pinus mugo

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
Harry
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pinus mugo

Beitrag von Harry »

Hallo Zusammen,

schreibe hier zum ersten mal was rein und beginne gleich mal mit ner pinus mugo die ich Oktober 09 ausgegraben hab. Sie soll jetzt erst mal 2 Jahre anwachsen, bis es an die erste Gestaltung geht.
Ich denk fast jeden Tag dran wie ich sie gestalten soll. Sie soll auf jeden Fall in geneigter Form (meiner Meinung nach) gestaltet werden (wie sie auch jetzt schon ist). Probleme könnte das Shari am Stammansatz machen, da die Saftbahn in dem Bereich rel. dünn ist. Krone bewegt sich in dem Fall vom Betrachter weg. (Leider auf den Fotos nicht wirklich sichtbar – im Frühling gibt’s neue.) Ich weiß nur noch nicht in welche Richtung sich die Krone bewegen soll (l. o. r.). Auf der einen Seite ist der schöne tote Ast, in dessen Richtung man das Grün lenken könnte. Auf der Anderen Seite ist das Grün und die Verzweigung um einiges kräftiger als auf der anderen. Da müsste dann aber der tote Ast verkürzt werden.
Wollte die Bilder etwas größer reinstellen, haben dann aber zu viel Datenvolumen.

Ich würde mich über Gestaltungsvorschläge freuen. :razz:

schöne Grüße aus Vlbg.

Harry
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Bodo.P.
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Re: pinus mugo

Beitrag von Bodo.P. »

Hallo Harry

Einen schönen Baum hast du da gefunden.
Sorge dafür das der Baum sich nicht in der Schale bewegen kann. Wenn er im nächsten Herbst lebt
kannst du dir ernsthafte Gedanken über die Gestaltung machen.

mfg
Bodo.P.
Eva Warthemann
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Re: pinus mugo

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Harry!
Herzlich Willkommen hier im Forum!
Dein Baum gefällt mir auch sehr und das was Bodo geschrieben, hat ist sehr, sehr wichtig.
Schön wäre es, wenn Du das nächste Mal die Aufnahmen vor einer einfarbigen Rückwand machen würdest.
Wenn Du virtuelle Vorschläge haben möchtest ist das eine große Hilfe. So kann man alle Äste gut einordnen und erkennen.
Liebe Grüße Eva Warthemann
An Mitgift ist noch keiner gestorben
Harry
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Re: pinus mugo

Beitrag von Harry »

Hallo Bodo, hallo Eva,

danke für die schnellen Tips. Die Kiefer werde ich im Frühling besser ablichten. Hab sie hoffentlich gut genug befestigt. Hat das was damit zu tun, dass sich keine Luftkammern im Substrat bilden?

Bis dahin werde in der Zwischenzeit einige meiner anderen Bäume reinstellen.

lg

Harry
Mario W.
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Re: pinus mugo

Beitrag von Mario W. »

Hallo Harry,
eine wirklich schöne Kiefer hast Du da gefunden! Da hätte ich auch nicht dran vorbei gekonnt!!! :)
Die Befestigung ist wichtig,daß der Baum schnell anwächst. Ein Baum der sich z.B. vom Wind im Substrat bewegt,hat es natürlich viel schwerer neue Wurzeln zu bilden und sich so fest zu verankern. Hohlräume zischen den Wurzeln sollte man auf jeden Fall versuchen zu vermeiden.
Toller Baum, jetzt heißt es Daumen drücken das er gut anwächst!

