Hallo Zusammen!
Ich habe mir vor 3 Wochen diese Forsythia in einem Pflanzencenter gekauft.
Für die Erstgestaltung habe ich sie erstmal so 30-40cm zurückgeschnitten.Nun stellt sich die Frage wie genau es weiter gehen soll..
Ich bin noch Anfänger, daher wäre es nett wenn ihr ein paar Ideen mit einfließen könntet.
Der Stammverlauf und der Wurzelansatz deuten darauf hin, dass sie starkem/ständigem Wind ausgesetzt war(siehe Bilder)..also vllt auch so gestalten!?
Der "Stummel" unten rechts am Stamm würde sich dann auch gut für einen abgestorbenen Ast eigen, alledings habe ich grade gelesen dass das bei einer Forsythia keine so gute Idee ist, weil der Ast anfängt zu faulen...Stimmt das so?
Ich bin auf Eure Vorschläge gespannt!
Gruß Christian
Forsythia gestalten!?
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Forsythia gestalten!?
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MfG Christian
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Berndbonsai
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Re: Forsythia gestalten!?
Hallo Christian
Dann werde ich mal versuchen Dir eine Antwort zu geben. Nach meiner Einschätzung ist die Wahl Deiner Ausgangspflanze nicht so sehr glücklich. Das erkennst du auch daran, dass die Antworten zögerlich kommen. Eine Forsythia ist zwar schon zu einem Bonsai geeignet aber für einen Anfänger schwer. ( Ich hab mich noch nicht ran getraut). Zwar mit gutem Zuwachs unempfindlich und gutem Wurzelwachstum, aber zu drahten sind nur ganz junge grüne Triebe. Älteres ausgehärtetes Holz ist sehr steif und spröde. Totholz ist sehr schwierig, da es sehr schnell fault. Man muß also in die Gestaltung den Verrottungsprozeß einbeziehen. Gute Gestalter können das, ich wäre hoffnungslos überfordert. Das betrachtet macht also eine Gestaltung schwierig. Nun suchst Du Dir für die Gestaltung auch noch eine der schwierigsten Grundformen überhaupt aus. Um eine windgepeitschte Form glaubwürdig zu kreieren muß man schon über viel Erfahrung verfügen. Ich bin bisher kläglich gescheitert. Zwar kriege ich schon irgendwas hin aber ob das gut aussieht? Bei mir jedenfalls nicht.
So jetzt genug Pessimismus. Nun auf die Habenseite Deiner Pflanze. Sie treibt willig aus altem Holz. Das Nebari ist nicht schlecht und die Art an sich ist nahezu unkaputtbar. Mein Vorschlag also, noch stärker zurückschneiden und vorerst nur den geraden mittleren Stecken stehen lassen. Wenn austrieb weiter unten erscheint kommt auch der noch weg( vielleicht erst nächstes Jahr). Dann nur aus der Basis des Stammes und den neuen Trieben einen neuen geschwungenen Stamm aufbauen indem Du junge Triebe drahtest. Damit dann weiter ein freiaufrechtes Bäumchen mit einem charaktervollen Stamm gestalten. Das wird etwas dauern aber Du wirst auf lange Sicht zufriedener sein wie mit einer staksigen unvollkommenen windgepeitschen Form. So und wenn Du willst kannst Du alles was ich geschrieben habe vergessen, denn es ist Dein Baum und Du mußt den für Dich stimmigen Weg suchen damit Du Spaß damit hast. Ich wünsche Dir Spaß und Glück mit dem Baum
Gruß Bernd
Dann werde ich mal versuchen Dir eine Antwort zu geben. Nach meiner Einschätzung ist die Wahl Deiner Ausgangspflanze nicht so sehr glücklich. Das erkennst du auch daran, dass die Antworten zögerlich kommen. Eine Forsythia ist zwar schon zu einem Bonsai geeignet aber für einen Anfänger schwer. ( Ich hab mich noch nicht ran getraut). Zwar mit gutem Zuwachs unempfindlich und gutem Wurzelwachstum, aber zu drahten sind nur ganz junge grüne Triebe. Älteres ausgehärtetes Holz ist sehr steif und spröde. Totholz ist sehr schwierig, da es sehr schnell fault. Man muß also in die Gestaltung den Verrottungsprozeß einbeziehen. Gute Gestalter können das, ich wäre hoffnungslos überfordert. Das betrachtet macht also eine Gestaltung schwierig. Nun suchst Du Dir für die Gestaltung auch noch eine der schwierigsten Grundformen überhaupt aus. Um eine windgepeitschte Form glaubwürdig zu kreieren muß man schon über viel Erfahrung verfügen. Ich bin bisher kläglich gescheitert. Zwar kriege ich schon irgendwas hin aber ob das gut aussieht? Bei mir jedenfalls nicht.
