Totholz Übung
Re: Totholz Übung
Hallo André,
das können wir dir nur anhand von einem Bild nicht sagen.
Bevor du mit dem Totholz beginnst, musst du zuerst den Baum gründlich untersuchen :
- wo laufen die Saftbahnen?
- wo stehen die Äste?
- usw.
Wenn du dann ein Gestaltungskonzept im Kopf hast (also eine ungefähre Vorstellung in welche Richtung du den Baum gestalten könntest), dann kannst du dich ans Totholz ranmachen.
(Totholz ist ein Teil der Gesamtgestaltung, d.h. wir können dir übers Internet/Forum nicht sagen, du sollst das Totholz so oder so gestalten, ohne dass wir mind. ein Gesamtbild vom Baum haben bzw. ein Gestaltungskonzept zu deinem Baum).
Viele Grüsse,
Thierry
das können wir dir nur anhand von einem Bild nicht sagen.
Bevor du mit dem Totholz beginnst, musst du zuerst den Baum gründlich untersuchen :
- wo laufen die Saftbahnen?
- wo stehen die Äste?
- usw.
Wenn du dann ein Gestaltungskonzept im Kopf hast (also eine ungefähre Vorstellung in welche Richtung du den Baum gestalten könntest), dann kannst du dich ans Totholz ranmachen.
(Totholz ist ein Teil der Gesamtgestaltung, d.h. wir können dir übers Internet/Forum nicht sagen, du sollst das Totholz so oder so gestalten, ohne dass wir mind. ein Gesamtbild vom Baum haben bzw. ein Gestaltungskonzept zu deinem Baum).
Viele Grüsse,
Thierry
Viele Grüße,
Thierry
"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
Thierry
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Re: Totholz Übung
Danke Thirry,
hab schon ne idee im Kopf.
Ich wollts mal probieren mit den Foto´s.
Im prinzip hab ich den Baum im Kopf schon erstgestaltet.
Darüber, das ich den dicken Stumpen damals beim Ausgraben so kurz abgesägt hab ärger ich mich immer noch.
Nun bin ich mir eben ein bissl unsicher ob´s nich noch besser geht.
Ich werd ihn für ne professionelle Baumbesprechung präparieren, das wird wohl das beste sein.
hab schon ne idee im Kopf.
Ich wollts mal probieren mit den Foto´s.
Im prinzip hab ich den Baum im Kopf schon erstgestaltet.
Darüber, das ich den dicken Stumpen damals beim Ausgraben so kurz abgesägt hab ärger ich mich immer noch.
Nun bin ich mir eben ein bissl unsicher ob´s nich noch besser geht.
Ich werd ihn für ne professionelle Baumbesprechung präparieren, das wird wohl das beste sein.
MfG André
Hummel Hummel, Mors Mors
Hummel Hummel, Mors Mors
Re: Totholz Übung
Hallo André,
Wichtiger scheint mir zu sein, dass man sich auf das Wesentliche konzentriert.
D.h.:
- welche Äste brauche ich wirklich?
- was versteckt sich unter dem "Gestrüpp"? (Stammbewegung, Verjüngung, etc.)
- usw.
Anfänger/in haben die Tendenz viel zu viel dran zu lassen (zu viele Äste, zu viel Laub) und trauen sich nicht konsequent zu sägen/abzuschneiden. Das ist ein klassischer Fehler (den die meisten von uns gemacht haben und du gehörst ja nicht mehr zu den blutigen Anfänger/innen
).
Es ist m.E. sehr wichtig sich auf das Wesentliche "im" Baum zu konzentrieren.
Ich sage extra "im" Baum weil man hinein gucken muss, im Baum.
Nachdem man den Baum in alle Richtungen gedreht hat (nicht nur auf einer Scheibe, wie es die meisten denken/machen, sondern in alle Himmelsrichtungen) und sobald man dann die untere Stammbewegung des "Rohbaumes" im Kopf hat ("die Stammbewegung könnte da beginnen und sich nach oben in die Richtung u. in die Richtung bewegen"), dann kommt relativ schnell die Vorstellung wo die ersten Äste platziert sein sollten/könnten - ob da nun in der Tat Äste vorhanden sind oder nicht! das ist zweitrangig denn man kann oft durch Pfropfen dort Äste hinbringen wo man sie gerne hätte, also spielt es am Anfang keine grosse Rolle ob da real Äste sind oder nicht. Und zur gleichen Zeit (wenn man die Stammbewegung und die Ästeplatzierung im Kopf hat) kommt dann auch die Vorstellung der zukünftigen Höhe/Maximalhöhe des Baumes. In diesem Bereich (Baumhöhe) tun sich auch viele sehr schwer und schneiden nicht kurz genug. Wie gesagt: sich auf das Wesentliche konzentrieren, der Rest folgt schon mit den Jahren.