Viele Grüße,

Mario
Mit freundlichen Grüßen
Mario Werner
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Bodo.P.
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Re: pinus mugo

Beitrag von Bodo.P. »

Hallo Harry

Es sind nicht die braunen Wurzeln welche du siehst die Wasser und Nährstoffe aufnehmen,sondern die feinen
hellen Wurzelspitzen.Die würden bei bewegung halt abreissen und dem Baum die möglichkeit nehmen
sich zu versorgen.

mfg
Bodo.O.
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Thierry
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Re: pinus mugo

Beitrag von Thierry »

Hallo Harry,

Auch von mir Herzlich Willkommen im Forum!
Und glückwunsch zu deinem vielversprechenden Fund.
Wenn der Baum es überlebt, hat er sehr interessantes Potenzial. Aber das Wichtigste ist seine Gesundheit. Gestaltung kommt später. Deshalb, wenn du mir ein kleiner freundlichgemeinter erster Rat erlaubst, befasse dich noch nicht zu sehr mit seiner zukünftigen Gestaltung :
Harry hat geschrieben:Ich denk fast jeden Tag dran wie ich sie gestalten soll. Sie soll auf jeden Fall in geneigter Form (meiner Meinung nach) gestaltet werden (wie sie auch jetzt schon ist).
Ganz wichtig bei der Bestimmung einer möglichen Vorderseite ist auch der Nebari (der im Moment ja noch unter der Erde in deinem Plastiktopf liegt) : das Laub lässt sich beliebig ändern, genauso die Hauptäste und Sekundäräste, aber den Nebari, den kann man nicht so einfach ändern wie Laub und Äste, deshalb spielt es eine große Rolle, daß man, wenn man sich mit der Bestimmung einer möglichen Vorderseite befasst, sich auch den Nebari ganz genau anschaut (wie verlaufen die Hauptwurzeln, wie sieht der Wurzelansatz aus, usw). D.h. in deinem Fall, wenn man sich Gedanken über einer möglichen Vorderseite machen möchte, diese drei Punkte beachten : 1) der Nebaribereich, 2) den unteren Stammverlauf (der schon einen gewissen Durchmesser hat : wie dick ist er den genau? - und je nach Durchmesser kann man den Stamm mehr o. weniger zur Gestaltung biegen), und 3) die vorhandenen Jins (in wie weit sie, je nach Bestimmung einer möglichen Vorderseite, dominanter oder weniger dominanter in die Gestaltung einbezogen werden könnten).
Diese drei Punkte würde ich in meiner Reflexion einbeziehen, da du gestern gesagt hast, du denkst fast jeden Tag dran wie du den Baum gestalten könntest.

Aber, wie gesagt, zuerst muß der Baum das überleben. Das ist das Wichtigste. Und das kann man m.E. nicht zuviel betonen (wie oft sehen wir Leute in unserem Hobby die Bäume sammeln nur weil diese interessant aussehen und sich mit ihrem Überleben und ihrer Gesundheit nicht genügend befassen...).
Deshalb hoffe ich du hast entweder Erfahrung in der Sammlung von Bäumen, oder du hast dir fachliche Hilfe geholt von jemandem der sich damit sehr gut auskennt (dazu gibt es einen hervoragenden Artikel von Walter zum Sammeln von Bäumen : http://walterpallbonsaiarticles.blogspo ... erman.html).

Frage 1 : der untere Totholzbereich :
- wieso ist der so hell ? hast du schon was dran gemacht ?
- ist der hohl ? wenn ja, kann sich da Regenwasser innen drin sammeln/anstauen ?
mugo shari unten.jpg
mugo shari unten.jpg (23.76 KiB) 1754 mal betrachtet
Frage 2 : der Plastiktopf :
Wieso steht der Baum, wenn er erst im Oktober 2009 ausgegraben wurde, schon in so einer kleinen Schale ?

Frage 3 : Überwinterung des gesammelten Baumes :
Wo steht der Baum derzeit ? bzw. wie hast du ihn überwintert ?

Nochmal herzlich Willkommen in Forum. *wink*

Viele Grüße,

Thierry
Viele Grüße,
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Heike_vG
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Re: pinus mugo

Beitrag von Heike_vG »

Thierry hat geschrieben:Frage 2 : der Plastiktopf : Wieso steht der Baum, wenn er erst im Oktober 2009 ausgegraben wurde, schon in so einer kleinen Schale ?
Hallo Thierry und Harry,

meiner Ansicht nach ist das genau richtig: man sollte frisch gesammelte Yamadori in den kleinst möglichen Trainingstopf setzen, in den der beim Ausgraben bewahrte Wurzelballen hineinpasst. Das ist sinnvoll damit das Substrat nicht unnötig lange nass bleibt, sondern schnell trocknet, man oft gießen und später auch oft düngen kann, so dass die Wurzeln und der ganze Baum sich dadurch schnell gut entwickeln können.