So jetzt genug Pessimismus. Nun auf die Habenseite Deiner Pflanze. Sie treibt willig aus altem Holz. Das Nebari ist nicht schlecht und die Art an sich ist nahezu unkaputtbar. Mein Vorschlag also, noch stärker zurückschneiden und vorerst nur den geraden mittleren Stecken stehen lassen. Wenn austrieb weiter unten erscheint kommt auch der noch weg( vielleicht erst nächstes Jahr). Dann nur aus der Basis des Stammes und den neuen Trieben einen neuen geschwungenen Stamm aufbauen indem Du junge Triebe drahtest. Damit dann weiter ein freiaufrechtes Bäumchen mit einem charaktervollen Stamm gestalten. Das wird etwas dauern aber Du wirst auf lange Sicht zufriedener sein wie mit einer staksigen unvollkommenen windgepeitschen Form. So und wenn Du willst kannst Du alles was ich geschrieben habe vergessen, denn es ist Dein Baum und Du mußt den für Dich stimmigen Weg suchen damit Du Spaß damit hast. Ich wünsche Dir Spaß und Glück mit dem Baum
Gruß Bernd
"Da es hilfreich für die Gesundheit sein soll habe ich beschlossen glücklich zu sein" T. Fontane
Re: Forsythia gestalten!?
Hallo,
ja, das sehe ich genauso wie Bernd - eher etwas in Richtung kleiner, fetter Sumo, wie diese Ulme von Martin (aus diesem Thread: http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 10#p223710)

ja, das sehe ich genauso wie Bernd - eher etwas in Richtung kleiner, fetter Sumo, wie diese Ulme von Martin (aus diesem Thread: http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 10#p223710)
Viele Grüße,
Stefan
Whenever there is any doubt, there is no doubt. - Sam in 'Ronin'
Stefan
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Andreas Ludwig
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Re: Forsythia gestalten!?
Na, Moment:
Das ist eine Forsythie. Die wird jeden Frühling satte Triebe schieben, ein bisschen «krautig», mit kantigen, dicken Stengeln. Die Ulme dagegen hat kleine Blättchen an dünnen Trieben, da kann man sich jederzeit eine gute Form zuschneiden.
Die Forsythie wird komplett unterschiedlich sein im Winter und im Sommer, viel mehr als die Ulme. Sie wird jedes Jahr wieder zum Hippie - muss sogar, denn die hier ist noch viel zu dünn. Es wird dauern und ein paar Verletzungen brauchen, bis dieser Stammansatz einer ist.
Da ich weiter langsam der Meinung bin, eine Forsythie ist ein Dauerprojekt, bei dem es viele «Phasen» geben kann, aber kein eigentliches, angestrebtes Endbild (es sei denn, man hat Titan...
), empfehle ich, erstmal ein Bier zu trinken und das Gute zu suchen. Das ist sicher nicht dieses gerade Stück, das zwei Drittel der jetzigen Länge ausmacht. Ist genug Bier da, kann die Forsythie mal ein bisschen wachsen. Es wird auch Innentriebe geben, wenn nicht dieses Jahr, dann nächstes. Dann wird langsam ein Gebüsch oder etwas mehrfachstämmiges, irgendwie frei aufrechtes oder alles zusammen ersichtlich. Das haust du raus und holst mehr Bier. Immer viel Platz für die Wurzeln lassen. Das wächst wie Unkraut. Lass die Wurzeln ruhig einmal rund um den Topf gehen (viel giessen!), dann kannst du auch «über den Stein» machen. Sogar mit einem grossen Stein, eilt ja nicht und Bier gibts genug.

Nachtrag: Ist die Erde eine dieser schwammig-feuchten, schwer-nassen oder zundertrockenen, aber nie locker-luftigen Gartencenter-Erden..? Wenn ja - weg damit. Ein bisschen Erde ist gut für Forsythien, aber 2/3 Akadama, Seramis, maxit Clay oder was immer dir in die Hände kommt (Gib mal «Substrat in die Suchfunktion ein...
), würden positiv wirken. Forsythie raus, abschütteln, neue Erde rein, Forsythie drauf, auffüllen, etwas reinwackeln, fertig. Gut düngen. Viel giessen, bis 2x täglich im Sommer.
Das ist eine Forsythie. Die wird jeden Frühling satte Triebe schieben, ein bisschen «krautig», mit kantigen, dicken Stengeln. Die Ulme dagegen hat kleine Blättchen an dünnen Trieben, da kann man sich jederzeit eine gute Form zuschneiden.
