vorallem:
Nach dem umtopfen _NICHT_ in die volle Sonne stellen! Den Baum solltest du aufjedenfall halbschattig stellen. Der Baum kann durch die Arbeit an den Wurzeln weniger Wasser aufnehmen als vorher, muss aber die gleiche Blattmenge versorgen. Da er das nicht schafft, resultiert daraus der derzeitige Zustand. Stell ihn halbschattig, lass das Düngen vorerst sein und wässere ihn nur. Du kannst ihn durchaus etwas trockener halten, immerhin soll der Baum ja auch nach Wasser suchen.
Nach dem umtopfen _NICHT_ in die volle Sonne stellen! Den Baum solltest du aufjedenfall halbschattig stellen. Der Baum kann durch die Arbeit an den Wurzeln weniger Wasser aufnehmen als vorher, muss aber die gleiche Blattmenge versorgen. Da er das nicht schafft, resultiert daraus der derzeitige Zustand. Stell ihn halbschattig, lass das Düngen vorerst sein und wässere ihn nur. Du kannst ihn durchaus etwas trockener halten, immerhin soll der Baum ja auch nach Wasser suchen.
Re: kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
Okay, vielen Dank!
Ich hätte die Wurzel lieber so lassen sollen, aber sie ging halt sehr senkrecht in den Boden und hätte ich nichts abgenommen, hätte ich sie noch mehr biegen müssen, um sie in einen Topf zu bekommen. Wäre es vielleicht ratsam in gleichem Maße etwas vom Blattwerk zu entfernen?
Ich hätte die Wurzel lieber so lassen sollen, aber sie ging halt sehr senkrecht in den Boden und hätte ich nichts abgenommen, hätte ich sie noch mehr biegen müssen, um sie in einen Topf zu bekommen. Wäre es vielleicht ratsam in gleichem Maße etwas vom Blattwerk zu entfernen?
Re: kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
Nun, könntest du, ja. Aber wenn der Baum halbschattig steht, verdunstet deutlich weniger Wasser über die Blätter. Das könnte schon reichen, dann wäre das entfernen von Blattwerk nur eine weitere Schwächung.
Es wäre ratsam, mal ein Bild zu zeigen, damit man mehr sagen kann.
Es wäre ratsam, mal ein Bild zu zeigen, damit man mehr sagen kann.
Re: kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
stereotyp hat geschrieben: Muss ich beim Ahorn auf irgendwas besonderes achten - oder generell beim Ausgraben und Eintopfen?
Wir wäre es einfach mit der passenden Jahreszeit, dann hätten all diese Maßnahmen für den Baum kein Problem dargestellt.
73 Anja
Re: kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
Nur mal so. Waren da auch genügend Feinwurzeln dran, oder hast du nur die Pfahlwurzel gekappt ?
Gruß Jürgen 
Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.
Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
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Andreas Ludwig
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- Wohnort: Schweiz
Re: kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
Das Wesentliche hat Anja bereits gesagt, was diesen Fall angeht. Es ist Mitte Mai...
Der Halbschatten wurde auch erwähnt, also bleibt mir nur, ein Fragezeichen hinter den sandigen Boden zu machen. Kein Baum ist besonders glücklich im Sand.
Aber das hier picke ich doch noch raus:
Der Halbschatten wurde auch erwähnt, also bleibt mir nur, ein Fragezeichen hinter den sandigen Boden zu machen. Kein Baum ist besonders glücklich im Sand.
Aber das hier picke ich doch noch raus:
Ey! Wir sind doch nicht in der Hundeschule! Wieso sollten die Wurzeln sich Nährstoffe «suchen» gehen und was wäre daran der Vorteil? Wurzeln bildet der Baum nicht, weil er schnuffimässig im Boden loswühlen muss, sondern weil er das macht - wenn er kann. Hat es dann gleich links etwas zu Futtern, ist er dankbar (auch wenn er nicht bellt). Ihm Nährstoffe vorzuenthalten in der Hoffnung, er mache dann ganz viele Wurzeln ist also unlogisch. Gilt auch für cordels Aussage vom «wassersuchenden Baum»: Das geht bei Antilopen und Elefanten prima, aber nicht bei Bäumen.Honey hat geschrieben:Und gedüngt werden sollte frisch nach dem Ausgraben sowieso nicht, da der Baum neue Wurzeln bildet, indem er im Boden nach Nährstoffen sucht.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
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Re: kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
Das sehe ich jetzt den ganzen Abend vor mir: Einen schnuffimäßig das Wasserloch suchender Ahorn .......
73 Anja
Re: kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
Anja M. hat geschrieben:![]()
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Das sehe ich jetzt den ganzen Abend vor mir: Einen schnuffimäßig das Wasserloch suchender Ahorn .......