Zur Überwinterungsfrage wollte ich auch schon anmerken, dass ich eine erst im Herbst gesammelte Kiefer frostfrei oder zumindest sehr geschützt überwintern würde. Ich habe eine Kiefer, die vermutlich im letzten Frühjahr gesammelt wurde, die steht bei mir im frostfrei gehaltenen Gewächshaus und wird dort täglich übersprüht.

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Harry
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Re: pinus mugo

Beitrag von Harry »

Hallo Thierry,
vorab herzlichen Dank für die Infos.
Natürlich steht bei mir die Gesundheit und Vitalität im Vordergrund, mit der Hoffnung später viel Freude damit zu haben. Tja auf den Nebari bin ich auch gespannt.
Der Stammdurchmesser beträgt in dem Bereich wo die Pfeilspitze hinzeigt 8cm (mit Totholz). Leider ist der Stamm unter dem Totholzbereich nicht ganz so dick, was ich dann aber mit dem toten Teil später hoffentlich kaschieren kann. Der Stammbereich der sich vom toten Bereich wegbewegt beträgt 6cm.

2008 hatte ich das Vergnügen, zwei Bonsaianer in meiner Nähe, bei einem Workshop (bei Pius Notter in der Schweiz) kennenzulernen, welche mich beim Ausgraben von Yamadori (speziell von mugos) sehr unterstützt haben und mir wichtige hilfreiche Tips mitgeben konnten. Selbstverständlich wird ohne Genehmigung nichts ausgegraben. Bzgl. Der Technik was das Ausgraben betrifft haben wir in unseren Gebieten leider schon Plätze aufgefunden bei denen wertvolle Pflanzen (teilweise min. 200 Jahre alt) regelrecht ausgerupft worden sind. Das verurteilen meine Kollegen und ich natürlich aufs schärfste.
Aber zurück zu meiner Mugo. Beim Ausgraben habe ich zuerst in einem großzügigem Radius mit dem Spaten einen Kreis gestochen. Nur eine dünne längere Wurzel musste ich kappen. Der Wurzelballen war ansonsten sehr kompakt, so dass ich ihm auch noch genügend Muttererde in die Schale mitgeben konnte.
Was das Überleben bei der Mugo betrifft bin ich sehr zuversichtlich.

Nun zu Deinen Fragen: 1. Beim unteren Totholzbereich habe ich lediglich beim Einsetzen in die Trainingsschale das aufgeweichte morsche Holz mit einem Essstäbchen ausgekratzt, in der Hoffnung dass das Totholz genauso hart und weißlich wird wie der tote Ast und der obere Sharibereich, ohne es künstlich konservieren zu müssen. Der Stamm ist in dem Bereich hohl und hier kann sich durchaus Regenwasser sammeln. Was es auch am ursprünglichen Standort gemacht haben muss. Daher wahrscheinlich auch der morsche Teil. Sollte ich eine Ansammlung von Wasser vermeiden. Kann das zu einem größeren morschen Bereich führen?

Frage 2, siehe Text oben.

Frage 3: Den Baum habe ich wie meine anderen Exemplare auch im Winter in meinem Garten stehen. Die Schale eingepackt in reichlich Buchenlaub. Teilweise nehme ich die Überdachung bei Schneefall ab (siehe Foto im Anhang), um die natürlichen Gegebenheiten, wie der Baum sie seit ca. 100 Jahren auf 1500 Höhenmetern erlebt hat, annähernd so hinzubekommen. Als ich in der Gegend Ende Mai meine Kreise drehte, war teilweise die Erde noch bis 20 cm Tiefe gefroren. Habe auch seit drei Jahren keinen einzigen Frostschaden bei meinen Bäumen zu beklagen, und die steckten auch nur unter einer dünnen Schicht Buchenlaub. Ich glaube im nächsten Winter werde ich mich trauen einige meiner Bäume ohne Frostschutz, aneinandergestellt in einer Ecke überwintern. Natürlich nur die robusten Bäume.