Die Forsythie wird komplett unterschiedlich sein im Winter und im Sommer, viel mehr als die Ulme. Sie wird jedes Jahr wieder zum Hippie - muss sogar, denn die hier ist noch viel zu dünn. Es wird dauern und ein paar Verletzungen brauchen, bis dieser Stammansatz einer ist.
Da ich weiter langsam der Meinung bin, eine Forsythie ist ein Dauerprojekt, bei dem es viele «Phasen» geben kann, aber kein eigentliches, angestrebtes Endbild (es sei denn, man hat Titan...
Nachtrag: Ist die Erde eine dieser schwammig-feuchten, schwer-nassen oder zundertrockenen, aber nie locker-luftigen Gartencenter-Erden..? Wenn ja - weg damit. Ein bisschen Erde ist gut für Forsythien, aber 2/3 Akadama, Seramis, maxit Clay oder was immer dir in die Hände kommt (Gib mal «Substrat in die Suchfunktion ein...
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
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Re: Forsythia gestalten!?
Hallo,
naja, diese Ulme war auch nur als schnelles Beispiel für einen "dicken" Shohin gedacht, damit Christian, der ja offenbar noch Anfänger ist, eine ungefähre Vorstellung hat, wie stark man zurückschneiden könnte.
Wenn man etwas länger sucht, findet man auch noch bessere Beispiele für Forsythien-Shohin, z.B. hier aus dem Forum, was auch dem von Dir beschriebenen "informellen" Mehrfachstamm näher kommt:
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 20#p217020
naja, diese Ulme war auch nur als schnelles Beispiel für einen "dicken" Shohin gedacht, damit Christian, der ja offenbar noch Anfänger ist, eine ungefähre Vorstellung hat, wie stark man zurückschneiden könnte.
Wenn man etwas länger sucht, findet man auch noch bessere Beispiele für Forsythien-Shohin, z.B. hier aus dem Forum, was auch dem von Dir beschriebenen "informellen" Mehrfachstamm näher kommt:
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 20#p217020
Viele Grüße,
Stefan
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Re: Forsythia gestalten!?
Erstmal danke für die Antworten und Infos!
Bisher hab ich Nur eine Baumark Sageretia und ein paar Stecklinge verschiedener Bäume, aber alles noch nicht wirklich interessant..
Also wollte ich mir mal eine ältere Pflanze zulegen um sie selbst zu gestalten.. aber dann hab ich mich da wohl etwas übernommen
Ich dachte grade weil sie so gut neu austreibt wäre es nicht ganz so schwierig eine schöne Krone zu gestalten,aber da bin ich ja jetzt eines besseren belehrt:)
Also werd ich das ganze noch einmal überdenken, Andreas Rat befolgen und erstmal unmengen an Bier kaufen und dann weitersehen :D
Ich werde es euch wissen lassen, wenn der nächste Schrit vollzogen wurde!
Ach und das Substrat scheint ganz ok zu sein, luftig locker und oben drauf eine mulchartige Schicht. Aber ich werde sie trotzdem mal umtopfen um auch die restlichen Wurzeln genauer betrachten zu können.
Danke nochmal!
Gruß Christian
Bisher hab ich Nur eine Baumark Sageretia und ein paar Stecklinge verschiedener Bäume, aber alles noch nicht wirklich interessant..
Also wollte ich mir mal eine ältere Pflanze zulegen um sie selbst zu gestalten.. aber dann hab ich mich da wohl etwas übernommen
Ich dachte grade weil sie so gut neu austreibt wäre es nicht ganz so schwierig eine schöne Krone zu gestalten,aber da bin ich ja jetzt eines besseren belehrt:)
Also werd ich das ganze noch einmal überdenken, Andreas Rat befolgen und erstmal unmengen an Bier kaufen und dann weitersehen :D
Ich werde es euch wissen lassen, wenn der nächste Schrit vollzogen wurde!
Ach und das Substrat scheint ganz ok zu sein, luftig locker und oben drauf eine mulchartige Schicht. Aber ich werde sie trotzdem mal umtopfen um auch die restlichen Wurzeln genauer betrachten zu können.
Danke nochmal!
Gruß Christian
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Andreas Ludwig
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Re: Forsythia gestalten!?
Dazu genügt rausnehmen - vor dem Giessen geht es am besten.
«Umtopfen» ist mit Wurzel weg und so. Das kommt später.
«Umtopfen» ist mit Wurzel weg und so. Das kommt später.
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- Martin_S
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- Wohnort: Linker Niederrhein, da wo et geil is'
Re: Forsythia gestalten!?
Hier wäre noch eine Forsi als Pre Shohin. Sieht heute toll aus!
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 4&start=15
M
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 4&start=15
M
Beste Grüße
Martin
Lieber Querlüften als Querdenken!
Martin
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