Was dein Baum angeht, wäre es interessant zu wissen, wie die Stammbewegung deiner Meinung nach ausgehen könnte (wenn du uns das auf einem Bild zeigen könntest).
Nur bei der Totholzgestaltung gibt es leider nicht so viele gute...
Wie Dieter mir vor ein paar Monate sagte (und ich traue seiner Meinung, er kennt ja die Szene besser als ich und er ist ja schon lange genug dabei), kann man bei uns die Gestalter, die Totholz richtig gut können, auf eine oder zwei Hände zählen.
D.h. ob du einen findest ist nicht unbedingt so einfach.
Dennoch ist eine Baumbesprechung durchaus von Vorteil.
So kann man mit anderen seine Vorstellungen austauschen und kommt oft weiter als alleine mit seine Gedanken.
Wie auch immer du dich entscheidest (Forum, Workshop, usw.), wirst du bestimmt viel Spass dran haben am Totholz deines Juniperus zu arbeiten. Wacholdertotholz zu gestalten macht (finde ich) immer viel Spass.
Viele Grüsse,
Thierry
Du kannst uns gerne ein paar andere Bilder zeigen und auch eine Skizze von deiner Idee (damit wir ungefähr wissen, wie du dir den Baum vorstellst, denn ohne das können wir dir nicht sagen wo und wie du das Totholz gestalten könntest).zwanziger hat geschrieben:Danke Thirry,
hab schon ne idee im Kopf.
Ich wollts mal probieren mit den Foto´s.
Im prinzip hab ich den Baum im Kopf schon erstgestaltet.
Mach dir deshalb keine Vorwürfe, in unserem Hobby muss man oft grössere Teile absägen (v.a. bei den Yamadoris) und fast jeder kennt dieses Gefühl, dass man danach denkt "wieso habe ich dies u. jenes abgeschnitten?".zwanziger hat geschrieben:Darüber, das ich den dicken Stumpen damals beim Ausgraben so kurz abgesägt hab ärger ich mich immer noch.
Nun bin ich mir eben ein bissl unsicher ob´s nich noch besser geht.
Wichtiger scheint mir zu sein, dass man sich auf das Wesentliche konzentriert.
D.h.:
- welche Äste brauche ich wirklich?
- was versteckt sich unter dem "Gestrüpp"? (Stammbewegung, Verjüngung, etc.)
- usw.
Anfänger/in haben die Tendenz viel zu viel dran zu lassen (zu viele Äste, zu viel Laub) und trauen sich nicht konsequent zu sägen/abzuschneiden. Das ist ein klassischer Fehler (den die meisten von uns gemacht haben und du gehörst ja nicht mehr zu den blutigen Anfänger/innen
Es ist m.E. sehr wichtig sich auf das Wesentliche "im" Baum zu konzentrieren.
Ich sage extra "im" Baum weil man hinein gucken muss, im Baum.
Nachdem man den Baum in alle Richtungen gedreht hat (nicht nur auf einer Scheibe, wie es die meisten denken/machen, sondern in alle Himmelsrichtungen) und sobald man dann die untere Stammbewegung des "Rohbaumes" im Kopf hat ("die Stammbewegung könnte da beginnen und sich nach oben in die Richtung u. in die Richtung bewegen"), dann kommt relativ schnell die Vorstellung wo die ersten Äste platziert sein sollten/könnten - ob da nun in der Tat Äste vorhanden sind oder nicht! das ist zweitrangig denn man kann oft durch Pfropfen dort Äste hinbringen wo man sie gerne hätte, also spielt es am Anfang keine grosse Rolle ob da real Äste sind oder nicht. Und zur gleichen Zeit (wenn man die Stammbewegung und die Ästeplatzierung im Kopf hat) kommt dann auch die Vorstellung der zukünftigen Höhe/Maximalhöhe des Baumes. In diesem Bereich (Baumhöhe) tun sich auch viele sehr schwer und schneiden nicht kurz genug. Wie gesagt: sich auf das Wesentliche konzentrieren, der Rest folgt schon mit den Jahren.
