wer hat tipps für diese 50 jährige lärche ?

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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zopf
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Re: wer hat tipps für diese 50 jährige lärche ?

Beitrag von zopf »

Hallo Dietmar
Eine von der Ansicht durchgehende Sharilinie wirkt optisch
etwas weniger interessant.
mfG Dieter
cogito ergo pups
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avicenna
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Re: wer hat tipps für diese 50 jährige lärche ?

Beitrag von avicenna »

Hallo Dieter,
damit kannst Du recht haben, wenn Du deine Maßstäbe an Natur und Ästhetik anlegst. Im Übrigen läßt sich der Baum problemlos drehen um eine etwaige Ansichtsseite zu korrigieren :) .Im unteren Bereich musste ich den Shari bei der abgestorbenen Stammansatzstelle beginnen. Er wurde dann weitergeführt mit einer leichten Neigung nach links um den geraden Stammverlauf optisch zu entspannen und um dezent die Schwünge bis in die Krone hinein optisch einzuleiten. Mit der Sharilinie habe ich versucht, den ohnehin abgestorbenen Ästen einen "Sterbenssinn" zu geben und war mir eben sicher, dass ich durch den Shari keinerlei wichtige Saftbahnen beschädigt habe. Der Shari ist nicht bis in die Spitze fortgeführt, weil dort die natürliche Schwunglinie wunderbar weitergeführt wird. Ich habe auf einem pic einmal versucht diese Linienführung zu zeigen. Sie führt den Shariverlauf nach oben hin weiter.
Ansonsten stehe ich ungemein auf Totholz :D und deren Geschichten die sie zu erzählen haben. Wenn man sich in der Natur einmal echte Blitzeinschläge in großen Bäumen anschaut, kann man erkennen, dass der Blitz niemals auf direktem Wege, senkrecht nach unten in den Boden einfährt, sondern immer, fast in Windungen, den Stammverlauf umfährt. Ob hier die wasserführenden Leitungsbahnen des Baumes eine Rolle spielen, die dem Strom dann den geringsten Widerstand entgegensetzen und er genau diesem Leitungsbahnenverlauf folgt ? Keine Ahnung, ... der Blitz macht dabei auch immer die gleichen Drehungen ...hm, ... Korioliskraft oder Leitungsbahnenverlauf generell ? oder sowas ? ... Physiker an die Front :D .

saludos
avicenna
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zopf
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Re: wer hat tipps für diese 50 jährige lärche ?

Beitrag von zopf »

Hallo Dietmar
Wenn Du meine Äusserung auf ein persönliches
Natur- und Ästhetikempfinden reduzierst,
beraubst Du Dich selbst.
Eine Hilfestellung dient doch nicht zur Degradierung Deiner Arbeit
oder hat irgendetwas mit Deiner Person zu tun.
Einfach nur eine Möglichkeit
beim nächsten Baum einen Gedanken einfliessen lassen,
der vielleicht dann im Ergebnis auch Deinem Auge mehr schmeichelt.
mfG Dieter
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avicenna
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Re: wer hat tipps für diese 50 jährige lärche ?

Beitrag von avicenna »

zopf hat geschrieben:Eine Hilfestellung dient doch nicht zur Degradierung Deiner Arbeit
oder hat irgendetwas mit Deiner Person zu tun.
Einfach nur eine Möglichkeit
beim nächsten Baum einen Gedanken einfliessen lassen,
der vielleicht dann im Ergebnis auch Deinem Auge mehr schmeichelt.
Hallo Dieter,
wer sagt dass ich nicht deine Hilfestellung in Betracht ziehe ? Ich habe sehr wohl über deine Aussage nachgedacht und denke, dass Du dabei schon den Kern getroffen hast. Ich habe im unteren Stammteil die Carvingöffnung ( weil der Stamm selbst segr gerade verläuft) auf deine Aussage hin nochmals nachgearbeitet um optisch ein klein wenig mehr Bewegung zu erreichen. Im Bild habe ich den Bereich eingezeichnet den ich korrigiert habe. Es ist nur jetzt zu dunkel um noch ein pic zu machen, reiche es aber nach. Zum senkrecht an einem Stamm auflaufenden Shari habe ich die gleiche Meinung wie du, es wirkt zu schematisch, wie gewollt ... und ist weniger interessant. Ich wollte dennoch diesen Weg gehen um die in diesem Verlauf stehenden Jins in die Totholzarbeit einzubeziehen ohne großartige Schäden an den Leitungsbahnen zu setzen. Wenn ich eine andere Lösung gewählt hätte, vielleicht den Shari horizontal auszuweiten oder umlaufen zu lassen, wären zu viele Leitungsbahnen beeinträchtigt. Lärchen verlegen zwar ihre Leitungsbahnen problemlos, dennoch, der 55 Jahre alte Yamadori ist erst im zweiten Jahr nach Yamadori und da will ich nichts riskieren.