mfG

Harry
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Thierry
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Re: pinus mugo

Beitrag von Thierry »

Hallo Harry,

Freut mich zu sehen, daß du Unterstützung und hilfreiche Tips von erfahrenen Yamadori-Sammler bekommen hast, und darüberhinaus du auch schon aufgepasst hast, um das Überleben deiner Kiefer. Ich hatte ehrlich gesagt gestern ein bisschen Angst, da es deine erste Nachricht im Forum war (entschuldige, wenn ich mir gestern vielleicht zu viele Sorgen gemacht habe). Aber anscheinend hast du dich kundig gemacht und gut informiert. Bin etwas beruhigt.
Harry hat geschrieben:Nun zu Deinen Fragen: 1. Beim unteren Totholzbereich habe ich lediglich beim Einsetzen in die Trainingsschale das aufgeweichte morsche Holz mit einem Essstäbchen ausgekratzt, in der Hoffnung dass das Totholz genauso hart und weißlich wird wie der tote Ast und der obere Sharibereich, ohne es künstlich konservieren zu müssen. Der Stamm ist in dem Bereich hohl und hier kann sich durchaus Regenwasser sammeln. Was es auch am ursprünglichen Standort gemacht haben muss. Daher wahrscheinlich auch der morsche Teil. Sollte ich eine Ansammlung von Wasser vermeiden. Kann das zu einem größeren morschen Bereich führen?
Das hängt teilweise von deiner grundsächlichen Einstellung zum Bonsai ab : die einen lassen die Natur machen, die anderen möchten vieles kontrollieren, andere befinden sich irgendwo dazwischen d.h. lassen die Natur die Hauptarbeit machen und helfen abundzu die Natur, usw.
Ich habe eher die letztere Einstellung : lasse die Natur die Hauptarbeit machen (da wir sowieso nicht alles beeinflussen können) und helfe ihr ab und zu (unter die Arme greifen).
Daher wäre es m.E. (wenn du mich fragst) schon sinnvoll eine Ansammlung von Regenwasser zu vermeiden : ja, es kann, wie du sagst, wieder zu einem morschen Bereich führen wenn sich an dieser Stelle Regenwasser ansammelt. Mit dem Auskratzen und Putzen hast du leider nur eine kurzfristige Lösung gefunden. Aber bis dieser Bereich wieder mosch wird dauert es noch und hängt auch von verschiedenen Faktoren ab wie die Baumsorte (manche Baumsorten haben eine höhere Tendenz zu morschen als andere Baumsorten), genauso wie es von deinen lokalen wetterlichen Bedingungen abhängt (mehr Regenfälle, höhere Luftfeuchtigkeit, usw), von deiner Pflege, usw. Es kann auch sein, daß du bei deiner Gestaltung den Baum anders aufstellst als wie er in der Natur war und somit das Ansammeln von Regenwasser verhinderst. Das "wiedermorschen" wird sowieso nicht von heute auf morgen kommen, das weißt du vermutlich, und der Baum trifft auch selber natürliche Maßnahmen um sich davor abzuschotten, deshalb je kräftiger der Baum, desto besser. Aber bei Bereichen die zum morschen tendieren muss man manchmal dem Baum ein bisschen helfen. Dafür kannst du entweder beispielsweise das Spezialmittel daß Walter verkauft anwenden wenn du das Holz an dieser Stelle "konservieren" möchtest. Oder, wenn du das natürliche Altern des Totholzes bevorzugst, kannst du auf verschiedene Tricks zurückgreifen. Beispielsweise wäre eins dieser Tricks in diesem Bereich eine Art Abzugsloch bzw Löcher oder kleine Öffnung zu schaffen, um das Ansammeln von Regenwasser zu verhindern. Ein Bekannter von mir hat das so gemacht : er hat den Totholzbereich ein bisschen vergrößert so daß sich kein Regenwasser mehr ansammeln konnte. Wenn ich mir deine Bilder anschaue wäre eine ähnliche Lösung auch möglich. Wofür du dich aber entscheidest (Spezialmittel, technische Lösung, natürliches Altern des Totholzes, usw) hängt davon ab, was du tun möchtest bzw. von deinen gestalterischen Ideen zu dem Baum (z.B. ob du den Totholzbereich auf der Rückseite weiterführen möchtest).
Harry hat geschrieben:Frage 3: Den Baum habe ich wie meine anderen Exemplare auch im Winter in meinem Garten stehen. Die Schale eingepackt in reichlich Buchenlaub. Teilweise nehme ich die Überdachung bei Schneefall ab (siehe Foto im Anhang), um die natürlichen Gegebenheiten, wie der Baum sie seit ca. 100 Jahren auf 1500 Höhenmetern erlebt hat, annähernd so hinzubekommen. Als ich in der Gegend Ende Mai meine Kreise drehte, war teilweise die Erde noch bis 20 cm Tiefe gefroren. Habe auch seit drei Jahren keinen einzigen Frostschaden bei meinen Bäumen zu beklagen, und die steckten auch nur unter einer dünnen Schicht Buchenlaub. Ich glaube im nächsten Winter werde ich mich trauen einige meiner Bäume ohne Frostschutz, aneinandergestellt in einer Ecke überwintern. Natürlich nur die robusten Bäume.
Solange du sicher bist, daß der delikate Wurzelbereich diesen Winter frostfrei verbringen kann sehen deine Pflegemaßnahmen m.E. gut aus. Bedenken einfach, daß deine Mugo, die normalerweise eine robuste Baumsorte ist, zur Zeit noch nicht ganz wie deine anderen Bäume im Winter gepflegt werde möchte : wie die meisten Yamadoris sind ihre Wurzeln jetzt noch nicht robust genug um strenge Temperaturen zu vertragen. Aber du scheinst dich genau erkundigt zu haben, deshalb mache ich mir keine Sorgen, daß du das schaffst. Hoffen wir daß die Natur auch mitspielt (wir haben nicht alles unter Kontrolle, die Natur entscheidet vieles ohne unser Wille). Und bis nächsten Frühjahr drücke ich dir auf jeden Fall die Daumen, daß deine Mugo den Winter schadenfrei übersteht.