Was dein Baum angeht, wäre es interessant zu wissen, wie die Stammbewegung deiner Meinung nach ausgehen könnte (wenn du uns das auf einem Bild zeigen könntest).
Das wäre sicherlich eine Möglichkeit denn gute Gestalter gibt es genügend.zwanziger hat geschrieben:Ich werd ihn für ne professionelle Baumbesprechung präparieren, das wird wohl das beste sein.
Nur bei der Totholzgestaltung gibt es leider nicht so viele gute...
Wie Dieter mir vor ein paar Monate sagte (und ich traue seiner Meinung, er kennt ja die Szene besser als ich und er ist ja schon lange genug dabei), kann man bei uns die Gestalter, die Totholz richtig gut können, auf eine oder zwei Hände zählen.
D.h. ob du einen findest ist nicht unbedingt so einfach.
Dennoch ist eine Baumbesprechung durchaus von Vorteil.
So kann man mit anderen seine Vorstellungen austauschen und kommt oft weiter als alleine mit seine Gedanken.
Wie auch immer du dich entscheidest (Forum, Workshop, usw.), wirst du bestimmt viel Spass dran haben am Totholz deines Juniperus zu arbeiten. Wacholdertotholz zu gestalten macht (finde ich) immer viel Spass.
Viele Grüsse,
Thierry
Viele Grüße,
Thierry
"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
Thierry
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Re: Totholz Übung
Also Thierry,
vielen Dank für deine Ausführliche Erklärung.
Den Baum hatte ich schon mal in nem anderen Forum versucht zu besprechen,
mit dem Fazit das er schwer für mich in Foto´s darzustellen ist.
Im nächsten Frühjahr werd ich erst mal 3 lange, dürre, fehlplatzierte Äste rausschneiden und den Wurzelansatz suchen.
Denn bind ich mal die Zweige hoch und mach Foto´s fürs Forum.
Fakt ist, der Baum unkonventionell.
vielen Dank für deine Ausführliche Erklärung.
Den Baum hatte ich schon mal in nem anderen Forum versucht zu besprechen,
mit dem Fazit das er schwer für mich in Foto´s darzustellen ist.
Im nächsten Frühjahr werd ich erst mal 3 lange, dürre, fehlplatzierte Äste rausschneiden und den Wurzelansatz suchen.
Denn bind ich mal die Zweige hoch und mach Foto´s fürs Forum.
Fakt ist, der Baum unkonventionell.
MfG André
Hummel Hummel, Mors Mors
Hummel Hummel, Mors Mors
Re: Totholz Übung
Hab eben noch nen interessanten link gefunden.
Als Kawabe Fan für mich doch sehr erfreulich.
http://kyriolexy.wordpress.com/gemme-di ... mr-kawabe/
Viel spaß damit.
Als Kawabe Fan für mich doch sehr erfreulich.
http://kyriolexy.wordpress.com/gemme-di ... mr-kawabe/
Viel spaß damit.
MfG André
Hummel Hummel, Mors Mors
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Re: Totholz Übung
Hallo
Um dem Thema mal wieder etwas Leben einzuhauchen.
mfG Dieter
Um dem Thema mal wieder etwas Leben einzuhauchen.
mfG Dieter
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cogito ergo pups
Re: Totholz Übung
Ein paar Totholzarbeiten...
Diesmal aber nicht nach der Technik von Cheng Cheng-Kung, sondern so ähnlich wie François Jeker das auch macht.
Wie immer : nach dem Brennen der Fasern kein Jinmittel benutzt, sondern Sonne, Schnee, usw. werden dem Totholz seine Farbe geben - das sieht später VIEL natürlicher/besser aus als mit Jinmittel.
Ich hoffe, die Bilder inspirieren euch.
Viele Grüße,
Thierry
Diesmal aber nicht nach der Technik von Cheng Cheng-Kung, sondern so ähnlich wie François Jeker das auch macht.