Andreas, wenn es dich hier nicht gäbe, müsstest du erfunden werden
Gruß Jürgen 
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Re: kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
Das habe ich mir zusammengereimt, da oftmals darauf hingewiesen wird, den Baum direkt nach dem umtopfen etwas trockener zu halten als sonst. Kann ich das als typische Schmach vergessen oder ist da was dran? Ich buddel nich ständig in den Wurzeln rum und schau, ob sich mehr gebildet haben, weil ich ihn trockener gehalten habe, also kann ichs leider nicht überprüfen.Andreas Ludwig hat geschrieben:Gilt auch für cordels Aussage vom «wassersuchenden Baum»: Das geht bei Antilopen und Elefanten prima, aber nicht bei Bäumen.
Re: kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
Dito. Mir wurde schon oft genug erzählt, die Bäume nach dem Umtopfen nie sofort zu düngen, um die Wurzelbildung zu fördern. Und das auch von Leute, die eigentlich immer wissen, wovon sie reden 
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Andreas Ludwig
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- Beiträge: 5641
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- Wohnort: Schweiz
Re: kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
Honey - wie sollte denn Magerhaltung etwas fördern? Glaub mir, es ist nicht so. Probiers ruhig aus. Es ist nichts persönliches, ich habe mit niemandem Streit, der nicht düngt nach dem Umtopfen, aber es stimmt nicht, dass es schadet.
cordel - mach dir da keinen Kopf. Da gabs schon wesentlich skurrilere Sachen. Bis vor zehn Jahren begegnete man zum Beispiel der überzeugt vorgetragenen These, dass man Stecklinge nicht im Wasser bewurzeln solle, weil diese «Wasserwurzeln» im Boden dann nicht funktionieren. Zum Glück lesen Bäume nicht.
Was dran ist an der Wassersache: Alle Kinder lernen, dass man erst mal Wasser gibt. Bohnen in den Boden, Geranien in den Topf und immer schön Wasser drauf. Was ja nicht dumm ist, wenn der Topf gross ist oder gleich den ganzen Garten umfasst. Aber bei Bäumen kann der Schuss nach hinten losgehen, dann erstickt man den armen Kerl im Schlamm. Ich denke, dass mehr Bonsai diesen Tod erlitten als sonst einen und nehme an, dass da mal jemand in der grauen Vorzeit der feinen, humosen Substrate väterlich vorsorgen wollte und zur Mässigung aufrief. Aber eben - entweder ist Feuchtigkeit da oder nicht. So schnell, wie der Baum Wasser braucht, kann der gar keine Wurzeln bilden. Da etwas gröbere Substrate, eher Schütten, sowieso viel besser sind als feine Pampen, die man mit dem Fingerhut benetzen muss (das Kerlchen braucht auch Luft) ist das Schlammproblem aber gelöst.
stereotyp - bevor ich etwas ausgrabe, stelle ich erst mal den Jahreszeitenwecker, um das «zeitige Frühjahr» nicht zu verpassen. Sind die Blätter draussen, ist die Saison nämlich vorbei (ausser, man hat wirklich gute Routine und einen Pickup für den kompletten Wurzelballen). Stosse ich auf eine Pfahlwurzel, vergesse ich es entweder oder gehe in Schritten vor (was mich regelmässig an meinem Geistenszustand zweifeln lässt, denn das kann dann schon mal zwei oder drei Jahre dauern).
Zuhause geht's in einen möglichst grossen Behälter, ganz egal, wie hässlich der ist. Ziel ist immer, sowenige Wurzeln wie nur möglich zu verlieren. Rundrum kommt viel Substrat, aber eben das locker-luftige. Oben drauf gibts eine Handvoll Dünger und dann eine Kanne Wasser drüber, bis das Substrat nicht mehr «singt» und es unten rausläuft. Dann kommt das ganze in den Halbschatten und ich vor den Fernseher, damit ich ja nicht auf den Gedanken komme, da auch gleich noch was zu drahten oder so. Dann wird gegossen, pauschal mit der Giesskanne (bloss nicht genau hinschauen, sonst geht das Drahten doch noch los). Treibt es, darf es etwas Sonnenbaden, tut es nichts, bleibt es im Zwielicht. Im Herbst, wenn die Blätter langsam fallen, schaue ich mir dann alles mal genauer an: Hat es Knospen? Ist noch alles dran? Gestaltet wird nach der Winterpause, wenn die Knospen aufgehen. Bei einigen Bäumen (speziell Fichten) geht das zwei Jahre so.
Merkst du was? Ich predige in erster Linie «wider das Bonsaifieber». Ich mahne die Grüngoldgräber zu Geduld, weise auf die Vorzüge einer bedächtigen Art hin. «Müssen» tut ein Baum nämlich nichts. Der macht, was er kann und mehr kann er nicht. Das ist das allerwichtigste. Geheimnisse gibt es keine, weder den ulitmativen Dünger, noch das Wahnsinnshormon noch sonstige anregende Tricks. Denn das Hauptproblem des Baums ist der bonsaifiebernde Mensch, der ein Bäumchen da rausholt, wo es an sich glücklich wäre. Das ist brutal genug. Alles was danach kommt, ist eigentlich die Bitte an den Baum (durch Schonung), zu vergeben und weiterzuleben. Tut er das, kann man schauen. Aber das muss erst sein.
cordel - mach dir da keinen Kopf. Da gabs schon wesentlich skurrilere Sachen. Bis vor zehn Jahren begegnete man zum Beispiel der überzeugt vorgetragenen These, dass man Stecklinge nicht im Wasser bewurzeln solle, weil diese «Wasserwurzeln» im Boden dann nicht funktionieren. Zum Glück lesen Bäume nicht.