Viele Grüße,

Thierry
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Thierry

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zwanziger
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Re: pinus mugo

Beitrag von zwanziger »

Harry,
ich muss immer wieder deine Mugo bestaunen.
Schaut echt sau geil aus und vor allem die Wurzel,
die aus der Saftbahn wächst würde ich um jeden Preis erhalten so was sieht man sehr selten.
MfG André

Hummel Hummel, Mors Mors
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Thierry
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Re: pinus mugo

Beitrag von Thierry »

Heike_vG hat geschrieben:
Thierry hat geschrieben:Frage 2 : der Plastiktopf : Wieso steht der Baum, wenn er erst im Oktober 2009 ausgegraben wurde, schon in so einer kleinen Schale ?
Hallo Thierry und Harry,

meiner Ansicht nach ist das genau richtig: man sollte frisch gesammelte Yamadori in den kleinst möglichen Trainingstopf setzen, in den der beim Ausgraben bewahrte Wurzelballen hineinpasst. Das ist sinnvoll damit das Substrat nicht unnötig lange nass bleibt, sondern schnell trocknet, man oft gießen und später auch oft düngen kann, so dass die Wurzeln und der ganze Baum sich dadurch schnell gut entwickeln können.

Zur Überwinterungsfrage wollte ich auch schon anmerken, dass ich eine erst im Herbst gesammelte Kiefer frostfrei oder zumindest sehr geschützt überwintern würde. Ich habe eine Kiefer, die vermutlich im letzten Frühjahr gesammelt wurde, die steht bei mir im frostfrei gehaltenen Gewächshaus und wird dort täglich übersprüht.