Wie immer : nach dem Brennen der Fasern kein Jinmittel benutzt, sondern Sonne, Schnee, usw. werden dem Totholz seine Farbe geben - das sieht später VIEL natürlicher/besser aus als mit Jinmittel.
Ich hoffe, die Bilder inspirieren euch.
Viele Grüße,
Thierry
Viele Grüße,
Thierry
"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
Thierry
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Re: Totholz Übung
bonsoir thierry,
bürstest du die stellen nach dem brennen denn noch oder machst du nach dem brennen überhaupt nichts mehr?
grüße aus münster
bürstest du die stellen nach dem brennen denn noch oder machst du nach dem brennen überhaupt nichts mehr?
grüße aus münster
Viele Grüße
Beim ersten Schneien
Das Meer ein wenig ferner -
Doch wo die Berge
Beim ersten Schneien
Das Meer ein wenig ferner -
Doch wo die Berge
Re: Totholz Übung
Hallo Jerome,
ich bürste nicht immer die letzten verkohlten Überreste nach dem "flambieren" der Fasern mit dem Handgasbrenner, denn die Reste gehen sowieso mit der Zeit weg.
Zum Beispiel, bei den letzten Bilder, handelt es sich um die Totholzarbeiten an einer alten Eiche.
Die meisten Bonsaianer denken dann: "Eichenholz ist ja hart" und greifen deshalb (Denkfehler u. Erfahrungsmangel) zu einer Maschine/Fräse.
Wie man hier auf dem Bildern eindeutig sehen kann, lässt sich altes und hartes Eichenholz genauso mit Handwerkzeuge bearbeiten (es verlangt nur ein bisschen Übung).
Viele Grüsse,
Thierry
ich bürste nicht immer die letzten verkohlten Überreste nach dem "flambieren" der Fasern mit dem Handgasbrenner, denn die Reste gehen sowieso mit der Zeit weg.
Zum Beispiel, bei den letzten Bilder, handelt es sich um die Totholzarbeiten an einer alten Eiche.
Die meisten Bonsaianer denken dann: "Eichenholz ist ja hart" und greifen deshalb (Denkfehler u. Erfahrungsmangel) zu einer Maschine/Fräse.
Wie man hier auf dem Bildern eindeutig sehen kann, lässt sich altes und hartes Eichenholz genauso mit Handwerkzeuge bearbeiten (es verlangt nur ein bisschen Übung).
Viele Grüsse,
Thierry
Viele Grüße,
Thierry
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Thierry
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Re: Totholz Übung
Ein paar zusätzliche Infos zum Einsetzen von Bürsten :
Bürsten werden beim Totholzbearbeiten für unterschiedliche Zwecke eingesetzt :
- Metallbürsten aus Stahl und Messing benutzt man (ähnlich wie die elektrische Fräse, die Messer, Stecheisen, usw.) zum Abtragen/Entfernen von Holz - also für die "grobste" Arbeit.
Je jünger und "saftiger" das Holz ist, dass man bearbeitet, desto effektiver können diese Stahl- und Messing-Bürsten sein.
Bürsten aus Metall können tiefe Spuren im Holz hinterlassen, und dienen deshalb NICHT um Stellen zu verfeinern.
Es reicht wenn man nur einmal zu fest mit einer Messingbürste auf einer Stelle bürstet um die ganze Arbeit kaputt zu machen...
- Kunststoffbürsten aus Nylon und alte Zahnbürsten benutzt man um diverse Stellen schonend zu reinigen - also für die feinere Arbeit.
Dies kann zB der Fall sein, nachdem man die bearbeiteten Stellen mit einem Gasbrenner ein paar Sekunden lang gebrannt hat (um das Holz zu härten u. um die letzten Fasern zu verbrennen), um die verkohlten Überreste schonend zu entfernen. Aber, wie gesagt, muss nicht sein.
D.h. ob man eine Bürste benutzt hängt v.a. damit zusammen, wie sauber u. gut man davor mit dem anderen Werkzeug (Fräse, Stecheisen, Messer, usw.) gearbeitet hat : hat man mit Fräse und Handwerkzeug gut gearbeitet, und die bearbeiteten Totholzstellen sehen schon gut aus, dann braucht man die letzten verkohlten Überreste nicht wegzubürsten, denn man weiss, dass es später gut aussehen wird ; hat man aber zu schnell und nicht sehr filigran gearbeitet, dann geht man lieber drüber mit der Nylonbürste/Zahnbürste um das Zwischenergebniss zu überprüfen und eventuell nochmal die Stellen zu bearbeiten.