Was dran ist an der Wassersache: Alle Kinder lernen, dass man erst mal Wasser gibt. Bohnen in den Boden, Geranien in den Topf und immer schön Wasser drauf. Was ja nicht dumm ist, wenn der Topf gross ist oder gleich den ganzen Garten umfasst. Aber bei Bäumen kann der Schuss nach hinten losgehen, dann erstickt man den armen Kerl im Schlamm. Ich denke, dass mehr Bonsai diesen Tod erlitten als sonst einen und nehme an, dass da mal jemand in der grauen Vorzeit der feinen, humosen Substrate väterlich vorsorgen wollte und zur Mässigung aufrief. Aber eben - entweder ist Feuchtigkeit da oder nicht. So schnell, wie der Baum Wasser braucht, kann der gar keine Wurzeln bilden. Da etwas gröbere Substrate, eher Schütten, sowieso viel besser sind als feine Pampen, die man mit dem Fingerhut benetzen muss (das Kerlchen braucht auch Luft) ist das Schlammproblem aber gelöst.
stereotyp - bevor ich etwas ausgrabe, stelle ich erst mal den Jahreszeitenwecker, um das «zeitige Frühjahr» nicht zu verpassen. Sind die Blätter draussen, ist die Saison nämlich vorbei (ausser, man hat wirklich gute Routine und einen Pickup für den kompletten Wurzelballen). Stosse ich auf eine Pfahlwurzel, vergesse ich es entweder oder gehe in Schritten vor (was mich regelmässig an meinem Geistenszustand zweifeln lässt, denn das kann dann schon mal zwei oder drei Jahre dauern).
Zuhause geht's in einen möglichst grossen Behälter, ganz egal, wie hässlich der ist. Ziel ist immer, sowenige Wurzeln wie nur möglich zu verlieren. Rundrum kommt viel Substrat, aber eben das locker-luftige. Oben drauf gibts eine Handvoll Dünger und dann eine Kanne Wasser drüber, bis das Substrat nicht mehr «singt» und es unten rausläuft. Dann kommt das ganze in den Halbschatten und ich vor den Fernseher, damit ich ja nicht auf den Gedanken komme, da auch gleich noch was zu drahten oder so. Dann wird gegossen, pauschal mit der Giesskanne (bloss nicht genau hinschauen, sonst geht das Drahten doch noch los). Treibt es, darf es etwas Sonnenbaden, tut es nichts, bleibt es im Zwielicht. Im Herbst, wenn die Blätter langsam fallen, schaue ich mir dann alles mal genauer an: Hat es Knospen? Ist noch alles dran? Gestaltet wird nach der Winterpause, wenn die Knospen aufgehen. Bei einigen Bäumen (speziell Fichten) geht das zwei Jahre so.
Merkst du was? Ich predige in erster Linie «wider das Bonsaifieber». Ich mahne die Grüngoldgräber zu Geduld, weise auf die Vorzüge einer bedächtigen Art hin. «Müssen» tut ein Baum nämlich nichts. Der macht, was er kann und mehr kann er nicht. Das ist das allerwichtigste. Geheimnisse gibt es keine, weder den ulitmativen Dünger, noch das Wahnsinnshormon noch sonstige anregende Tricks. Denn das Hauptproblem des Baums ist der bonsaifiebernde Mensch, der ein Bäumchen da rausholt, wo es an sich glücklich wäre. Das ist brutal genug. Alles was danach kommt, ist eigentlich die Bitte an den Baum (durch Schonung), zu vergeben und weiterzuleben. Tut er das, kann man schauen. Aber das muss erst sein.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
(Thoreau)
Re: kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
Vor einem Monat schrieb Walter folgendes:
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =8&t=21294
und sagte damit sinngemäß alles, was hier noch mal widergekäut wird.
... bis auf die Zeitabläufe evtl. ....
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =8&t=21294
und sagte damit sinngemäß alles, was hier noch mal widergekäut wird.
... bis auf die Zeitabläufe evtl. ....
73 Anja
Re: kl. Ahorn ausgegraben - macht schlapp
Andy,
darf ich noch meine bescheidenen Ratschlägen : http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 19#p220119 hinzufügen?
darf ich noch meine bescheidenen Ratschlägen : http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 19#p220119 hinzufügen?
Zuletzt geändert von Thierry am 18.05.2009, 07:52, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße,
Thierry
"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
Thierry
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