Liebe Grüße,

Heike
Hallo Heike,

Danke für die interessanten zusätzlichen Infos. Das war auch teilweise vorauf ich gestern hinaus wollte (frostfreie Überwinterung). Aber dein Rat (frisch gesammelte Yamadori in den kleinst möglichen Trainingstopf setzen, in den der beim Ausgraben bewahrte Wurzelballen hineinpasst) ist mir ehrlich gesagt neu (habe sehr oft dicke Holzkisten gesehen wo soviel Substrat wie möglich drin war). Ok, bei Yamadoris hole ich mir immer die Infos von Bekannten (aus dem Klub oder anderswo), also von Leuten die damit schon seit vielen Jahren Erfahrung haben, aber sowas habe ich bisher noch nie gesehen/gehört. Obwohl es ja logisch klingt ! Logo : Je kleiner der Trainingstopf desto besser das Wurzelwachstum (Sonne=>Wärme=>Wachstum). Deshalb wundert es mich jetzt ein bisschen wieso meine Bekannten die viel Yamadori machen oft enorme Holzkisten basteln. Da hast du mich zum Nachfragen motiviert. Werde auch demnächst meinen Meister fragen, wie er selber das macht/sieht. Auf jeden fall interessant Heike ! Da werde ich ein bisschen nachforschen/nachfragen.

Viele Grüße,

Thierry
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Philipp R.
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Re: pinus mugo

Beitrag von Philipp R. »

Heike_vG hat geschrieben:
Thierry hat geschrieben:Frage 2 : der Plastiktopf : Wieso steht der Baum, wenn er erst im Oktober 2009 ausgegraben wurde, schon in so einer kleinen Schale ?
Hallo Thierry und Harry,

meiner Ansicht nach ist das genau richtig: man sollte frisch gesammelte Yamadori in den kleinst möglichen Trainingstopf setzen, in den der beim Ausgraben bewahrte Wurzelballen hineinpasst. Das ist sinnvoll damit das Substrat nicht unnötig lange nass bleibt, sondern schnell trocknet, man oft gießen und später auch oft düngen kann, so dass die Wurzeln und der ganze Baum sich dadurch schnell gut entwickeln können.

Zur Überwinterungsfrage wollte ich auch schon anmerken, dass ich eine erst im Herbst gesammelte Kiefer frostfrei oder zumindest sehr geschützt überwintern würde. Ich habe eine Kiefer, die vermutlich im letzten Frühjahr gesammelt wurde, die steht bei mir im frostfrei gehaltenen Gewächshaus und wird dort täglich übersprüht.

Liebe Grüße,

Heike

Hi an Alle,

es hat noch einen Praktischen Grund Bäume in möglichst kleine Schalen zu Pflanzen, der, wie ich finde sehr wichtig ist:
Er passt besser in die endgültige Bonsaischale ohne viele der neu gebildeten Wurzeln abschneiden zu müssen. Wenn der Baum in einer großen Schale war hat er viel Wurzeln gebildet die man dann wieder abschneiden muss. Damit fängt dann wieder alles von vorne an. Oder?
Keine Bange, der gießt auch nur mit Wasser
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Re: pinus mugo

Beitrag von Thierry »

Richtig Philipp ! *daumen_new*
Viele Grüße,
Thierry

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Re: pinus mugo

Beitrag von Igor »

Servus Harry,

ich drücke die Daumen, dass die Mugo heil über den Winter kommt *daumen_new*. Da der Wurzelballen vor dem Eintopfen wirklich kompakt war, hat der Baum beste Voraussetzungen für das Anwachsen.

Soweit ich mich erinnern kann, hast du den Wurzelball nach dem "ausstechen" sorgfältig in ein feuchtes Tuch gewickelt. Danach wurde der Baum in ein Wasser- und Luft durchlässiges Substrat getopft und mit Spanndrähten fixiert. Alles weitere liegt jetzt an der Mugo ...

Wegen der Gestaltung würde ich mir noch nicht den Kopf zerbrechen. Der schaut derweilen auch so absolut geil aus :D

Ciao,
Igor
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