Und nicht zuletzt :
Die Holzart (also: die Baumsorte), das Holzalter und der Verwitterungszustand des zu bearbeiteten Holzes, entscheiden welches Werkzeug wir einsetzen - und nicht umgekehrt.
Bonsaianer denke oft zuerst an ihr Werkzeug... typischer Denkfehler u. Erfahrungsmangel...
D.h.:
Zuerst denkt man : Baumsorte, Holzart, Holzalter, und Verwitterungszustand, und erst DANACH überlegt man sich welches Werkzeug zum Einsatz kommt.
Vielleicht mache ich nächstes mal ein paar andere Bilder um die Zwischenarbeiten zu zeigen.
Bürsten werden beim Totholzbearbeiten für unterschiedliche Zwecke eingesetzt :
- Metallbürsten aus Stahl und Messing benutzt man (ähnlich wie die elektrische Fräse, die Messer, Stecheisen, usw.) zum Abtragen/Entfernen von Holz - also für die "grobste" Arbeit.
Je jünger und "saftiger" das Holz ist, dass man bearbeitet, desto effektiver können diese Stahl- und Messing-Bürsten sein.
Es reicht wenn man nur einmal zu fest mit einer Messingbürste auf einer Stelle bürstet um die ganze Arbeit kaputt zu machen...
- Kunststoffbürsten aus Nylon und alte Zahnbürsten benutzt man um diverse Stellen schonend zu reinigen - also für die feinere Arbeit.
Dies kann zB der Fall sein, nachdem man die bearbeiteten Stellen mit einem Gasbrenner ein paar Sekunden lang gebrannt hat (um das Holz zu härten u. um die letzten Fasern zu verbrennen), um die verkohlten Überreste schonend zu entfernen. Aber, wie gesagt, muss nicht sein.
D.h. ob man eine Bürste benutzt hängt v.a. damit zusammen, wie sauber u. gut man davor mit dem anderen Werkzeug (Fräse, Stecheisen, Messer, usw.) gearbeitet hat : hat man mit Fräse und Handwerkzeug gut gearbeitet, und die bearbeiteten Totholzstellen sehen schon gut aus, dann braucht man die letzten verkohlten Überreste nicht wegzubürsten, denn man weiss, dass es später gut aussehen wird ; hat man aber zu schnell und nicht sehr filigran gearbeitet, dann geht man lieber drüber mit der Nylonbürste/Zahnbürste um das Zwischenergebniss zu überprüfen und eventuell nochmal die Stellen zu bearbeiten.
Und nicht zuletzt :
Die Holzart (also: die Baumsorte), das Holzalter und der Verwitterungszustand des zu bearbeiteten Holzes, entscheiden welches Werkzeug wir einsetzen - und nicht umgekehrt.
Bonsaianer denke oft zuerst an ihr Werkzeug... typischer Denkfehler u. Erfahrungsmangel...
D.h.:
Vielleicht mache ich nächstes mal ein paar andere Bilder um die Zwischenarbeiten zu zeigen.
Viele Grüße,
Thierry
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Thierry
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jupp
Re: Totholz Übung
Interessant wäre natürlich das Totholz VOR der Bearbeitung zu sehen. In welchem Zustand war das Holz? Abgeschnittene Äste oder frisches Holz, schon teiweise verwitterte Partien usw, nicht nur das Endergebnis zu sehen wäre lehrreich. Zweifelsfrei ist das Ergebnis sehr zufriedenstellend.
Re: Totholz Übung
Hallo Thierry
Welche Vorgehensweise würdest Du in so einem Fall empfehlen ?
mfG Dieter
Welche Vorgehensweise würdest Du in so einem Fall empfehlen ?
mfG Dieter
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cogito ergo pups
- Dirk K. aus L.
- Beiträge: 1058
- Registriert: 31.05.2009, 09:11
- Wohnort: Südoldenburg (Norddeutsche Tiefebene)
Re: Totholz Übung
An mich verschenken!zopf hat geschrieben: Welche Vorgehensweise würdest Du in so einem Fall empfehlen ?