Also ... ich nehme keine Hilfestellung oder Kritik an der Gestaltung persönlich ; ich antworte nur und gebe meine Argumente dagegen ..., wenn ich welche habe :D , ok ?

saludos
avicenna
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Re: wer hat tipps für diese 50 jährige lärche ?

Beitrag von avicenna »

So ... ich hab nun einmal probiert, die Sharilinie ein wenig zu korrigieren und ihr einen kleinen !!! Schwung zu geben. Es ist mir aber nur mäßig gelungen muss ich zugeben :( . Das Arbeiten mit so einer Makita ist ja nicht so einfach wie man sich das vorstellt. Eigentlich war angedacht einfach mit der Makita eine geschwungene Carvinglinie ins Holz zu ziehen und damit dem geraden Verlauf des unteren Stammteils einen Schwung zu geben der sich dann nach oben hin vorsetzt. Denken und Tun ist aber nicht immer gleich zu setzen :D ... und so eine Makita kann man ja eher nur grobmotorisch steuern, so aus den Unterarmen heraus und nicht fein geführt durch die Finger :D . Also rutscht man auch mal schnell ab, etwas verkeilt und die Fräse rauscht einfach durchs Holz wo sie garnicht hin soll usw. So wurde meine Sharilinie dann eben doch nicht sooo schwungvoll wie angedacht und die Korrektur einer solcher "Verfräßmaßnahme" ist auch nicht sooo einfach.
Ich werde wohl erst noch ein wenig mehr an nur reinem Totholz herumfräsen und mich erst nach mehr Erfahrung an Bäume heran wagen ... :D .

Und im Zweifelsfalle .. bei kleineren Totholzarbeiten mich wohl eher auf die Faserzugtechnik konzentrieren. Carvin ist gut und schön für dicke Brummer und nur für gröbste Arbeiten. Sowas wie Kevin Wilson zeigt ist dann in hohem Maße abhängig von vielen Fräsaufsätzen, viel Erfahrung in der Technik und vor allen im Bewußtsein darüber, wann man aufhört mit einem Part :D , von einer ungeheuren Immagination für natürliches Totholzaussehen und deren Umsetzung in wertvolle Passagen am Baum.
Also ich ziehe jetzt vor solchen Meistern in der Totholzbearbeitung wie Kevin Wilson den Hut ...

saludos
avicenna
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Re: wer hat tipps für diese 50 jährige lärche ?

Beitrag von avicenna »

Heut hab ich diese Lärche auf ne Felsenschale gesetzt. leider war das Licht dann wieder einmal weg ... deshalb die fertigen pics dann morgen.
Ganz ruhig ... bevor jetzt wieder Bemerkungen kommen wie ... wieso denn jetzt umgesetzt, wenns in den Winter geht und und und . Sie wird frostfrei aufgestellt und ich hab keine Eionzige ihrer Wurzeln beschäddigt. Das Sustrat ist lediglich herausgeschüttelt, neu geordnet und sofort wieder auf die Felsenschale gesetzt. Da kann also nichts passieren.

Wie erwartet hat sie ein besch... Nebari. Bevor ich sie abmoose mach ich so, Felsmodule fangen den sehr schmalen Teil unten ab, geben ihm Sinn und die Felsenschale ist nach hinten hoch auslaufend. Das bringt den Vorteil, das die dicken Wurzeln nicht gekappt werden müssen. Biegen war auch nicht möglich, weil eine viele Wurzeln tragende Hauptwurzel angebrochen , seit dem Yamadori, sehr labil ist und beim Biegen gebrochen wäre.
Bislang hier mal die Bilder des heutigen Tages ...

saludos
avicenna
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Reiner K
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Re: wer hat tipps für diese 50 jährige lärche ?

Beitrag von Reiner K »

Felsenschale schön und gut.................
Aber gibt es bei Dir auch was anderes??
LG Reiner
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avicenna
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Re: wer hat tipps für diese 50 jährige lärche ?

Beitrag von avicenna »

Hallo Reiner, joo, sowas gibts auch ...
Aber in diesem Fall, wie du vielleicht sehen kannst besteht ein Riesenproblem mit dem Nebari. In einer herkömmlichen Schale bestünden 2 Probleme.
1. Eine nach hinten, viele Feinwurzelntragende Gabelwurzel verläuft nach oben und würde " durch das Substrat brechen", Ich habe oben schon erwähnt, dass ich sie nicht biegen kann weil sie angebrchen und sehr labil ist und ich nicht riskieren möchte, dass sie abbricht.
2. Der Wurzelansatz ist hier, s.o., invers verdickt und ich muss mir da eine etwas einfallen lassen zum um diesen Mangel "sinnreich" zu kaschieren... also Felsmodule ...
Solche felsmodule sehen eben, m.E. besser aus, wenn sie eingebttet in eine Felsenschale werden ... also hier Felsenschale.
3. ach ...und noch etwas ... in einer solchen Felsenschale macht es keine Probleme ( Umpflanztechnisch oder so ) den Baum einfach mitsamt der Felsenschale in einen anderen Positionswinkel zu richten ... auch ein Aspekt, oder ? mach das mal mit einer anderen ...

Jetzt ist wieder schöner Sonnenschein und ich mach gleich noch einmal pics ... dann verstehst du vielleicht besser ...

saludos
avicenna
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Re: wer hat tipps für diese 50 jährige lärche ?

Beitrag von avicenna »

so und nu mal die pics gesamt ...
jetzt kommt sie ins frostfreie Bettchen und gut isses ...
saludos
avicenna
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larix hedge felsenschale 25.jpg
larix hedge felsenschale 26.jpg
larix hedge felsenschale 29.jpg
larix hedge felsenschale 21.jpg
das ist bislang meine Ansichtsseite ... das ganze Teil kann aber problemlos noch in allen Positionen gedreht, gewendet und betrachtet werden ...
das ist bislang meine Ansichtsseite ... das ganze Teil kann aber problemlos noch in allen Positionen gedreht, gewendet und betrachtet werden ...
larix hedge felsenschale 14.jpg
man kann problemlos durch Unterlagen den Winkel verändern ... hat auch was ...
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larix hedge felsenschale 14.jpg
Hans W.
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Re: wer hat tipps für diese 50 jährige lärche ?

Beitrag von Hans W. »

Hallo ,

das Problem des Ansatzes wurde gelöst aber
längerfristig wird der Baum dann auf dem
Stein extreme Probleme bekommen !

Die Speicherkraft im Sommer ist sehr begrenzt
und das ist nur mit häufigen Wassergaben zu packen .

Ich hätte vielleicht eine andere Neigung gewählt ,
aber diese Arbeit ist im Moment trotzdem gut anzusehen .

Nah dann ,
ich hoffe das Dich ,, meine Meinung nicht beleidigt hat " !

Alles Gute weiterhin !

Hans w.
,,die Schönheit "eines Baumes einzufangen ,
fordert das Auge und die Geduld ,
alles liegt in der Wiege dieser Zeit ,
,,dem Weg das Ganze , der Einheit die Zeit"
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avicenna
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Re: wer hat tipps für diese 50 jährige lärche ?

Beitrag von avicenna »

Hans W. hat geschrieben:das Problem des Ansatzes wurde gelöst aber
längerfristig wird der Baum dann auf dem
Stein extreme Probleme bekommen !
Wie kommst du denn darauf ? Hast du Erfahrung mit solchen Felsenschalen ? Die Bäume sind in der Regel auf solchen Felsenschalen assoziert mit Felsmodulen ... aufgelagerten, schmalen wie aus dem Substrat entspringenden Felsauflagen,sie decken ab ... Unter ihnen entwickelt sich ein solch gutes Mikrfeuchteklima, dass Wurzeln sogar in die Auflageflächen von unten her einwachsen. Darüberhinaus verhindern sie über Konevektionsflächenverkleinerung die Verdunstung von Feuchtigkeit und somit sind sie hervorragend, neben einem optischen Zusatzeffekt, dazu geeignet, deinem oben geschilderten, vermeindlichen Problem sehr entgegenzuwirken.
Mit all meinen in dieser Art besetzten Felsenschalen habe ich viele Jahre kein wie von dir geschildertes Problem gesehen ...ob lang-oder kurzfristig.

Der Pflanzwinkel, wenn es nicht gerade eine Kaskade ( ich mag Kaskaden weniger) werden soll wie Marco es einmal vorschlug, ergibt sich aus m.E. aus dem Verlauf der Wurzel ( wie oben erläutert) und dem Nebariproblem. Eine so stark geneigte Form wie sie Heinz vorschlug erscheint mir bei einer so langen Stammzone bei einer Lärche auch eher "aufgesetzt" zu sein.

Im Übrigen ... Meinungen können und sollen eigentlich niemanden beleidigen können , zumindest ist dies meine Auffassung von Diskussion und einem "Streiten" um das vermeindlich Beste was in einer Komposition steckt. Also nur zu !!! :-D

saludos
avicenna
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Re: wer hat tipps für diese 50 jährige lärche ?

Beitrag von Hans W. »

Hallo ,

wie lange hast du denn die Felsen und seine
Pflanzungen schon in deiner Bonsaisammlung ?

Gruß Hans
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avicenna
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Re: wer hat tipps für diese 50 jährige lärche ?

Beitrag von avicenna »

Ich mache diese Felsenschalen ... und habe sie seit ca. 5 Jahren im Gebrauch und das mit ca. 30 verschiedenen Pflanzungen jeglicher Art ...

saludos
avicenna
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Re: wer hat tipps für diese 50 jährige lärche ?

Beitrag von Hans W. »

Hallo ,
die Machart der Felsenpartie finde ich
nicht schlecht gelungen ,
es hat etwas natürlich Gegebenes .

Ich weis von 6 Lärchen die nach etwa 10 Jahren
am Felsen ein gingen .

Pflege ist das halbe Bonsailaben !

Viel Spaß und Erfolg weiterhin !

Hans W.
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