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
Re: Totholz Übung
Hallo Josef,jupp hat geschrieben:Interessant wäre natürlich das Totholz VOR der Bearbeitung zu sehen.
du hast recht, ich denke zu wenig dran, mehr Bilder zu machen.
(bin nicht so der Typ Mensch der oft Bilder macht...)
Aber nächstes mal versuche ich Bilder vor der Bearbeitung zu machen.
Hab' demnächst sowieso noch ein paar zu bearbeiten.
Das Holz war leider nicht frisch. Es war ein abgebrochener (und dicker) Ast.In welchem Zustand war das Holz? Abgeschnittene Äste oder frisches Holz, schon teiweise verwitterte Partien usw, nicht nur das Endergebnis zu sehen wäre lehrreich.
An manchen Stellen war das Holz relativ einfach zu bearbeiten (da wo es angefangen hatte zu faulen), an anderen Stellen war es sehr hart (darunter wo das harte Kernholz sich befindet). Letztere Stellen waren nicht gerade einfach zu bearbeiten...
Aber mit ein bisschen Übung und viel Zeit geht das schon. Dauert halt länger als mit der Fräse. Dafür sieht es aber später besser u. natürlicher aus.
Danke.Zweifelsfrei ist das Ergebnis sehr zufriedenstellend.
Worüber ich am meisten zufrieden bin ist, daß die Stellen wo früher Zweige aus dem Ast entstanden, jetzt gut zu erkennen sind (siehe rotes Pfeil) :
Viele Grüße,
Thierry
Zuletzt geändert von Thierry am 21.03.2011, 07:03, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße,
Thierry
"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
Thierry
"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
Re: Totholz Übung
Editiert am 21.03.2011
ich arbeite hauptsächlich mit diesem Werkzeug :
Das ist aus geärtetem Stahl, extrem stabil und sehr spitz.
Da die Äste auf deinem Bild schon länger abgeschnitten zu sein scheinen, würde ich es erstmal mit so einem Werkzeug probieren (wenn du dieses Jahr wieder zu Martin kommst, versuche ich dir dieses Werkzeug zu besorgen).
Was mir auf dem Bild besonders gut gefällt (zum bearbeiten, meine ich) ist z.B. :
- vorne der ehemalige Ast der nach vorne ging (siehe rotes Pfeil), den könnte man schön aushöhlen und bearbeiten
- unten links ist auch ein schöner alter Ast zu sehen und zu bearbeiten (rotes Pfeil)
- rechts genauso (rotes Pfeil)
Was weniger interessant/prickelnd zum bearbeiten aussieht ist :
- in der Mitte (blaues Pfeil)
Aber man könnte insgesamt doch was recht kunstvolles daraus machen (ob's aber ins Gesamtkonzept deines Baumes passt ist, wie immer, eine andere Frage... aber das weiß du ja).
Viele Grüße,
Thierry
Hallo Dieter,zopf hat geschrieben:Hallo Thierry
Welche Vorgehensweise würdest Du in so einem Fall empfehlen ?
mfG Dieter
ich arbeite hauptsächlich mit diesem Werkzeug :
Das ist aus geärtetem Stahl, extrem stabil und sehr spitz.
Da die Äste auf deinem Bild schon länger abgeschnitten zu sein scheinen, würde ich es erstmal mit so einem Werkzeug probieren (wenn du dieses Jahr wieder zu Martin kommst, versuche ich dir dieses Werkzeug zu besorgen).
Was mir auf dem Bild besonders gut gefällt (zum bearbeiten, meine ich) ist z.B. :
- vorne der ehemalige Ast der nach vorne ging (siehe rotes Pfeil), den könnte man schön aushöhlen und bearbeiten
- unten links ist auch ein schöner alter Ast zu sehen und zu bearbeiten (rotes Pfeil)
- rechts genauso (rotes Pfeil)
Was weniger interessant/prickelnd zum bearbeiten aussieht ist :
- in der Mitte (blaues Pfeil)
Aber man könnte insgesamt doch was recht kunstvolles daraus machen (ob's aber ins Gesamtkonzept deines Baumes passt ist, wie immer, eine andere Frage... aber das weiß du ja).
Viele Grüße,
Thierry
Viele Grüße,
Thierry
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